Jeremias 49

4. Weissagung über Ammon. (V. 1-6) 5. Weissagung über Edom. (V. 22) 6. Weissagung über Damaskus. (V. 22) 7. Weissagung über Kedar und Asor. (V. 33) 8. Weissagung über Älam.

Über die Söhne Ammons. Theglathphalasar übersiedelte die Stämme Ruben, Gad und halb Manasse und die Ammoniter nahmen deren Land in Besitz, als ob es mit Israel aus wäre. - So spricht der Herr: Hat denn Israel keine Söhne, oder hat es keine Erben? Nicht alle Israeliten sind fortgeführt. - Warum hat denn Melchom Der Nationalgott wird für das Volk gesetzt. Ein Götzenbild hat das Erbe Gottes in Besitz genommen. - Gad in Besitz genommen und sein Volk sich in dessen Städten niedergelassen? Darum Sie haben fremdes Eigentum begehrt, das eigene sollen sie verlieren. - siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da ich wider Rabbath der Söhne Ammons Die Hauptstadt. - Kriegsgeschrei vernehmen lasse, und es soll zu einem Trümmerhaufen zerfallen und seine Töchterstädte sollen niedergebrannt werden und dann wird Israel besitzen, die es besaßen, Israel wird also wieder hergestellt werden. Wie Israel die Herrschaft über Ammon geltend macht, siehe [Jes 14,2; Jes 54,3.15; Obadja 1,17] - spricht der Herr. Erhebe Klagegeschrei, Hesebon, denn verwüstet ist Hai! Stadt der Ammoniter, sonst unbekannt. - Wehklaget, ihr Töchter Kleinere Städte; hier sind die Einwohner derselben gemeint. - Rabbaths, umgürtet euch mit Trauergewand, klaget und laufet hin und her in der Einfriedigung! An den Einzäunungen herumirren (hebr.) ist: ein Versteck in den Weinbergen suchen. - denn Melchom wird Das Götzenbild selbst, wie einst die Bundeslade von den Philistern. - gefangen weggeführt, seine Priester und seine Fürsten zumal. Vergl. [2Koe 24,14; 2Koe 25,19-23]. Die Sieger wollten Verschwörungen vorbeugen. - Was rühmst du dich der Täler? Die Fruchtbarkeit ihres Landes begründete den Reichtum der Ammoniter und ihren Stolz. - Dein Tal ist dahin, du verwöhnte Hebr.: aufrührerische. Wenngleich mit dem Volke Gottes durch seine Abstammung von Loth verwandt, verließen die Ammoniter nicht nur den Herrn, sondern zeigten sich auch seinem Volke feindlich und treulos. - Tochter! die du auf deine Schätze vertrautest und sprachst: Wer sollte an mich kommen? Die Antwort gibt der Herr V. 13. Von Göttern und Menschen verlassen, werden sie unter Gottes Führung von allen bekämpft. - Siehe, ich lasse über dich Schrecken hereinbrechen, spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, von allen her, die ringsum dich sind; ihr sollt zerstreut werden, ein jeder aus des andern Augen und niemand soll die Flüchtigen sammeln. Hernach aber Doch gänzlich will Gott sie nicht verwerfen. Die Redewendung ist im Hebräischen die gleiche wie [Jer 48,47]. Selbst jenen, welche das alte Gesetz von der Synagoge ausschloss, wird Gnade und Heil angeboten. Wie Josephus berichtet, nahm Nabuchodonosor das Land der Ammoniter ein. - will ich die gefangenen Kinder Ammons wieder zurückkehren lassen, spricht der Herr. Über Idumäa. Auch Idumäa zeigte sich feindlich gegen das Volk Gottes, insbesondere als über Jerusalem von den Feinden das Verderben kam. Vergl. [Klagel 4,21; Ps 136,7]. - So spricht der Herr der Heerscharen: Ist denn keine Weisheit mehr in Theman? Theman war als Sitz der Weisheit berühmt. [Job 2,11; Obadja 1,8; Baru 3,22.23] Trotz derselben müssen sie elend untergehen. - Ist die Klugheit dessen Kindern entschwunden, ist ihre Weisheit schal geworden? Hebr.: ausgegossen, verloren gegangen. - Fliehet, wendet euch zur Flucht, steiget in die Schluchten hinab, Bewohner von Dedan! Über Dedan vergl. [Jer 25,23]. - denn ich lasse über Esau Verderben hereinbrechen, die Zeit seiner Heimsuchung. Wenn Weinleser über dich kämen, würden sie keine Nachlese übriglassen; In Frageform zu lesen: würden sie nicht eine Nachlese übriggelassen haben? Trotz aller Sorgfalt der Winzer entgeht ihnen eine Traube, nicht so dem etwas, der Edom berauben wird. - wenn Diebe in der Nacht kämen, raubten sie, bis es ihnen genügte; Auch dies Glied ist in Frageform zu lesen: Die Diebe nehmen doch nicht alles hinweg? - ich aber Hebr.: Denn ich. - will Esau entblößen, seine Verstecke aufdecken, An Verstecken ist Edom überreich. - dass er nicht verborgen bleiben kann; verwüstet wird seine Nachkommenschaft samt seinen Brüdern Den ihm durch Heiraten und Bündnisse vereinten Völkern. Vergl. [1Mos 36,12.20ff; 1Chr 4,42.43]. - und seinen Nachbarn und niemand bleibt übrig. Lass deine Waisen, Derart werden die Edomiter gedemütigt, dass sie nicht einmal für ihre Waisen selbst Sorge tragen können, sondern diese dem Herrn überlassen müssen, den sie in seinem auserwählten Volke oft verachtet haben. Dass die Waisen verlassen werden, bedeutet, dass kein Mann am Leben bleibt und alle menschliche Hilfe versagt. - ich will sie am Leben erhalten, und deine Witwen mögen auf mich vertrauen! Denn also spricht der Herr: Siehe, denen es nicht zukam, den Kelch zu trinken, diese müssen ihn trinken, und du solltest ungestraft bleiben? Nicht wirst du ungestraft bleiben, sondern du musst trinken! Hebr.: Und du sollst ungestraft bleiben? Gott hat seinem auserwählten Volke den bitteren Kelch zu trinken gegeben, vom doch kraft des Bundes so hartes fern bleiben sollte, wie sollte er nun solche, die nur Frevel aufweisen können, verschonen? - Denn ich habe bei mir geschworen, spricht der Herr: Zur Einöde, zur Schmach, zur Verödung und zum Fluche soll Bosra Vergl. [Jes 34,6; Amos 1,12]. - werden und alle seine Städte zu ewigen Wüsteneien. Eine Kunde habe ich von dem Herrn vernommen und eine Botschaft ist an die Völker gesandt worden: Mit Recht werden die Edomiter gestraft, denn die früheren Mahnungen und Strafen haben keine Wirkung gehabt. - Versammelt euch und ziehet wider dasselbe heran, erheben wir uns Hebr.: erhebet euch. Die Vulgata gibt die Form der Prophezeiung bei Abdias wieder: Der Bote selbst will am Kampfe teilnehmen; als Zeichen, dass Gott selbst diesen will. - zum Kampfe! Denn siehe, ich will dich klein machen unter den Völkern, verächtlich unter den Menschen. Die meisten werden im Kampfe fallen, so dass das Volk gering wird an Zahl. Aller Güter verlustig, werden sie von den Menschen verachtet sein. - Deine Derselbe Grund, den er V. 3 aus Abdias angeführt: Sie haben die Zeit zur Buße nicht benutzt. - Anmaßung und Hebr.: Schauder über dich! Die Hoffart deines Herzens hat dich bedrückt usw. Nach anderen: Schrecken vor dir (hat die Nachbarn erfüllt). - die Hoffart deines Herzens haben dich verführt, der du im Geklüft der Felsen wohnst und nach der Berghöhen Besitz strebst. Wo man sich am leichtesten vor Feinden sichert. - Aber bautest du auch dein Nest so hoch wie ein Adler, selbst von da stürze ich dich herab, spricht der Herr. Und Idumäa wird eine Wüstenei werden; alle, welche vorüberziehen, werden sich entsetzen und über alle seine Strafen zischen. Wie Sodoma und Gomorrha und ihre Nachbarstädte Adama und Seboim. [5Mos 29,23] Der Vergleich hat die auf die Zerstörung folgende trostlose Verwüstung zum Ziel: Edom wird verlassen sein wie jene Städte, die jetzt innerhalb seines Besitzes liegen. - von Grund aus zerstört worden sind, spricht der Herr, so wird dort niemand wohnen noch ein Menschenkind sich aufhalten. Siehe, einem Löwen gleich stürzt er Wer der Diener und Vollstrecker der göttlichen Strafgerechtigkeit sein soll, beschreibt der Prophet auf gleiche Weise wie er den Feind geschildert, der Israel strafen soll. - herauf von des Jordans Pracht zur schönen Feste; Hebr.: Aus dem Hochwuchs des Jordans zur festen Landschaft – dem durch Berge und Burgen gesicherten Idumäa. - denn urplötzlich lasse ich ihn wider dieselbe heranstürmen und wer wird der Auserlesene sein, den ich über sie setze? Hebr.: Denn in einem Nu werde ich ihn (Edom) von ihr (der festen Landschaft) verjagen und wer auserwählt ist, ihn werde ich über sie einsetzen. - Denn wer ist mir gleich und wer will mich herausfordern und wer ist der Hirt, der vor mir standhalten könnte? Wer ist der Hirt (Feldherr oder Fürst der Edomiter), der stark genug wäre, den ich heranführe und reize, Widerstand zu leisten? - Darum höret den Ratschluss des Herrn, den er über Edom gefasst, und seine Gedanken, die er über die Bewohner von Theman hegt: Wahrlich, die Geringsten der Herde werden sie zu Boden werfen, ja, es sollen über ihnen ihre Wohnungen zusammenstürzen. Vulg.: Auch die Geringsten aus dem Heere des Herrn genügen, die Edomiter niederzuwerfen, seien es die geringsten unter den Chaldäern, sei es allgemein im Heere des Herrn. Hebr.: Fürwahr, man schleppt sie fort, die Geringen der Herde, fürwahr, entsetzen wird sich über sie ihre Flur. – Den Grund dieses Entsetzens gibt der folgende Vers an. - Vom Krachen ihres Sturzes zittert die Erde, ihrer Stimme Widerhall vernimmt man am roten Meere! Hebr.: Schilfmeer. - Siehe, einem Adler gleich Der in schnellem Fluge auf seine Beute herabsteigt. - zieht er herauf und fliegt herbei und breitet seine Schwingen über Bosra und es wird das Herz der Helden Idumäas an jenem Tage dem Herzen eines Weibes in Kindesnöten gleichen. Die Erfüllung vergl. [Mal 1,3]. - Über Damaskus. Bestätigung der schon verkündeten Weissagungen. - Zuschanden sind Emath Am Orontes. - und Arphad Vergl. [Jes 10,9]. - geworden, denn unheilvolle Kunde haben sie vernommen; am Meere ist Kümmernis, vor Sorgen kann es nicht ruhen. Hebr.: Sind aufgelöst (außer Fassung), auf dem Meere (gleich dem Meere im Bangen, wie das Meer, das keine Ruhe findet). - Mutlos ist Damaskus geworden und hat sich zur Flucht gewandt; Schrecken hat es erfasst, Angst und Schmerzen haben es ergriffen wie eine Gebärende. Wie hat man die preiswürdige Stadt verlassen, die Stadt der Wonne! Hebr.: Wie ist nicht verlassen die Stadt des Ruhmes, aller Kraft beraubt wenden sich die Einwohner in die Flucht, doch Schrecken und Schmerzen halten sie fest, so dass sie nicht wirklich zu fliehen vermögen. Wie ist es also geschehen, dass die Einwohner die Stadt nicht verlassen haben? Die Flucht hätte ihnen noch Rettung gebracht, warum haben sie dies Mittel nicht gebraucht? - Dann werden ihre Jünglinge auf ihren Straßen fallen Weil sie nicht mehr versucht haben zu fliehen. - und alle Kriegsleute werden an jenem Tage verstummen, Hebr.: Vertilgt werden. - spricht der Herr der Heerscharen. Und ich werde Feuer an die Mauern von Damaskus legen, dass es die Paläste Benadads verzehre. Über Kedar Siehe [Jer 2,10]. - - und die Reiche von Asor, Vielleicht Name eines Ortes, an dem ein Stamm seinen dauernden Wohnsitz hatte. - welche Nabuchodonosor, der König von Babylon, schlug. So spricht der Herr: Auf und zieht heran gegen Kedar und verwüstet die Söhne des Aufganges! So heißen alle in der Wüste wohnenden Stämme im Osten von Palästina, also in Arabien und den Gegenden bis zum Euphrat. - Ihre Zelte und ihre Herden sollen sie wegnehmen, ihre Decken, all ihr Geräte und ihre Kamele sich holen und über sie rufen: Schrecken ringsumher. Fliehet, eilet von dannen, berget euch in den Schluchten, ihr Bewohner von Asor! spricht der Herr, denn Nabuchodonosor, der König von Babylon, hat einen Ratschluss wider euch gefasst und wider euch Anschläge ersonnen. Auf, Die Babylonier werden durch die Leichtigkeit des Sieges zur Eroberung eingeladen. - ziehet heran gegen ein sich der Ruhe erfreuendes Volk, das in Sicherheit wohnt, Das also unvorbereitet ist. - spricht der Herr; weder Tür noch Riegel haben sie, abgesondert wohnen sie! Sie sind nicht durch Mauern und Tore geschützt, auch Bundesgenossen fehlen ihnen. - Ihre Kamele sollen ein Raub werden und die Menge ihres Viehes eine Beute und ich will sie in alle Winde zerstreuen, die geschorenes Haar haben, Siehe [Jer 9,26]. - und von allen Seiten her will ich Verderben über sie bringen, spricht der Herr. Und Asor soll zur Wohnung der Drachen Schakale. - werden, eine Wüstenei auf immer; Eine sich lang hin erstreckende Zeit wird oft in der heiligen Schrift Ewigkeit genannt. - nicht soll daselbst ein Mensch weilen noch ein Menschenkind darin wohnen. Wort des Herrn, das an den Propheten Jeremias erging wider Älam, Das heutige Chusistan. In den Keilschriften erscheinen die Älamiter als Bundesgenossen der Babylonier, so waren sie also wohl ein Teil von deren Heer, als Joachin und die Fürsten weggeführt wurden. [2Koe 24,10-16] - im Anfange der Herrschaft Sedekias', des Königs von Juda, also lautend: So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, ich will den Bogen Älams zerbrechen und Im Hebr. Septuag. u.a. fehlt diese Partikel; der zweite Zusatz ist Erklärung. - seine höchste Stärke und ich will über Älam die vier Winde hereinbrechen lassen von den vier Enden des Himmels Wie die vier Winde von den vier Himmelsgegenden her alles durchwehen, so sollen von den vier Himmelsgegenden Feinde über die Älamiter kommen. Der Wind ist Sinnbild der Heftigkeit wie der Schnelligkeit. - und sie in alle diese Winde zerstreuen, und es soll kein Volk sein, wohin die Flüchtlinge Älams nicht kommen. Ich will Älam erbeben machen vor seinen Feinden und vor denen, die ihm nach dem Leben trachten, und ich will Unglück über sie bringen, meinen grimmigen Zorn, spricht der Herr, und hinter ihnen Hinter denen, welchen es gelingt zu fliehen. - das Schwert hersenden, bis ich sie vernichtet. Ich will meinen Thron in Älam aufrichten und daraus Könige und Fürsten vertilgen, spricht der Herr. Wieder bezeichnet Gott selbst sich als Urheber der Heimsuchung. Je weiter Älam entfernt lag, desto weniger erschien es den Älamitern glaubwürdig, dass der Gott, dessen Macht sie auf Palästina beschränkt wähnten, etwas wider sie vermöge. - Doch in der Folge der Tage Die Niederwerfung des menschlichen Hochmutes soll Gottes Ehre fördern. Die Folge der Tage ist die Zeit des Messias. Älamiter werden [Apg 2,9] erwähnt. Persien war reich an christlichen Märtyrern. werde ich die Gefangenen Älams wieder zurückführen, spricht der Herr.

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