2. Samuel 17

3.) Absalom verfolgt, durch Chusai, den Ratgeber seines Vaters, bewogen, gegen Achitophels Rat David nicht sofort. (V. 14) David wird durch von Chusai gesandte Boten über die Pläne seines Sohnes unterrichtet. Absalom überschreitet den Jordan und greift seinen Vater an.

Achitophel also sprach zu Absalom: Ich werde mir zwölftausend Mann auswählen und mich aufmachen und David diese Nacht nachsetzen. So werde ich über ihn herfallen (denn er ist ermattet und kraftlos) und ihn schlagen; und wenn dann alles Volk, das bei ihm ist, flieht, so werde ich den verlassenen König erschlagen. Wurde David Zeit gelassen, Truppen zu sammeln, so kam Absaloms Sache in schwere Gefahr. - Alsdann werde ich das ganze Volk zurückführen, wie ein einziger Mann zurückzukommen pflegt; denn du suchest nur einen Mann, dann wird das ganze Volk Frieden haben. Ist nur David aus dem Wege geräumt, so gehorcht dir das ganze Volk. Er betrachtet Absalom als rechtmäßigen König, David als Verschwörer. - Seine Rede gefiel Absalom und allen Ältesten von Israel. Absalom indes sprach: Rufet den Arachiter Chusai, dass wir auch hören, was er sagt. Als nun Chusai zu Absalom kam, sprach Absalom zu ihm: Einen solchen Vorschlag hat Achitophel gemacht! Sollen wir dies tun oder nicht? Welchen Rat gibst du? Chusai sprach zu Absalom: Der Rat, welchen Achitophel diesmal gegeben, ist nicht gut. Und abermals sprach Chusai: Du kennst deinen Vater und die Leute, die bei ihm sind, wie tapfer und erbitterten Herzens sie sind, Zugleich eine Schmeichelei. [2Sam 16,21] hatte Chusai also nicht widersprochen. - wie wenn eine Bärin im Walde, der die Jungen geraubt sind, wütet; auch ist dein Vater doch ein kriegskundiger Mann und wird mit seinen Leuten nicht stehen bleiben. Der König ist nicht erschöpft, wie Achitophel meint, und wird diese Nacht weiterziehen. - Vielleicht liegt er jetzt in Schluchten verborgen oder an einem Orte, der ihm gefiel; und wenn am Anfange nur einer oder der andere fiele, so würde man davon hören und wer es hörte, würde sagen: Es ist unter dem Volke, welches Absalom folgte, eine Niederlage angerichtet. Dann wird auch der Tapferste, der ein Herz hat wie ein Löwe, vor Schreck zaghaft werden, denn das ganze Volk Israel weiß, dass dein Vater tapfer ist und alle, die bei ihm sind, tüchtige Krieger. Mir scheint vielmehr dieser Rat der rechte zu sein: Ganz Israel von Dan bis Bersabee sammle sich um dich, unzählbar, wie der Sand am Meere, und du selbst sei in ihrer Mitte. Chusai will Zeit gewinnen, darum widerlegt er alles, was Achitophel sagt. Zugleich schmeichelt er Absalom, dass dessen Anwesenheit Israel Mut machen und den Sieg sichern werde. - Dann wollen wir über ihn herfallen, wo er immer zu finden sein wird, und wollen uns auf ihn werfen, wie der Tau auf die Erde zu fallen pflegt, und von den Leuten, die bei ihm sind, auch nicht einen übrig lassen. Vergleich: die Unfehlbarkeit und Allgemeinheit beider. - Zieht er aber in eine Stadt, so soll ganz Israel diese Stadt Eine Stadt am Flusse. Achitophel hatte mit richtiger Kriegstaktik angegeben, was notwendig war. Chusai will Absalom scheinbar den Sieg aufsparen, den Achitophel allein gewinnen will. (Vergl. V. 1 mit [2Sam 12,27]) Mit einem schönen Vergleiche verhüllt er die Grundlosigkeit seiner Voraussetzung, auf die sein ganzer Rat sich stützt: dass ganz Israel zu Absalom stoßen werde. - mit Seilen umgeben und wir werden sie in das Tal reißen, dass auch nicht ein Stein mehr von ihr zu finden ist. Da sprach Absalom und alle Männer Israels: Der Rat Chusais, des Arachiters, ist besser, als der Rat Achitophels; der Herr aber fügte es so, dass der förderliche Rat Achitophels vereitelt ward, um Unglück über Absalom kommen zu lassen. Vielleicht wollte Absalom sich auch nicht in allem von Achitophel leiten lassen. David hatte [2Sam 15,31] gebetet, Gott möge Achitophel betören. Gott erhörte das Gebet, doch indem er andere betörte. Chusai sandte die Nachricht von der Verwerfung des Ratschlages Achitophels an den König, aber bald ihn, bald überzusetzen, aus Furcht, Absalom möchte anderen Sinnes werden. - Und Chusai sprach zu den Priestern Sadok und Abiathar: Das und das hat Achitophel dem Absalom und den Ältesten Israels geraten und das und das habe ich geraten. So sendet denn eilends hin und meldet David folgendes: Über die Mitteilung von Nachrichten war bereits Übereinkunft getroffen. - Verweile diese Nacht über nicht auf dem flachen Felde der Wüste, Diesseits des Jordans in der Nähe Absaloms. - sondern setze ohne Verzug über, damit der König nicht etwa samt allem Volke, das bei ihm ist, aufgerieben werde. Jonathas aber und Achimaas standen bei der Quelle Rogel und es ging eine Magd dorthin und brachte ihnen die Nachricht, Man wusste, dass die Priester zu David hielten, daher wird eine Magd als Mittelsperson gebraucht. Die Quelle Rogel lag an dem Punkte, an dem das Tal des Cedron und das Tal Ben Hierom zusammentreffen, also im Süden von Jerusalem. - alsdann zogen sie hin, um dem König David die Botschaft zu bringen; sie durften sich nämlich nicht sehen lassen noch in die Stadt kommen. Ein Diener Einer von Absaloms Kundschaftern. Nicht alle Bahuriter waren also Feinde Davids oder die Frau wusste nicht, weshalb die Söhne der Priester von den Soldaten gesucht wurden. - aber sah sie und zeigte es Absalom an. Sie gingen indes eilends in das Haus eines Mannes in Bahurim, welcher in seinem Hofe einen Brunnen hatte, und stiegen in diesen hinunter. Und die Frau nahm eine Decke und breitete sie über die Öffnung des Brunnens aus, als ob sie Gerstengraupen trocknete; so blieb die Sache verborgen. Als nun die Diener Absaloms in das Haus kamen, sprachen sie zu der Frau: Wo ist Achimaas und Jonathas? Die Frau antwortete ihnen: Sie sind eilig weitergegangen, nachdem sie ein wenig Wasser gekostet. Wenig glücklicher Zusatz der Vulgata. So wäre die Aufmerksamkeit auf den Brunnen gelenkt worden und der Blick auf denselben hätte den Schein verdächtigt, den die über denselben gebreitete Leinwand erweckte, als sei derselbe lange nicht gebraucht worden. Besser also mit Chald. und nach V. 21 zu übersetzen: Soeben überschritten sie den Fluss. Nun eilten die Soldaten, ohne das Haus zu durchsuchen, an den Jordan. (Hebr.: Diese aber suchten – nämlich am Jordan.) - Als aber die, welche sie suchten, sie nicht fanden, kehrten sie wieder nach Jerusalem zurück. Nachdem sie fortgegangen waren, stiegen jene aus dem Brunnen herauf und gingen weiter und brachten dem König David Kunde und sprachen: Brechet auf und setzet eilig über den Fluss, denn einen solchen Rat hat Achitophel gegen euch gegeben. Da machte sich David und das ganze Volk, das bei ihm war, auf und sie setzten über den Jordan, bis der Morgen anbrach; Nach Syr.: Bis es hell wurde. - nicht einer blieb zurück, der nicht über den Fluss gegangen wäre. Als nun Achitophel sah, dass sein Rat nicht befolgt war, Er sah ein, dass Absaloms Sache verloren war. Durch Achitophels Tod ward Davids Sache gestärkt, da Absalom nicht nur einen Ratgeber verlor, sondern auch dem Volke die Ursache seines Selbstmordes bekannt ward. Zudem konnte David nun ein Heer sammeln. - sattelte er seinen Esel, machte sich auf und ging zu seinem Hause in seine Stadt, dann bestellte er sein Haus, erhängte sich und starb und man begrub ihn im Grabe seines Vaters. David aber kam in die Lagerstadt, Mahanaim. - während Absalom den Jordan überschritt, er und alle Männer Israels mit ihm. An Stelle Joabs hatte Absalom Amasa über das Kriegsheer gesetzt. Amasa aber war der Sohn eines Mannes, welcher Jetra hieß, eines Jesraeliters, Besser nach [1Chr 2,17] Ismaelit. Da Abigail hier Tochter des Naas und nicht des Isais genannt wird, war sie wohl Isais Stieftochter und so Stiefschwester Davids. - der mit Abigail, einer Tochter Naas, der Schwester Sarvias, welche die Mutter Joabs war, Umgang gepflogen. Und Israel lagerte sich mit Absalom im Lande Galaad. Nachdem nun David in die Lagerstadt gekommen war, brachte ihm Sobi, der Sohn des Naas aus Rabbath der Söhne Ammons, und Machir, Der Miphiboseth aufgenommen hatte. [2Sam 9,4] - der Sohn Ammihels von Lodabar, und Berzellai, der Galaaditer, von Rogelim, Betten und Decken, und irdene Gefäße, Weizen, Gerste, Mehl, Röstkorn, Bohnen, Linsen, geröstete Kichererbsen, Honig, Butter, Schafe und fette Kälber; dies setzten sie David und dem Volke, welches mit ihm war, vor, denn sie vermuteten, dass das Volk durch Hunger und Durst in der Wüste ermattet war. Alles dies war aus freien Stücken gebracht. Nach Besiegung Hanons hatte David dessen Bruder Sobi zum tributpflichtigen Herrscher der Ammoniter eingesetzt. Machir, früher [2Sam 9,4] Saul zugetan, bleibt David treu.

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