2. Samuel 4

C. Bald darauf wird auch Isboseth getötet. (V. 7) David straft seine Mörder mit dem Tode.

Als aber Isboseth, der Sohn Sauls, hörte, dass Abner in Hebron gefallen sei, wurden seine Hände kraftlos Isboseth hatte so viel Einfluss und Ansehen, als Abner ihm verschaffte. Die Unterhandlungen mit David werden unterbrochen, weil dieser am Tode Abners Schuld schien. - und ganz Israel ward bestürzt. Nun hatte der Sohn Sauls zwei Männer als Anführer von Streifscharen, der Name des einen war Baana, der Name des andern Rechab, Söhne Remmons, des Berothiters, von den Söhnen Benjamins Die Übeltäter waren Benjamiten, dazu Befehlshaber im Heere Isboseths, mithin konnten sie nicht von David angestiftet sein. Beroth war von Josue den Chananäern überlassen, [Jos 9, Jos 18] so dass die Gabaoniter vier Städte hatten: Gabaon, Kaphira, Beroth, Kariathiarim. Saul tötete die Gabaoniter [2Sam 21,1]. -, denn auch Beroth wurde zu Benjamin gerechnet, und die Berothiter waren nach Gethaim Geth Rammon war eine Priesterstadt, nicht fern von der Grenze Benjamins. - geflohen und waren daselbst Fremdlinge bis auf jene Zeit. Jonathas aber, der Sohn Sauls, hatte einen Sohn, der an den beiden Füßen lahm war; denn als er fünf Jahre alt war und die Nachricht von Saul und Jonathas aus Jezrahel kam, nahm ihn seine Amme und floh; und da sie eilte, um zu entkommen, fiel er und ward lahm, und sein Name war Miphiboseth. Miphiboseth oder Meribbaal [1Chr 8,34, 1Chr 9,40] scheint mit der Amme in Gabaa, der Stadt Sauls, gewesen zu sein. [1Sam 31,7] Der Verfasser zeigt, wer dem Hause als Helfer blieb, um vor Augen zu stellen, was den Bösewichtern Mut machte. - Die Söhne Remmons also, des Berothiters, Rechab und Baana, kamen und gingen während der heißen Tageszeit in das Haus Isboseths. Dieser hielt seinen Mittagsschlaf auf seinem Lager, aber auch die Türhüterin des Hauses war beim Reinigen des Weizens eingeschlafen. Diese Wendung ist aus der Sept. in die Vulg. eingedrungen. Auch der hebr. Text ist verdorben: drei Mal wird die Ankunft der Mörder erzählt V. 5, 6, 7, zwei Mal die Tötung V. 6, 7, zwei Mal ihr Fortgehen V. 6, 7. Vielleicht: „Und sie waren in das Haus der Reinigung des Getreides getreten, er aber war erschöpft und eingeschlafen. Und Rechab und Baana, sein Bruder, traten heimlich in das Haus ein, jener aber schlief in seinem Schlafzimmer.“ Dann erzählt V. 5 allgemein den Hergang, V. 6 die besonderen Umstände: Nach dem Morde verbargen sie sich in einem benachbarten Hause. - Da gingen sie heimlich in das Haus, Weizen tragend, und stachen ihn in den Unterleib, Rechab und dessen Bruder Baana, und flohen. Denn als sie in das Haus kamen, schlief er auf seinem Bette im Zimmer und sie erstachen ihn und töteten ihn; darauf schlugen sie ihm den Kopf ab und gingen die ganze Nacht hindurch den Wüstenweg Von Mahanaim an den Jordan. - entlang und brachten das Haupt Isboseths zu David nach Hebron und sprachen zu dem Könige: Siehe, da ist der Kopf Isboseths, des Sohnes Sauls, deines Feindes, der dir nach dem Leben trachtete; aber der Herr hat heute meinem Gebieter, dem Könige, Rache gewährt an Saul und seinen Nachkommen. Einzig Davids Interesse war angeblich der Beweggrund ihrer Tat und sie rühmen sich, Werkzeuge in Gottes Hand gewesen zu sein. Aus diesen Gründen straft David den Frevel sofort. - David aber antwortete dem Rechab und dessen Bruder Baana, den Söhnen Remmons, des Berothiters, und sprach zu ihnen: So wahr der Herr lebt, der mein Leben aus aller Bedrängnis gerettet hat, den, der mir berichtete und sprach: Saul ist tot, und meinte, er künde mir Glück, ließ ich ergreifen und in Sikeleg töten, während ich ihm doch hätte Lohn für seine Botschaft geben sollen; wie viel mehr muss ich nun, da gottlose Menschen einen Unschuldigen in seinem Hause auf seinem Bette getötet haben, nicht sein Blut von eurer Hand fordern und euch von dem Erdboden vertilgen? Erschwerende Umstände: Der niemanden etwas zuleide getan – in seinem eigenen Hause, wo er am wenigsten einen Feind vermuten konnte, - im Schlafe, wo er sich nicht verteidigen konnte. Sie werden getötet und ihnen die Hände abgehauen, die jene Tat vollbracht, die Füße, die um den Lohn gelaufen. Isboseths Haupt wird in Hebron begraben, weil der Zugang nach Benjamin noch nicht frei war. Da gab David seinen Leuten Befehl und sie töteten jene, alsdann hieben sie ihnen Hände und Füße ab und hingen diese am Teiche zu Hebron auf, das Haupt Isboseths aber nahmen sie und begruben es im Grabe Abners in Hebron.

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