2. Könige 14

B. Zur gleichen Zeit, wo Joas in Israel, herrscht Amasias in Juda. Er besiegt anfangs die Idumäer (V. 7), wagt dann Israel anzugreifen und wird von Joas geschlagen. Jerusalem wird geplündert (V. 16), Amasias von Verschworenen getötet. (V. 22) C. Jeroboam, König von Israel, ist zwar gottlos, gewinnt aber mit Gottes Beistand dem Reiche die alten Grenzen zurück.

Im zweiten Jahre des Joas, des Sohnes Joachaz, des Königs von Israel, ward Amasias, der Sohn des Joas, des Königs von Juda, König. Fünfundzwanzig Jahre war er alt, als er zu herrschen begann, und neunundzwanzig Jahre herrschte er in Jerusalem; der Name seiner Mutter war Joadan aus Jerusalem. Er tat, was vor dem Herrn recht ist, indes nicht wie sein Vater David. Er handelte ganz so, wie sein Vater Joas getan hatte; In der ersten Zeit war Joas wie Amasias ein treuer Diener Jahves, später aber, nach der Besiegung der Edomiter, ließ er edomitischen Götzendienst zu. Vergl. [2Chr 25,2.14]. - nur schaffte er die Höhen nicht ab, denn das Volk opferte und zündete noch Räucherwerk auf den Höhen an. Einschränkung zu V. 2a. - Als er das Reich im Besitze hatte, ließ er die von seinen Dienern, welche den König, seinen Vater, ermordet hatten, töten; aber die Söhne der Mörder tötete er nicht, gemäß dem, was im Buche des Gesetzes Moses geschrieben steht, wie der Herr befohlen hat, da er sprach: Die Väter sollen um der Söhne willen nicht sterben, noch die Söhne um der Väter willen sterben, sondern ein jeder soll für seine Sünde sterben. Er schlug auch die Edomiter Diese waren unter Joram von Juda abgefallen. [2Koe 8,20] - im Salztale, Eine etwa zwei Meilen breite Salzebene am Südende des toten Meeres. - zehntausend Mann, und nahm die Felsenstadt Petra (Sela) lag südlich vom Salztal. - im Kampfe ein und nannte ihren Namen Jektehel Schutz Gottes. - bis auf den heutigen Tag. Unter Amasias Herrschaft oder nicht viel später, denn nach den [2Koe 16,6] berichteten Ereignissen behielt sie diesen Namen wohl nicht mehr. - Zu der Zeit Nach dem Siege über die Edomiter. [2Chr 25,14ff] - sandte Amasias Boten an Joas, den Sohn Joachaz, des Sohnes Jehu, des Königs von Israel, und ließ ihm sagen: Komm, lass uns einander messen. Wir wollen einen Krieg beginnen. - Da sandte Joas, der König von Israel, zu Amasias, dem Könige von Juda, zurück und ließ ihm sagen: Ein ähnliches Gleichnis [Rich 9,8ff]. - Die Distel Hebr.: der Dornstrauch. Er ist das Bild eines hoffärtigen, seine Kraft überschätzenden Menschen, dessen Verlangen über seinen Stand hinausgeht. Man darf im gegebenen Bilde nur die Vergleichungspunkte auf die Verhältnisse anwenden. - auf dem Libanon sandte er zu der Zeder auf dem Libanon Sich selbst nennt er die Zeder, weil er über zehn Stämme herrscht, den König von Juda den Dornstrauch, da diesem nur zwei Stämme gehorchen. Die Tochter vom Vater für seinen Sohn begehren darf nur einer, der dem Vater ebenbürtig ist, nicht aber wer so tief unter ihm steht wie der Dornbusch unter der Zeder. - und sprach: Gib deine Tochter meinem Sohne zum Weibe! Aber das Wild des Waldes auf dem Libanon lief darüber und zertrat die Distel. Die Tiere des Feldes können als Bild der Kriegsgreuel gefasst werden. Der Hochmütige kommt zum Falle mitten in seinen Plänen. Das Ganze ist mehr eine sprichwörtliche, als eine Gleichnis-Rede. - Du hast Edom geschlagen und überwältigt, deshalb überhebt sich dein Herz; lass dir die Ehre genügen und bleibe in deinem Hause; warum forderst du das Unglück heraus, dass du zu Falle kommest und Juda mit dir? Amasias aber hörte nicht darauf. Da zog Joas, der König von Israel, hinauf und sie maßen sich, er und Amasias, der König von Juda, zu Bethsames, einer Stadt in Juda. Joas wartete wohl den Angriff des Amasias nicht ab, sondern griff selbst das Feindesland an. - Da wurde Juda von Israel geschlagen, und sie flohen ein jeder in seine Hütte. Amasias aber, den König von Juda, den Sohn Joas, des Sohnes Ochozias, nahm Joas, der König von Israel, in Bethsames gefangen und führte ihn nach Jerusalem und Joas riss die Mauer Jerusalems nieder vom Tore Ephraim bis zum Ecktore, vierhundert Ellen weit. Amasias Übermut soll bekämpft werden: Joas reißt eine etwa 400 Ellen lange Strecke lange Strecke der Mauer nach Ephraim zu nieder, um sie als eine eingenommene und für Ephraim offenstehende zu bezeichnen, zugleich aber anzudeuten, was ganz Jerusalem geschehen wäre, wenn er es hätte belagern müssen. - Auch nahm er alles Gold und Silber und alle Geräte, welche sich im Hause des Herrn und in den Schätzen des Königs fanden, dazu Geiseln, Da er den König freiließ, wollte er sich wenigstens dessen Friedensliebe sichern. - und kehrte nach Samaria zurück. Was aber sonst von Joas zu sagen ist, was er getan und seine Tapferkeit, mit der er gegen Amasias, den König von Juda, kämpfte, steht das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Israel? Eben diese Schlussformel war bereits [2Koe 13,12.13] eingesetzt; sie wird vielleicht wegen der in V. 17 enthaltenen Angabe wiederholt. - Und Joas entschlief zu seinen Vätern und wurde zu Samaria bei den Königen Israels begraben und sein Sohn Jeroboam ward König an seiner Statt. Amasias aber, der Sohn des Joas, der König von Juda, lebte nach dem Tode des Joas, des Sohnes Joachaz, des Königs von Israel, noch fünfzehn Jahre. Was aber sonst noch von Amasias zu sagen ist, steht dies nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Juda? Und es brach eine Verschwörung gegen ihn in Jerusalem aus. Nach [2Chr 25,27] scheint Amasias Abfall zum Götzendienste Anlass zur Unzufriedenheit gegeben und zuletzt die Verschwörung herbeigeführt zu haben. - Da er indes nach Lachis entfloh, Von wo er leicht über die Grenze entfliehen konnte. - sandten sie hinter ihm her und ließen ihn daselbst ermorden. Alsdann hoben sie ihn auf Pferde Wohl auf seinem eigenen mit Rossen bespannten königlichen Wagen. Der Anfang der Regierung war gut, wie bei seinem Vater Joas, indes wohl nur, weil Amasias erkannt hatte, dass das Bestehen seines Reiches von der Verehrung Jahves abhing, nicht weil diese ihm Herzenssache war. [2Chr 25,2] - und er ward in Jerusalem bei seinen Vätern in der Davidsstadt begraben. Das ganze Volk Juda aber nahm Azarias, Azarias wird auch Ozias genannt. [2Chr 26,1] Die Bedeutung der Namen ist eine verwandte (dem Jahve Hilfe – dessen Stärke Jahve ist). Auf den Tafeln Tiglathpilesers kommt ein König von Juda Az-zi-ya-hu vor. - der sechzehn Jahre alt war, und machte ihn zum Könige an seines Vaters Amasias Statt. Ähnlich wie [2Koe 12,21] wählen die Empörer einen König aus dem Hause Davids. - Derselbe erbaute Befestigte. Diese Tat muss von großer Bedeutung für seine Regierung gewesen sein, da der weitere Bericht erst [2Koe 15,1-7] folgt. - Älath und brachte es wieder an Juda, nachdem der König zu seinen Vätern entschlafen war. Im fünfzehnten Jahre des Amasias, des Sohnes Joas, des Königs von Juda, ward Jeroboam, der Sohn des Joas, des Königs von Israel, König in Samaria, einundvierzig Jahre. Vergl. [2Koe 15,Anm.1]. - Und er tat, was vor dem Herrn böse ist. Er ließ nicht ab von allen Sünden Jeroboams, des Sohnes Nabats, welcher Israel zur Sünde verführt hatte. Er gewann das Gebiet Israels wieder Die Städte diesseits des Jordans. - zurück vom Eingange nach Emath an bis an das Meer der Wüste Das tote Meer. So waren die alten Grenzen, wie sie unter David und Salomon gewesen, wiederhergestellt. - nach dem Worte des Herrn, des Gottes Israels, welches er durch seinen Diener Jonas geredet hatte, den Sohn Amathis, den Propheten aus Geth, das in Opher liegt. Bisher war die Wirksamkeit der Propheten, insbesondere Elias und Eliseus, auf die unmittelbare Gegenwart gerichtet und bezweckte Israel von der Verehrung der Kälber und dem Götzendienste zu Jahve zurückzuführen, und ihr Eingreifen in die Verhältnisse offenbarte sich besonders in Wunderzeichen göttlicher Offenbarung, aber als das Haus Jehu, das dem Ansehen des Propheten seine Macht verdankte, um höchsten Glücke selbst nicht zum Herrn zurückkehrte, war alle Hoffnung auf eine Besserung in Israel geschwunden. Daher greifen die Propheten nicht mehr weiter in die öffentlichen Angelegenheiten ein, sondern haben nunmehr die Aufgabe, dem im Abfalle beharrenden Geschlecht die Folge desselben zu verkünden, das Gericht Gottes. Freilich konnte auch dies die höchste Bestimmung Israels nicht aufheben. (V. 27) Darum wenden die Propheten den Blick der Kinder Abrahams auf das zukünftige Reich des höchsten Sprosses Davids, auf das Reich des Messias, dem sich auch die Heiden unterwerfen sollen. Aus diesem Grunde zeichneten sie auch die Offenbarungen Gottes für die späteren Geschlechter auf. - Denn der Herr sah die bittere Bedrängnis Israels an und dass sie bis auf die im Kerker Eingeschlossenen und die Letzten vernichtet waren und dass niemand da war, der Israel Hilfe brachte. Aber der Herr hatte nicht gesagt, dass er den Namen Israels unter dem Himmel austilgen werde, sondern er rettete sie durch Jeroboam, den Sohn des Joas. Das Reich gelangte zu einem großen Wohlstande, wie kaum jemals zuvor. [Amos 6,4-6, Amos 3,15] Doch die Güte des Herrn diente nur dazu, das Herz des Volkes zu verhärten. [2Koe 13,6] Die Verehrung der Kälber dauerte fort, der Götzendienst wuchs [2Koe 4,12.17, 2Koe 8,4, 2Koe 11,2, 2Koe 13,2] und Sittenverderbnis, Gewalttat, Lug und Trug nahmen überhand. [Amos 2,6ff, Amos 3,9, Amos 5,12, Amos 6,4-7, 2Koe 4,1.2.18] Darum ließ der Herr Israel zu seinem eigenen Heile als selbstständiges Volk untergehen. [2Koe 17,6ff] - Was aber sonst noch von Jeroboam zu sagen ist und alles, was er getan, und seine Tapferkeit, mit der er Krieg geführt, und wie er Damaskus und das judäische Emath Die gleichnamigen Reiche, d.i. was von diesen Reichen (Damaskus, Emath) ehedem zu Juda gehört hatte. wieder an Israel brachte, ist das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Israel? Und Jeroboam entschlief zu seinen Vätern, den Königen von Israel, und Zacharias, sein Sohn, ward König an seiner Statt.

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