Jeremias 48
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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3. Weissagung über Moab. (Kap. 48) A. Verwüstung und Flucht steht bevor. (V. 15) B. Der Untergang und seine Ursache. C. Mitleidige Klage des Propheten über Moabs Los.
1 So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels, Der mächtige Gott, der Gott, der in besonderer Weise der Gott Israels ist. Seine Macht tritt dem Übermut Moabs entgegen (V. 27) und alle Völker sollen wissen, dass der Gott, den Israel verehrt, der Gott aller ist. - zu Moab: Wehe über Nabo! Siehe [Jes 15,2]. - denn es ist verwüstet und zuschanden geworden; eingenommen ist Kariathaim, Kirjath lag nicht weit von Nabo. - zuschanden geworden ist die Feste Eine bestimmte oder alle, auf welche die Moabiter vertrauten. - und bestürzt. Oder: gebrochen. - 2 Nicht mehr rühmt man sich in Moab, wider Hesebon wird auf Böses gesonnen. Hebr.: Zu Hesebon wird Arges wider sie gesponnen – gegen Moab, das die Feinde als Volk vernichten wollen. - Kommet, lasset uns es ausrotten, dass es kein Volk mehr sei. Darum wirst du gänzlich verstummen, Hebr.: Auch du, Madmen, wirst verstummen. - hinter dir her zieht das Schwert! 3 Horch, Klagegeschrei ertönt von Oronaim, Verwüstung und große Niederlage. 4 Zerschmettert ist Moab, verkündet dessen Kindern: Erhebet ein Jammergeschrei! Hebr.: Geschrei lassen vernehmen ihre Kleinen. Besser: Septuag: Sie erheben Geschrei bis nach Zogora (Segor oder Zoar), also bis in den äußersten Süden. Über die hier genannten Städte vergl. [Jes 15,5]. - 5 Weinend und schluchzend steigt es Die Bewohner kommen von Norden, deshalb geht die Flucht nach Süden bis zum Aufstieg von Luith hin. - den Aufstieg von Luith hinauf, denn am Abhang von Oronaim hören die Feinde Dies Wort wird besser mit Septuag weggelassen: Am Abhang von Oronaim hört man Wehegeschrei über die beigebrachte Niederlage. - Angstgeschrei über Zerschmetterung: 6 Fliehet, Zuruf des Propheten. - rettet euer Leben und werdet den Tamarisken in der Wüste gleich! Verberget euch an unzugänglichen Orten. Über die Tamarisken vergl. [Jer 17,6]. - 7 Darum, weil du dich auf deine Festen Hebr.: Machwerke. Ihr Hochmut wird angeklagt, mit dem sie sich auf ihre Klugheit und auf ihre Schätze verließen. - und auf deine Schätze verließest, wirst auch du eingenommen werden und Chamos Götze der Moabiter, vergl. [4Mos 21,29], und der Ammoniter, [Rich 11,24], wohl der Sonnengott. Die Moabiter nannten sich das Volk Chamos. Indem das Götzenbild in die Gefangenschaft fortgeführt wird, wird angezeigt, dass das Gericht Gottes sich gegen die Götzenanbeter richtet. - muss in die Gefangenschaft wandern, seine Priester und seine Fürsten zumal. 8 Und der Verwüster wird über jede Stadt kommen Mit dem Volke wird Land und Flur heimgesucht. - und keine Stadt wird entrinnen, verloren sind die Täler Vom Arnon südlich. - und verheert werden die Fluren; denn der Herr hat gesprochen: 9 Lasset Moab seine Blüte, denn wiewohl es jetzt blüht, wird es fortziehen müssen Hebr.: Reihet Moab Schwingen, denn mit Schwung wird es hinausfahren gar: Wenn Moab dem Unglück entgehen wollte, müsste es Flügel haben und davonfliegen, anders kann es der Gefangenschaft nicht entgehen. Oder es ist eine ironische Aufforderung zur Flucht. - und seine Städte werden wüste und ohne Bewohner sein. 10 Verflucht sei, wer des Herrn Werk trüglich D.i. so dass er einen Teil seines Eifers und seiner Kräfte dem Werke Gottes entzieht. Durch diese Strafbestimmung zeigt Gott, wie furchtbar die durch die Feinde anzurichtende Verwüstung sein wird, da er selbst zu derselben aneifert und spornt. Diese Strafe des Fluches überträgt man mit Recht auf jedes Werk, dessen Vollendung Gott befiehlt. Wenn schon die, welche nachlässig töten, dem Fluche Gottes verfallen sollen, wie viel mehr wer ein geistiges Amt gering schätzt! (Theod.) - vollzieht, und verflucht, wer sein Schwert vom Blute zurückhält! 11 Von seiner Jugend an war Moab üppig Hebr.: ungestört. - und ruhte auf seinen Hefen, es ward nicht aus einem Gefäße in das andere gegossen und wanderte nie in die Gefangenschaft; Vergleich mit dem Weine, der lange im Fasse bewahrt wird auf seinen Hefen: Ein kräftiger Wein wird so immer besser, ein nicht guter Wein immer herber. So bewirkt auch die Ruhe, dass die Menschen durch dieselbe im Guten oder im Bösen fortschreiten. Die Moabiter sind bisher noch von keinem Feinde weggeführt worden, Frieden genießend, sind sie übermütig geworden und noch hat die Heimsuchung ihnen nicht Einsicht verschafft. - deshalb blieb ihm sein Geschmack erhalten und sein Geruch ward nicht verändert. Geruch und Geschmack sind ihre Feindschaft gegen das Volk Gottes, ihr Hochmut und andere Laster. So wird Gott sie denn nun aus dieser Ruhe, dem Nährboden der Laster, wegreißen. - 12 Daher siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich ihm Abzapfer sende, Umfüller der Krüge; diese werden es umfüllen und seine Gefäße leeren und die Krüge zerschlagen. Die Einwohner werden weggeführt, die Städte zerstört werden. - 13 Zuschanden wird Moab an Chamos, wie das Haus Israel zuschanden ward an Bethel, auf das es vertraute. Wie die Israeliten wegen des in Bethel geübten Götzendienstes in die Gefangenschaft geführt sind. Vergl. [Hos 4,15; 1Koe 12,29; 2Koe 17,8]. Da nur das Haus Israel und Bethel erwähnt werden, wurde diese Prophezeiung vor der Zerstörung des Reiches Juda gegeben. Anders redet der Prophet [Jer 46,27.28]. So werden sie von ihrem eitlen Rühmen ablassen. - 14 Wie möget ihr sagen: Wir sind Helden und tapfere Männer zum Kampfe? 15 Verwüstet ist Moab und seine Städte niedergeworfen, seiner Jünglinge Kern zieht hinab zur Schlachtbank, spricht der König; Herr der Heerscharen ist sein Name. So wird Jahves Erhabenheit gegen Chamos bewiesen. Hebr.: Die Auslese seiner Jünglinge ziehen herab zur Schlachtung. - 16 Nahe dem Eintreten ist das Verderben Moabs, und sein Unglück bricht eilends herein. 17 Tröstet es doch, Die Niederlage wird eine sehr schwere sein, wie der Seher jetzt andeutet, alle Nachbaren zum Trauergesange auffordernd. Hebr.: Beklaget ihn, alle seine Nachbarn. Alsdann spricht er ihnen das Klagelied vor. - ihr alle, die ihr es umgebt; alle, die ihr seinen Namen kennt, sprechet: Wie ist das starke Zepter zerbrochen, der herrliche Stab! Hebr.: Wie ward zerbrochen das Machtzepter, der Hoheitsstab! - 18 Steige herab von der Herrlichkeit und setze dich in die Dürre, Bewohnerin der Tochter Dibon! Hebr.: Einwohnerin, Tochter Dibon: Einwohner Dibons, der Königsstadt. Dibon war wohl an Wasser reich. - denn der Verwüster Moabs zieht gegen dich heran, zerstört deine Festen. 19 Tritt auf den Weg und schaue aus, Bewohnerschaft von Aroer! Am Nordufer des Arnon, südlich von Dibon. - frage den Flüchtling und zu dem Entronnenen sprich: Was ist geschehen? 20 Zuschanden ist Moab geworden, Antwort der Flüchtlinge. - denn es ist überwunden; heulet und schreiet, verkündet es am Arnon, Im Folgenden werden die Städte im Morden vom Arnon aufgezählt. - dass Moab verwüstet ist! 21 Ja, das Gericht ist über das Land der Ebene gekommen, über Helon und über Jasa und über Mephaath 22 und über Dibon und über Nabo und über das Haus Deblathaim 23 und über Kariathaim und über Bethgamul und über Bethmaon 24 und über Karioth Hebr.: Karijoth. V. 41 und [Amos 2,2]. - und über Bosra und über alle Städte des Landes Moab, die fernen wie die nahen. Das Unglück ergreift alles. - 25 Abgeschlagen ist das Horn Das Horn ist Bild der Kraft, des Reichtums, der Herrschaft. - Moabs und sein Arm zerschmettert, spricht der Herr. 26 Machet es trunken, Gebet ihm den Kelch des göttlichen Zornes, den Taumelkelch des Verderbens. Dass es wie berauscht dahinsinke. - denn wider den Herrn hat es sich erhoben; Moab tappt anstoßend in sein Gespei und wird gleichfalls zum Gespötte. 27 Denn Israel war dir ein Gegenstand des Gespöttes, als hättest du es unter Dieben ertappt; deshalb, deiner Reden willen also, die du wider dasselbe geführt, wirst du gefangen fortgeführt. Hebräisch fragend: Oder war dir denn nicht Israel zum Gelächter, oder ward es unter Dieben ertappt, dass du, so oft du von ihm redetest, das Haupt (höhnend) schütteltest? – Moab darf sich nicht beklagen, dass es zu Hartes erdulden müsse. Hat es nicht das Volk Gottes verhöhnt? Und aus welcher gerechten Ursache? Es hatte keine. Moab hat die Ruben und Gad zuerteilten Landstriche geraubt, hat Israel ähnliches getan und ist es unter Dieben ertappt der Verspottung würdig? Ein ertappter Dieb nämlich wir von allen verhöhnt, wie der Prophet [Jer 2,26] sagt. – Die latein. Übersetzung handelt von der Wegführung. - 28 Verlasset die Städte und hauset in Felsen, Bewohner Moabs! und seid der Taube gleich, die in den höchsten Felsenritzen nistet! Die fremde Städte geraubt, sollen jetzt die eigenen verlassen. – Hebr.: Die da nistet über gähnenden Schlund. Für euch ist keine Hoffnung mehr, wenn ihr euch nicht in unzugängliche Berge und Höhlen verbergt. - 29 Wir haben den Hochmut Moabs vernommen, denn es ist sehr stolz, seinen Stolz, seine Anmaßung, seine Hoffart und Herzensüberhebung. Die Häufung der Worte stellt seinen großen Stolz vor Augen. - 30 Ich kenne, spricht der Herr, sein Prahlen, dass seine Kraft nicht demselben entspricht, und es will mehr zu tun versuchen als es vermag. Hebr.: Ich kenne, spricht der Herr, seinen Ingrimm und das Unziemliche seines Prahlens; Eitles haben sie getan. Lat.: Sie konnten nicht leisten, was ihr Zorn prahlte. - 31 Darum will ich über Moab wehklagen und über ganz Moab jammern, über die trauernden Männer der Ziegelmauer. Hebr.: über die Männer von Kir Ceres seufzt man. - 32 Wie ich um Jazer Mit den Einwohnern von Jazer. [Jes 16,9] - geweint, will ich um dich weinen, Weinberg von Sabama! deine Ranken gingen über das Meer, Das tote Meer. - reichten an das Meer von Jazer; Mit Septuag ist das Wort Meer wegzulassen. - aber über deine Ernte und deine Weinlese ist der Verwüster hereingebrochen. 33 Weggenommen ist Freude und Frohlocken vom Fruchtlande und vom Lande Moab, den Wein ließ ich verschwinden von der Kelter, nicht stimmt mehr der Traubentreter sein gewohntes Jubellied an. Die Worte klingen im Hebr. an [Jes 16,9] an. Hebr.: Nicht wir man keltern mit Jauchzen, das Jauchzen ist kein Jauchzen (sondern das Geschrei der beutegierigen Feinde). - 34 Vom Klagegeschrei Hesebons an bis Eleale und Jasa lassen sie ihre Stimme erschallen, von Segor bis Oronaim, der dreijährigen Kuh, Siehe [Jes 15,5]. Die Beifügung bezeichnet die Stadt als blühend und mächtig. - und die Wasser von Nemrin werden verödet sein. 35 Ich vertilge aus Moab, spricht der Herr, die da auf den Höhen opfern und die, welche ihren Göttern räuchern. Damit wird angegeben, warum die Strafe kommt, nämlich um die Götzendiener zu züchtigen und den Götzendienst und seine Stätte zu zerstören. - 36 Darum ertönt mein Herz um Moab gleich Trauerflöten, mein Herz ertönt um die Männer der Ziegelmauer Von Kir Cheres. - gleich Flötengetön; denn mehr unternahm es als es vermochte und darum gingen sie zugrunde. Hebr.: Darum weil die Reichtümer, die (sich Moab) erworben, verloren sind. - 37 Denn alle Häupter sind kahl geworden und alle Bärte sind geschoren, Sich die Haare ausraufen und den Bart, den Schmuck des Mannes, stutzen sind höchste Zeichen der Trauer. - alle Hände sind gebunden Hebr.: Auf allen Händen sind Einschnitte (zum Zeichen der Trauer) und auf allen Hüften Trauergewand. - und auf jedem Rücken ist ein Trauergewand. 38 Auf allen Dächern Moabs und in seinen Straßen ist nichts als Klage, denn ich habe Moab zertrümmert gleich einem unnützen Gefäße, Hebr.: Wie ein Gefäß, an dem kein Wohlgefallen, d.i. gegen das Gottes Zorn sich wendet. - spricht der Herr. 39 Wie ist es überwunden und wie wehklagen sie! Wie wendet Moab den Rücken und steht beschämt! Ein Gegenstand des Gelächters und zum Beispiele Hebr.: Entsetzen, Beispiel des Schreckens. - soll Moab allen seinen Nachbarn ringsum werden. 40 So spricht der Herr: Siehe, wie ein Adler fliegt er daher Wie ein Adler, der sich in schnellem Fluge auf seine Beute herabstürzt. - und breitet seine Flügel aus über Moab hin! Wie ein Adler ohne Anstrengung seinen Flügel ausbreitet, mit gleicher Leichtigkeit wird er Moab in Besitz nehmen. - 41 Genommen ist Karioth und seine Festen sind erobert und das Herz der Helden von Moab wird an jenem Tage dem Herzen eines Weibes in Kindesnöten gleichen. Moab vertraute auf seine festen Städte und auf seine Kriegskunst, beide sind zuschanden geworden. - 42 Und Moab wird aufhören ein Volk zu sein, Hebr.: Und weggetilgt ist Moab, dass es kein Volk mehr. - denn es hat wider den Herrn getrotzt. 43 Grauen, Grube und Schlinge Hebr.: Pachad, Pachath, Pach. - kommen über dich, o Bewohner Moabs! spricht der Herr! 44 Wer dem Grauen entkommt, wird in die Grube fallen, und wer der Grube entsteigt, wird sich in der Schlinge fangen; Grauen wegen der Ankunft der Feinde, wer aber diesem entgeht, dem droht Grube und Strick, mannigfaltige Gefahren auf der Flucht. - denn ich bringe über Moab das Jahr ihrer Heimsuchung, spricht der Herr. 45 Im Schatten von Hesebon machen Halt, In Hesebon suchen Schutz, machen Halt. - die der Schlinge entronnen sind; Hebr.: entkräftete Flüchtlinge. Doch umsonst, wie bereits V. 34 gesagt ist. - denn Feuer geht aus von Hesebon Wie? sagt V. 2. Die Worte spielen auf [4Mos 21,28] an; die Vergangenheit ist das Bild der Zukunft. Wie Sehon, der König von Hesebon, das Reih Moab einst wie Feuer verzehrte, so werden die Chaldäer von Hesebon hervorbrechen und das ganze Reich einnehmen. - und eine Flamme aus Seons Mitte Theodotion: Aus der Stadt Seon, ähnlich die syrische Übersetzung. - und verzehrt die Seite Moabs und den Scheitel der Söhne des Aufruhrs. Die Worte lehnen sich an [4Mos 21,28] an. Die Landschaft Moab und seinen Scheitel, d.i. seine befestigten Höhen, wird feindliches Feuer von Hesebon ausgehend zerstören. Söhne des Aufruhrs sind die Moabiter wegen ihres Stolzes und ihrer Anmaßung. - 46 Wehe dir, Moab, verloren bist du, Hebr.: untergegangen ist das Volk des Chamos, denn weggeführt sind deine Söhne in die Gefangenschaft und deine Töchter usw. - Volk des Chamos! denn deine Söhne werden fortgeführt und deine Töchter in die Gefangenschaft. 47 Doch am Ende der Tage werde ich die Gefangenschaft Moabs wenden, Auch ihnen soll die Hoffnung auf Befreiung bleiben, wenn sie sich derselben würdig machen. Der Herr ist der Gott aller Menschen, sich aller erbarmend, die ihn anrufen. (Theod.) - spricht der Herr. Bis hierher das Strafgericht Das von Gott verhängte Strafgericht. Fünf Jahre nach der Zerstörung Jerusalems unterwarf Nabuchodonosor Moab und Ammon. (Flav. Jos.) über Moab.
Zitiert in 3
- V. 28 Dilexit Nos(§108)
- V. 29 Summa (EN)(II-II 112.1)
- V. 30 Summa (EN)(II-II 112.1)