2. Könige 19

c. Ezechias wird von den Propheten Isaias ermutigt (V. 19) und erhält eine Weissagung, dass der König von Assyrien in Kürze sterben werde (V. 34), was in der Tat eintrifft.

Als der König Ezechias diese Worte vernahm, zerriss er seine Kleider, legte ein härenes Gewand Als Trauer- und Bußkleid. In der Bedrohung sieht er eine göttliche Züchtigung. - an und ging in das Haus des Herrn. Eliakim aber, den Vorsteher des Hauses, und Sobna, den Schreiber, und die Ältesten Die Angesehensten. - der Priester sandte er, in härene Gewänder gehüllt, zu dem Propheten Isaias, dem Sohne Amos. Die Priester waren nur Diener Gottes vermöge ihrer Abstammung, die Propheten persönlich von Gott erwählte, mit seinem Geist erfüllte Männer. - Diese sprachen: So spricht Ezechias: Ein Tag der Trübsal und der Züchtigung und der Lästerung Hebr.: Der Bedrängnis, Züchtigung und Verwerfung. - ist dieser Tag; die Kinder sind bis zur Geburt gekommen und die Gebärende hat keine Kräfte. Bild der größten Not und Schwäche. - Der Herr, dein Gott, hört alle Worte Rabsakes, welchen der König von Assyrien, sein Herr, gesandt, um den lebendigen Gott zu lästern und Andere übersetzen die nachfolgenden Worte anders. - mit Worten zu schmähen, die der Herr, dein Gott, gehört hat; so verrichte denn ein Gebet für den Überrest, Die welche, wie namentlich Jerusalem, sich noch nicht in der Gewalt der Assyrier befinden. - der sich vorfindet. Die Diener des Königs Ezechias kamen also zu Isaias. Isaias sprach zu ihnen: Saget euerm Herrn dies: So spricht der Herr: Fürchte dich nicht vor den Worten, welche du gehört hast, mit denen mich die Diener Im Hebr. ein geringschätziger Ausdruck, etwa Bediente. - des Königs von Assyrien gelästert haben. Siehe, ich werde ihm einen Geist zusenden, Einen solchen Geist (verzagten Sinn) in ihn senden, dass er auf eine ihm zukommende Nachricht zurückkehrt. Die Nachricht ist vom Aufbruche des Tharaka. - dass er ein Gerücht hört und in sein Land zurückkehrt, und ich werde ihn in seinem Lande durch das Schwert fallen lassen. Rabsakes also kehrte zurück Von Jerusalem. - und fand den König von Assyrien gegen Lobna kämpfend; denn er hatte gehört, dass er von Lachis abgezogen war. Als er Sennacherib. - nun von Tharaka, dem Könige von Äthiopien, Tharaka (Thirhaka), der dritte und letzte König der 25. (äthiopischen) Dynastie. Dieser wollte Sennacheribs Einfall zuvorkommen, der bemüht war, in Juda festen Fuß zu fassen, ehe er weiter zog. - sagen hörte: Siehe, er ist ausgezogen, um gegen dich zu kämpfen, und da dieser gegen ihn Sanherib gegen Tharaka. Die Worte fehlen im Hebräischen. - zog, sandte er Boten zu Ezechias und sprach zu ihnen: Die Gründe, welche Sennacherib vorbringt, sind nicht verschieden von denen Rabsakes. Doch hofft Sennacherib von einer an Ezechias selbst gerichteten Botschaft mehr Erfolg. - So saget zu Ezechias, dem Könige von Juda: Lass dich nicht von deinem Gott, auf den du Vertrauen setzest, betören und sage nicht: Jerusalem wird nicht in die Hände des Königs von Assyrien überliefert werden. Denn du hast selbst gehört, was die Könige von Assyrien allen Ländern angetan haben, wie sie dieselben verheert Gebannt, dem Verderben geweiht. - haben; solltest du also etwa allein gerettet werden können? Haben denn die Götter der Völker alle diejenigen errettet, welche meine Väter vernichteten, Gozan nämlich, Haran, Reseph und die Söhne Edens, welche in Thelassar waren? Zuerst werden Länder genannt, welche Rabsakes [2Koe 18,34] nicht erwähnt hatte. - Wo ist der König von Emath und der König von Arphad und der König der Stadt Sepharvaim, Ana und Ava? Als Ezechias den Brief aus der Hand der Boten genommen und gelesen hatte, ging er in das Haus des Herrn hinauf, breitete ihn vor dem Herrn Gleichsam vor dem Throne Jahves aus. Er übergibt den Brief, die Lästerung, feierlich dem Herrn, diesem die Rache anheimstellend. Welch Gegensatz: der stolze Sennacherib und der demütige, fromme Ezechias. - aus und betete vor seinem Angesichte und sprach: Herr, du Gott Israels! Der du Israel aus allen Völkern auserwählt hast und nicht der Gott eines Landes bist, sondern Herr des Himmels und der Erde. - der du über den Cherubim schwebst, du bist allein Gott über alle Könige auf Erden, du hast Himmel und Erde erschaffen. Neige dein Ohr und höre; öffne, Herr, deine Augen und siehe. Nicht etwa den Brief, sondern allgemein. (Vergl. [Jes 1,15].) - Höre alle Worte Sennacheribs, welcher hergesandt hat, um den lebendigen Gott vor uns zu lästern. In der Tat, Herr! haben die Könige von Assyrien die Völker und alle ihre Länder verheert und haben ihre Götter ins Feuer geworfen; denn es waren keine Götter, sondern Gebilde von Menschenhänden aus Holz und Stein, darum haben sie dieselben vernichtet. Nun also, Herr, unser Gott! rette uns aus seiner Hand, damit alle Reiche der Erde erkennen, dass du, der Herr, allein Gott bist. Isaias aber, der Sohn des Amos, sandte zu Ezechias und ließ ihm sagen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Um was du mich wegen Sennacherib, des Königs von Assyrien, gebeten hast, habe ich gehört. Dies ist der Ausspruch, welchen der Herr über ihn getan hat: Es verachtet dich und es spottet deiner die Jungfrau, die Tochter Sion; Das um Sion liegende jungfräuliche Jerusalem. - hinter dir her schüttelt Von hinten nach vorn nickend als Zeichen des Spottes: So musste es kommen. - das Haupt die Tochter Jerusalem! Wem hast du Hohn gesprochen und wen hast du gelästert? Gegen wen hast du deine Stimme erhoben und deine Augen zur Höhe erhoben? Gegen den Heiligen Israels! Durch deine Diener Boten, die V. 9 genannten. - hast du den Herrn gelästert und gesagt: Mit der Menge meiner Wagen ersteige ich die Höhen der Berge, Ich dringe vor bis an die Raststätte des Gipfels, Jerusalem, bis zum Walde des Lustgartens, der Königsburg. - die höchste Höhe des Libanon, und ich fälle seine hohen Zedern und seine auserlesenen Tannen. Ich dringe bis an seine Grenzen und haue um den Wald seines Karmels. Der Libanon ist gleichsam die Pforte von Chanaan, wer ihn erklimmt, dem steht das Land offen. - Und ich trinke fremde Wasser, Hebr.: Ich grabe Brunnen auf und trinke fremdes Wasser. – Vor ihm, dem Feinde, verschüttete Brunnen gräbt er wieder auf. - mit den Tritten meiner Füße trockne ich alle verschlossenen Wasser. Mit der Sohle meiner Füße lege ich alle Ströme Ägyptens trocken. Die Fülle des Wassers im Nil und in den Kanälen wird mich nicht aufhalten. - Hast du Antwort Gottes. - denn nicht gehört, Hast du das noch nie gehört? So vernimm es denn. - was ich von Anbeginn an getan habe? Seit den Zeiten der Vorzeit habe ich es vorbereitet und nun habe ich es herbeigeführt, und die festen Städte der Kämpfenden werden zu Wüsten werden. Ihre Bewohner bebten in ihrer Ohnmacht Nicht deine Macht hat die Bewohner machtlos gemacht, sondern mein Ratschluss. - und wurden zu Schanden; sie wurden wie Heu des Feldes und wie auf den Dächern wachsendes Gras, das verdorrt, ehe es zur Reife kommt. Die gleichen Bilder [Ps 36,2, Jes 40,7]. Hebr.: Und wie Gras der Dächer und Brandkorn, bevor es aufgeschossen. Das Gras der Dächer welkt schnell, weil es ihm am Erdreiche gebricht, das Brandkorn vor dem Halm ist das Korn, das brandig wird und verdorrt, ehe es noch im Halme aufschießt. - Dein Wohnen, deinen Ausgang und deinen Eingang Dein gesamtes Tun. - und deinen Weg und dein Toben gegen mich habe ich vorher gewusst. Du hast gegen mich gerast und dein Übermut ist zu meinen Ohren emporgedrungen, darum werde ich dir einen Hebr.: meinen. - Ring durch die Nase ziehen und einen Zaum an die Lippen legen Das erste Bild ist von der Zähmung eines reißenden Tieres, das zweite von der Bändigung eines wilden Pferdes hergenommen. - und dich zurückführen auf dem Wege, auf dem du gekommen bist. Dir aber, Ezechias, soll dies zum Zeichen sein: In diesem Jahre iss, was du findest; im zweiten Jahre, was von selber wächst; Als Zeichen dient meist entweder ein Wunder oder ein Symbol, hier ein natürliches Zeichen als Beglaubigung einer Weissagung. Hebr.: Essen das eine Jahr das Nachgewachsene, im zweiten das Wildgewachsene, und im dritten Jahre usw. Im Ersten Jahre waren die Assyrer eingefallen und das Land konnte nicht bebaut werden, im zweiten waren sie noch da und die Ernte fiel aus, im dritten zogen sie ab und das Land konnte wieder bebaut werden. Also: so gewiss ihr zwei Jahre hindurch von Brachwuchs und Nachspross gelebt habt, so gewiss sollt ihr im dritten Jahre säen und ernten (denn das Land wird befreit sein). - im dritten Jahre aber säet und erntet, pflanzet Weinberge und genießet ihre Frucht. Und was dann immer vom Hause Juda übrig sein wird, soll unten Wurzel schlagen und oben Früchte tragen; Der Einfall der Assyrer ist ein göttliches Strafgericht, doch wird ein Überrest bleiben und dieser neu gefestigt werden. - denn von Jerusalem wird was noch übrig ist, ausgehen, und was gerettet wird, vom Berge Sion. Jerusalem ist der Mittelpunkt des Gottesreiches, darum soll von ihm Rettung ausgehen. Diese Rettung ist ein Vorspiel und Vorbild der Errettung des Volkes Gottes von allem widergöttlichen Wesen durch den Messias. - Der Eifer des Herrn der Heerscharen wird dies tun. Darum spricht der Herr also über den König von Assyrien: Er soll nicht in diese Stadt kommen noch einen Pfeil in dieselbe schießen, noch soll ein Schild vor ihr erhoben werden noch ein Wall sie umschließen. Auf dem Wege, auf dem er gekommen, soll er zurückkehren und in diese Stadt soll er nicht eindringen, spricht der Herr. Und ich werde diese Stadt beschützen und sie retten um meinetwillen und um meines Dieners Davids willen. Die vier Ausdrücke V. 33, V. 34 enthalten eine Steigerung. -
Das Heer Sennacheribs wird vernichtet
Da geschah es in jener Nacht, Das Lager der Assyrer war noch vor Lobna. Die Septuag liest nur: bei Nacht. Mit dieser Katastrophe war die Weissagung [Jes 37,33-38, 2Koe 19,32-37] erfüllt. - dass der Engel des Herrn Derselbe Engel des Herrn, der die Erstgeborenen Ägyptens geschlagen [2Mos 12,29] und nach der Zählung Davids die Pest über Israel verhängt hat. [2Sam 24,15ff] Nach Flav. Jos. raffte eine Pest das Heer dahin. - kam und im Lager der Assyrer hundert und fünfundachtzigtausend Mann Unter den Getöteten waren auch die Fürsten und Obersten. [2Chr 32,21] Der stolze Sennacherib war gedemütigt, doch eine noch härtere Strafe war ihm von Gott aufbewahrt. Das große heidnische Reich, vor dem alle Völker zitterten, ward vor dem schwachen Juda, dessen Gott es verhöhnt, zu Schanden. - erschlug. Als nun jener Hebr.: Man stand auf, man sah. - sich des Morgens erhob, sah er alle Leichen der Gestorbenen; da brach er auf und zog davon. So kehrte Sennacherib, der König von Assyrien, heim und blieb in Ninive. Unternahm keinen Feldzug mehr gegen Juda. Der ganze Bericht ist durch gleichzeitige assyrische Prunkschriften bis ins einzelne bestätigt. Selbst die Niederlage ist durch beredtes Schweigen bezeugt. - Als er aber im Tempel des Nesroch Ein als Spender des Guten verehrter Götze. seinen Gott anbetete, erschlugen ihn Adramelech und Sarasar, seine Söhne, mit dem Schwerte und flohen in das Land der Armenier und sein Sohn Asarhaddon ward König an seiner Statt.

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