2. Könige 10

Sechzig Söhne Achabs werden in Samaria getötet. (V. 11) Auch die Brüder der Ochozias, die Söhne der Athalia, welche aus dem Hause Achabs in Samaria übrig sind, werden getötet. (V. 17) IV. Neue Feindschaft zwischen Juda und Israel, von König Jehu bis zur Zerstörung des Nordreiches. (Kap. 10,18 – Kap. 17,6) 1. Jehu in Israel, Athalia und Joas in Juda. (10,18 – 12,21) A. Jehu tötet die Baalspriester und schafft die Verehrung Baals in Israel ab. (V. 27) Da er aber den Kälberdienst bestehen lässt, wird ihm das Fortbestehen seines Hauses nur bis zum vierten Geschlechte verheißen. (V. 30) Da er sich zudem selbst verfehlt, wird er von Hazael, dem König von Syrien, besiegt.

Achab aber hatte siebzig Söhne Söhne und Enkel. (Vergl. V. 3) - in Samaria, deshalb schrieb Jehu einen Brief Diese durch einen Brief herbeigeführte Mordtat entspricht als Vergeltung dem Frevel [1Koe 21,8]. - und sandte ihn nach Samaria an die Vornehmsten der Stadt Hebr.: Jezrahel. - und an die Ältesten und an die Pfleger Die Erzieher der Enkel Achabs. - Achabs und sprach: Sobald ihr diesen Brief erhaltet, die ihr die Söhne eures Herrn habt und die Wagen und Pferde und die festen Städte und die Waffen, wählet den besten, den, der euch von den Söhnen eures Herrn gefällt, und setzet ihn auf den Thron seines Vaters und kämpfet für das Haus eures Herrn! Dieser Brief trägt das Gepräge des Trotzes Jehus: Ich bin König, wollt ihr einen anderen, so kämpfet mit mir. Ehe Jehu sich nach Samaria mit der einen Abteilung von Kriegern begab, welche er bei sich hatte, wollte er die Gesinnung der Einwohner erforschen. - Diese fürchteten sich sehr und sprachen: Sehet, zwei Könige haben nicht vor ihm standhalten können, wie sollten wir da widerstehen können? So sandten denn die Vorsteher des Hauses und die Obersten Der Palastbefehlshaber und der Stadthauptmann. - der Stadt und die Ältesten und die Pfleger zu Jehu und ließen ihm sagen: Wir sind deine Diener, alles, was du uns heißest, wollen wir tun und werden niemand zum Könige über uns machen; was dir gefällig ist, tue! Da schrieb er zum zweiten Male einen Brief an sie und sprach: Wenn ihr auf meiner Seite seid und mir gehorcht, so nehmet die Köpfe der Söhne eures Herrn und kommet um eben diese Stunde morgen zu mir nach Jezrahel. Die Söhne des Königs aber, siebzig Mann, Die Zahl 70 wird dreimal wiederholt, um zu zeigen, dass, wie Gott vorausgesagt, von Achabs zahlreicher Nachkommenschaft niemand übrig blieb. - wurden bei den Großen der Stadt auferzogen. Als nun der Brief an diese gelangt war, ergriffen sie die Söhne des Königs und töteten die siebzig, legten ihre Köpfe in Körbe und sandten sie zu ihm nach Jezrahel. Und ein Bote kam und berichtete ihm und sprach: Man hat die Köpfe der Söhne des Königs gebracht. Er antwortete: Leget sie in zwei Haufen an den Eingang des Tores bis zum Morgen. Als es aber Morgen geworden war, ging er hinaus und trat hin und sprach zu dem ganzen Volke: Ihr seid unschuldig. Wenn ich wider meinen Herrn eine Verschwörung gemacht und ihn getötet habe, wer hat alle diese erschlagen? Gottes Hand waltet; ich bin nicht das einzige Werkzeug seiner Rache. Dass die Königssöhne auf seine Veranlassung getötet sind, verschweigt er. - So sehet denn nun, dass nichts von den Worten des Herrn, die der Herr über das Haus Achabs geredet hat, auf die Erde gefallen ist Unerfüllt geblieben ist. - und der Herr getan hat, was er durch seinen Diener Elias geredet hat. Die Rede hatte die Wirkung, dass das Volk sich ruhig verhielt, so dass er es nun wagen konnte, weiter zu gehen und alle höheren Beamte und Freunde des Hauses Achabs zu töten. - Jehu also erschlug alle, die vom Hause Achabs in Jezrahel übrig waren, und alle seine Großen und seine Vertrauten und seine Priester, bis auch nicht einer davon übrig blieb. Sodann machte er sich auf und kam nach Samaria, und als er auf dem Wege zum Hause der Hirten Hebr.: Beth-Eked, Bindhaus, dem Versammlungsort der Hirten. - kam, traf er die Brüder des Ochozias, Die Söhne der Stiefbrüder, denn diese selbst wurden von den Arabern ermordet [2Chr 21,17], die rechten Brüder aber waren bereits vor der Thronbesteigung des Ochozias getötet worden. - des Königs von Juda, und sprach zu ihnen: Wer seid ihr? Sie antworteten: Wir sind die Brüder Ochozias und sind hergekommen, die Söhne des Königs und die Söhne der Königin zu begrüßen. Da sprach er: Ergreifet sie lebend! Und sie ergriffen dieselben lebend und töteten sie bei der Cisterne am Hause, zweiundvierzig an Zahl, und er ließ nicht einen von ihnen übrig. Als er von da wegzog, traf er auf Jonadab, den Sohn Rechabs, Rechab, ein Kiniter (wie Hobab [4Mos 10,29, 1Chr 2,55]), Sohn des Rechab, war ein durch strengen Lebenswandel ausgezeichneter Mann [Jer 35,6], dessen Freundschaft sich Jehu wegen dessen Ansehen in Israel erwerben will. - der ihm entgegenkam, und er segnete Grüßte. - ihn und sprach zu ihm: Ist dein Herz auch aufrichtig, wie mein Herz mit deinem Herzen? Jonadab sprach: Ja. Wenn es so ist, sagte jener, so gib mir deine Hand. Nach dem Zusammenhange fordert nicht Jonadab den Jehu auf, ihm die Hand zu reichen, sondern umgekehrt will Jehu dem Keniter, nachdem er sich der Ergebenheit des Eiferers versichert hat, auf den Wagen heben, wie die Septuaginta hat. - Da gab dieser ihm seine Hand. Er aber hob ihn zu sich in den Wagen und sprach zu ihm: Komm mit mir und siehe meinen Eifer für den Herrn! Nachdem er ihn also auf seinen Wagen gesetzt, führte er ihn nach Samaria. Dort erschlug er alle, die noch in Samaria von Achab übrig waren, bis auf den letzten, nach dem Worte des Herrn, das er durch Elias gesprochen hatte. Dann versammelte Jehu das ganze Volk und sprach zu ihnen: Achab hat den Baal wenig verehrt, ich aber will ihn mehr verehren. Darum berufet nun alle Propheten des Baal und alle seine Diener und alle seine Priester zu mir; keiner bleibe aus, denn ich habe dem Baal ein großes Opfer zu bringen; wer fehlt, soll nicht am Leben bleiben! Dies tat Jehu aber in hinterlistiger Absicht, um die Baalsdiener zu verderben. Weiter sprach er: Haltet dem Baal ein feierliches Fest! Und er ließ es ausrufen und sandte in das ganze Gebiet von Israel und alle Diener des Baal kamen; nicht einer war übrig, der nicht gekommen wäre. Diese gingen in den Tempel des Baal Den Achab erbaut [1Koe 16,32]. - und das Haus des Baal ward voll von einem Ende zum andern. Da sprach er zu denen, welche über die Kleider gesetzt waren: Bringet Kleider Priesterliche Kleidung. Wer der Gottheit naht, darf nicht im Alltagsgewande kommen. - für alle Diener des Baal heraus! Und sie brachten Kleider für sie heraus. Da kam Jehu mit Jonadab, dem Sohne Rechabs, in den Tempel des Baal und sprach zu den Verehrern des Baal: Forschet nach und sehet zu, dass nicht etwa einer von den Dienern des Herrn bei euch sei, sondern dass die Diener Baals allein da seien. So traten sie denn ein, um Brandopfer und andere Opfer darzubringen; Jehu aber hatte sich draußen achtzig Mann bestellt und zu ihnen gesprochen: Wenn jemand von diesen Männern, welche ich euren Händen übergebe, entflieht, so soll jeder mit seinem Leben für dessen Leben büßen. Und es begab sich, als das Brandopfer vollbracht war, gebot Jehu seinen Soldaten und Hauptleuten: Gehet hinein und erschlaget sie, keiner entkomme! Da erschlugen die Soldaten und Hauptleute sie mit der Schärfe des Schwertes und warfen sie hinaus, drangen in die Stadt des Tempels In das Heiligtum. - des Baal ein, Dort töteten sie alle Götzendiener. Dass die trügerische Aufforderung Jehus Glauben gefunden, beweist, dass man nur eine Empörung des Heeres vermutete, nicht eine religiöse Reform als sein Ziel ansah. Wohl war die Tötung der Baalspriester dem Gesetze gemäß, doch nicht Eifer für dieses beseelte Jehu, sondern Eigennutz, und nur dieser bewegte ihn zu der trügerischen List. - trugen die Bildsäule aus dem Tempel des Baal und verbrannten und zertrümmerten sie. Dann zerstörten sie den Tempel des Baal und machten geheime Gemächer daraus, Um die Stätte auf das ärgste zu beschimpfen. - bis auf den heutigen Tag. So vertilgte Jehu den Baal aus Israel, doch von den Sünden Jeroboams, des Sohnes Nabats, welcher Israel zur Sünde verführt hatte, enthielt er sich nicht und ließ die goldenen Rinder, welche in Bethel und zu Dan waren, nicht. Der Herr aber sprach zu Jehu: Weil du eifrig getan, was in meinen Augen recht und wohlgefällig war, und alles wider das Haus Achabs vollzogen hast, was ich in meinem Herzen hatte, so sollen deine Söhne bis ins vierte Geschlecht auf dem Throne Israels sitzen. Nach dem assyrischen Keilinschriften soll Jehu den Assyriern tributpflichtig geworden sein. - Doch Jehu hatte nicht acht darauf, im Gesetze des Herrn, des Gottes Israels, von ganzem Herzen zu wandeln, denn er ließ nicht von den Sünden Jeroboams ab, welcher Israel zur Sünde verführt hatte. Die Fortdauer der Sünde Jeroboams zeigt, dass Jehu es mit dem Eifer für Jahve, dessen er sich rühmte, nicht so aufrichtig meinte. Die Beseitigung der Kälber hätte die Scheidewand zwischen Israel und Juda weggerissen; den Bund Jahves zu erneuern, hindert Jehu die Politik. Darum hatte auch Eliseus an der Beseitigung der Baalspriester keinen Teil. - In jenen Tagen begann der Herr vor Israel Ekel zu haben. Die letzte Gnadenfrist hat für Israel begonnen, doch sie geht unbenutzt vorüber und Hazael muss das Strafamt übernehmen. Hebr.: vermindern, nämlich durch Abreißung einiger Stücke Landes. - Und Hazael schlug sie auf allen Grenzen Israels, vom Jordan an, gegen Osten, das ganze Land Galaad, Nämlich. - die Gaditer, Rubeniter und Manassiter, von Aroer, welches an dem Bache Arnon liegt an, sowohl Galaad als Basan. Bis zum nördlichen Galaad und Basan, welche außer den Grenzen Israels lagen. - Was aber sonst von Jehu zu sagen ist und alles, was er getan, und seine Tapferkeit, ist das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Israel? Und Jehu entschlief zu seinen Vätern und sie begruben ihn in Samaria und sein Sohn Joachaz wurde König an seiner Statt. Siehe [2Koe 13,1]. Die Zeit, welche Jehu über Israel in Samaria regierte, sind achtundzwanzig Jahre.

Zitiert in 2