d. Lysias, der Prokurator des Eupator, führt ein neues Heer gegen Judas, doch auch er wird besiegt, indem Gott den Juden wunderbar beisteht. (V. 12) Lysias schließt Frieden. (V. 15) – e. Vier Briefe: des Lysias an die Juden (V. 21), des Eupator an Lysias (V. 26) und an die Judäer (V. 33), der Römer an die Juden.
1Kurze Zeit darnachAntiochus Epiphanes hatte den Lysias zum Verweser des Reiches und zum Erzieher seines Sohnes Antiochus Eupator bestimmt. [1Mak 3,32] Lysias unternahm gegen die Juden einen ersten Zug, der unglücklich endete. (Vergl. [1Mak 4,28ff] Hier wird ein zweiter Versuch, Judäa zu unterwerfen, berichtet. V. 1-15.) - zog Lysias, der Vormund und Verwandte des Königs und Reichsverweser, voll Unmut über das Vorgefallene,2 achtzigtausend Mann zu Fuß und die ganze Reiterei zusammen und rückte gegen die Juden vor, in der Absicht die Stadt einzunehmen und zu einem Wohnsitz der Heiden zu machen,3 den Tempel aber zum Gelderwerb zu gebrauchen, gleich den übrigen Tempeln der Heiden, und das Hohepriestertum Jahr für Jahr käuflich zu machen.4 Er bedachte dabei aber durchaus nicht die Macht Gottes, sondern pochte in unsinnigem Stolze auf die Menge seines Fußvolkes, die Tausende seiner Reiterei und die achtzig Elefanten.Eine etwas hohe Zahl, Schreibfehler? -5 Als er nun in Judäa eingedrungen war, zog er vor Bethsura, das in einem Engpasse fünf Stadien von JerusalemSchreibfehler, denn Bethsura lag 160 Stadien (etwas über vier Meilen) von Jerusalem entfernt. Die alexandr. Ausgabe hat fünf Schoinen. Da eine Schoine zu dreißig Stadien gerechnet wird, dürfte dies die richtige Entfernung ergeben. - lag, und belagerte diese Feste.6 Da aber der Machabäer und die Seinigen erfuhren, dass er die FestungenZunächst Bethsura. - belagere, flehten sie unter Tränen und Wehklagen samt dem ganzen Volke zum Herrn, er möge einen gutenSchützenden. - Engel senden zur Rettung Israels.7 Der Machabäer selbst ergriff zuerst die Waffen und ermahnte die übrigen, mit ihm zugleich der Gefahr zu trotzen und ihren BrüdernDen in Bethsura Belagerten. - Hilfe zu bringen.Der Engel wird gesandt, Israel zu befreien
Gustave Doré (1832-1883), La Grande Bible de Tours (Alfred Mame et fils, Tours, 1866)
The Doré Bible Illustrations (Dover Publications, 1974) — Scans bereitgestellt von Rev. Felix Just, S.J.8 Als sie nun zusammen willigen Herzens auszogen, erschien bei Jerusalem, vor ihnen herziehend, ein Reiter im weißen Kleide mit goldener Rüstung und geschwungener Lanze.Ähnliche Erscheinungen [2Mak 3,23] und [2Mak 10,29]. -9 Da priesen alle zumal den barmherzigen Herrn und fassten guten Mut, so dass sie bereit waren, nicht nur Menschen, sondern auch die wildesten Tiere und eiserne Mauern zu durchbohren.10 So zogen sie mutig dahin mit dem Helfer vom Himmel und dem barmherzigen Herrn über ihnen.11 Wie Löwen stürzten sie auf die Feinde und erschlugen von ihnen elftausend Fußgänger und tausendsechshundert Reiter.12 Alle übrigen aber trieben sie in die Flucht, die meisten entkamen nur verwundet und ohne Waffen, auch Lysias selbst musste sich schimpflich durch die Flucht retten.13 Da er aber nicht unverständig war, erwog er bei sich die erlittene Niederlage und sah ein, dass die Hebräer unüberwindlich seien, wenn sie sich auf den Schutz des allmächtigen Gottes verlassen; daher sandte er Boten an sie14 und versprach ihnen, in alle gerechten Forderungen einzuwilligen, auch den König zu vermögen, ihr Freund zu werden.15 Der Machabäer willigte also in die Vorschläge des Lysias ein, indem er auf das allgemeine Beste bedacht war, und was der Machabäer dem Lysias in Betreff der Juden schrieb, bewilligte der König.16 Der Brief aber, den Lysias an die Juden schrieb, enthielt folgendes: Lysias entbietet dem Volke der Juden seinen Gruß.17 Eure Abgesandten Johannes und Abesalom haben euern Brief übergeben und gebeten, ich möchte das darin Kundgegebene erfüllen.18 Alles nun, was dem Könige vorgelegt werden konnte, habe ich vorgebracht, und was tunlich war, hat er zugestanden.19 Wenn ihr also in den Abmachungen Treue bewahrt, so will ich auch ferner Gutes für euch auszuwirken suchen.20 In betreff des übrigen habe ich über jeden Punkt euren und meinen Abgesandten mündliche Aufträge gegeben, über die sie mit euch zu verhandeln haben.21 Lebet wohl! Im hundertachtundvierzigsten Jahre, am vierundzwanzigsten Tage des Monats Dioskorus.Da das zweite Buch der Machabäer die Zeitrechnung der Seleukiden um ein Jahr später rechnet als das erste, entspricht das Jahr 148 dem 149. Des ersten Buches, also dem Jahre 165 – 164 vor Chr. Statt Dioskoros bez. Dioskorinthios stand wohl ursprünglich Dios. Die syrische Übersetzung hat: 2 Tischri. Dieser aber entspricht dem mazedonischen Dios (November). Das Schreiben des Lysias geht um etwa 4 2/3 Monate den Briefen des Königs und der römischen Gesandten an das jüdische Volk voraus, weshalb es nur die wesentlichsten Punkte enthält, da die weiteren durch Abgesandte des Lysias zu erledigen waren. -22 Des Königs Brief aber enthielt folgendes: König Antiochus entbietet seinem BruderBlutsverwandter. Vergl. [1Mak 10,18]. - Lysias seinen Gruß.23 Seit unser Vater unter die Götter versetzt worden,Es ist wohl an eine eigentliche Aufnahme unter die Götter zu denken, da Antiochus Epiphanes auf mehreren noch erhaltenen Münzen Gott heißt. - ist es unser Wille, dass die, welche zu unserm Reiche gehören, ungestört leben und ihre Geschäfte besorgen können.24 Da wir nun vernommen haben, dass die Juden meinem Vater nicht zustimmten, der sie zu griechischen Sitten hinüberziehen wollte, sondern an ihren Gebräuchen festhalten wollen und uns deshalb bitten, dass ihnen ihre Gesetze zugestanden werden,25 so wollen wir, dass auch dieses Volk in Ruhe gelassen werde, und beschließen und befehlen, dass ihnen der Tempel zurückgestellt werde und dass sie nach der Weise ihrer Vorväter leben sollen.26 Du wirst also wohl tun, zu ihnen zu senden und mit ihnen Frieden zu schließen, damit sie unsere Gesinnung erkennen und guten Mutes seien und für ihre eigenen Angelegenheiten Sorge tragen.27 An die Juden aber erging folgendes Schreiben: König Antiochus entbietet den Ältesten der Juden und den übrigen Juden seinen Gruß.28 Wenn ihr euch wohl befindet, ist es mit euch so, wie wir es wünschten; wir selbst befinden auch uns wohl.29 MenelausDer von den Machabäern nicht anerkannte Hohepriester. [2Mak 4,27.50] - hat sich an uns gewendet und uns mitgeteilt, dass ihr euch zu den Eurigen, die bei uns sind, zu begeben wünscht.Griech.: dass ihr (aus Jerusalem) zurückzukehren und euch euren Geschäften zu widmen begehrt. -30 Darum geben wir denen, die bis zum dreißigsten Tage des Monats XanthikusDer Xanthikus ist der sechste mazedonische Monat, der April. - sich hinbegeben, die Zusicherung der Sicherheit,31 dass es den Juden zustehen soll, ihre eigenen Speisen und Gesetze zu gebrauchen wie früherMit Aufhebung der von Antiochus Epiphanes erlassenen Edikte. Vergl. [1Mak 1,43]. - und dass keiner von ihnen auf irgendeine Weise wegen dessen, was aus Unbedacht vorgefallen, belästigt werden soll.32 Auch senden wir den Menelaus, dass er euch darüber weitere Zusicherung gebe.33 Lebet wohl! Im hundertachtundvierzigsten Jahre, am fünfzehnten Tage des Monats Xanthikus.34 Auch die Römer sandten einen Brief folgenden Inhalts: Quintus Memmius und Titus Manilius,Die Namen werden im Griech. und Syr. verschiedenartig wiedergegeben. – Damals wimmelte der Erdkreis von Legten und deshalb ist es nicht wunderbar, wenn keine anderweitigen Nachrichten über diese Gesandtschaft uns erhalten sind. - die Gesandten der Römer, entbieten dem Volke der Juden ihren Gruß.35 Was Lysias, des Königs Anverwandter, euch zugestanden, das genehmigen auch wir.36 Worüber er aber an den König berichten zu müssen glaubte, darüber haltet ernstlich unter euch Rat und sendet alsbald jemanden, damitGriech.: damit wir eine Auseinandersetzung zu euren Gunsten geben können. - wir die Entscheidung geben, wie es zu eurem Besten ist, denn wir gehen nach Antiochia.Sie schreiben wohl, sobald sie in Phönizien angekommen.37 Darum beeilt euch mit der Antwort, damit auch wir erfahren, welches euer Verlangen ist.38 Möge es euch wohl ergehen! Im hundertachtundvierzigsten Jahre am fünfzehnten Tage des Monats Xanthikus.