2. Makkabäer 8

3.) Verteidigung der Juden gegen die Grausamkeit des Königs und Sieg. (8,1 – 10,9) a. Judas Machabäus beginnt den Kampf mit wenigen Getreuen. (V. 7) Auf die Bitte des Statthalters von Palästina, Philippus, entsendet der Oberbefehlshaber von Cölesyrien Nikanor mit einem großen Heere. (V. 11) Judas ermuntert seine Genossen (V. 20), besiegt Nikanor (V. 29) und dessen Heerführer Bacchides und Timotheus (V. 33), so dass Nikanor fliehend bekennen muss, dass Gott die Juden schützt.

Judas aber, der Machabäer, [2Mak 8,1-22] bildet die Fortsetzung von [2Mak 5,27]. Es berichtet die Einzelheiten der kurz angedeuteten Begebenheiten. - und die Seinigen gingen heimlich in die Ortschaften, riefen ihre Verwandten und Freunde und die bei dem Judentum Verbliebenen zusammen, sammelten sie um sich und brachten bei sechstausend Mann zusammen. Im Folgenden entsprechen sich: [2Mak 8,1-35] mit [1Mak 3,1 - 4,27] [2Mak 11,1-12] mit [1Mak 4,23-35] [2Mak 11,13-18] [2Mak 10,1-8] mit [1Mak 4,36-61] [2Mak 10,10-38] und [2Mak 12] mit [1Mak 5] [2Mak 9,1-29] mit [1Mak 6,1-16] [2Mak 13] mit [1Mak 6,17-69] [2Mak 14,14ff] mit [1Mak 7] - Und sie riefen den Herrn an, er wolle sein Volk, das von allen zertreten sei, in Gnaden ansehen und sich des Tempels, der von den Gottlosen befleckt werde, Vergl. [1Mak 1,23-65]. - erbarmen; auch sich der zerstörten Stadt annehmen, die in steter Gefahr stehe, dem Erdboden gleich gemacht zu werden, und auf den Schrei des zu ihm rufenden Blutes Des Blutes der Märtyrer. Über das Schreien des Blutes vergl. [1Mos 4,10]. - hören; sowie des so ungerechten Mordes der unschuldigen Kinder Vergl. [2Mak 6,10] und [1Mak 1,64]. - gedenken und der seinem Namen widerfahrenen Lästerungen und wegen alles dessen Rache üben. Da nun der Machabäer viele Leute vereinigt hatte, konnten ihm die Heiden nicht widerstehen, denn der Zorn Gottes hatte sich in Erbarmen gewandelt. Wie der jüngste der Machabäer gefleht. [2Mak 7,38] - Unerwartet überfiel er Flecken und Städte und brannte sie nieder, günstig gelegene Plätze nahm er ein und richtete unter den Feinden nicht geringe Niederlagen an. Vorzüglich machte er solche Streifzüge Über Palästina hinaus. [1Mak 3,9-25] - bei Nacht und überallhin verbreitete sich der Ruf seiner Tapferkeit. Als aber Philippus Vergl. [2Mak 5,22]. - sah, wie der Mann in kurzer Zeit solche Fortschritte machte und fast immer in seinen Unternehmungen glücklich war, schrieb er an Ptolemäus, Vergl. [2Mak 4,45] und [1Mak 3,38]. Zunächst hatte Ptolemäus wohl von den Erfolgen des Judas Nachricht erhalten und meldete dieselben als einer der vertrautesten Freunde des Königs [2Mak 4,46] an den Hof. - den Statthalter von Cölesyrien und Phönicien, er möge der Sache des Königs zu Hilfe kommen. Dieser sandte schleunigst Nikanor, Vergl. [1Mak 3,38]. - den Sohn des Patroklus, einen seiner ersten Vertrauten, und gab ihm Krieger aus verschiedenen Völkerstämmen, ein Heer von nicht weniger als zwanzigtausend Mann, Nach [1Mak 3,38] hatte er 40000 Fußgänger und 7000 Reiter. Diese Zahl ist wohl durch Irrtum er Abschreiber [2Mak 8,9] verändert. - um das ganze Volk der Juden zu vertilgen. Auch ordnete er ihm Gorgias Ptolemäus war Statthalter von Cölesyrien und Phönizien, Nikanor ein grimmiger Feind der Juden, bei Hof angesehen [1Mak 7,26ff], Gorgias ein erfahrener Feldherr. - bei, einen in der Kriegsführung sehr erfahrenen Feldherrn. Nikanor aber beschloss, den Tribut, welchen der König den Römern geben musste, 2000 Talente jährlich. Vergl. [1Mak 3,41]. - eine Summe von zweitausend Talenten, durch die gefangenen Juden zu decken. Darum sandte er alsbald Boten an die am Meere gelegenen Städte, indem er sie zum Aufkauf jüdischer Sklaven einlud und versprach, neunzig derselben für ein Talent Also für den einzelnen etwa dreiunddreißig Mark zu zahlen, einem Spottpreis. Joseph war für zwanzig Sekel (gegen fünfzig Mark) verkauft worden. - abzulassen, ohne die Rache zu bedenken, welche ihn vom Allmächtigen ereilen sollte. Sobald nun Judas von der Ankunft Nikanors erfuhr, teilte er dieselbe den Juden mit, die bei ihm waren. Einige von diesen gerieten in Furcht und ergriffen, da sie auf Gottes Gerechtigkeit nicht bauten, die Flucht; die anderen aber verkauften alle Habe, die ihnen übriggeblieben war, Nach den Eintreibungen des Menelaus [2Mak 4,25] und den Kämpfen gegen Jason [1Mak 5,6] wie den Plünderungen seitens der Syrer. [2Mak 5,11] So schafften sie sich Mittel und verhinderten es, dass der Feind solche erlangte. - und flehten zugleich zum Herrn, sie von dem gottlosen Nikanor zu befreien, der sie schon verkauft hatte, bevor er noch herangekommen war. Und wenn nicht um ihrer selbst willen, so möchte er es doch wegen des Bundes mit ihren Vätern tun und wegen des heiligen und hochherrlichen Namens, der über sie ausgesprochen sei. Gott hat ihnen sein Wesen kundgetan, und da er sich ihnen offenbart, konnte er sie nicht von den Heiden vernichten lassen, sollte nicht seine eigene Herrlichkeit damit in deren Augen zugrunde gehen. - Der Machabäer nun sammelte die siebentausend, Richtiger griech. 6000. Vergl. V. 22. Dreitausend von ihnen hielten den ersten Angriff aus. [1Mak 4,6] vergl. [1Mak 3,57-60] - die zu ihm hielten, und ermahnte sie, sich nicht mit den Feinden auszusöhnen, Griech.: außer Fassung bringen zu lassen wegen der Feinde, nicht vor ihnen zu erschrecken. - auch die Menge der ungerechterweise gegen sie heranziehenden Angreifer nicht zu fürchten, sondern tapfer zu kämpfen, indem sie die Schmach vor Augen hätten, welche der heiligen Stätte gottloserweise von jenen angetan worden, und die Misshandlung der verhöhnten Stadt und die Vernichtung der alten Satzungen. Denn jene, sprach er, setzen ihr Vertrauen zwar auf Waffen und Kühnheit, wir aber verlassen uns auf den allmächtigen Gott, der ebenso die wider uns Anrückenden wie die ganze Welt mit einem Winke zu vernichten vermag. Vergl. [Ps 20,8]. - Dazu erinnerte er sie an die Hilfe Gottes, welche die Voreltern erhalten, und wie unter Sennacherieb hundertfünfundachtzigtausend umgekommen, und an den Kampf, den sie gegen die Galater in Babylonien zu bestehen hatten, wie die Macedonier, Die Syromacedonier, die seleucidischen Syrer. Nach dem Griech. waren es 4000 an Zahl. - die mit ihnen waren, als es zur Schlacht kam, wankten, sie aber alle, obwohl nur sechstausend Griech.: 8000. - an Zahl, hundertzwanzigtausend infolge des ihnen vom Himmel gewährten Beistandes schlugen Die 8000 waren nicht notwendig das ganze Heer, sondern waren wohl eine Abteilung, die unvermutet auf die Feinde stieß. Die Ortsbezeichnung: „in Babylonien“ weist auf den Krieg hin, den Antiochus der Gr. gegen den rebellischen Statthalter Molon von Medien führte. Die Zahl 120000 ist eine Übertreibung entweder der Volksüberlieferung, die Judas anführt, oder eines Schreibfehlers im griechischen Texte. - und wie sie hierdurch sehr viele Vorteile erlangt hätten. Durch diese Worte ward ihr Mut befestigt und sie waren bereit, für Gesetz und Vaterland zu sterben. Er bestimmte also seine Brüder Simon, Joseph und Jonathas als Anführer für beide Treffen und übergab einem jeden tausendfünfhundert Mann. Vergl. [1Mak 3,55]. Für Joseph ist wohl Johannes zu lesen. - Dazu las ihnen Esdras Griech.: Eleazar. - aus dem heiligen Buche vor, Gemäß [5Mos 20,2-4]. - alsdann gab Judas zur Losung die Worte „Hilfe Gottes“ Hieran sollten sich Wachen und Kämpfer erkennen. Vergl. [2Mak 13,15]. - und rückte, die erste Schar selbst anführend, gegen Nikanor vor. Und da ihnen der Allmächtige beistand, töteten sie über neuntausend Mann, verwundeten und schlugen den größten Teil des Heeres Nikanors. Der Kampf fand bei Emmaus statt. Vergl. [1Mak 3,40]. - Denjenigen aber, die gekommen waren, sie zu kaufen, nahmen sie das Geld ab und verfolgten ihre Feinde nach allen Seiten, Griech.: weit hin. - bis sie, von der Zeit behindert, umkehrten. Es war nämlich der Tag vor dem Sabbate, darum setzten sie die Verfolgung nicht fort. Nachdem sie noch die Waffen und die Beute sich angeeignet hatten, feierten sie den Sabbat, den Herrn preisend, Griech.: indem sie den Herrn höchlichst lobten und priesen. - der sie an diesem Tage errettet hatte, gleichsam die ersten Tropfen des Taues seiner Barmherzigkeit auf sie träufelnd. Griech.: der ihnen bis zu diesem Tage durchgeholfen und wieder angefangen hatte, ihnen sein Erbarmen zu zeigen. - Nach dem Sabbate aber gaben sie den Bedrängten, Witwen und Waisen Anteile der Beute, Vergl. [1Sam 30,24-6]. - das übrige behielten sie für sich und die Ihrigen. Nachdem sie dies alles vollbracht, veranstalteten sie ein allgemeines Gebet und flehten zu dem barmherzigen Herrn, er wolle sich völlig wieder mit seinen Dienern versöhnen. Von denen, welche unter Timotheus und Bacchides Timotheus und Bacchides waren gegen Judäa zu derselben Zeit entsendet wie Nikanor, ihr Oberfeldherr. Sie hatten ein viel stärkeres Heer unter ihren Befehlen, als er selbst führte. Timotheus wurde von Judas geschlagen. [1Mak 5,6] Bacchides, der als Statthalter eingesetzt ward, wurde mehrfach von Demetrius Soter gegen Judas entsendet. [1Mak 7,8] - wider sie kämpften, töteten sie über zwanzigtausend Im Ganzen in mehreren Kämpfen. - und eroberten hochgelegene Plätze und verteilten Beute in großer Menge, den Bedrängten, Witwen, Waisen, aber auch den Ältesten, gleiche Teile zuweisend. Nachdem sie alsdann die Waffen der Feinde sorgfältig zusammengetragen, hinterlegten sie dieselben alle an geeigneten Orten und brachten die übrige Beute nach Jerusalem. Auch den Philarches, Wohl ein Unterführer des Timotheus. - der bei Timotheus war, einen ruchlosen Mann, welcher den Juden vielfach Leid zugefügt hatte, töteten sie. Bei der Siegesfeier in Jerusalem Dieser Bericht ist antecipierend, denn die Feier fiel in die Zeit des Triumphes über Lysias. - verbrannten sie den Kallisthenes, der die heiligen Tore in Brand gesteckt hatte und der, in ein Haus geflohen, so den verdienten Lohn für seine Gottlosigkeit erhielt. Kallithenes war wohl ein hellenistisch gesinnter Jude. Das Recht der Wiedervergeltung bestimmte seine Todesart. - Jener überaus verruchte Nikanor aber, welcher tausend Kaufleute mitgebracht hatte, um ihnen die Juden zu verkaufen, Vergl. V. 11. - ward unter dem Beistande Gottes von jenen gedemütigt, die er für nichts geachtet hatte, musste sein Prachtgewand Das er als Feldherr gewöhnlich trug. Er will auf der Flucht unkenntlich sein. ablegen und mitten durch das Land fliehen und kam so allein nach Antiochia, überaus heimgesucht durch den Verlust seines Heeres. Und er, der versprochen hatte, den Tribut an die Römer durch die Gefangenen in Jerusalem zu decken, tat jetzt öffentlich kund, dass die Juden Gott zum Beschützer hätten und dass sie darum unverwundbar seien, weil sie die von ihm gegebenen Gesetze hielten.