2. Samuel 20

Unter Seba, einem Benjamiten, bricht ein neuer Aufstand aus (V. 7), den Joab unterdrückt. Seba wird getötet. (V. 22) C. David ordnet von neuem die Verwaltung seines wiederberuhigten Reiches.

Es begab sich ferner, dass daselbst ein Mann Belials war, mit Namen Seba, der Sohn Bochris, ein Mann aus dem Stamme Benjamin. Dieser stieß in die Posaune und sprach: Wir haben keinen Anteil an David und kein Erbe am Sohne Isais, Vergl. [2Sam 19,42]. - kehre zurück in deine Hütten, Israel! Da trennte sich ganz Israel von David Sie verlassen Galgala und ziehen auf das Gebirge Ephraim. - und schloss sich Seba, Seba, nicht weiter bekannt, griff die Äußerungen des Stammes Juda [2Sam 19,42] auf und wendete die Ausschließlichkeit gegen denselben: Sollen wir keinen Anteil am Könige haben, nun so wollen wir keinen. - dem Sohne Bochris, an; die Männer von Juda aber blieben ihrem Könige treu, vom Jordan bis nach Jerusalem. Als nun der König in sein Haus zu Jerusalem kam, nahm er die zehn Nebenfrauen, welche er zur Bewachung des Hauses zurückgelassen, Vergl. [2Sam 16,21]. - und versetzte sie in ein Warthaus, für ihren Unterhalt Sorge tragend, ging jedoch nicht zu ihnen, sondern sie waren abgeschlossen bis zum Tage ihres Todes und lebten wie Witwen. Sie waren öffentlich prosituirt. Da sie aber keine Schuld traf, gab David ihnen keinen Scheidebrief. - Der König aber sprach zu Amasa: Rufe mir alle Männer von Juda auf den dritten Tag zusammen und sei auch du zugegen! David will sein Versprechen [2Sam 19,13] erfüllen. - Amasa zog also hin, um Juda zu sammeln, aber er blieb über die bestimmte Zeit aus, die ihm der König festgesetzt hatte. Juda leistete wohl keinen Zuzug, weil man ihm wegen seiner Anhänglichkeit an Absalom misstraute. Vergl. [2Sam 17,25]. - Da sprach David zu Abisai: Syr. und Flav. Jos.: Zu Joab. - Nun wird uns Seba, der Sohn Bochris, noch mehr bedrängen als Absalom; darum nimm die Knechte deines Herrn und setze ihm nach, damit er nicht etwa feste Städte treffe und uns entfliehe. Die Männer Joabs Die Gibborim. - also und die Cerether und Phelether, zogen mit ihm aus und alle Tapferen verließen Jerusalem, um Seba, dem Sohne Bochris, nachzusetzen. Als sie aber bei dem großen Steine waren, der in Gabaon ist, kam ihnen Amasa entgegen. Amasa kommt aus dem Lande Benjamin, wo Gabaon lag, nach Jerusalem hinaufeilend. - Joab aber hatte nach dem Maße seiner Kleidung ein enges Untergewand an und darüber ein Schwert gegürtet, welches in der Scheide an seinen Lenden herabhing, aber so gemacht war, dass es durch eine leichte Bewegung herausgehen und verwunden konnte. Da sprach Joab zu Amasa: Sei gegrüßt, mein Bruder! Und er fasste mit der rechten Hand das Kinn Amasas, als wollte er ihn küssen. Man scheint beim Kusse den Bart des anderen ergriffen zu haben. So blieb verborgen, was die andere Hand tat. Das Zeichen der innigsten Freundschaft und der Deckmantel des Verbrechens. - Amasa aber gab auf das Schwert, welches Joab hatte, nicht acht und dieser stieß es ihm in die Seite, dass seine Eingeweide auf die Erde herausfielen, und er starb, ohne dass jener ihm eine zweite Wunde versetzte. Joab aber und sein Bruder Abisai verfolgten Seba, den Sohn Bochris. Während dessen blieben einige Männer von den Gefährten Joabs bei der Leiche Amasas stehen und sprachen: Sehet, dieser wollte an Joabs Statt David am nächsten stehen! Hebr.: Ein Mann stand bei ihm von den Genossen Joabs und sagte: Wer für Joab ist und David anhängt, möge Joab folgen. – Joab stellt einen Streiter auf, einmal damit die Vorübergehenden nicht stehen bleiben, sodann, dass sie nicht meinen, der Mord sei im Interesse Sebas verübt, endlich damit alle erfahren, dass sie nun den erprobten und geübten Führer an ihrer Spitze haben. - Amasa aber lag mit Blut bedeckt mitten im Wege. Als nun ein Mann sah, dass alles Volk stehen blieb, um ihn anzusehen, schaffte er Amasa von dem Wege hinweg auf das Feld und deckte ein Gewand über ihn, damit die Vorübergehenden nicht seinetwegen stehen blieben. Da die Soldaten trotz der Mahnung stehen bleiben, wird der Leichnam entfernt. - Nachdem jener also von dem Wege hinweggeschafft war, gingen alle vorüber und folgten Joab, um Seba, dem Sohne Bochris, nachzusetzen. Dieser aber war durch alle Stämme Israels bis nach Abela und Bethmaacha Hebr.: In Abel Bethmaacha (vergl. [2Sam 10,6.8]) im Stamme Nephthali. - gezogen und alle auserlesenen Männer hatten sich um ihn gesammelt. Da kamen sie und griffen ihn in Abela und Bethmaacha Lies Abel-Bethmaacha. - an und umgaben die Stadt mit Bollwerken, so dass sie umlagert war, und das ganze Heer, welches mit Joab war, bemühte sich, die Mauern zu zerstören. Da rief eine weise Frau aus der Stadt: Höret, höret! Saget zu Joab: Komme hierher, dass ich mit dir rede! Als dieser nun zu ihr gekommen war, sprach sie zu ihm: Bist du Joab? Er antwortete: Ich bin es. Da sagte sie zu ihm also: Höre die Worte deiner Magd! Er antwortete: Ich höre. Sie sprach wiederum: Im alten Sprichworte heißt es: Wer fragen will, frage in Abela, und so kamen sie an's Ziel. Das Weib will dadurch Joabs Aufmerksamkeit erregen. - Bin ich nicht diejenige, welche Wahrheit antwortet in Israel, und du suchst eine Stadt zu zerstören und eine Mutter Eine Metropole. Hebr.: Ich bin eine der friedlichen, der getreuen in Israel. Die Frau spricht im Namen der Bürger, die bisher ihre Treue bewahrt und deren Stadt zu zerstören Joab kein Recht habe, ohne zuvor Frieden anzubieten. [5Mos 20,10] - zu vernichten in Israel? Warum willst du das Erbe des Herrn zugrunde richten? Joab antwortete und sprach: Fern, fern sei dies von mir! ich richte nicht zu Grunde und zerstöre nicht. Weder Lust am Kriege noch an der Belagerung treibt mich, sondern ich will einzig den in meine Gewalt bringen, der sich gegen den König empört hat. - Nicht so verhält sich die Sache, sondern ein Mann vom Gebirge Ephraim, Seba mit Namen, der Sohn Bochris, hat seine Hand gegen den König David erhoben; gebet diesen allein heraus, so werden wir von der Stadt abziehen. Das Weib sprach zu Joab: Siehe, sein Kopf soll dir über die Mauer zugeworfen werden. Da ging das Weib hinein zu allem Volke und redete weise zu ihnen und sie hieben Seba, dem Sohne Bochris, den Kopf ab und warfen ihn zu Joab hinab. Dieser ließ in die Posaune stoßen und sie zogen von der Stadt ab, ein jeder in seine Hütte, Joab aber kehrte nach Jerusalem zu dem Könige zurück. Joab war also Wie [2Sam 8] mit der Aufzählung der Hofämter schloss, so jetzt die Beschreibung der Wiederherstellung der Herrschaft Davids. Der König ändert manches nach den Erfahrungen, die er während des Aufstandes gemacht. - über das ganze Heer Israels gesetzt und Banajas, der Sohn Jojadas, über die Cerether und Phelether, Diese auswärtigen Söldner, welche vielen verhasst, sich treu erwiesen, traten in ihre frühere Stellung zurück. Joab wird wieder oberster Führer, nachdem der einzige, der ihn ersetzen konnte, durch seine Hand gefallen ist. - Aduram aber über die Abgaben und Josaphat, der Sohn Ahiluds, war Kanzler. Vergl. [2Sam 8,16]. - Siva war Schreiber, Sadok aber und Abiathar waren Priester. Ira aber, der Jairiter, war Priester Davids. Der Zusatz unterscheidet ihn von den levitischen Priestern. Vergl. [2Sam 8,18].

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