2. Makkabäer 1

1. Einleitung. Einladungsbriefe der Juden von Jerusalem an die von Ägypten zur Tempelweihe. (1,1 – 2,19) 1. Erster Brief. Mit Erwähnung des zur Zeit der Verfolgung des Demetrius geschriebenen Briefes mahnen die Juden von Jerusalem ihre Stammesgenossen, mit ihnen die Tempelweihe zu begehen. (V. 10a) 2. Zweiter Brief. (1,10b – 2,19) Bericht über den Tod des Antiochus, Einladung, das Fest der Tempelweihe mit ihnen zu feiern, zumal Gott selbst ein Wunder gewirkt.

Den Brüdern, Den Volksgenossen. Vergl. [1Mak 12,6]. - den Juden in Ägypten, Ptolemäus I. Lagi hatte um das Jahr 320 mehr als 100000 Juden nach Ägypten geführt, welche sich dort niederließen. Von den Königen begünstigt, erbauten diese sich einen Tempel in Leontopolis bei Heliopolis unter dem Hohenpriester Onias IV., den Alkimus nach der Ermordung des Menelaus 163 vor Chr. vertrieben hatte. [1Mak 7,9] Dieser Tempel bestand von 150 vor Chr. bis 71 nach Chr. und wetteiferte an Pracht mit seinem Vorbilde, dem Tempel von Jerusalem. Dort feierten die Juden den Gottesdienst, so gegen [3Mos 17,3] und [5Mos 12,5ff] ein Schisma bildend. Vergl. auch [1Mak 14,41]. - entbieten die Brüder, die Juden zu Jerusalem und im Lande Judäa, ihren Gruß und wünschen ihnen Wohlergehen. Gott wolle euch Gutes erweisen und seines Bundes gedenken, den er mit Abraham, Isaak und Jakob, seinen treuen Dienern, geschlossen. Er gebe euch allen ein Herz, dass ihr ihn verehret und seinen Willen tuet mit ganzem Herzen und willigem Gemüte. Er öffne euer Herz für sein Gesetz und seine Gebote Die Juden in Palästina erkannten Leontopolis nicht als Opferstätte an. - und schaffe euch Frieden. Er erhöre eure Gebete und werde mit euch versöhnt Betreffs der Trennung, indem er bewirkt, dass ihr euch uns anschließt. Sie sollen die Tempelweihe (V. 9) mitfeiern und so den Tempel von Jerusalem als wahren anerkennen und zur Einheit des Kultes zurückkehren. - und verlasse euch nicht in harter Zeit. Also In Gemäßheit dieser unserer Wünsche. - beten wir hier jetzt für euch. Unter der Regierung des Demetrius, Demetrius II. Nikator, der 146 vor Chr. nach dem Tode des Alexander Balas und Ptolemäus Philometor den Thron bestieg. [1Mak 11,15ff] - im hundertneunundsechzigsten Jahre, haben wir Juden an euch in der Drangsal und Bedrückung geschrieben, die über uns hereinbrach in jenen Jahren, seit Jason von dem heiligen Lande und vom Reiche abgefallen war. Vom Reiche Gottes. Jason hatte sich von Antiochus das Amt des Hohenpriesters erkauft und suchte Judäa heidnisch zu machen. Vergl. [2Mak 4,7]. - Da sie die Tore Des Tempels. Vergl. [1Mak 4,38]. - verbrannten und unschuldiges Blut vergossen, Vergl. [1Mak 1,37.60; 2Mak 5,13.26] - beteten wir zu dem Herrn und wir wurden erhört und brachten Schlachtopfer und feines Mehl dar und zündeten die Leuchten an und legten die Brote auf. [1Mak 4,49-56] - Und nunmehr feiert die Tage des Laubhüttenfestes im Monate Kasleu. Es ist das Einweihungsfest des Tempels, das Judas angeordnet [1Mak 4,59] im Monat Dezember. Vergl. [2Mak 10,6] und [1Mak 4,59]. - Im hundertachtundachtzigsten Jahre. Datum des ersten Briefes (124 vor Chr.) und somit Beschluss desselben. Ebenso stehen in den Briefen [2Mak 11] die Daten am Schluss derselben. Der zweite Brief, welcher unmittelbar hiernach beginnt, hat kein Datum. - Das Volk zu Jerusalem und in Judäa, die Ratsversammlung und Judas Der Brief scheint kurz nach dem Tode des Antiochus Epiphanes geschrieben zu sein. Da Judas Machabäus diesen um vier Jahre überlebte, auch Aristobulos unter Ptolemäus Philometor (180 – 146 vor Chr.) auftrat, ist wohl Judas Machabäus gemeint. - wünschen dem Aristobulus, dem Lehrer Berater. - des Königs Ptolemäus, der aus dem Geschlechte der gesalbten Priester ist, Der Hohenpriester. Zu dieser Würde kommt seine, wie es scheint, hohe Stellung am Hofe des Ptolemäus. - und den Juden in Ägypten Gruß und Wohlergehen. Aus großen Gefahren von Gott errettet, danken wir ihm höchlichst, dass wir wider einen so großen König Antiochus Epiphanes. Vergl. [1Mak 6,2ff]. - zu kämpfen imstande waren. Denn er hat die Menge, welche wider uns und die heilige Stadt stritten, aus Persien vertrieben. Griech.: denn er (Gott) hat die hinausgeworfen, welche in der heiligen Stadt Kampf bereiteten. - Denn als jener mit einer ungeheuren Heeresmacht nach Persien kam, wurde er im Tempel der Nanea erschlagen, hintergangen durch die List der Priester der Nanea. D.i. der Diana. - Antiochus war nämlich mit seinen Freunden an diesen Ort gekommen, um bei der Göttin zu wohnen Griech.: wie um sich der Göttin zu vermählen. - und reiche Schätze als Mitgift zu nehmen. Da nun die Priester der Nanea ihm diese vorgelegt hatten und er mit wenigen Begleitern in das Innere des Tempels eingetreten war, verschlossen sie den Tempel, sobald Antiochus eingetreten war. Damit er nicht wieder herauskonnte. - Dann öffneten sie einen verborgenen Zugang zum Tempel Nach dem Griechischen wohl eine in der Decke verborgene Falltür. - und warfen Steine auf den Anführer und die, welche bei ihm waren, und zerteilten sie gliederweise, worauf sie ihnen die Köpfe abschlugen und diese hinauswarfen. Nach dem Syr. ward nur Antiochus getötet und in Stücke gehauen. Die „wenigen“ waren draußen vor dem eigentlichen Tempelgebäude stehen geblieben. - Für alles sei Gott gepriesen, der die Gottlosen dahingegeben hat! Über das weitere Schicksal des Heeres wird nichts beigefügt, weil der Tod des Antiochus nur nebenbei erwähnt wird, um auf die Wichtigkeit der Tempelweihe hinzuweisen. – Wenn [1Mak 6,3ff] berichtet wird, dass Antiochus IV. der Wut des Volkes entkam, so ist zu bemerken, dass der Verfasser dort selbst berichtet, dieser Brief aber wohl alsbald nach der Nachricht, Antiochus IV. habe in Persien seinen Tod gefunden, nach Judäa gelangte. Die erste Meldung war ungenau, er entkam lebend dem Volksaufstande und starb erst später auf dem Wege nach Babylon. - Da wir nun am fünfundzwanzigsten Tage des Monats Kasleu die Reinigung des Tempels Vergl. V. 9. - feiern wollen, haben wir es für notwendig erachtet, euch davon Nachricht zu geben, damit auch ihr das Fest der Laubhütten und das Fest des Feuers feiert, welches gegeben ward, als Nehemias nach der Herstellung des Tempels und des Altares Opfer darbrachte. Beide Feste wurden also zusammen gefeiert. Die Wiederherstellung des gesetzlichen Opferkultes war zugleich eine Wiederherstellung des heiligen Altarfeuers. [3Mos 9,24; 2Chr 7,1] - Als nämlich unsere Väter nach Persien Nach Babylon. Persien heißen nach späterem Sprachgebrauch die Länder jenseits des Euphrat. Vergl. [1Mak 3,31]. - geführt wurden, nahmen die Priester, Wohl auf Veranlassung des Propheten Jeremias. [Jer 2,5] - welche damals den Gottesdienst versahen, das heilige Feuer heimlich vom Altare und verbargen es insgeheim in einem Tale, wo ein tiefer, wasserleerer Brunnen war, und verwahrten es darin, so dass der Ort allen unbekannt blieb. Als es aber nach Verlauf vieler Jahre Gott gefiel, durch den König von Persien Artaxerxes Longimanus. [Neh 2,1ff] - den Nehemias zu schicken, sandte dieser die Enkel jener Priester, welche das Feuer verborgen hatten, aus, es zu suchen; doch sie fanden kein Feuer, wie sie uns selbst erzählten, sondern eine dicke Flüssigkeit. Da befahl ihnen der Priester Nehemias, Griech.: Nehemias befahl den Priestern. Nehemias gehörte zum Hause Davids. Vielleicht hatte der heilige Hieronymus eine fehlerhafte Abschrift. - davon zu schöpfen und ihm zu bringen und gebot den Priestern, das Holz und die darauf gelegten Opfer mit dieser Flüssigkeit zu besprengen. Als dies geschehen war und eben die Sonne aufleuchtete, die vorher hinter den Wolken verborgen war, entzündete sich ein großes Feuer, Griech.: Einige Zeit darauf, als die vorher mit Nebel bedeckte Sonne aufleuchtete, entzündete sich usw. - so dass alle staunten. Alle Priester aber verrichteten ein Gebet, während das Opfer verzehrt ward, indem Jonathas Nach Flav. Josephus: Jochanan. Nach anderen der [Neh 12,11] erwähnte Jonathas. - anfing und die übrigen einstimmten. Das Gebet des Nehemias nun lautete: Herr, Griech.: Herr, Herr! - Gott, Schöpfer aller Dinge! du Furchtbarer, Starker, Gerechter und Barmherziger, der du gütig und allein König bist, allein vortrefflich, allein gerecht, allmächtig und ewig, der du Israel rettest aus allem Unheil, [5Mos 30,3-5] Damit es seinen Beruf erfüllen kann. - der du die Väter auserwählt und sie geheiligt hast: nimm an das Opfer für dein ganzes Volk Israel und bewahre deinen Erbteil und heilige ihn. Sammle unsere Zerstreuten, befreie die, welche in der Dienstbarkeit der Heiden stehen, und sieh gnädig auf die Verachteten und Verabscheuten, damit die Heiden erkennen, dass du unser Gott bist. Strafe, die uns bedrücken und vergewaltigen in Übermut. Pflanze dein Volk an deiner heiligen Stätte, wie Moses gesagt hat. [5Mos 30,3-5] Damit es seinen Beruf erfüllen kann. - Die Priester aber sangen Lobgesänge, bis Der Nachsatz „bis“ fehlt im Griech. - das Opfer verzehrt war. Als nun das Opfer verzehrt war, befahl Nehemias, den Überrest der Flüssigkeit auf die größeren Steine zu gießen. Wohl auf die äußeren Randsteine des Altars. - Als dies geschah, schlug aus denselben eine Flamme hervor, die aber von dem Lichte, das vom Altare her leuchtete, verschlungen ward. Zum Beweise, dass nur das von Gott entzündete Altarfeuer als geheiligtes dienen sollte. Ohne diese wunderbaren Umstände hätten die Anwesenden die wässerige Substanz für Napthaöl halten können, das von den Sonnenstrahlen entzündet ward. - Als dies Ereignis bekannt ward und dem Könige der Perser Artaxerxes I. Longimanus. - berichtet wurde, dass an dem Orte, wo die weggeführten Priester das Feuer verborgen hatten, eine Flüssigkeit erschienen sei, mit der Nehemias und die Seinigen die Opfer gereinigt hätten, zog der König die Sache in Überlegung und prüfte streng, alsdann aber ließ er ein Heiligtum daselbst erbauen Griech.: Machte er den Ort durch Umfriedung zu einem heiligen Bezirke. Darin lag eine gewisse Anerkennung des jüdischen Opferkultes seitens des Königs. - zur Bestätigung dessen, was geschehen war. Auch gab er nach der Prüfung den Priestern reichliche Gaben und verschiedene Geschenke, Griech.: der König nahm aus seinem Schatze und verteilte viel Geld an die, denen er geneigt war. - diese nahm er mit seiner eigenen Hand und verteilte sie unter jene. Zum Zeichen seiner Freude. - Nehemias aber nannte diesen Ort Griech.: Dies, das aufgefundene Wasser. - Nephthar, was Reinigung bedeutet; von vielen aber wird er Nephi Griech.: Nephthali. Einige Erklärer verstehen dies von dem Erdöl, das sich bei den Sonnenstrahlen entzündete, aber von den Augenzeugen für etwas Höheres als eine natürliche Substanz angesehen sei. genannt.

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