2. Samuel 11

3. David fällt und setzt sein Haus der größten Gefahr aus. (11,1 – 18,33) A. David begeht schwere Sünden und tut für dieselben Buße. (11,1 – 12,31) a. David begeht Ehebruch mit Bethsabee (V. 5), führt den Tod ihres Mannes herbei (V. 25) und nimmt Bethsabee zur Frau.

Es begab sich aber, als ein Jahr verflossen war, Am Anfange des nächsten Jahres [1Chr 20,1], beim Beginne des zweiten Krieges gegen Ammon. - zur Zeit, da die Könige gewöhnlich in den Krieg ziehen, sandte David den Joab und seine Leute Sie heißen auch Haus des Königs [2Sam 15,14.16] und werden [2Sam 15,18] von den Cerethern, Pheletern und Gethitern unterschieden. Es scheinen Hofleute zu sein, und nach dieser Stelle eher Krieger als Ratsherren. - mit ihm und ganz Israel und sie verheerten das Land der Söhne Ammons und belagerten Rabba, David aber blieb in Jerusalem. Während nun dies geschah, begab es sich, dass David sich am Nachmittage von seinem Lager erhob, um sich auf dem Söller des Königshauses zu ergehen; da sah er sich eine Frau gegenüber auf ihrem Söller baden, Es waren wohl keine anderen Häuser in der Nähe, von denen man in den Hof oder den Garten (nicht Söller, wie die Vulg. hat) hätte herabsehen können, auch war die Zeit, zu welcher David sich auf dem Söller erging, eine ungewöhnliche. Urias war jedenfalls ein angesehener Mann, da er mit dem Könige speiste (V. 13) und zu den Helden Davids gehörte. [2Sam 23,39] - die Frau aber war sehr schön. Da sandte der König hin und ließ fragen, wer die Frau wäre. Und es ward ihm berichtet, dass es Bethsabee, die Tochter Eliams, das Weib des Hethiters Hethiter waren noch zur Zeit Salomons, wenn auch nicht zahlreich, in Palästina. [1Koe 10,29] - Urias sei. Nun sandte David Boten hin und ließ sie holen. Da Frauen nicht an den Hof kamen und sie David nicht bekannt war. Die Versuchung wächst, da er hört, dass es die Frau eines Abwesenden ist. Bethsabee konnte eine Einladung zum König nicht ablehnen. - Sie aber ging zu ihm und er schlief bei ihr und alsbald reinigte sie sich von ihrer Verunreinigung. Und da sie in ihr Haus zurückkehrte, hatte sie empfangen. Und sie sandte hin und ließ David sagen und sprach: Ich habe empfangen. Sorge für deinen Ruf und für mein Leben. [3Mos 20,10] David will herbeiführen, dass Urias scheinbar Vater werde. - Da sandte David zu Joab und sprach: Sende den Hethiter Urias zu mir. Und Joab sandte Urias zu David. Als nun Urias zu David kam, fragte David, ob es um Joab und das Volk wohl stehe und wie der Krieg geführt werde. Dann sprach David zu Urias: Gehe in dein Haus und wasche deine Füße! Er soll sich von seinen Anstrengungen erholen. - Und als Urias aus dem Königshause herausging, folgte ihm Speise vom Könige nach. Urias aber legte sich vor dem Eingange des Königshauses bei den andern Dienern seines Herrn nieder und ging nicht in sein Haus hinab. Ob er etwas argwöhnte, ist schwer zu sagen. - Als man es nun David berichtete und sagte: Urias ist nicht in sein Haus gegangen, sprach David zu Urias: Bist du nicht von der Reise gekommen? Warum bist du nicht in dein Haus hinabgegangen? Urias sprach zu David: Die Lade Gottes und Israel und Juda wohnen unter Zelten Die Bundeslade war also, wie [1Sam 4,5], in's Lager gebracht. - und mein Herr Joab und die Diener meines Herrn lagern auf dem Erdboden und ich sollte in mein Haus gehen, um zu essen und zu trinken und bei meinem Weibe zu schlafen? Bei deinem Heile und bei dem Heile deiner Seele, das tue ich nicht! Da sprach David zu Urias: Bleibe heute noch hier und morgen werde ich dich ziehen lassen! So blieb Urias an diesem Tage und an dem andern in Jerusalem. Und David lud ihn ein, vor ihm zu essen und zu trinken, und machte ihn trunken. Ließ ihn gut trinken. - Am Abend aber ging er hinaus und schlief auf seinem Lager bei den Dienern seines Herrn und ging nicht in sein Haus hinab. Als es nun Morgen ward, schrieb David einen Brief an Joab und sandte ihn durch Urias ab. In dem Briefe schrieb er: Stellet Urias vornehin, wo der Kampf am heftigsten wütet, und dann lasset ihn im Stich, dass er erschlagen werde und umkomme. Da der erste Plan, sein Verbrechen zu verheimlichen, misslang, schickt David das Todesurteil gegen einen so unschuldigen und ihm treuen Mann durch diesen selbst. Joab hätte nicht gehorchen dürfen, doch er hoffte so umso mehr auf Straflosigkeit für seine Verbrechen, wenn der König eines ähnlichen schuldig ward. - Als nun Joab die Stadt belagerte, stellte er Urias an einen Ort, wo, wie er wusste, besonders tapfere Männer waren. Da nun die Männer aus der Stadt ausfielen und Joab angriffen, fielen einige von den Leuten Davids und auch der Hethiter Urias kam um. Da sandte Joab hin und berichtete dem David den ganzen Verlauf des Kampfes und befahl dem Boten und sprach: Wenn du dem Könige den ganzen Verlauf des Kampfes berichtet hast und ihn zornig werden siehst und er sagt: Warum seid ihr so nahe an die Mauer herangerückt, um zu kämpfen? Wusstet ihr nicht, dass von der Mauer viele Pfeile herabgeschossen werden? Wer hat Abimelech, den Sohn Jerobaals, erschlagen? Siehe [Rich 9,50]. - Hat nicht ein Weib in Thebes von der Mauer das Stück eines Mühlsteines auf ihn geworfen und ihn so getötet? Warum seid ihr so nahe an die Mauer herangerückt? So sprich: Auch dein Diener, der Hethiter Urias, ist gefallen. So ging der Bote denn ab und kam und erzählte David alles, was ihm Joab geboten hatte. Und der Bote sprach zu David: Die Männer erlangten die Oberhand über uns und fielen gegen uns in das freie Feld aus; wir aber warfen uns ihnen entgegen und verfolgten sie bis zum Tore der Stadt. Da richteten die Bogenschützen die Pfeile auf deine Diener von der Mauer herab und es blieben etliche von den Dienern des Königs tot, selbst auch dein Diener, der Hethiter Urias, ist umgekommen. Da sprach David zu dem Boten: Sage dies zu Joab: Lass darum deinen Mut nicht sinken, denn wechselnd ist des Krieges Los und das Schwert frisst bald diesen, bald jenen; lasse deine Krieger gegen die Stadt den Kampf fortführen, dass du sie zerstörest, und muntere sie auf! Als aber das Weib des Urias hörte, dass Urias, ihr Mann, gefallen sei, Zuerst mit Davids Befehl gegen Urias unbekannt, ahnt sie denselben jetzt. - trauerte sie um ihn. Jetzt war kein Gatte, keine Schande, keine Strafe zu fürchten, doch Gott? - Nachdem aber die Trauerzeit vorüber war, sandte David hin und ließ sie in sein Haus führen und sie ward sein Weib und gebar ihm einen Sohn. Aber diese Tat, welche David begangen hatte, missfiel dem Herrn. Wie im inneren Leben Davids mit dieser Sünde ein Wendepunkt eintrat, so auch in seiner Familie und seiner Regierung. Vergl. [2Sam 12,10.11]. Doch als Büßer ist David nicht weniger groß denn im Glanze seiner Herrschaft.

Zitiert in 3

  • Dieses Kapitel Dives In Misericordia(§4)Evangelium Vitae(§21)Reconciliatio Et Paenitentia(§13)