2. Samuel 3
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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B. Ein langwieriger Krieg entsteht daraus, während David in Hebron wohnt und seine Familie sich mehrt. (V. 5) Abner leitet das Haus Sauls (V. 6), bis er, sich von Isboseth beleidigt glaubend, (V. 11) mit David Frieden schließt. (V. 21) Joab tötet ihn (V. 30) ohne Vorwissen Davids, der Abners Tod bitter beklagt.
1 Die Fehde also zwischen dem Hause Sauls und dem Hause Davids wurde langwierig und David nahm zu und ward immer stärker, das Haus Sauls aber nahm täglich ab. 2 Und es wurden dem David in Hebron Söhne geboren; sein Erstgeborner war Amnon, von Achinoam, der Jezrahelitin; 3 und nach ihm kam Cheleab, von Abigail, dem Weibe Nabals von Karmel; der dritte war Absalom, der Sohn Maachas, der Tochter Tholmais, des Königs von Gessur; Nur aus sieben Völkern Chanaans durften die Anhänger des wahren Gottes nicht Weiber nehmen. [5Mos 7,1, 2Mos 34,16] Maacha war also wohl zur israelitischen Religion übergetreten. Diese wie die anderen Ehen sollen Davids Macht vergrößern. Der letzten wird der Titel Gemahlin beigefügt, um anzuzeigen, dass allen diese Würde zukam. Vergl. [1Chr 3,3]. - 4 der vierte Adonias, ein Sohn Haggiths; der fünfte Saphathia, der Sohn Abitals, 5 und der sechste Jethraam von Egla, dem Weibe Davids. Diese wurden David zu Hebron geboren. 6 Während nun der Kampf zwischen dem Hause Sauls und dem Hause Davids währte, leitete Abner, der Sohn Ners, das Haus Sauls. 7 Saul aber hatte eine Nebenfrau gehabt mit Namen Respha, eine Tochter Ajas. Und Isboseth sprach zu Abner: Nachsatz zu V. 6. Die ersten Worte sind Parenthese. - 8 Warum bist du zu der Nebenfrau meines Vaters gegangen? Abner erregt durch die Verbindung mit Respha den Verdacht, nach dem Throne zu streben (wie ähnlich später Adonias). - Da ergrimmte Abner sehr über die Worte Isboseths und sprach: Bin ich denn heut ein Hundskopf gegen Juda, Bin ich, der ich bisher in höchsten Ehren stand, plötzlich zu einem Nichts herabgesunken unter den Feinden Judas und deinen Freunden? - ich, der ich an dem Hause Sauls, deines Vaters, und an seinen Brüdern und Verwandten Barmherzigkeit geübt und dich nicht in die Hand Davids überliefert habe, dass du mich zur Rede stellst und mir heut um eines Weibes willen Vorwürfe machst? 9 Gott tue Abner dies und das, wenn ich das, was der Herr David geschworen hat, nicht an ihm in Erfüllung bringe, 10 dass die Königswürde von dem Hause Sauls genommen und der Thron Davids über Israel und über Juda von Dan bis Bersabee erhoben werde. David machte wohl die ihm jedenfalls von Gad oder einem andern Propheten wiederholte Prophezeiung bekannt. Wenn Abner früher von derselben nicht gewusst, so stand es jetzt nicht mehr in seiner Hand, Isboseth des Thrones zu berauben. - 11 Jener aber konnte ihm nichts antworten, weil er ihn fürchtete. Hebr.: Wiederum. Abners Vorgehen hat er furchtsam zurechtgewiesen, auf dessen Drohungen antwortete er nichts. - 12 So sandte Abner also Boten zu David, dass sie in seinem Namen sagten: Wem gehört das Land? Zuerst stellt er die Frage voran, welches die Ursache so langjährigen Kampfes ist für deren Lösung er seine Bundesgenossenschaft anbietet. - Und dass sie sprachen: Schließe Freundschaft mit mir, so soll meine Hand dir hilfreich sein und ich will dir das gesamte Israel zuführen. 13 David sprach: Sehr gut! Ich will mit dir Freundschaft schließen, nur fordere ich eine Sache von dir, nämlich: Du wirst mein Angesicht nicht sehen, ehe du mir Michol, die Tochter Sauls, zugeführt hast; wenn du so kommst, wirst du mich sehen. David liebte die ihm ungerecht entzogene Gattin wegen der Liebe, die sie ihm erzeigt [1Sam 18,28, 1Sam 19,11], und zeigte durch seine Bedingung, dass er dem Hause Saul anverwandt und zugetan sei. - 14 Auch sandte David Boten an Isboseth, den Sohn Sauls, und sprach: Gib mein Weib Michol zurück, welche ich mir um hundert Vorhäute der Philister Hundert waren gefordert. David verlangt von Isboseth die Zurückgabe, weil dieser das Haupt des Hauses Sauls und die Zurückstellung so auch feierlicher war. Phaltiels Zorn ward ferner auf Isboseth übertragen, da jener sah, dass David keine Gewalt gebraucht, sondern nur sein Recht beansprucht. - verlobt habe. 15 Da sandte Isboseth hin und ließ sie ihrem Manne Phaltiel, dem Sohne von Lais, nehmen. Isboseth setzt dem keine Schwierigkeiten entgegen. Er wie Abner erkennen die Ungültigkeit der zweiten Ehe an. Phaltiel hat wohl im guten Glauben gehandelt. - 16 Und ihr Mann folgte ihr weinend bis nach Bahurim. Bahurim war dem Stamme Juda nahe gelegen auf dem Wege von Jerusalem an den Jordan. - Da sprach Abner zu ihm: Gehe und kehre zurück! Und er kehrte zurück. 17 Auch Abner tat dies zu gleicher Zeit, in der Davids Bedingung erfüllt ward. Die Rede wurde wohl öffentlich gehalten. - redete Abner mit den Ältesten Israels und sprach: Schon gestern und ehedem habt ihr verlangt, dass David über euch König sei; 18 so führt es denn jetzt aus, So tut ihr des Herrn Willen. Ob Gad nach der Niederlage von Gelboe ein solches Wort gesprochen? - denn der Herr hat David verheißen: Durch meinen Diener David will ich mein Volk Israel aus der Hand der Philister und aller seiner Feinde erretten. 19 Ebenso redete Abner zu Benjamin. Er scheint die einzelnen Stämme besonders angegangen zu haben. - Dann ging er hin, um David in Hebron alles zu sagen, was Israel und ganz Benjamin beschlossen hatte. 20 Als er nun mit zwanzig Männern zu David nach Hebron kam, Die Sache wurde wohl in Kürze beigelegt. - richtete David Abner und seinen Leuten, die mit ihm kamen, ein Gastmahl an. 21 Und Abner sprach zu David: Ich will mich aufmachen, um ganz Israel zu dir, meinem Herrn, dem Könige, zu versammeln, und will einen Bund mit dir schließen, dass du über alle herrschest, wie dein Herz begehrt. Darnach gab David dem Abner das Geleit und er ging hin in Frieden. 22 Da kamen alsbald die Leute Davids und Joabs, welche Räuber geschlagen hatten, mit sehr großer Beute zurück; Abner aber war nicht mehr bei David in Hebron, denn dieser hatte ihn bereits entlassen und er war in Frieden fortgegangen. 23 Als nun Joab und das ganze Heer, das bei ihm war, später kamen und man dem Joab berichtete und erzählte: Bis dahin scheinen die Verhandlungen geheim geführt zu sein. - Abner, der Sohn Ners, ist zum Könige gekommen und dieser hat ihn ziehen lassen und er ist in Frieden weggegangen, 24 ging Joab zum Könige und sprach: Joab war nicht viel jünger als David (doch vergl. [1Koe 1]), Sarvia also älter als ihr Bruder. - Was hast du getan? Siehe, Abner ist zu dir gekommen; warum hast du ihn entlassen, dass er wegging und sich entfernte? 25 Weißt du nicht, dass Abner, der Sohn Ners, zu dir gekommen ist, um dich zu hintergehen und deinen Ausgang und deinen Eingang zu erkunden und alles, was du tust, zu erfahren? 26 Als Joab nun David verlassen hatte, sandte er Abner Boten nach und ließ ihn von dem Brunnen Sira zurückholen, ohne dass David es wusste. 27 Und da Abner nach Hebron zurückgekommen war, führte ihn Joab hinterlistigerweise abseits mitten unter das Tor, als wollte er mit ihm reden, und stach ihn daselbst in den Unterleib, dass er starb, zur Rache für das Blut seines Bruders Asael. Joab hoffte auf Straflosigkeit, zumal er David notwendig war. - 28 Als David dies erfuhr, nachdem es schon geschehen war, sprach er: Ich und mein Königtum Dies wird beigefügt, weil die Nachkommen des Königs die Folgen der Sünden der Voreltern tragen müssen. [1Sam 13,13] - sind auf immer vor dem Herrn unschuldig an dem Blute Abners, des Sohnes Ners; 29 möge es auf das Haupt Joabs und auf das ganze Haus seines Vaters kommen und mögen in dem Hause Joab solche kein Ende nehmen, die an Samenfluss und Aussatz leiden, und solche, welche an der Krücke gehen, die durch das Schwert fallen, und die kein Brot haben! Ein schrecklicher Fluch aus Entsetzen über die Tat und zur Abwehr alles Verdachtes. Samenfluss – Zeichen der Unfruchtbarkeit. - 30 So töteten Joab und sein Bruder Abisai Abisai hatte vielleicht jedes Hindernis ferngehalten. Deshalb trifft Davids Fluch die ganze Familie. Da Asael im Kriege fiel, noch dazu zwei Mal von Abner gewarnt, war Joab nicht zur Blutrache berechtigt und so seine Tat ein Meuchelmord. - den Abner, weil er ihren Bruder Asael zu Gabaon im Kampfe getötet hatte. 31 David Davids Unschuld: V. 26, 28, 32,37,38. Zwei Dinge waren Sauls Anhängern gegenüber noch klar zu stellen: die Tötung Abners und Isboseths, nachdem Davids Ehrung des gestorbenen Saul, die zweimalige Befragung Gottes vor der Übersiedlung nach Hebron, endlich Abners Schuld am Kriege berichtet sind. - aber sprach zu Joab und zu dem ganzen Volke, das bei ihm war: Zerreißet eure Kleider und leget Säcke an und gehet wehklagend vor der Leiche Abners her! Der König David aber ging hinter der Bahre. Joab und die übrigen gingen wohl vor der Leiche her. - 32 Als sie nun Abner in Hebron begraben hatten, erhob der König David seine Stimme und weinte über dem Grabe Abners, aber auch das ganze Volk weinte. 33 Und der König beklagte und beweinte den Abner und sprach: Nicht wie Feige zu sterben pflegen, ist Abner gestorben! 34 Deine Hände waren nicht gebunden Wie eines Übeltäters. - und deine Füße waren nicht von Fesseln beschwert, sondern du bist zu Fall gekommen, wie man von Söhnen der Ruchlosigkeit zu fallen pflegt! Da weinte alles Volk noch mehr über ihn. 35 Als nun das ganze Volk kam, um mit David Speise zu nehmen, schwur David, während es noch heller Tag war, und sprach: Gott tue mir dies und das, wenn ich vor Untergang der Sonne Brot oder etwas anderes genieße. Das Volk folgte jedenfalls Davids Beispiel und so wurde Abners Leichenfeier so herrlich wie einst Sauls und Jonathas. Dies musste dem Könige alle Herzen gewinnen. Genieße: die Trauermahlzeit, zu der auch das Volk gekommen war. - 36 Das ganze Volk hörte dies So erkannte es, dass Davids Schmerz aufrichtig war. - und es gefiel ihnen alles, was der König angesichts des ganzen Volkes getan hatte. 37 Und das ganze Volk und ganz Israel erkannte an jenem Tage, dass es nicht von dem Könige ausgegangen war, dass Abner, der Sohn Ners, getötet ward. 38 Auch sprach der König zu seinen Dienern: Wisset ihr nicht, dass heute ein Fürst und der größte in Israel gefallen ist? 39 Ich bin aber noch ein schwacher König und erst gesalbt, und jene Männer, die Söhne Sarvias, sind mir zu stark. Möge der Herr dem, der Böses tat, nach seiner Bosheit vergelten! Er sei noch zu schwach als König, um die zu strafen, welche bei dem Volke mehr vermögen als er, zudem sei dann kein Feldherr mehr da, wenn Joab sterbe. Es ist dies zugleich eine Einladung an alle Stämme, sich David anzuschließen und seien Macht zu vergrößern. Der Text ist entstellt. Es soll wohl heißen: Ich bin schwach und gedrückt, mehr als es für einen König geziemend ist. Joab war hast aus Ehrgeiz, daher auch grausam und treulos gegen andere als David. Seine Treue gegen diesen bewies er besonders im Aufstande Absaloms. Sein Verhalten wird indes wenig vom Lichte des Glaubens geleitet. Zuerst will er Absalom mit dem Vater versöhnen, hält dann mit Adonias, dem nunmehr ältesten, und ist schuld, dass dieser von Salomon mit dem Tode bestraft wird. Nach der Treue gegen den König ist ihm Aussöhnung zwischen dem Könige ist ihm nichts heiliger als er sich selbst; er muss nach dem Könige der erste sein. Deshalb duldet er keine Aussöhnung zwischen dem Könige und Isboseth, tötet Abner aus Eifersucht, Amasas [2Sam 20,10] aus Ehrgeiz, Absalom, damit dieser ihm nicht feind werde. Bei der Eroberung der Burg Sion tat er sich hervor, gab freigebig Geld zur Befestigung der Stadt [1Chr 11,6.8], räumte dem Könige den Ruhm des Sieges über die Ammoniter ein. [2Sam 12,28] David kannte seine Bosheit, indes erst durch Salomon konnte er dieselbe bestrafen. [1Koe 2,5]