b. Epiphanes sendet einen antiochenischen Greis, der das Götzentum einführen soll (V. 7), indem die benachbarten Städte das gleiche versuchen. (V. 11) c. Ehe der Verfasser dazu übergeht, die Einzelzüge zu beschreiben, mahnt er, dass Gott dies alles zur Besserung des Volkes zugelassen habe (V. 17), und berichtet alsdann die Standhaftigkeit des alten Eleazar. (V. 31)
1Nicht lange darnachDies Kapitel bietet wichtige Einzelzüge zu [1Mak 1,41-64]. – Nicht lange nach der Sendung des Apollonius. (Vergl. V. 54.) - sandte der König einen alten Antiochener, welcher die Juden zwingen sollte, von den Gesetzen ihrer Väter und Gottes abzufallen,2 den Tempel zu Jerusalem zu verunreinigen,Vergl. [1Mak 1,41; 1Mak 2,54]. - ihn nach dem olympischen Jupiter zu benennen und den zu GarizimVergl. [2Koe 17,24-41] und [Esr 4,2]. - nach dem gastlichen Jupiter, gemäß der Eigenschaft der Bewohner des Ortes.3 So stürzte über das ganze Volk eine schreckliche Flut der schlimmsten Übel herein,4 denn der Tempel war mit Schwelgerei und Lustgelagen der Heiden erfüllt, welche mit Buhlerinnen Unzucht trieben, die Weiber aber drängten sich frech in die heiligen Orte und trugen ungebührliche Dinge hinein.Griech.: Die sich mit Buhlerinnen belustigen und in den heiligen Vorhöfen mit Weibern einließen und außerdem allerlei, was sich nicht gebührte, hineinbrachten. -5 Der Altar war mit unerlaubten Dingen angefüllt, die von dem Gesetze verboten waren.Schweine- und Hundeopfer. Vergl. [1Mak 1,50]. -6 Weder hielt man die Sabbate noch feierte man die vaterländischen FesteVergl. [1Mak 1,47-51]. - noch wagte jemand, überhaupt sich als Jude zu bekennen.Durch die praktische Übung der Vorschriften des Judentums. -7 Dagegen wurden sie mit bitterem Zwange am Geburtstage des KönigsDas Griech. setzt bei: monatlich. - zu den Opfern getrieben; und wenn man das Fest des Bacchus feierte, wurden sie gezwungen, mit Efeu bekränzt, dem Bacchus zu Ehren im Umgange einherzuziehen.8 Es erging auch auf den Rat der Ptolemäer ein BefehlDes Ptolemäus, Sohn des Dorymines, von dem [2Mak 4,45] (griech.) und [1Mak 3,38] die Rede ist. Einige Handschriften bieten demgemäß die Einzahl. - an die benachbarten heidnischen Städte, auf gleiche Weise gegen die Juden zu verfahren, damit diese opferten;9 die aber, welche zu den Sitten der HeidenGriech.: der Griechen. - nicht übergehen wollten, sollten sie töten.Vergl. [1Mak 1,52]. - Darum sah man großen Jammer.10 Denn zwei Frauen wurden angeklagt,Griech.: vorgeführt. - ihre Söhne beschnitten zu haben, diesen hängten sie die Kinder an die Brust, führten sie öffentlich durch die Stadt und stürzten sie zuletzt von der Mauer herab.Vergl. [1Mak 1,63]. -11 Andere, die in den nahe gelegenen Höhlen zusammenkamen, um den Tag des Sabbats heimlich zu feiern, wurden dem PhilippusVergl. [2Mak 5,22]. - angezeigt und verbrannt, weil sie aus gewissenhafter Beobachtung des Sabbats Bedenken trugen, sich mit den Waffen zu verteidigen.Vergl. [1Mak 2,38ff]. -12 Ich bitte nun jene, welche dieses Buch lesen, nicht zu erschrecken über die Unglücksfälle, sondern zu bedenken, dass diese Vorfälle nicht zum Verderben, sondern zur Züchtigung unseres Volkes dienen.Vergl. [2Mak 7,33; Weish 11,9; Weish 12,22]. -13 Denn dass den Sündern nicht lange Zeit gewährt wird, nach ihren Gelüsten zu tun, sondern bald Rache über sie verhängt wird, ist ein Zeichen großer Huld.14 Denn nicht so, wie der Herr bei andern Völkern langmütig zuwartet, um sie, wenn der Tag des Gerichtes gekommen, nach der Vollzahl ihrer Sünden zu strafen,15 hat er auch für uns beschlossen, erst Rache an uns zu üben, wenn unsere Sünden aufs höchste gestiegen.16 Daher entzieht er uns nie seine Barmherzigkeit, und wenn er auch sein Volk mit Unglück straft, verlässt er es doch nicht.Vergl. [Jes 54,7ff]. -17 Doch dies sei nur kurz zur Erinnerung für die Leser gesagt. Nun wollen wir wieder auf die Erzählung zurückkommen.18 Eleazar, einer der angesehensten Schriftgelehrten, ein Mann in schon vorgerücktem Alter,Vergl. V. 24. Nach dem hl. Gregor d. Gr. war er der Lehrer der sieben Machabäischen Brüder gewesen. - ehrwürdigen Aussehens,Griech.: dessen Gesicht bei schon vorgerücktem Alter den schönsten Anblick bot. - sollte Schweinefleisch essen und man wollte ihn dazu zwingen, indem man ihm den Mund aufsperrte.Das Verbot, solches Fleisch zu essen, ist [3Mos 11,7] gegeben. -19 Doch er zog den rühmlichsten Tod einem verabscheuungswürdigen Leben vor und ging freiwillig zur Marterbank.20 Er beherzigte, wie es seine Pflicht sei hinzutreten, und so harrte er in Geduld aus, entschlossen, nichts Unerlaubtes aus Liebe zum Leben zu begehen.V. 19, 20. Griech.: Aber indem er einen ruhmvollen Tod einem mit Schande befleckten Leben vorzog, spie er es aus und schritt dann aus eigenem Antrieb zur Marterbank, gleichwie es denen ziemte herzuzutreten, die sich standhaft aller Kost erwehren wollen, deren Genuss nicht erlaubt ist, geschähe es auch aus natürlicher Liebe zum Leben. -21 Die aber, welche dabei standen,Griech.: Die aber, welche zur Aufsicht über das gesetzwidrige Opfermahl aufgestellt waren. – Der Schauplatz des Martyriums ist wohl Antiochia. - nahmen ihn, aus alter Freundschaft zu dem Manne zu verkehrtem Mitleiden bewegt, heimlich beiseite und baten ihn, sich Fleisch bringen zu lassen, das ihm zu essen erlaubt sei, um sich den Anschein zu geben, als esse er dem Befehle des Königs gemäß von dem Opferfleische,22 um auf diese Weise dem Tode zu entgehen. Aus alter Freundschaft zu dem Manne handelten sie so menschenfreundlich an ihm.23 Er aber dachte an die hohe Würde seiner Jahre und seines Greisenalters, an den angestammten Adel des grauen Hauptes und seinen lobwürdigen Wandel von Jugend auf und erklärte sogleich nach den Bestimmungen des heiligen, von Gott gegebenen Gesetzes, er wolle in die Unterwelt gesendet werden.Getötet werden. Er führt zwei Gründe hierfür an: Eine solche Verstellung wäre schimpflich und Ärgernis gebend, und rettete er sein Leben auch in der Zeit, so erwartete ihn dennoch Gottes Gericht. -24 Denn, sprach er, es geziemt sich nicht für unser AlterFür das Alter von Leuten, bejahrt wie ich. - zu heucheln, so dass viele der Jüngeren, in der Meinung, der neunzigjährige Eleazar sei zum Heidentum übergegangen,25 auch ihrerseits um meiner Heuchelei und der kurzen Zeit eines vergänglichen Lebens willen durch mich verführt werden und ich so Schande und Schimpf auf mein Alter bringe.26 Denn sollte ich auch jetzt der Marter der Menschen entgehen, so werde ich doch der Hand des Allmächtigen weder lebend noch tot entfliehen.27 Darum will ich mannhaft das Leben lassen; so werde ich mich meines Alters würdig erweisen,28 den Jüngeren aber ein heldenmütiges Beispiel hinterlassen, wenn ich willigen Herzens und mutig für die ehrwürdigen und heiligen Gesetze eines ehrenvollen Todes sterbe. Nach diesen Worten ward er alsbald zur Marterbank geschleppt.Griech.: kam er sofort zur Marterbank hin. -29 Die aber, welche ihn hinführten und kurz vorher noch milde gewesen waren, wurden durch die Worte, die er sprach, in Zorn versetzt, da sie meinten, er habe dieselben aus Stolz gesprochen.Das Martyrium des Schriftgelehrten Eleazar
Gustave Doré (1832-1883), La Grande Bible de Tours (Alfred Mame et fils, Tours, 1866)
The Doré Bible Illustrations (Dover Publications, 1974) — Scans bereitgestellt von Rev. Felix Just, S.J.30 Als er nun unter den Schlägen dem Tode nahe war, seufzte er auf und sprach: Herr! der du die heilige Wissenschaft hast,Durch keinen Irrtum getrübte Erkenntnis. - dir ist kund, dass ich, während ich mich vom Tode frei machen könnte, harte Schmerzen am Leibe erdulde, in meiner Seele aber dieses gern aus Furcht vor dir ertrage.31 So schied dieser Mann aus dem Leben und hinterließ nicht nur den Jüngeren, sondern dem ganzen Volke das Andenken an seinen Tod als ein Vorbild der Tugend und des Starkmutes.Der heilige Gregor von Nazianz nennt ihn den ersten Märtyrer des Alten Testamentes, weil er als der erste öffentlich aus Hass gegen den Glauben getötet ward.