2. Könige 1

B. Ochozias ist unglücklich im Kriege gegen Moab und wird verwundet. Im Begriffe, Beelzebub, den Götzen von Akkaron, befragen zu lassen, wird ihm von Elias der Tod angedroht. (V. 8) Vor den König geführt, wiederholt Elias seine Prophezeiung (V. 15), die auch in Erfüllung geht.

Moab aber lehnte sich auf wider Israel, Moab, von David unterworfen, war bei der Spaltung des Reiches dem Zehnstämmereich zinspflichtig geblieben. Das Ereignis fällt in die Zeit des Ochozias, nicht, wie es nach [2Koe 3,5] scheinen könnte, Jorams. - nachdem Achab gestorben war. Und Ochozias fiel durch das Gitter Er lehnte sich wohl zu weit aus dem Fenster. - seines Obergemaches in Samaria und ward krank. Da sandte er Boten und sprach zu ihnen: Gehet hin und befraget Beelzebub, Septuag.: den Fliegenbaal; dieser war wohl der Sender und Abwehrer der Fliegenplage. Auf bildlichen Darstellungen hat er eine Fliege auf der Hand. Die späteren Juden nannten ihn Beelzebul ([Mt 12,24] griech.), ein Name, der eigentlich dem obersten der bösen Geister zukam. - den Gott von Akkaron, Eine der Hauptstädte der Philister. Wohl war der Baaldienst nach Elias Einschreiten gegen die Priester desselben zurückgetreten, aber alle Taten Gottes während der Regierung Achabs und selbst dessen trauriges Ende haben auf Ochozias Herz keinen nachhaltigen Eindruck hervorgebracht, nicht einmal sein Sturz bewegt ihn, zu Gott zurückzukehren. Die Sendung nach Akkaron war eine öffentliche Verhöhnung Jahves. - ob ich aus dieser Krankheit mit dem Leben davonkommen kann. Der Engel des Herrn Der Vermittler Jahves an das Bundesvolk. - aber redete zu Elias, dem Thesbiter, Der wohl auf dem Karmel weilt. - und sprach: Mache dich auf und gehe den Boten des Königs von Samaria entgegen und sprich zu ihnen: Ist denn kein Gott in Israel, dass ihr hingehet, den Beelzebub, den Gott Akkarons, zu befragen? Darum spricht der Herr also: Von dem Lager, das du bestiegen hast, wirst du nicht herabsteigen, sondern des Todes sterben! Und Elias ging von dannen. Da kehrten die Boten wieder zu Ochozias zurück und dieser sprach zu ihnen: Warum seid ihr zurückgekehrt? Sie antworteten ihm: Ein Mann begegnete uns und sprach zu uns: Gehet und kehret zurück zu dem Könige, der euch gesandt hat, und saget zu ihm: So spricht der Herr: Hast du etwa, weil kein Gott in Israel war, hingesendet, Beelzebub, den Gott Akkarons, zu befragen? Darum sollst du von dem Lager, das du bestiegen hast, nicht herabsteigen, sondern des Todes sterben! Da sprach er zu ihnen: Welches war die Gestalt und die Kleidung des Mannes, Die sie unterscheidende Eigentümlichkeit dieser Person. - der euch begegnete und diese Worte redete? Sie antworteten: Es war ein haariger Mann Ein Mann mit einem härenen Mantel, einem aus Schaf- oder Kamelhaaren gefertigten Mantel oder einem Fell. - und an den Lenden mit einem ledernen Riemen Tracht der Armen statt eines kostbaren Linnengürtels Reicher. - umgürtet. Da sprach er: Das ist Elias, der Thesbiter! Hierauf sandte er Die Ankündigung des göttlichen Strafgerichtes hat den König nicht erschüttert, sondern erbittert und mit Mordgedanken erfüllt. So ist er schlimmer als selbst Achab [1Koe 21,27] und als Jeroboam [1Koe 14,2]. In solcher Gesinnung scheint er auch gestorben zu sein. - einen Hauptmann über fünfzig zu ihm und die fünfzig, welche diesem untergeben waren. Dieser stieg zu ihm hinan und sprach zu ihm, der auf der Höhe des Berges saß: Mann Gottes! Wohl ironische Anrede: der du dich so nennst, komme herunter, für deine Todesbotschaft die Strafe zu erhalten. - der König befiehlt dir herabzukommen.
Elias vernichtet die Boten des Ochozias
Elias antwortete und sprach zu dem Hauptmann über fünfzig: Wenn ich ein Mann Gottes bin, so falle Feuer vom Himmel herab und verzehre dich und deine fünfzig! Sollte das Ansehen des Gottgesandten nicht bei den ungläubigen Kriegern gänzlich sinken, so musste ein Wunder es stärken. - Da fiel Feuer vom Himmel und verzehrte ihn und die fünfzig, welche bei ihm waren. Der Heiland tadelt die Apostel, als diese Feuer vom Himmel rufen wollen [Lk 9,54], weil sie aus anderen Gründen als um der Ehre Gottes willen, aus menschlichem Affekte solches fordern. Auch im Neuen Testamente wird ein schreckliches Gericht Gottes [Apg 5,5] berichtet. - Hierauf sandte er wiederum einen andern Hauptmann über fünfzig und die fünfzig mit ihm aus. Dieser sprach zu ihm: Mann Gottes! so spricht der König: Komme eilends herab! Die Aufforderung des zweiten Boten ist noch unverschämter als die des ersten. - Elias antwortete und sprach: Bin ich ein Mann Gottes, so falle Feuer vom Himmel und verzehre dich und deine fünfzig! Alsbald fiel Feuer vom Himmel und verzehrte ihn und seine fünfzig. Nun sandte der König nochmals einen dritten Hauptmann über fünfzig und die fünfzig, welche unter ihm standen. Als dieser ankam, Hebr.: hinaufkam. - beugte er die Kniee vor Elias, flehte ihn an und sprach: Mann Gottes! lass doch meine Seele und die Seelen deiner Diener, die bei mir sind, nicht verächtlich vor dir sein! Siehe, es ist Feuer vom Himmel gefallen und hat die zwei ersten Hauptleute über fünfzig verzehrt samt den fünfzigen, welche bei ihnen waren; nun aber bitte ich, erbarme dich meiner Seele. Da redete der Engel des Herrn zu Elias und sprach: Gehe mit ihm hinab, fürchte dich nicht! Er stand also auf und ging mit ihm hinab zu dem Könige und sprach zu diesem: So spricht der Herr: Weil du Boten abgesandt hast, um Beelzebub, den Gott Akkarons, zu befragen, als ob kein Gott in Israel wäre, dessen Ausspruch du einholen könntest, deshalb wirst du von dem Lager, das du bestiegen, nicht herabsteigen, sondern wirst des Todes sterben! So starb er nach dem Worte des Herrn, welches Elias gesprochen, und sein Bruder Joram ward König, an seiner Statt, im zweiten Jahre Jorams, Die Zahlen widersprechen den zur Zeit [2Koe 8,16] im Texte befindlichen. Die letzteren sind unverdorben vorzuziehen. Joram von Juda wurde König im 5. Jahre Jorams von Israel, denn er regierte 8 Jahre [2Koe 8,17] und starb im 12. Jahre Jorams von Israel. [2Koe 8,24.26] Wenn nun [2Koe 8,16] gesagt wird, er sei im 5. Jahre Jorams von Israel König geworden, so ist dies kein Widerspruch; er war bereits zwei Jahre Mitregent seine Vaters, wie anzunehmen ist. des Sohnes Josaphats, des Königs von Juda, denn er hatte keinen Sohn. Was aber sonst von Ochozias zu sagen ist, was er getan hat, ist das nicht in den Jahrbüchern der Könige von Israel beschrieben?

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