2. Könige 12
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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D. Joas stellt den Tempel wieder her (V. 16), aber ist im Kriege gegen Hazael, den König von Syrien, unglücklich.
1 Joas war sieben Jahre alt, als er zu herrschen begann. 2 Im siebenten Jahre Jehus ward Joas König und vierzig Jahre herrschte er in Jerusalem. Der Name seiner Mutter war Sebia aus Bersabee. 3 Joas tat, was vor dem Herrn recht war, alle Tage, so lange ihn Jojada, der Priester, lehrte. Nach Jojadas Tode gab Joas den Bitten der Fürsten Judas nach und gestattete ihnen den Götzendienst, ja ging soweit, den Sohn seines Wohltäters, des Propheten Zacharias, steinigen zu lassen. [2Chr 24,22] - 4 Die Höhen indes schaffte er nicht ab, denn das Volk opferte noch und zündete noch Räucherwerk auf den Höhen an. 5 Und Joas sprach zu den Priestern: Jedenfalls aus besonderer Veranlassung. Vergl. [2Chr 24,27]. - Alles Geld, das als Weihegeschenk von den Besuchern in den Tempel des Herrn gebracht wird, Hebr.: Alles geheiligte Geld, das man zum Hause Jahves zu bringen pflegt, gangbares Geld, nämlich… Gangbares Geld war Silber von bestimmtem Gewichte; es soll ja den Arbeitsleuten gezahlt werden. Der erste Fall entspricht [3Mos 27,2ff], der zweite betrifft freiwillige Gaben zum Zwecke der Wiederherstellung des Tempels. Nach anderen eine dreifache Gabe: Geld der gemusterten, Seelengeld nach Abschätzung, freiwillige Gaben. Der Text ist im Hebräischen nicht unversehrt. - das Geld, welches zur Auslösung jeder Seele dargebracht wird und welches sie freiwillig und aus Antrieb des Herzens zum Tempel des Herrn bringen, 6 das sollen die Priester ihrer Ordnung Hebr.: ein jeder von seinen Bekannten. Vergl. [2Chr 24,5]. Der König nimmt für den Tempel nicht in Anspruch, was den Priestern zukommt. - nach in Empfang nehmen und sollen damit das, was am Hause baufällig ist, ausbessern, wenn sie sehen, dass etwas der Herstellung bedarf. 7 Bis zum dreiundzwanzigsten Jahre des Königs Joas aber besserten die Priester das, was am Tempel baufällig war, nicht aus. Obwohl der König Eile empfohlen. [2Chr 24,5] Im 23. Regierungsjahre Joas hatte in Israel ein Regierungswechsel stattgefunden. [2Koe 13,1] - 8 Da berief der König Joas den Hohenpriester Jojada und die Priester und sprach zu ihnen: Warum bessert ihr nicht das aus, was am Tempel baufällig ist? So nehmet denn das Geld nicht mehr eurer Ordnung nach an, sondern gebet es zur Ausbesserung des Tempels heraus. Nicht strenger Befehl, sondern Vorschlag, wie der folgende Vers im Hebr. zeigt. Erst als der König die Sache selbst in die Hand nahm, befahl er eine Lade zu machen. [2Chr 24,8] - 9 So ward fortan den Priestern verboten, Hebr.: Und die Priester willigten ein. - Geld von dem Volke zu nehmen, um das, was im Hause baufällig war, auszubessern. 10 Darauf nahm der Hohepriester Jojada eine Geldlade, machte oben eine Öffnung hinein und stellte sie neben den Altar zur Rechten, Außerhalb des Priestervorhofes, an dem rechts vom Altare befindlichen Eingange in denselben. Die getroffene Anordnung ließ der König im ganzen Lande verkünden. [2Chr 24,9] Im zweiten Tempel wurden die Opferstöcke in den Weiber-Vorhof gebracht, damit auch die Frauen ihre Gaben einlegen konnten. - wenn man in das Haus des Herrn geht; und die Priester, welche die Türe hüteten, warfen alles Geld, das zum Tempel des Herrn gebracht wurde, hinein. 11 Wenn sie dann sahen, dass zu viel Geld in der Geldlade war, so kam der Schreiber des Königs Weil der Tempel unter Oberaufsicht des Königs stand. Zudem war die Wiederherstellung des Tempels keine bloße Privatsache der Priester. - und der Hohepriester herauf und sie schütteten es aus Hebr.: Banden zusammen (in Beutel). - und zählten das Geld, welches sich im Hause des Herrn fand, 12 und sie gaben es nach Zahl und Maß Gewicht. - in die Hand derer, welche über die Bauleute im Hause des Herrn gesetzt waren; diese zahlten es den Zimmerleuten und Steinhauern Bauleuten. - aus, welche im Hause des Herrn arbeiteten 13 und das, was baufällig war, ausbesserten, und gaben es den Steinhauern, Bauleuten. Man wählte nur die erprobtesten und treuesten Männer zu Aufsehern. - sowie um Holz und Steine zu kaufen, welche behauen wurden, so dass die Wiederherstellung des Hauses des Herrn in allem vollendet wurde, wofür zur Erhaltung des Hauses Ausgaben nötig waren. 14 Doch wurden von diesem Gelde keine Krüge für den Tempel des Herrn noch Gabeln, Rauchfässer, Trompeten oder irgend welche goldenen und silbernen Gefäße angefertigt, von dem Gelde, welches in den Tempel des Herrn gebracht wurde, 15 denn man gab es denen, welche die Arbeit leiteten, damit der Tempel des Herrn wiederhergestellt würde. 16 Und mit den Männern, welche das Geld empfingen, um es an die Werkmeister zu verteilen, hielt man keine Abrechnung, sondern sie verwalteten es auf Treu und Glauben. Kein Widerspruch gegen [2Chr 24,14]. Als der Bau vollendet und noch Geld übrig war, ward dies zur Anschaffung von goldenen und silbernen Gerätschaften verwendet. - 17 Das Geld von den Schuldopfern aber und das Geld von den Sündopfern Von den Sündopfern hatten die Priester gesetzlich nicht wie von den Schuldopfern eine Gabe in Geld zu beziehen, sondern nur Opferfleisch. [3Mos 5,15, 4Mos 6,8] War inzwischen die Sitte entstanden, ihnen eine freiwillige Spende darzubringen, etwa damit sie selbst dafür die Opfertiere stellten? - brachten sie nicht in den Tempel des Herrn, weil es den Priestern gehörte. 18 Zu der Zeit Als Jojada bereits gestorben und Joas sich gegen Jahve entfremdet hatte. [2Chr 24,15ff] - zog Hazael, der König von Syrien, herauf und kämpfte gegen Geth. Da Geth, eine der fünf Fürstenstädte der Philister [Jos 13,3], südlicher lag als Samaria und westlich von Jerusalem, war Israel wohl bereits von Hazael besiegt. [2Koe 13,3] Der gleiche Feldzug wird [2Chr 24,23ff] berichtet. - Und er nahm es ein und wandte sein Angesicht gegen Jerusalem, um gegen dasselbe zu ziehen. 19 Darum nahm Joas, der König von Juda, alle Weihgeschenke, welche Josaphat, Joram und Ochozias, seine Väter, die Könige von Juda, dargebracht hatten, Diese hatten zwar neben dem Jahvekult die Verehrung Baals eingeführt, aber jenen nicht abgeschafft, sondern selbst dem Tempel gelegentlich Weihegeschenke gemacht. Was Athalia und ihre Söhne aus dem Tempel den Baalen zugewendet, ward gewiss bei dem [2Koe 11,18] erzählten Ereignis dem Tempel zurückgestellt. - und was er selbst geopfert hatte, und alles Geld, Hebr.: Gold. - das in den Schätzen des Tempels des Herrn und im Palaste des Königs zu finden war, und sandte es Hazael, dem Könige von Syrien, zu; da zog dieser von Jerusalem ab. 20 Was aber sonst von Joas zu sagen ist und alles, was er getan, ist das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Juda? 21 Seine Diener aber erhoben sich und verschworen sich untereinander und erschlugen Joas im Hause Mello bei dem Abstiege von Sella. In der Feste auf dem Berge Sion. [2Sam 5,9] - 22 Josachar nämlich, der Sohn der Semaath, und Jozabad, der Sohn Somers, [2Chr 24,26], der Sohn der Semarith, der Moabitin. An unserer Stelle liegt wohl ein Schreibfehler vor. - seine Diener, erschlugen ihn und er starb: und man begrub ihn bei seinen Vätern in der Davidsstadt In der Davidsstadt, aber nicht in den Königsgräbern. (Paral.) Joas war ein schwacher, unselbständiger Charakter. So lange Jojada ihm zur Seite stand, blieb er auf dem rechten Wege, nach dem Tode desselben gestattet er auf die Bitten der Vornehmen den Ascheren- und Astartedienst. [2Chr 24,17ff] Doch selbst bis zum Frevel ließ er sich hinreißen, da er den Sohn Jojadas, den Propheten Zacharias, der ihn mahnte und Unglück weissagte, steinigen ließ. [2Chr 24,20ff] Hazael gegenüber zeigte er sich verzagt. (V. 18) Alles dies bereitete der Verschwörung den Boden. Er war der erste König in Juda, der durch die Hand seiner Untertanen starb; nach so herrlichem Anfange ein solches Ende! und Amasias, sein Sohn, ward König an seiner Statt.