2. Chronik 18
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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B. Josaphat, mit Achab verschwägert, lässt sich von diesem trotz der Abmahnungen des Propheten Michäas zu einem gemeinsamen Kriege gegen Syrien verleiten. (V. 27) Der Krieg nimmt einen unglücklichen Ausgang, Achab wird getötet.
1 Josaphat war also reich und sehr berühmt und verschwägerte sich mit Achab. Indem sein Sohn Joram Achabs Tochter Athalia heiratete. Diese Verbindung mit einer gottlosen Familie brachte viel Unglück über das Königshaus und das Volk von Juda. (Siehe [2Chr 19,2, 2Chr 20,33]) Der Reichtum Josaphats ließ Achab diese Verbindung wünschenswert erscheinen, denn wenn er selbst auch mächtiger war als der König von Juda, wurde er doch von Syrien bedrängt. - 2 Und nach einigen Jahren zog er zu ihm nach Samaria hinab. Da schlachtete Achab ihm und dem Volke, das mit ihm gekommen war, bei seiner Ankunft sehr viele Widder und Rinder und beredete ihn, hinauf zu ziehen gegen Ramoth Galaad. 3 Und Achab, der König von Israel, sprach zu Josaphat, dem Könige von Juda: Ziehe mit mir gegen Ramoth Galaad! Dieser antwortete ihm: Wie ich, so du; wie dein Volk, so auch mein Volk; wir werden dir beistehen im Kampfe. Josaphat hat Gott nicht befragt, sondern handelt nach eigener Klugheit und Entschlusse. - 4 Da sprach Josaphat zum Könige von Israel: Frage doch sogleich den Herrn um seinen Ausspruch! 5 Da versammelte der König von Israel vierhundert Gegen 400; eine runde Zahl nach Schätzung. – Vgl. [1Sam 22,6]. - von den Propheten und sprach zu ihnen: Sollen wir gegen Ramoth Galaad in den Kampf ziehen oder es unterlassen? Sie sprachen: Ziehe hinauf, denn Gott wird es in die Hand des Königs geben. 6 Josaphat aber sprach: Ist hier nicht ein Prophet des Herrn, dass wir auch ihn befragen? 7 Da sprach der König von Israel zu Josaphat: Es ist noch ein Mann da, von dem wir des Herrn Willen erfragen können; aber ich hasse ihn, denn er prophezeit mir nichts Gutes, sondern allzeit Böses; dies ist Michäas, der Sohn Jemlas. Josaphat antwortete: Sprich nicht also, o König. 8 Da rief der König von Israel einen von den Kämmerlingen und sprach zu ihm: Rufe eilends Michäas, den Sohn Jemlas! 9 Der König von Israel und Josaphat, der König von Juda, saßen beide, ein jeder auf seinem Throne, mit königlicher Pracht angetan; sie saßen aber auf einer Tenne bei dem Tore von Samaria und alle Propheten weissagten vor ihnen. 10 Sedekias, der Sohn Chanaanas, machte sich eiserne Hörner und sprach: So spricht der Herr: Mit solchen wirst du die Syrer niederstoßen, bis du sie aufreibst. 11 Und alle Propheten weissagten dasselbe und sprachen: Ziehe hinauf wider Ramoth Galaad, denn es wird dir gelingen und der Herr wird es in die Hand des Königs geben. 12 Der Bote aber, der hingegangen war, Michäas zu rufen, sprach zu ihm: Siehe, die Worte aller Propheten verkünden dem Könige einstimmig Gutes; ich bitte dich also, lass dein Wort von dem ihren nicht abweichen und verkünde Glückliches. 13 Michäas antwortete ihm: So wahr der Herr lebt! was mein Gott immer zu mir sagen wird, das werde ich reden. 14 Als er nun zu dem Könige kam, sprach der König zu ihm: Michäas! sollen wir in den Kampf ziehen gegen Ramoth Galaad oder davon abstehen? Dieser antwortete ihm: Ziehet hinauf! denn alles wird gut gehen und die Feinde werden in eure Hände gegeben werden. 15 Da sprach der König: Abermals und abermals beschwöre ich dich, dass du mir nichts sagest, außer was wahr ist, im Namen des Herrn! 16 Jener antwortete: Ich sah ganz Israel auf den Bergen zerstreut wie Schafe ohne Hirten und der Herr sprach: Diese haben keine Herren, ein jeder kehre in sein Haus in Frieden zurück! 17 Da sprach der König von Israel zu Josaphat: Habe ich es dir nicht gesagt, dass mir dieser nichts Gutes weissagen werde, sondern Böses? 18 Jener aber sprach: Höret also das Wort des Herrn: Ich sah den Herrn auf seinem Throne sitzen und das ganze Heer des Himmels ihm zur Rechten und zur Linken stehen. 19 Da sprach der Herr: Wer wird Achab, den König von Israel, betören, dass er hinaufziehe und in Ramoth Galaad falle? Da nun einer so sprach, ein anderer anders, 20 trat der Geist Der bekannte, dessen Einfluss sie bereits erfahren. - hervor, stellte sich vor den Herrn und sprach: Ich will ihn betören. Der Herr sprach zu ihm: Womit willst du ihn betören? 21 Er aber antwortete: Ich will ausgehen und zum Lügengeiste werden in dem Munde aller seiner Propheten. Darauf sprach der Herr: Du wirst ihn betören und wirst über ihn Macht erlangen, gehe aus und tue also! 22 So hat nun, siehe, der Herr einen Lügengeist in den Mund aller deiner Propheten gegeben, während der Herr doch Böses wider dich geredet hat. 23 Da trat Sedekias, der Sohn Chanaanas, hinzu, schlug Michäas auf die Wange und sprach: Auf welchem Wege ist der Geist des Herrn von mir gewichen, um zu dir zu reden? 24 Michäas sprach: Du wirst es sehen an dem Tage, wenn du aus einer Kammer in die andere gehen wirst, um dich zu verbergen. 25 Der König von Israel aber befahl: Nehmet Michäas und führet ihn zu Amon, dem Befehlshaber der Stadt, und zu Joas, dem Sohne Amelechs, 26 und sagt: So spricht der König: Werfet diesen in das Gefängnis und gebet ihm nur kärgliches Brot und wenig Wasser, bis ich in Frieden heimkehre! 27 Da sprach Michäas: Wenn du in Frieden heimkehrst, so hat der Herr nicht durch mich geredet! Und er sprach: Höret es, ihr Völker alle! Hier ganz abgerissen stehender Satz. Vielleicht Glosse aus [Mic 1,2], den ein Schreiber mit diesem Michäas identifizierte. - 28 So zogen also der König von Israel und Josaphat, der König von Juda, Ließ dieser sich nicht warnen oder scheute er sich, zurückzutreten? - nach Ramoth Galaad. 29 Und der König von Israel sprach zu Josaphat: Ich will mich verkleiden und so in den Kampf ziehen, du aber bewahre deine Kleider. Achab will wie ein gewöhnlicher Krieger am Kampfe teilnehmen, Josaphat soll, wie Könige pflegen, in der Hinterhut bleiben. - So zog denn der König von Israel verkleidet in den Kampf. 30 Der König von Syrien aber hatte den Anführern seiner Reiter Hebr.: seinem Wagenobersten. - geboten und gesagt: Lasset euch mit niemanden in Kampf ein, es sei ein Geringer oder ein Großer, sondern einzig mit dem Könige von Israel allein! 31 Als daher die Anführer der Reiterei Josaphat sahen, sprachen sie: Das ist der König von Israel! Und sie umringten ihn im Kampfe. Er aber rief zu dem Herrn und dieser half ihm und wandte sie von ihm ab. 32 Als nämlich die Anführer der Reiterei sahen, dass er nicht der König von Israel sei, ließen sie von ihm ab. 33 Es geschah aber, dass einer aus dem Kriegsvolke einen Pfeil, ohne ein Ziel zu nehmen, abschoss und den König von Israel zwischen den Nacken und die Schulter Hebr.: zwischen den Fugen und dem Panzer. - traf. Da sprach dieser zu seinem Wagenführer: Lenke um und führe mich aus dem Treffen, denn ich bin verwundet. 34 So ging denn der Kampf an diesem Tage zu Ende, der König von Israel aber hatte in seinem Wagen den Syrern gegenüber bis zum Abend gestanden und er starb, als die Sonne unterging. So ging die Prophezeiung V. 16 in Erfüllung.