2. Makkabäer 12

f. Neue Kämpfe der Judäer mit den benachbarten Völkern und neuer Krieg mit Eupator. (12,1 – 13,26) 1. Glückliche Kriege mit Joppe (V. 9), den Arabern (V. 12), der Stadt Kasphin (V. 16) mit (einem anderen) Timotheus (V. 25), mit den Städten Karnion und Ephron (V. 31), mit Gorgias (V. 38). Judas sendet Geschenke nach Jerusalem, damit für die in der letzten Schlacht Gefallenen Opfer dargebracht werden.

Als diese Verträge abgeschlossen waren, kehrte Lysias zum Könige zurück, die Juden aber betrieben den Ackerbau. Doch die Zurückgebliebenen, Timotheus, Timotheus, Statthalter der Provinzen östlich vom Jordan. Vergl. [1Mak 5,6.11]. Es ist nicht der Timotheus, dessen Tod [2Mak 10,37] berichtet ist. - Apollonius, des Gennäus Sohn, Apollonius, Statthalter von Cölesyrien, verschieden von Apollonius, dem Sohne des Tharseus [2Mak 3,5.7], und von Apollonius, dem Sohne des Mnestheus. [2Mak 4,21] - ebenso Hieronymus und neben diesen Demophon Beide unbekannt. - und Nikanor, der Statthalter von Cypern, Nikanor, der unter Antiochus Epiphanes eine Zeitlang Statthalter von Cypern gewesen, zu unterscheiden von Nikanor, Sohn des Patroklus, der die Elefanten zur Zeit des Demetrius unter sich hatte. [2Mak 8,9; 2Mak 14,12] - ließen sie nicht in Ruhe und Frieden leben. Beobachteten die von Antiochus Eupator zugestandene Vergünstigung nicht. - Dazu begingen die Einwohner von Joppe folgende Schandtat: Sie luden die unter ihnen wohnenden Juden ein, in die von ihnen bereitgehaltenen Boote zu steigen mit Frauen und Kindern, als wenn sie nichts Böses gegen jene im Sinne hätten. Nach gemeinsamem Beschlusse der Stadt Nach anderen ist das Griech. zu konstruieren: … hätten, sondern nach gemeinsamem Beschlusse der Stadt (handelten) - indes fuhren jene, da die Juden des Friedens willen, ohne Verdacht zu hegen, einwilligten, auf die hohe See und versenkten von ihnen nicht weniger als zweihundert. Als Judas die an seinen Volksgenossen verübte Grausamkeit erfuhr, gab er seinen Genossen Befehl und zog, Gott, den gerechten Richter, anrufend, wider die Mörder seiner Brüder. Er verbrannte bei Nacht den Hafen Hafenanlagen - und die Schiffe; jene aber, die dem Feuer entronnen waren, tötete er mit dem Schwerte. Griech.: tötete die dahin (in den Hafen) Geflohenen mit dem Schwerte. - Hierauf zog er fort, in der Absicht, Griech.: Da aber der Ort verschlossen war, zog er ab in der Absicht usw. - wiederzukommen und alle Bewohner von Joppe zu vertilgen. Als er aber erfuhr, dass auch die Bewohner von Jamnia Jamnia lag im Süden von Joppe. Vergl. [1Mak 4,15]. - den unter ihnen wohnenden Juden dasselbe tun wollten, überfiel er auch die Bewohner von Jamnia bei Nacht und verbrannte den Hafen samt den Schiffen, so dass man den Wiederschein des Feuers zu Jerusalem in einer Entfernung von zweihundertvierzig Stadien Etwa sechs deutsche Meilen weit. - sah. Als sie von da schon einen Weg von neun Stadien zurückgelegt hatten, gegen Timotheus ziehend, griffen ihn Araber Die Araber standen im Dienste des Timotheus. - an, fünftausend zu Fuß und fünfhundert Reiter. Vergl. [1Mak 5,39]. - Der Kampf ward heftig, aber mit Gottes Hilfe lief er glücklich ab; die Araber wurden besiegt und die übrigblieben, baten Judas um Frieden und versprachen, ihm Weiden Griech.: Vieh. - zu geben und sonst noch behilflich zu sein. Judas aber, der von ihnen in vielen Dingen Vorteil erhoffte, sagte ihnen den Frieden zu, jene schlossen einen Vertrag und kehrten in ihre Zelte zurück. Auch griff er eine feste, mit Brücken und Mauern versehene Stadt mit Namen Kasphin Dieselbe Stadt, die [1Mak 5,26.36] Kasphor oder Kasbor heißt, im Osten des Galiläischen Meeres. - an, die von Leuten aus verschiedenen Völkerschaften bewohnt war. Die Bewohner der Stadt waren, im Vertrauen auf die Festigkeit der Mauern und ihren Vorrat an Lebensmitteln, lässiger, Griech.: betrugen sich ganz ungezogen gegen Judas. - stießen Schmähreden gegen Judas aus und lästerten und führten ungebührliche Reden. Da rief der Machabäer den großen Herrn der Welt an, der zur Zeit des Josue ohne Mauerbrecher und Belagerungsmaschinen Jericho einstürzen ließ, und stürmte mit Ungestüm auf die Mauern los. Nach dem Willen des Herrn nahm er die Stadt ein und richtete ein so ungeheures Blutbad an, dass der dabei gelegene, zwei Stadien breite See vom Blute der Erschlagenen zu fließen schien. Von da zogen sie siebenhundertundfünfzig Stadien fort und kamen nach Charaka Im Lande Galaad jenseits des Jordans. - zu den Juden, welche Tubianäer Die vom Lande Tubin oder Tob waren. Vergl. [1Mak 5,13]. - heißen. Den Timotheus trafen sie in dieser Gegend nicht mehr, denn er hatte sich unverrichteter Sache zurückgezogen, In das Land Moab. Vergl. [1Mak 5,6ff]. - nachdem er an einem Orte eine sehr starke Besatzung zurückgelassen. Dositheus und Sosipater, welche Heerführer des Machabäers waren, Hier aber allein handelten. - töteten die von Timotheus in der Feste zurückgelassenen zehntausend Mann. Der Machabäer aber sammelte sechstausend Mann um sich und stellte sie in Abteilungen, Der Text ist nicht ganz ohne Schwierigkeit. - dann griff er Timotheus an, der hundertundzwanzigtausend Mann zu Fuß und zweitausendfünfhundert Reiter bei sich hatte. Vergl. [1Mak 5,37ff]. - Als Timotheus erfuhr, dass Judas gegen ihn heranrücke, sandte er Frauen und Kinder und den andern Tross in die Festung, Karnion genannt, Karnaim [1Mak 5,26.44] heute Muzerib. - denn sie war unbezwingbar und schwer zugänglich wegen der Engpässe. Da nun die erste Abteilung des Judas erschien, Ehe noch Timotheus mit seinen Leuten die trennende Schlucht zu durchschreiten begonnen, war Judas bereits herabgestiegen und hatte die Seinen mit fortgerissen. - befiel die Feinde Furcht durch Gottes Gegenwart, der alles sieht, und sie wandten sich zur Flucht, der eine hierhin, der andere dorthin, so dass sie mehr von den Ihrigen zu Falle gebracht und von ihren eigenen Schwertern durchbohrt wurden. Judas aber verfolgte sie heftig, indem er die Bösewichte züchtigte, und tötete von ihnen dreißigtausend Griech.: ungefähr 30000 Mann. [1Mak 5,34] spricht von 8000 Toten, wohl in der Schlacht selbst Gefallenen. - Mann. Timotheus selbst fiel den Leuten des Dositheus und Sosipater in die Hände und bat mit vielem Flehen, Griech.: mit starker Verstellung. - ihn am Leben und frei zu lassen, weil er die Väter und Brüder vieler Juden in seiner Gewalt habe, denen durch seinen Tod jede Hoffnung auf Rettung verloren gehen würde. Nachdem er nun sein Wort gegeben, diese gemäß dem Vertrage zurückzusenden, entließen sie ihn unversehrt um der Rettung ihrer Brüder willen. Hierauf zog Judas gegen Karnion Griech.: und das Atergateion, den Tempel der Atergatis. - und tötete fünfundzwanzigtausend Mann. Nach der Flucht und Aufreibung dieser Feinde brach er mit dem Heere gegen die feste Stadt Ephron auf, in welcher Griech.: Lysias wohnte und eine Volksmenge usw. - eine Volksmenge von verschiedenen Stämmen wohnte. Vor den Mauern derselben standen wackere Jünglinge, welche tapfer kämpften, während in der Stadt viele Kriegsmaschinen und reicher Vorrat von Geschossen waren. Doch die Juden riefen den Allmächtigen an, der in seiner Kraft die Macht der Feinde bricht, nahmen die Stadt ein und machten von denen, die sich darin befanden, fünfundzwanzigtausend nieder. Von da brachen sie gegen Scythopolis Oder Bethsan. [1Mak 5,52] - auf, das von Jerusalem sechshundert Stadien entfernt liegt. Da aber die Juden, welche in Scythopolis wohnten, bezeugten, dass sie von den Bewohnern Wohlwollen erführen, diese sich auch bei Unglücksfällen gegen sie mild bewiesen hätten, dankten sie jenen und ermahnten sie, sich auch in Zukunft gegen ihr Volk gütig zu zeigen. Hierauf kamen sie nach Jerusalem, als eben das Fest der Wochen Pfingsten, das sieben Wochen nach Ostern gefeiert wurde. [2Mos 23,15ff] - nahe war. Nach dem Pfingstfeste zogen sie gegen Gorgias, den Statthalter von Idumäa. Dieser rückte mit dreitausend Mann Fußvolk und vierhundert Reitern aus. Als sie nun handgemein wurden, traf es sich, dass nur wenige Juden fielen. Dositheus aber, einer von den Leuten des Bakenor, Bakenor war ein jüdischer Anführer. Der hier genannte Dositheus ist nicht mit dem V. 19, V. 24 genannten zu verwechseln. - ein tapferer Reiter, ergriff den Gorgias, da er ihn lebendig zum Gefangenen machen wollte, doch ein thracischer Reiter Die Thrakischen Reiter waren im Altertum berühmt. - warf sich auf ihn und hieb ihm den Arm ab und so entkam Gorgias nach Maresa. Vergl. [Jos 15,44]. - Inzwischen focht die Schaar Esdrins Ein Unteranführer des Judas. - längere Zeit, doch da sie ermatteten, rief Judas den Herrn an, er wolle ihr Helfer und Führer im Kampfe sein, stimmte in der Muttersprache das Kriegsgeschrei an samt Lobgesängen und trieb die Krieger des Gorgias in die Flucht. Hierauf sammelte Judas das Heer und zog nach der Stadt Odollam Odolla Stadt in der Sephela. Vergl. [Jos 15,35]. - und, als der siebente Tag anbrach, reinigten sie sich ihrer Gewohnheit gemäß Eine legale Reinigung, deren Weise uns nicht bekannt ist. - und hielten daselbst den Sabbat. Am nächsten Tage kam Judas mit den Seinigen, die Leichname der Gefallenen aufzuheben und zu ihren Verwandten in den Gräbern der Väter beizusetzen. Sie so im Tode mit denen zu vereinen, zu denen sie im Leben gehört. - Da fanden sie unter den Unterkleidern der Getöteten etwas von den Weihegeschenken der Götzen Gegenstände, die als Amuletts auf bloßem Leibe getragen werden konnten und durch welche die jüdischen Streiter sich vor den Götzen von Jamnia schützen zu können vermeinten, deren Stadt Judas, wie sie erwarteten, jetzt belagern sollte. Ob Weihegeschenke aus dem Tempel, ob Nachbildungen der Götzen? - zu Jamnia, welche das Gesetz den Juden verbietet, [5Mos 7,25.26] - und es ward nun allen offenbar, dass jene um dieser Ursache willen gefallen seien. Daher priesen alle das gerechte Gericht des Herrn, der das Verborgene offenbar gemacht hatte. Dann aber wendeten sie sich zum Gebet und flehten, dass die begangene Sünde der Vergessenheit anheimgegeben Griech.: gänzlich vergeben sein möchte. Gott wolle diese Sünde nicht an den Überlebenden strafen. Vergl. [2Mos 34,7; Jos 7,1ff]. - werden möchte, der Held Judas aber ermahnte das Volk, sich von aller Sünde rein zu erhalten, da sie vor Augen hätten, was um der Sünde willen den Gefallenen zugestoßen sei. Und er brachte eine Sammlung von zwölftausend Griech.: 2000 Drachmen, etwa 1000 Mark. - Drachmen Silbers zusammen und sandte sie nach Jerusalem, dass davon ein Sündopfer für die Verstorbenen dargebracht würde, indem er gut und fromm betreffs der Auferstehung gesinnt war. Dass diese, von ihrer Sünde befreit, einer glückseligen Auferstehung teilhaftig werden könnten. - (Denn wenn er nicht gehofft hätte, dass die Gefallenen auferstehen würden, Nach Leib und Seele. Vergl. [2Mak 7,9]. - so wäre es ja überflüssig und nutzlos gewesen, für die Toten zu beten.) Nach der Überzeugung der Juden konnten die Verstorbenen sich also in einem Stande finden, in welchem gute Werke ihnen Nutzen brachten. Wohl hatten die Mitstreiter des Judas dieses Leben mit Sünde befleckt verlassen (V. 40), indes reichte diese wohl nicht an die Todsünde heran, zudem haben sie ihre Verfehlung mit dem Leben bezahlt und sind in der Verteidigung einer heiligen Sache gefallen. So können sie also nicht der ewigen Verdammnis anheimfallen und Judas hofft, dass Gebete und Opfer ihnen von Nutzen sein und dass die Lebenden von Gott für die, welche im Herrn gestorben waren (in Frömmigkeit entschlafen), den Nachlass gewisser Sünden erlangen konnten, die jene in einen nicht ewig dauernden Stand des Leidens versetzt hatten. – Wir lesen im Buche der Machabäer, dass für die Verstorbenen ein Opfer dargebracht ward, aber wenn auch nirgends im Alten Testament etwas derartiges sich fände, ist das Ansehen der gesamten Kirche wahrlich nicht gering, die von ihrem Beginne an die Gewohnheit hochhielt, den Priester zum Herrn für die Verstorbenen beten zu lassen. - Sodann erwog er, dass denen, welche in Frömmigkeit entschlafen sind, der herrlichste Gnadenlohn aufbewahrt ist. Es ist also ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden befreit werden. Griech.: Ein heiliger und frommer Gedanke! Daher schaffte er für die getöteten das Sühnopfer, damit sie von ihrer Sünde erlöst würden.

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