2. Könige 18

III. Geschichte des Reiches Juda bis zu seiner Zerstörung durch die Chaldäer und bis zur Babylonischen Gefangenschaft. (Kap. 18,1 – Kap. 25,26) 1. Die Frömmigkeit der Könige Ezechias und Josias halten den Untergang des Reiches auf, den Manasse und Amon durch ihre Gottlosigkeit beschleunigen. (18,1 – 23,30) A. Herrschaft des frommen Königs Ezechias. (18,1 – 20,20) a. Ezechias beseitigt den Götzendienst, schüttelt das Joch der Assyrier von neuem ein: Sennacherib macht König Ezechias tributpflichtig (V. 16), fordert volle Unterwerfung und sucht Jerusalem aufzuwiegeln.

Im dritten Jahre Osees, des Sohnes Elas, des Königs von Israel, ward Ezechias König, der Sohn Achaz, des Königs von Juda. Könige von Juda 722 – 586 vor Christus. Juda., v. Chr., Fremde Reiche., vor Chr.; 13. Ezechias 29 Jahre, 728; 722, Untergang des Reiches Israel Assyr. Gefangenschaft Salmanassar V. von Assyrien Sargon von Assyrien Sennacherib von Assyrien, 727 – 721 721 – 704 (721) 704 - 681; 716, Assyr. Kolonisten in Samaria; Jerusalem von Sennacherib belagert (701), 714, Merodach Baladan in Babylonien, 721; 14. Manasses 55 Jahre (Judith Nahum), 699 675, Neue Ansiedler durch Asarhaddon in Samaria; Assarhaddon von Assyrien, 681 - 668; Assurbanipal von Assyrien, 667 - 626; 15. Amon 2 Jahre, 643, Assuredidel von Assyrien, 626 - 606; 16. Josias 31 Jahre (Habakuk, Sophonias, Jeremias), 641, Nabopolassar, König von Babylonien, 625 - 605; Abschaffung des Götzendienstes, 629, Zerstörung Ninives, (602); Erneuerung des Tempels, 623; 17. Joachaz 3 Monate, 610, Nechao von Ägypten, 611 - 595; 18. Joakim 11 Jahre (Daniel, Ezechiel) Erste Eroberung Jerusalems Anfang der 70 jähr. babylonischen Gefangenschaft, 610 , Nabuchodonosor, König von Babylonien, 606 - 561; 19. Joachin oder Jechonias 3 Mon. Zweite Eroberung Jerusalems, 599; 20. Sedekias 11 Jahre (Baruch) Zerstörung Jerusalems Godolias Statthalter 2 Jahre Gänzlicher Untergang des jüdischen Staates Joachins Erhöhung im 37. Jahre seiner Gefangenschaft Ende der 70 jähr. Babylonischen Gefangenschaft , 599 588 588 586 561 536, Ephra (Hophra) von Ägypten Evilmerodach in Babylonien Neriglissor Naboned (und Baltassar) Cyrus Alleinherrscher, 590 – 571 561 -559 559 – 555 555 – 538 536 - Fünfundzwanzig Jahre war er alt, als er zu herrschen begann, und er herrschte neunundzwanzig Jahre in Jerusalem; V. 1 – 8 enthalten eine allgemeine Übersicht über die ganze Regierung Ezechias; von V. 9 an folgen die Hauptereignisse derselben. - der Name seiner Mutter war Abi, eine Tochter des Zacharias. Er tat, was vor dem Herrn gut war, ganz wie sein Vater David getan hatte. Verhältnis des Königs zu Gott und seinem Gesetze. Auch [JSir 49,5] wird Ezechias gepriesen. Das Reich Israel ist seinem Ende nahe, Juda ist durch Achaz an den Abgrund gebracht, da kommt ein König nach Davids Vorbild auf den Thron, der dem Volke die Bedeutung seiner Stellung wieder zum Bewusstsein bringt. - Er verwüstete die Höhen, Die Jahvehöhen, im Gegensatze zum Tempel (vergl. V. 22), der nach [3Mos 17,8.9] und [5Mos 12,13ff] ausschließlich der Mittelpunkt der Verehrung des Herrn sein sollte. - zerbrach die Bildsäulen, hieb die Haine Ascheren. Er zerstörte den von seinem Vater wieder eingeführten Götzendienst. - um und zertrümmerte die eherne Schlange, welche Moses gemacht hatte, denn bis zu jener Zeit zündeten die Söhne Israels vor ihr Räucherwerk an, Weil das Sinnbild der Rettung ein Götzenbild geworden war. – Vergl. im Übrigen [2Chr 29,3.7]. - und er Man. - nannte sie Nohestan. Ehernes. - Er vertraute auf den Herrn, den Gott Israels, darum ist nach ihm nicht seinesgleichen gewesen unter allen Königen von Juda und auch nicht unter denen, die vor ihm gewesen sind. Keiner kam ihm gleich an Gottvertrauen. - Er blieb dem Herrn treu und wich nicht von seiner Nachfolge und hielt seine Gebote, die der Herr Moses gegeben hatte. Deswegen war auch der Herr mit ihm Dies zeigte sich insbesondere bei der Lossagung von der assyrischen Oberherrschaft (vergl. [2Koe 16,7]) wie in dem Kriege gegen die Philister, welche unter Achaz Teile von Juda in Besitz genommen. [2Chr 28,18] - und er handelte weise in allem, was er vornahm. Auch erhob er sich gegen den König von Assyrien und blieb ihm nicht dienstbar. Er schlug die Philister bis nach Gaza und ihr gesamtes Gebiet, von den Wächtertürmen an bis zu den befestigten Städten. Im vierten Jahre des Königs Ezechias, welches das siebente Jahr Osees, des Sohnes Elas, des Königs von Israel, war, zog Salmanasar, der König von Assyrien, gegen Samaria herauf und griff es an und nahm es ein; denn nach drei Jahren, im sechsten Jahre des Ezechias, das ist im neunten Jahre Osees, des Königs von Israel, wurde Samaria eingenommen. Dieses Ereignis, das in das 6. Jahr des Ezechias fällt, wird im Gegensatze zu der in das 14. Jahr des Königs fallenden Rettung Jerusalems noch einmal erwähnt. Israel ging unter, weil es vom Herrn abgefallen. - Und der König von Assyrien führte Israel weg nach Assyrien und versetzte sie an den Hala und Habor, Flüsse von Gozan, in Hebr.: und in … wie [2Koe 17,6] - die Städte der Meder; weil sie auf die Stimme des Herrn, ihres Gottes, nicht hörten, sondern seinen Bund übertraten; auf nichts von dem, was Moses, der Diener des Herrn, geboten hatte, hörten sie oder taten es. Im vierzehnten Jahre des Königs Ezechias zog Sennacherib, Keilinschrift Sin-ahi-irib (Der Mond schenkt der Brüder viele.) - der König von Assyrien, gegen alle festen Städte Judas heran und nahm sie ein. Sein eigentliches Ziel war Ägypten. (Keilinschr. Herod.) [2Chr 32,1] genauer: Er belagerte die festen Städte und dachte sie für sich zu erobern. Jedenfalls nahm er nicht alle ein. [2Koe 19,8] - Da Der Bericht des Isaias ist gekürzt. - sandte Ezechias, der König von Juda, Boten zu dem Könige von Assyrien nach Lachis und ließ ihm sagen: Ich habe gefehlt, Ich habe gefehlt, indem ich mir und meinem Reiche eine so große Gefahr bereitete. Eine von der Not abgedrungene Erklärung. - ziehe wieder von mir ab, und ich will alles, was du mir auferlegst, auf mich nehmen. Da legte der König der Assyrier Ezechias, dem Könige von Juda, dreihundert Talente Silbers und dreißig Talente Goldes auf. Nach ungefährer Berechnung 6 Mill. Mark. - Und Ezechias gab alles Silber her, das sich in dem Hause des Herrn und in den Schätzen des Königs fand. In jener Zeit zerschlug Ezechias die Türen am Tempel des Herrn und die Goldbleche, welche er hatte anschlagen lassen, Bei der Wiederherstellung des Gottesdienstes. [2Chr 29,3] - und gab diese dem Könige von Assyrien. Der König von Assyrien aber Nach Fl. Josephus hatte er zugesagt, er werde nicht gegen Jerusalem ziehen, wenn er das Lösegeld erhalte. - sandte von Lachis Tharthan, Rabsaris und Rabsakes Es sind drei Amtsnamen. Tharthan: Oberfeldherr (assyr. Tartan-nu). Rabsaris ist der Oberste der Höflinge, Rabsakes Obermundschenk. Dass Sanherib drei solche Beamte sendet, soll der Sache Nachdruck geben. - gegen den König Ezechias, mit einer starken Mannschaft nach Jerusalem; diese zogen hinauf und stellten sich, als sie nach Jerusalem kamen, bei der Wasserleitung des obern Teiches auf, welcher an der Straße des Walkerfeldes liegt. Diese Leitung bestand schon unter Achaz, vergl. [Jes 7,3], sie begann am Teiche Gihon. - Alsdann riefen sie den König. Da ging Eliakim, der Sohn des Helkias, der Vorsteher des Hauses, und Sobna, der Schreiber, und Joahe, der Sohn Asaphs, der Kanzler, zu ihnen hinaus. Ezechias hält es wohl unter seiner Würde, persönlich mit den Beamten Sennacheribs zu reden. - Und Rabsakes Er verstand wohl die hebräische Sprache besser als die beiden anderen. - sprach zu ihnen: Saget dem Ezechias: So spricht der große König, der König von Assyrien: Was ist dies für eine Zuversicht, auf welche du dich stützest? Ausdruck der Bewunderung. - Geht etwa deine Absicht dahin, dich zum Kampfe zu rüsten? Hebr.: Meinst du etwa, es sei ein bloßes Gerede, Rat und Stärke zum Kampfe zeigen? - auf wen vertrauest du, dass du es wagst, dich zu empören? Hoffest du auf den zerknickten Rohrstab, auf Ägypten, der, wenn jemand sich darauf lehnt, Wenn jemand, indem er ihn für ganz hält, sich darauf lehnt, verwundet ihm der obere splittervolle Teil die Hand. Dasselbe Bild [Ez 29,6ff] - in Stücke zerbricht und ihm in die Hand fährt und sie durchbohrt? So ist Pharao, der König von Ägypten, für alle, die auf ihn Vertrauen setzen. Wenn ihr mir aber sagen solltet: Auf den Herrn, unsern Gott, setzen wir unser Vertrauen; ist das nicht derselbe, dessen Höhen und Altäre Ezechias abgeschafft hat, Dadurch will Rabsakes das Volk, das noch an Ezechias hängt, gegen denselben aufreizen. - da er Juda und Jerusalem befahl: Vor diesem Altare sollt ihr in Jerusalem anbeten? Gehet also zu meinem Herrn, dem Könige von Assyrien, über, so will ich euch zweitausend Rosse geben, und sehet dann zu, ob ihr die Reiter dazu aufbringen könnt! Wie könnt ihr auch nur einem Statthalter unter den geringsten Dienern meines Herrn widerstehen? Oder setzest du Vertrauen auf Ägypten wegen seiner Wagen und Reiter? Bin ich denn ohne des Herrn Willen herangezogen gegen diesen Ort, ihn zu zerstören? Der Herr hat zu mir gesprochen: Ziehe hinauf gegen dies Land und verheere es! Er stellt sich (vergl. V. 34, V. 35), als ob er an den Gott Israels glaubt. - Da sprachen Eliakim, der Sohn des Helkias, und Sobna und Joahe zu Rabsakes: Da die stolzen Reden Rabsakes auf die jüdischen Krieger einen entmutigenden Eindruck machen konnten, unterbrachen ihn die Abgesandten. - Wir bitten dich, rede mit uns, deinen Dienern, syrisch, Oder Aramäisch. Aramäisch war die Sprache, in der die assyrischen Diplomaten mit den Westländern verkehrten. - denn wir verstehen diese Sprache; aber rede nicht jüdisch mit uns, da das Volk es hört, welches auf der Mauer ist. Rabsakes aber antwortete ihnen und sprach: Er will gerade zum Volke reden. - Hat mich denn mein Herr an deinen Herrn und an dich gesandt, um diese Worte zu reden, und nicht vielmehr an die Männer, welche auf der Mauer sitzen, dass sie mit euch ihren eigenen Kot essen und ihren Harn trinken müssen? In so furchtbare Not werden sie durch eure Schuld kommen. - Rabsakes also trat hin und rief mit lauter Stimme in jüdischer Sprache: Höret die Worte des großen Königs, des Königs von Assyrien! Also spricht der König: Lasset euch von Ezechias nicht verführen; denn er wird nicht imstande sein, euch aus meiner Hand zu retten. Und lasset euch nicht von ihm auf den Herrn vertrösten, wenn er sagt: Der Herr wird uns sicherlich befreien und diese Stadt wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden. Höret nicht auf Ezechias! Denn so spricht der König von Assyrien: Verhandelt mit mir, was euch nützlich ist, Hebr.: Machet mit mir Frieden. - und kommet heraus zu mir, so sollt ihr ein jeder von seinem Weinberge und von seinem Feigenbaum essen und sollt Wasser aus euern Brunnen trinken, bis ich komme Sanherib stellt sich wie ein Vater, der für seine lieben Kinder erst die notwendigen Vorbereitungen treffen will. - und euch in ein Land hinüberführe, das euerm Lande gleich ist, in ein fruchtbares Land, wo Wein ergiebig wächst, in ein Land, das Brot und Weinberge hat, in ein Land, das Ölbäume und Öl und Honig hat, und ihr werdet am Leben bleiben und nicht sterben! Höret nicht auf Ezechias, der euch täuscht, wenn er spricht: Der Herr wird uns befreien! Haben denn die Götter der Völker ihr Land aus der Hand des Königs von Assyrien befreit? Wo ist der Gott von Emath und Arphad? Wo ist der Gott von Sepharvaim, Ana und Ava? Vier Tagereisen von Bagdad. Rabsakes sagt nicht, dass Sanherib selbst, sondern dass die assyrischen Könige diese Städte eingenommen haben. Auch sagt er nicht, dass Samaria von Sennacherib erobert sei, sondern einzig, dass es nicht von einem Gotte seiner Hand entrissen sei. Durch den Ausdruck: „Ich“ denkt er sich als eines mit seinen Vorgängern. Haben sie etwa Samaria aus meiner Hand gerettet? Welche sind denn unter allen Göttern der Länder diejenigen, welche ihr Gebiet aus meiner Hand errettet haben, dass der Herr Jerusalem aus meiner Hand sollte retten können? Das Volk schwieg hierzu still und antwortete ihm nichts, denn sie hatten den Befehl vom König empfangen, ihm nicht zu antworten. Und Eliakim, der Sohn des Helkias, der Vorsteher des Hauses, Sobna, der Schreiber, und Joahe, der Sohn Asaphs, der Kanzler, kamen mit zerrissenen Kleidern zu Ezechias und berichteten ihm die Worte Rabsakes.

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