2. Könige 16

b. Auf Joatham folgt Achaz, der in seiner sechsjährigen Regierungszeit den Götzendienst in Juda fördert. (V. 4) Durch einen Einfall Rasins und Phakees gestraft, bittet er Theglatphalasar, den König von Assyrien, um Hilfe (V. 9) und baut nach dem Vorbilde eines Altares, den er in Damaskus gesehen, einen Altar für die Götzen, den er an die Stelle des ehernen Altars Jahves setzt.

Im siebzehnten Jahre Phakees, des Sohnes Romelias, wurde Achaz König, Sohn Joathams, des Königs von Juda. Zwanzig Jahre Nach [2Chr 28,1] der Sept. Syr. Arab. 25 Jahre. Dies ist wahrscheinlicher, da er nur 16 Jahre regierte und sei Sohn Ezechias beim Tode des Vaters 25 Jahre alt war. [2Koe 18,2] - war Achaz alt, als er zu herrschen begann, und sechzehn Jahre herrschte er in Jerusalem; er tat nicht, was in den Augen des Herrn, seines Gottes, wohlgefällig war, wie sein Vater David, sondern wandelte auf dem Wege der Könige von Israel; In Kälberdienst und wohl auch (wie [2Koe 8,18]) Baalsdienst. - ja, er weihte seinen Sohn, indem er ihn durch das Feuer gehen ließ, Opferte er dem Moloch im Feuer. Das Verbranntwerden betrachtete man als Durchgang, durch den die Kinder von den Schlacken des Körpers befreit zur Vereinigung mit der Gottheit kamen. Vielleicht wurden sie vorher getötet. Auch die Totenbefragung ward unter Achaz wieder Brauch. [Jes 8,19] - nach dem götzendienerischen Brauche der Völker, welche der Herr vor den Söhnen Israels zerstreut hatte. Auch brachte er Schlachtopfer dar und zündete Räucherwerk auf den Höhen an und auf den Hügeln und unter jedem belaubten Baume. Zunächst bestand der Tempeldienst wohl fort bis gegen das Ende seiner Regierung, aber die Einheitlichkeit des Kultortes ist aufgehoben. - Da Als Achaz die Herrschaft erlangt. Es war noch nicht (trotz [2Koe 15,37]) zu einem gemeinsamen Feldzuge Syriens und Israels gegen Juda gekommen. Dieser Vers findet sich fast genau so [Jes 7,1]. Vergl. [2Chr 28,5-15]. Im Hebräischen lautet der Schluss des Verses: Sie belagerten Achaz, aber vermochten ihn nicht zu besiegen. - zog Rasin, der König von Syrien, und Phakee, der Sohn Romelias, der König von Israel, gegen Jerusalem zum Kampfe herauf; sie schlossen Achaz ein, konnten ihn aber nicht überwinden. Zu jener Zeit Zur Zeit des Krieges von Israel und Syrien gegen Juda. Eine Zwischenbemerkung zwischen V. 5 und 7. Der Verfasser will die nach der Belagerung Jerusalems wichtigste Tatsache hervorheben, dass Juda seinen bedeutendsten Handelsplatz verlor. - brachte Rasin, der König von Syrien, Aila Am arabischen Meerbusen, zu Edom gehörig. - wieder an Syrien und vertrieb die Juden aus Aila; da kamen die Edomiter Diese waren ja schon da. Besser wohl ist zu lesen: die Syrer. Diese Einnahme liegt vor der Belagerung Jerusalems. - nach Aila und nahmen daselbst Wohnung bis auf diesen Tag. Achaz aber sandte Boten an Theglathphalasar, den König von Assyrien, Als er sich von allen Seiten (durch Phakee von Jerusalem und Rasin von Syrien) bedrängt sah. - und ließ ihm sagen: Ich bin dein Diener und dein Sohn; Damit stellt er sich in ein Schlussverhältnis. - komm herauf, und rette mich aus der Hand des Königs von Syrien und aus der Hand des Königs von Israel, welche sich gegen mich erhoben haben. Auch sammelte er das Silber und das Gold, welches im Hause des Herrn und in den Schätzen des Königs zu finden war, und sandte es als Geschenk an den König von Assyrien. Dieser erfüllte seinen Wunsch: der König von Assyrien zog nämlich gegen Damaskus, verwüstete es und führte seine Einwohner nach Cyrene, Im Hebr.: an den Fluss Kir, der im heutigen Georgien liegt und ins Kaspische Meer fließt. Phakee unterwarf sich wohl dem nahenden Eroberer alsbald und wendete so das Schicksal Syriens von sich ab. - Rasin aber tötete er. Und der König Achaz zog weg, Theglathphalasar, dem Könige der Assyrier entgegen nach Damaskus. Achaz wollte dem König von Assyrien seinen Dank und Glückwunsch darbringen, zugleich aber ihn von Jerusalem fernhalten. - Als er nun den Altar Den einer assyrischen Gottheit geweihten Altar, nach dessen Vorbild Achaz einen solchen für die Verehrung Jahves errichten will. - zu Damaskus sah, sandte der König Achaz an den Priester Urias den Abriss und eine Nachbildung von demselben, dem ganzen Bau entsprechend. Und der Priester Urias errichtete einen Altar, ganz so wie der König Achaz von Damaskus her befohlen hatte, so tat Urias, der Priester, Damit sündigte der Hohepriester schwer. - bis der König Achaz von Damaskus kam. Als nun der König von Damaskus kam, besichtigte er den Altar und verehrte ihn, und er stieg hinauf und opferte Brandopfer Das Dankopfer (V. 13) war die Hauptsache, doch ging diesem ein Brandopfer voraus. Dass der König das Opferblut selbst sprengte, ist nicht notwendig anzunehmen. Diese Stelle steht nicht im Widerspruch mit [2Chr 28,23], da die hier erwähnten Opfer nicht auf dem neuen Altar, sondern anderswo dargebracht wurden. - und das Speiseopfer dazu und goss Trankopfer aus und sprengte das Blut der Friedopfer, welche er dargebracht hatte, auf den Altar. Den ehernen Altar aber, der vor dem Herrn stand, entfernte er von dem vorderen Teile des Tempels und von der Stelle des Altares und von dem Orte am Tempel des Herrn und setzte ihn auf die Seite des Altares gegen Norden. Derselbe hatte zuvor gegen Süden gestanden, an seiner Seite wird der neue Altar aufgestellt, der durch diese Stellung in der Mitte wichtiger und heiliger wurde. - Auch gebot der König Achaz dem Priester Urias und sprach: Die Verehrung Jahves selbst wagt er nicht zu verbieten. - Auf dem größeren Altar Dem neuen. - opfere das Morgen-Brandopfer und das Abendopfer und das Brandopfer des Königs und dessen Speiseopfer und das Brandopfer alles Volkes des Landes und ihre Speiseopfer und ihre Trankopfer, und sprenge auf denselben alles Blut der Brandopfer und alles Blut der Anderer. - Schlachtopfer, der eherne Altar aber soll zu meiner Verfügung bereit sein. Hebr.: wird mir zu erwägen sein, darüber behalte ich mir die Bestimmung vor. – Er will den Salomonischen Altar noch nicht entfernen, um zuvor abzuwarten, wie das Volk die Änderungen aufnimmt. - Der Priester Urias also tat allem gemäß, was der König Achaz befohlen hatte. Und der König Achaz nahm die Fußgestelle mit erhabener Arbeit und das Becken, das darauf stand, hinweg und nahm das Meer von den ehernen Rindern, die es trugen, und setzte es auf den mit Steinen gepflasterten Boden. Entweder fürchtete Achaz, dieselben möchten bei dem Könige von Damaskus Anstoß erregen, oder, er möchte sie verlangen. - Auch verlegte er das Musach des Sabbats, das er im Tempel gebaut hatte, und den äußeren Eingang des Königs in den Tempel des Herrn, des Königs von Assyrien wegen. Was aber sonst noch von Achaz zu sagen ist, was er getan hat, steht das nicht geschrieben in den Jahrbüchern der Könige von Juda? Die Regierung des Königs Achaz war die unheilvollste, welche Juda bis dahin gesehen. Politisch wie religiös kam das Reich dem Untergange nahe durch die Schuld dieses schwachen [Jes 7,2], sklavisch vor dem Mächtigeren kriechenden, gegen seine Untertanen herrisch und anmaßend verfahrenden Regenten. Achaz duldete nicht nur die Abgötterei, sondern gab sich ihr selbst derart hin, dass er einen seiner eigenen Söhne dem Götzen Moloch darbrachte. Freilich mag seine verkehrte Erziehung ihn in etwa entschuldigen, aber es bleibt genug persönliche Schuld übrig. Wie Phakee Assyriens Übermacht gefühlt, so muss auch Achaz, da er sich an die Assyrier gewendet, deren Oberhoheit empfinden. Der König Assyriens [2Koe 15,29] war ein schweres Gottesgericht für Syrien, Israel und Juda. Syrien, bis dahin ein Strafwerkzeug für Israel in der Hand Gottes, verschwindet nun; Israel geht dem Untergange entgegen [2Koe 17,3ff], Juda wird zur Strafe immer härterem Eingreifen der assyrischen Weltmacht in seinem Geschicke preisgegeben. Und Achaz entschlief zu seinen Vätern und ward bei ihnen in der Davidsstadt begraben, sein Sohn Ezechias ward König an seiner Statt.

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