2. Könige 9

B. Jehu wird von dem Propheten Eliseus als König von Israel aufgestellt, um das Haus Achabs zu vernichten. (9,1 – 10,7) a. Eliseus salbt durch einen seiner Jünger Jehu. (V. 10) b. Jehu wird von den Kriegsobersten als König anerkannt (V. 15), zieht nach Jezrahel, wo Joram, der Sohn Achabs, Königs von Israel, und Ochozias, der Neffe Achabs, König von Juda, weilen, und tötet sie. (V. 29) c. Auch Jezabel, die gottlose Gattin Achabs, wird in Jezrahel getötet.

Der Prophet Eliseus aber rief einen von den Söhnen der Propheten und sprach zu ihm: Gürte deine Lenden, nimm dieses Ölfläschchen in deine Hand und gehe nach Ramoth Galaad. Während das israelitische Heer in Ramoth steht, erhebt Eliseus Jehu (der Voraussagung [1Koe 19,16] entsprechend), zur Königswürde. - Und wenn du dahin gekommen bist, wirst du Jehu, Jehu wird auf Keilinschriften zweimal als Salmanasar II. tributpflichtig genannt. - den Sohn Josaphats, des Sohnes Namsi, sehen. Gehe hinein und lass ihn sich aus der Mitte seiner Brüder erheben, und führe ihn in das innerste Gemach. Alsdann nimm das Ölfläschchen, schütte es über sein Haupt aus und sage: So spricht der Herr: Ich habe dich zum Könige über Israel gesalbt. Der hier in allgemeinen Umrissen gekennzeichnete Auftrag wird V. 6 weiter ausgeführt. - Darnach öffne die Tür und fliehe, So entziehe dich allen weiteren Erklärungen. - ohne daselbst zu verweilen. Da ging der Jüngling, der Diener des Propheten, hin nach Ramoth Galaad. Als er daselbst eintrat, siehe, da saßen die Heerführer, und er sprach: Ich habe dir etwas zu sagen, o Befehlshaber! Jehu sprach: Wem von uns allen? Er antwortete: Dir, Befehlshaber! Da stand dieser auf und ging in die Kammer. Jener aber goss Öl über sein Haupt und sprach: So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum Könige über das Volk des Herrn Israel gesalbt und du sollst das Haus Achabs, deines Herrn, schlagen, Ausrotten. - dass ich so das Blut meiner Diener, der Propheten, und das Blut aller Diener des Herrn an Jezabel räche. Und ich werde das ganze Haus Achabs vertilgen und von Achab töten, wer die Wand nässt, wie den Eingeschlossenen so den Geringsten in Israel. Dieser Urteilsspruch, die Wiederholung der Worte verschiedener Propheten zu verschiedenen Zeiten, ist der feststehende göttliche Spruch über alle Königshäuser. (Jeroboam [1Koe 14,10], Baasa [1Koe 16,3]; Achab [1Koe 21,21]) - Und ich werde das Haus Achabs machen wie das Haus Jeroboams, des Sohnes Nabats, und wie das Haus Baasas, des Sohnes Ahias. Jezabel aber sollen die Hunde auf dem Felde von Jezrahel fressen und niemand wird sie begraben. Dann öffnete er die Türe und floh davon. Als nun Jehu zu den Dienern seines Herrn herauskam, sprachen diese zu ihm: Ist alles wohl? Warum ist dieser Wahnwitzige Sie nennen ihn vielleicht so wegen seines hastigen und stürmischen Davoneilens. - zu dir gekommen? Er antwortete ihnen: Ihr kennt den Mann und was er gesprochen hat. Oder: er war ja in Gedanken vertieft (wie Propheten pflegen). - Sie aber antworteten: Das ist nicht wahr, Das Verhalten des Propheten deutete Wichtiges an und Jehu selbst vermochte wohl seiner Bewegung nicht Herr zu werden. - sage du es uns vielmehr! Da sprach er zu ihnen: So und so hat er zu mir geredet und gesagt: Also spricht der Herr: Ich habe dich zum Könige über Israel gesalbt! Dass Jehu von Gott zum Könige erwählt ward, geschah wohl teils, weil er ein Feind des Götzendienstes war (V. 22) und das Auftreten des Propheten Elias ihm besonders tief im Gedächtnis und Herz geblieben. (V. 25, V. 26), teils weil er ein Mann von Energie war, der von keinem Hindernisse zurückschreckte, ohne dass es ihm an Klugheit gebrach. (V. 11, [2Koe 11,11.15.18]) Er führte wohl in Ramoth den Oberbefehl und genoss allgemeines Vertrauen. - Da nahmen sie alle eilig ihre Mäntel und legten sie unter seine Füße, nach Art eines Thrones, und stießen in die Posaune und sprachen: Jehu ist König geworden! So stiftete Jehu, der Sohn Josaphats, des Sohnes Namsi, eine Verschwörung gegen Joram; Joram aber hatte mit ganz Israel Ramoth Galaad belagert, Hebr.: Zu Ramoth gegen Hazael Wache gehalten. - gegen Hazael, den König von Syrien, und war zurückgekehrt, um sich in Jezrahel von seinen Wunden heilen zu lassen, weil die Syrer ihn geschlagen hatten, als er gegen Hazael, den König von Syrien, kämpfte. Und Jehu sprach: Ist es euch genehm, so soll niemand aus der Stadt entweichen, damit er nicht hingehe und nach Jezrahel Botschaft bringe. Hierauf bestieg er den Wagen und zog nach Jezrahel, denn dort lag Joram krank und Ochozias, der König von Juda, war gekommen, Joram zu besuchen. Da sah der Wächter, der auf dem Turme von Jezrahel stand, die Schar Jehus kommen und sprach: Ich sehe eine Schar! Joram sprach: Nimm einen Wagen und sende ihnen diesen entgegen und der Bote sage: Ist alles recht? Da zog der, der den Wagen bestiegen, jenem entgegen und sprach: So spricht der König: Ist alles friedlich? Kommt ihr in friedlicher oder in feindlicher Absicht? - Jehu sprach: Was geht dich der Friede an? Was hast du dich um den Frieden zu bekümmern? - Komme herüber und folge mir! Da meldete der Wächter dies und sprach: Der Bote ist zu ihnen gekommen, aber er kehrt nicht wieder zurück. Nun entsandte er noch einen zweiten bespannten Wagen; als dieser Bote Wagenführer. - zu ihnen kam, sprach er: So spricht der König: Ist Friede? Jehu antwortete: Was geht dich der Friede an? Komme herüber und folge mir! Die beiden Wagenführer sollen Joram nicht warnen. - Da berichtete der Wächter und sprach: Er ist bis zu ihnen gekommen, aber er kehrt nicht wieder zurück; der Zug ist wie der Zug Jehus, des Sohnes Namsis, denn er zieht mit Ungestüm daher. Als der König den Namen Jehu hört, wird er besorgt. Doch hofft er wohl auf eine Siegesnachricht, da er sonst jenem nicht entgegenfahren würde. - Joram sprach: Bespanne den Wagen! Und man bespannte seinen Wagen und Joram, der König von Israel, und Ochozias, der König von Juda, zogen aus, ein jeder auf seinem Wagen, Jehu entgegen und sie trafen ihn auf dem Acker Naboths, des Jezraheliters. Der Acker gehörte jetzt zu den königlichen Gärten. - Als nun Joram den Jehu sah, fragte er: Ist Friede, Jehu? Dieser aber antwortete: Was für ein Friede? Nicht Frieden, sondern Krieg bringe ich dir. - Noch sind die Buhlereien Vergl. [3Mos 17,7]. - deiner Mutter Jezabel und ihre vielen Zaubereien im Schwunge. Da lenkte Joram um und floh und sprach zu Ochozias: Verrat, Ochozias! Jehu aber spannte den Bogen und schoss Joram zwischen die Schultern, dass der Pfeil ihm durch das Herz hindurchging und herausdrang und er alsbald auf seinem Wagen zusammenbrach. Erst als Joram sich für den Götzendienst Jezabels erklärt hat, tötet Jehu ihn und ebenso Ochozias, als dieser für Jezabel eintritt. - Da sprach Jehu zu Badaker, seinem Lenker: Nimm ihn und wirf ihn auf das Feld Naboths, des Jezraheliters, denn ich erinnere mich noch des Augenblickes, da ich und du auf dem Wagen saßen und wir seinem Vater Achab folgten, als der Herr diese Last Strafverkündende Weissagung. - über ihn erhob und sprach: Wahrlich! das Blut Naboths und das Blut seiner Söhne, Wie der Mord Naboth und seine Söhne dahingerafft, so trifft die Strafe Achab und seine Söhne. - das ich gestern Erst vor kurzem. - gesehen habe, spricht der Herr, werde ich dir auf diesem Felde vergelten, spricht der Herr. So hebe ihn nun herunter und wirf ihn auf den Acker, nach dem Worte des Herrn! Er will zeigen, dass er nur Vollstrecker der Aussprüche des Herrn ist. Die Regierung des Hauses Achabs war das Gegenteil von dem gewesen, was ihr Königtum leisten sollte. Statt die Rechte und Gebote Jahves zu beobachten, auf denen Israels Anspruch beruhte, das auserwählte Volk zu sein [5Mos 17,19.20], war diese Periode eine fortwährende Empörung gegen Jahve gewesen. Dauerte diese Herrschaft fort, so fiel das Volk wohl zum Heidentum ab und hörte auf, Gottes Volk zu sein. Nachdem das Haus Achabs sich 40 Jahre hindurch unbußfertig gezeigt, kam das Gericht Gottes über dasselbe, welches die gottgewollte Ordnung wiederherstellen sollte. Zu dieser Wiederherstellung sollte Eliseus als Prophet mitwirken. - Als Ochozias, der König von Juda, dies sah, floh er auf dem Wege zum Gartenhause. Jehu aber jagte ihm nach Da Jehu darin ein göttliches Verhängnis sah, dass Joram bei dem Felde Naboths fiel, stürmte er weiter in ungestümem Treiben. - und sprach: Auch diesen erschlaget auf seinem Wagen! Und sie schlugen Verwundeten ihn schwer. - ihn auf der Anhöhe Gaver, welche bei Jeblaam ist; doch entkam er nach Mageddo und starb daselbst. Und seine Diener legten ihn auf seinen Wagen und brachten ihn nach Jerusalem und begruben ihn in dem Grabe bei seinen Vätern in der Davidsstadt. Im elften Jahre Jorams, des Sohnes Achabs, ward Ochozias König über Juda, Als Mitregent. Vergl. [2Koe 8,25]: Je nachdem das Jahr voll gezählt wird oder nicht, ist es das 11. oder 12. - Jehu aber kam nach Jezrahel. Als Jezabel von seinem Einzug hörte, bemalte sie ihre Augen mit Schminke, Mit Spießglanz, einer beliebten Augenschminke. Sie wollte wohl Jehu so als Königin entgegentreten und, wo möglich, Widerstand leisten, wie V. 32 zeigt. - schmückte ihr Haupt und schaute durch das Fenster auf Jehu, als er zum Tore hereinzog, und sprach: Hebr.: Ist's Friede? (oder Krieg?) Soll Friede oder Krieg zwischen uns sein? Willst du dich mir, der Königin, jetzt unterwerfen oder beharrst du darauf, deinen Frevel fortzuführen? - Kann es Zambri, der seinen Herrn getötet hat, wohl ergehen? Sie will auf das Schicksal hinweisen, das sich Jehu gleich jenem [1Koe 16,10.18] durch den Königsmord bereiten wird, um ihn einzuschüchtern. - Da erhob Jehu sein Angesicht nach dem Fenster hin und sprach: Wer ist diese? Hebr.: Wer hält es mit mir? Wer? Jehu hofft, dass Jezabel allgemein verhasst ist und niemand ihr beistehen wird. - Und es neigten sich zwei oder drei Kämmerer zu ihm herab. Aus einem Nebenfenster. -
Der Tod Jezabels
Zu diesen sprach er: Stürzet sie herab! Da stürzten sie sie herab, so dass die Wand mit ihrem Blute bespritzt ward, und die Hufe der Rosse zertraten sie. In Jezabel hatte die Sünde des Hauses Achabs ihre Höhe erreicht, ihr Tod ist auch das Schrecklichste des göttlichen Strafgerichtes. -
Jehus Gefährten finden die Überreste Jezabels
Als er nun eingezogen war, aß und trank er und sprach alsdann: Gehet hin und sehet nach jener Verfluchten, Der dem göttlichen Fluche Verfallenen, der Urheberin alles Unheils. - und begrabet sie, denn sie ist eine Königstochter. Als sie hingingen, um sie zu begraben, fanden sie nichts als den Schädel, die Füße und die Enden der Hände. Da kamen sie zurück und berichteten es ihm. Und Jehu sprach: Das ist das Wort des Herrn, das er durch seinen Diener, den Thesbiter Elias, geredet, da er sprach: Auf dem Felde von Jezrahel werden die Hunde das Fleisch Jezabels fressen Die äußerste Schmach soll ihr deshalb erspart bleiben. Als aber Jehu berichtet ward, die Beerdigung sei nicht mehr möglich, erinnert er sich an die von ihm selbst bereits V. 26 angeführte Prophezeiung [1Koe 21,23]. - und das Fleisch Jezabels soll dem Miste auf der Oberfläche der Erde gleich sein, auf dem Felde von Jezrahel, so dass die Vorübergehenden sagen: Ist dies jene Jezabel? Jezabels Andenken sollte aus dem Gedächtnisse der Menschen getilgt sein.

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