2. Makkabäer 13

2. Eupator rüstet sich zu einem neuen Kriege mit den Juden. (V. 2) Er tötet den Menelaus, der sich bei ihm um die hohepriesterliche Würde bemüht, als Urheber alles Bösen (V. 8), doch nach wechselvollem Kampfe muss Lysias mit den Juden Frieden schließen und Judas als Heerführer von Palästina aufstellen.

Im hundertneunundvierzigsten Jahre Die meisten Ausleger halten diesen Zug für den gleichen, der [1Mak 6,28-63] berichtet wird und ein Jahr hinter den Tod des Antiochus Epiphanes fällt. Das Jahr ist dann das gleiche, 162 vor Chr. - erfuhr Judas, dass Antiochus Eupator mit einem großen Heere gegen Judäa heranrücke und mit ihm Lysias, der Statthalter und Reichsverweser, mit hundertundzehntausend Mann zu Fuß, fünftausend Reitern, zweiundzwanzig Elefanten und dreihundert Sichelwagen. [1Mak 6,30] sind andere Zahlen. Das Heer verstärkte sich wohl während des Marsches durch Hilfstruppen. - Auch gesellte sich Menelaus Der Hohepriester, der sein Amt durch schlimme Künste gewonnen hatte und es bald wieder verlieren sollte. Vergl. [2Mak 4,24-29]. - ihnen zu und bat den Antiochus mit vieler Verstellung, nicht für das Heil des Vaterlandes, Er reizt den König gegen die altjüdische Partei auf. - sondern weil er hoffte, die höchste Würde zu erlangen. Doch der König der Könige Gott. - erweckte den Zorn des Antiochus gegen den Bösewicht, und da Lysias ihm darlegte, dass jener die Ursache alles Unglücks sei, so befahl er, ihn zu ergreifen und daselbst (wie es bei den Einwohnern Sitte ist) zu töten. Griech.: befahl der König, ihn nach Beröa zu führen und dort nach des Ortes Sitte umzubringen. – Beröa war eine Stadt zwischen Hierapolis und Antiochia, wahrscheinlich an der Stelle des heutigen Aleppo. Die in Rede stehende Sitte wird in V. 5, V. 6 beschrieben. - Es stand nämlich an dem Orte ein Turm, fünfzig Ellen hoch, Griech.: hoch, voll glühender Asche, dieser hatte eine Vorrichtung, die sich umdrehen ließ, so dass sie von allen Seiten zur Asche herabschleuderte. Daselbst stoßen sie den des Tempelraubes Schuldigen und sonstige große Übeltäter allesamt ins Verderben. - um den rings Asche aufgehäuft lag, derselbe bot einen Ausblick in einen Abgrund. Von diesem Turme ließ er den Tempelräuber in die Asche hinabstürzen, da alle ihn ins Verderben drängten. Auf diese Weise musste Menelaus, der Übertreter des Gesetzes, sterben und wurde nicht einmal eines Begräbnisses teilhaftig. Und das mit vollem Rechte, denn da er sich vielfach an dem Altare Gottes versündigt hatte, Vergl. [2Mak 4,39]. - dessen Feuer und Asche heilig war, so ward er selbst zum Tode in der Asche verurteilt. Die Stellung der Erzählung in unserem Buche ist nicht chronologisch, sondern der Leser soll alsbald die Strafe des Frevlers erfahren. Erst als der König, von Menelaus zum Kriege angereizt, am Ende des durch Lysias geführten Feldzuges war und Frieden geschlossen hatte, ließ er Menelaus hinrichten, weil dieser (wie Fl. Josephus andeutet) ihn von neuem gegen die Juden aufzureizen suchte. - Inzwischen zog der König mit wilder Wut heran, in der Absicht, noch schlimmer mit den Juden zu verfahren als sein Vater. Als dies Judas vernahm, gebot er dem Volke, Tag und Nacht den Herrn anzurufen, er wolle, wie immer, so auch jetzt ihnen beistehen; denn sie besorgten, des Gesetzes, des Vaterlandes und des heiligen Tempels beraubt zu werden; und er wolle das Volk, welches kaum wieder aufgelebt, nicht von neuem in die Gewalt gotteslästerischer Heiden kommen lassen. Nachdem sie nun alle zumal ebenso getan und den Herrn drei Tage lang unter Weinen und Fasten, auf der Erde hingestreckt, um Erbarmen angefleht hatten, ermahnte Judas sie, sich bereit zu halten. Nach einer Beratung mit den Ältesten fasste er den Entschluss, hinauszuziehen, bevor der König mit seinem Heere in Judäa einfalle und die Stadt in seine Gewalt bringe, und den Ausgang der Sache dem Beschlusse Gottes anheimzustellen. Alles Griech.: Die Entscheidung. - also dem Walten Gottes, des Schöpfers der Welt, überlassend, ermahnte er die Seinigen, bis in den Tod tapfer zu kämpfen für Gesetz, Tempel, Stadt, Vaterland und Bürger, und lagerte sich mit seinem Heere bei Modin. Die Syrer rückten wohl in zwei Abteilungen heran, die eine, welche der König führte, an der Seeküste entlang (daher der Rückzug über Ptolemais V. 25), die andere unter Lysias durch Idumäa südlich vom Toten Meere. Modin, wo Judas lagerte, war ein passender Beobachtungsposten gegen die von Nordwesten anrückenden Feinde, Bethzacharia, wo die Machabäer nach [1Mak 6,32] Aufstellung nahmen, war geeignet, den von Süden kommenden Feind aufzuhalten. - Als Losungswort gab er den Seinigen: Gottes ist der Sieg! überfiel mit auserlesenen, tüchtigen jungen Kriegern bei Nacht das königliche Zelt und tötete im Lager viertausend Mann, auch den größten Elefanten samt denen, die darauf waren. Nachdem sie so das Lager der Feinde mit der höchsten Furcht und Verwirrung erfüllt und den Sieg erlangt hatten, zogen sie ab. Es geschah dies aber, als der Tag schon anbrach, durch den Schutz des Herrn, der ihm beistand. Nachdem der König so eine Probe von der Kühnheit der Juden erhalten hatte, versuchte er die festen Orte mit List einzunehmen. So lagerte er sich vor Bethsura, einer starken Feste der Juden; Vergl. [1Mak 6,31]. - doch ward er in die Flucht geschlagen und erlitt Verluste. Den Belagerten aber sandte Judas, was ihnen nötig war. Rhodokus indes, ein Mann aus dem jüdischen Heere, entdeckte den Feinden die Geheimnisse; Die Stellung, Stärke usw. des jüdischen Heeres. - doch ward er aufgesucht, ergriffen und eingekerkert. Zum zweiten Male unterhandelte der König mit der Besatzung von Bethsura, bot ihnen Frieden, Nach einem zweiten Sturmangriff. - erlangte ihn und zog ab. Nun traf er mit Judas zusammen und ward besiegt. Als er aber erfuhr, dass der als Reichsverweser Von seinem Vater Antiochus Epiphanes bestellte. - zurückgelassene Philippus sich in Antiochia empört habe, Sich gegen Lysias in den Besitz der Regentschaft gesetzt habe. (Vergl. die Anmerkung zu [2Mak 9,29].) - ward er bestürzt, gab den Juden gute Worte, gab nach, beschwor alle recht erscheinenden Bedingungen, söhnte sich aus, brachte ein Opfer dar, ehrte den Tempel und machte Geschenke. Den Machabäer umarmte er und machte ihn zum Statthalter und Fürsten über das Land von Ptolemais bis zu den Gerrenern. Nach anderer Übersetzung: Auch empfing er den Machabäer freundlich und ließ als Befehlshaber von Ptolemais an bis zum Gebiet der Gerrener (alte Philisterstadt Gerar, südlich von Gaza) den Hegemonides zurück. - Als aber Antiochus nach Ptolemais kam, waren die Bewohner der Stadt mit dieser freundschaftlichen Übereinkunft unzufrieden und äußerten unwillig, sie müssten den Vertrag umstoßen. Freilich ist es nicht sicher, dass Hegemonides als Eigenname zu fassen ist, indes hätte, da gleichzeitig die Tempelfeste von Jerusalem zerstört wurde, eine Ernennung des Machabäus keine militärische Bedeutung gehabt. Da bestieg Lysias die Rednerbühne, gab die Ursachen an, besänftigte das Volk und zog nach Antiochia zurück. So erging es mit dem Auszuge und dem Rückzuge des Königs.