Jeremias 39

4. Vierter Bericht. (Kap. 39) A. Los des Sedekias und des Volkes. (V. 10) B. Jeremias wird in Freiheit gesetzt.

Im neunten Jahre Sedekias', des Königs von Juda, im zehnten Monate, kam Nabuchodonosor, der König von Babylon, mit seiner ganzen Heeresmacht vor Jerusalem und sie belagerten es. Ausführlicher [Jer 52,4] und [2Koe 25,1]. - Im elften Jahre Sedekias aber, im vierten Monat, am fünften des Monats, ward die Stadt geöffnet. Hebr.: erbrochen. - Da drangen alle Fürsten des Königs von Babylon ein und hielten am Mitteltore: Richtend und Beute verteilend. - Neregel-Sereser, Semegarnabu, Sarsachim, Rabsares, Neregel-Sereser, Rebmag Nergal scharezer. Diesem wird wahrscheinlich, wie den beiden an der letzten Stelle Genannten der Amtsname beigefügt, also Nergal scharezer, der das Amt Samgar (Schatzmeister?) hat. Nabusarsekim (Septuag. Nabusachar) Vorsteher der Kämmerer. Rabsaris ist Amtsname: Vorsteher der Kämmerer. Rabmag ist Amtsname (Vorsteher der Mager?) - und alle übrigen Fürsten des Königs von Babylon. Als aber Sedekias, der König von Juda, und alle Krieger sie sahen, flohen sie des Nachts aus der Stadt auf dem Wege nach dem Königsgarten durch das Tor, das zwischen den zwei Mauern war, und zogen hinaus auf den Weg in die Wüste. Vergl.: [Jer 52,7] und [2Koe 25,4]. Der königliche Garten lag am Berührungspunkte des Tales Ben-Hinnom und des Käsemachertals und des Tales Kedron. Das Tor zwischen den beiden Mauern war zwischen der Mauer auf dem östlichen Abhange von Sion und der Mauer am Westrande Ophel und ging auf das Tal Ben Hinnom. Die Richtung der Flucht ging auf den Jordan zu. - Allein eine Abteilung der Chaldäer verfolgte sie und sie ergriffen Sedekias in der Ebene der Wüste von Jericho und führten ihn gefangen zu Nabuchodonosor, dem Könige von Babylon, nach Reblatha, Er wird ergriffen, ehe er den Jordan überschreiten und nach Galaad fliehen kann. Reblatha lag am Orontes an der großen Heerstraße, welche aus Palästina durch Damaskus und andere Städte nach Thapfakus und Charkamis führte. Es wird erfüllt, was Jeremias [Jer 32,4] vorausgesagt. - im Lande Emath, und er sprach über ihn das Urteil. Und der König von Babylon ließ die Söhne Sedekias' in Reblatha vor seinen Augen töten, ebenso ließ der König von Babylon alle Edlen von Juda töten. Dem Sedekias aber ließ er die Augen blenden und ihn in Ketten werfen, um ihn nach Babylon zu führen. Jetzt dachte er gewiss reuevoll an die Verheißung des Propheten [Jer 38,17]. Das Letzte, was seine Augen sahen, war die Strafe, welche seine Söhne und Ratgeber traf, dass sie Jeremias Rat nicht befolgt. Der König war wohl weniger schuldig befunden. - Und das Haus des Königs samt den Häusern des Volkes brannten die Chaldäer nieder Einen Monat nach der Eroberung. [Jer 52,12ff; 2Koe 25,8ff] Hier wird auch dies beigefügt, um zu zeigen, dass alle Voraussagungen Jeremias eintrafen. - und zerstörten die Mauer von Jerusalem. Den Rest des Volkes aber, der in der Stadt übriggeblieben war, und die Überläufer, die zu ihm übergegangen waren, sowie das gemeine Volk, das übriggeblieben war, führte Nabuzardan, Nabu-zir-iddina. Nabu gibt Nachkommenschaft, der Anführer der Trabanten. - der Oberste der Leibwache, nach Babylon. Von den armen Leuten jedoch, welche gar nichts besaßen, Diese waren des Aufstandes nicht verdächtig. - ließ Nabuzardan, der Oberste der Leibwache, einige im Lande Juda zurück und gab ihnen an jenem Tage Weinberge und Brunnen. Und Nabuchodonosor, der König von Babylon, hatte Nabuzardan, dem Obersten der Leibwache, betreffs Jeremias also geboten: Von Überläufern, von Sedekias und im Gerichte V. 5 hatte der König wohl erfahren, welchen Rat Jeremias beständig gegeben. - Hole ihn und trage Sorge für ihn und tue ihm nichts zu leide, sondern tue ihm, was er wünscht. Wörtlich: sondern wie er zu dir sprechen wird, so sollst du mit ihm verfahren. Wenn er im Lande bleiben will, soll dies geschehen; will er nach Babylon ziehen, lass ihn dorthin geleiten. - Da sandten Nabuzardan, der Anführer der Leibwache, und Nabusezban und Rabsares und Neregel-Sereser und Rebmag Die Namen der Fürsten sind im Hebräischen: Nebuschazban Vorsteher (Rabsaris) der Kämmerer, Nergal scharezer Vorsteher der Magier. Der Vorsteher der Kämmerer heißt hier anders als V. 3: Nebuschazban, babylonisch Nabu suzibanni (Nabu, errette mich). Es waren wohl mehrere Vorsteher. - und alle Großen des Königs von Babylon, sie sandten hin und ließen Jeremias aus dem Hofe des Gefängnisses holen Dort war er bis zur Eroberung der Stadt geblieben und bis zu derselben festgehalten. Ob er nach derselben alsbald freikam oder nicht, wird nicht gesagt. Nabuzardan kam erst einen Monat nach der Eroberung in die Stadt am siebten Tage [2Koe 25,8] des zehnten Monats [Jer 52,12]. - und übergaben ihn dem Godolias, Godolias war über die Zurückgebliebenen gesetzt [Jer 40,5], er war der Sohn des Mannes, der den Propheten bereits früher vor der Wut des Volkes geschützt hatte. Zunächst war Jeremias, wie [Jer 40,1] zeigt, unter den übrigen Gefangenen in Ketten nach Rama geführt und wurde erst von Nabuzardan in Freiheit gesetzt. - dem Sohne Ahikams, des Sohnes Saphans, dass er in sein Godolias. - Haus ginge und unter dem Volke wohnte. An Jeremias aber war das Wort des Herrn ergangen, als er im Hofe des Gefängnisses in Haft war, also lautend: Gehe hin und sprich zu Abdemelech, dem Äthiopier, also: So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich lasse meine Worte über diese Stadt kommen zum Unheil und nicht zum Glücke und sie sollen sich vor deinen Augen an jenem Tage erfüllen. Doch während die anderen umkommen, soll er gerettet werden. - Dich aber will ich an jenem Tage erretten, spricht der Herr, und du sollst nicht in die Hand der Männer überliefert werden, die du fürchtest; denn ich will dich erretten und befreien und du sollst nicht durch das Schwert fallen, sondern dein Leben soll erhalten bleiben, weil du auf mich dein Vertrauen gesetzt hast, spricht der Herr. Hebr.: Du wirst deine Seele (dein Leben) zur Beute haben. Vergl. [Jer 21,9; Jer 38,2]. Der Fremde glaubte und vertraute Gott, so dass er sich dem Zorne des Königs aussetzte. Gott schaut nicht auf die Person und die Abstammung, sondern auf das Herz. [Apg 10,34.35]

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