2. Samuel 5
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
2. Davids Herrschaft in Jerusalem wird begründet und gefestigt. (5,1 – 20,26) 1. David und seinem Hause wird eine ewige Herrschaft verheißen. (5,1 – 7,29) A. Nach dem Tode Isboseths wird David von allen Stämmen gesalbt (V. 5), überträgt seine Residenz nach Jerusalem, dessen Burg er den Jebusitern entreißt, (V. 11) und erkennt, dass er zum Könige über Israel bestätigt sei. Seine Familie. (V. 16) B. Zweimal besiegt David die Philister, die beständigen Feinde Israels, und stellt das heilige Land vor ihren Einfällen sicher.
1 Darauf kamen alle Stämme Israels Besonders die Vornehmen. Die einzelnen kommen wohl nach und nach, so dass von Isboseths Tode bis zur allgemeinen Anerkennung Davids Jahre vergingen. - zu David nach Hebron und sprachen: Siehe, wir sind dein Fleisch und dein Bein! 2 Schon gestern und ehedem, als Saul noch König über uns war, warst du es, der Israel ausführte und zurückführte, Vergl. [2Sam 3,25] und [1Sam 18,13.16]: Alles tun, regieren: Du gehörst demselben Volke an wie wir, du hast dich schon zu Sauls Lebzeiten ausgezeichnet, Gott hat dich zur Herrschaft berufen. Vergl. [5Mos 17,15]. - der Herr aber hat zu dir gesagt: Du sollst der Hirt meines Volkes Israel sein und du sollst der Fürst sein über Israel. 3 Auch kamen die Ältesten von Israel zu dem Könige nach Hebron und der König David schloss mit ihnen einen Bund in Hebron vor dem Herrn Gott ist Zeuge. Durch die doppelte Krönung war eine Art Personalunion zwischen beiden reichen hergestellt, deren ursprüngliche Trennung nie ganz in Vergessenheit kam (V. 5, [2Sam 12,8; 2Sam 19,40; 2Sam 20,2, 1Koe 1,35, 1Koe 4,20]) und nach Salomons Tode die Trennung herbeiführte. - und sie salbten David zum Könige über Israel. 4 Dreißig Jahre war David alt, als er König wurde, und vierzig Jahre herrschte er. Wird wiederholt [1Koe 2,11, 1Chr 29,27] Seine Herrschaft hat also wohl 40 Jahre 6 Monate oder aber 39 ½ Jahre gedauert. - 5 In Hebron herrschte er über Juda sieben Jahre und sechs Monate und in Jerusalem herrschte er dreiunddreißig Jahre über ganz Israel und Juda. 6 Als nun der König mit allen Männern, die bei ihm waren, vor Jerusalem gegen die Jebusiter, welche das Land bewohnten, Ureinwohner. Saul hatte nichts gegen sie getan, dagegen die unschuldigen Gabaoniter angegriffen. Das Land der Jebusiter war Abraham verheißen. [1Mos 15,21] Als Adonisedek von Josue gefangen und getötet war [Jos 10], war die Stadt Jebus oder Jerusalem [Jos 18,28, Rich 1,21] den Benjamiten und [Jos 15,63] dem Stamme Juda zuerteilt. Da die Stadt also den Stämmen Benjamin und Juda zugleich gehörte, war sie am geeignetsten zum Königssitz der vereinten Israel und Juda. - zog, sprachen diese zu David: Du wirst hier nicht hereinkommen, es sei denn du schaffst die Blinden und die Lahmen Die Götzen. Die Jebusiter vertrauen auf ihre Burg, welche von ihnen auf der Mauer aufgestellten Götzen geschützt wurde. Die Worte blind und lahm sind wahrscheinlich von den Hebräern gewählt, weil dieselben an die Namen der Götter anklangen. - weg, welche sagen: David wird hier nicht eindringen. 7 Aber David nahm die Burg Sion, das ist die Stadt Davids, Im Burg im S. O. Die Stadt Davids war ein Teil der Stadt. Dorthin ward die Bundeslade [1Chr 15,3.29] gebracht, während die Tochter Pharaos [2Chr 8,11] in einem anderen Teile wohnte. Beide Teile werden unterschieden [2Chr 5,2]. In Jerusalem begraben werden [2Chr 28,27] ist also nicht dasselbe wie in der Stadt Davids begraben werden. - ein. 8 David hatte nämlich an jenem Tage einen Preis für den ausgesetzt, Vergl. [1Chr 11,6], wo der Grund genannt wird, weshalb Joab keine Strafe fand, sondern selbst Oberfeldherr ward. - der die Jebusiter schlagen und bis zu den Wasserrinnen der Häuser Die Wasserleitung (den Brunnen der Stadt Sion). - gelangen und die Blinden und Lahmen wegschaffen würde, welche David hassten. Darum heißt es im Sprichworte: Der Blinde und der Lahme sollen nicht in den Tempel kommen. Das Sprichwort ward später auf alle verhassten Personen angewendet. - 9 Hierauf nahm David in der Burg Wohnung und nannte sie Davidsstadt und führte ringsum Bauten auf, von Mello an und nach innen zu. Der Mello ist ein Teil der Befestigungen, die David baut. Vergl. [1Chr 11,8]. - 10 Und David nahm immer mehr zu und gedieh und der Herr, der Gott der Heerscharen, war mit ihm. Vergl. [2Sam 3,1]. - 11 Auch sandte Hiram, der König von Tyrus, Boten an David und Zedernholz Hiram zeigt sich auch als Salomons Freund, indem er Bauholz liefert [1Koe 5,2ff] und eine Handelsflotte ausrüstet. [1Koe 9,27, 2Chr 9,10] - und Zimmerleute und Steinmetzen zu Bauten und sie bauten David ein Haus. 12 Und David erkannte, dass ihn der Herr zum Könige über Israel bestätigt und seine Herrschaft über sein Volk Israel erhöht habe. Beschluss der göttlichen Segnungen. - 13 David also nahm aus Jerusalem noch andere Nebenweiber und Frauen, nachdem er von Hebron gekommen war, und es wurden dem David noch andere Söhne und Töchter geboren. Vielleicht manche nach dem Tod anderer. Deshalb ist David nicht leicht der Verletzung des Gesetzes [5Mos 13,17] zu beschuldigen. Er ward derart mit mehreren Familien Jerusalems verschwägert. Im Übrigen wird mehr die Zusammengehörigkeit der Dinge als die Folge der Zeiten beachtet. Die an erster Stelle genannten sind nicht notwendig die ältesten, sondern diejenigen, welche von der am meisten geehrten Gattin abstammen. Die Söhne gleicher Mutter sind wohl nach dem Alter geordnet. Nathan: [Lk 3,31]. - 14 Dies sind die Namen derjenigen, welche ihm in Jerusalem geboren wurden: Samua, Sobab, Nathan, Salomon, 15 Jebahar, Elisua, Nepheg, 16 Japhia, Elisama, Elioda Elioda früher Baaliada [1Chr 14,7]. Zwischen Elisua und Nepheg werden [1Chr 3,7] und [1Chr 14,5] ein anderer Eliphaleth und Noga eingeschoben, die vielleicht schon als Jünglinge starben. David gab einigen seiner Söhne ehrenhalber Namen von Propheten und Helden. Wie David seine Brüder im Dunkeln ließ, so handelte auch Salomon gegen die Söhne Davids. - und Eliphaleth. 17 Als nun die Philister hörten, dass David zum Könige über Israel gesalbt sei, zogen sie insgesamt herauf, um David aufzusuchen. Da David dies hörte, zog er in die Bergfeste hinab. Die Philister waren zuerst nur dem Norden feindlich; nachdem David die Herrschaft über dies Reich erlangt, ziehen sie gegen ihn. - 18 Die Philister aber rückten heran und breiteten sich im Tale Raphaim aus. Vergl. [1Chr 14,9]. Das Tal Raphaim [Jos 15,8, Jos 18,16] umgab Jerusalem im Süden und Westen. Am Westende des Tales war der Berg Raphaim, der auch das äußerste Nordende desselben erreicht. - 19 Da befragte David den Herrn und sprach: Soll ich gegen die Philister hinaufziehen? und wirst du sie in meine Hand geben? Der Herr sprach zu David: Ziehe hinauf, denn ich werde die Philister in deine Hand geben. 20 David kam also nach Baal-Pharasim und schlug sie daselbst und sprach: Der Herr hat meine Feinde vor mir zerteilt, wie sich die Wasser teilen. Darum nannte man den Namen dieses Ortes Baal-Pharasim. Vielleicht hieß das Tal schon früher so, doch gewann der Name neue Bedeutung. Statt geteilt richtiger: gebrochen – wie das Wasser sich durch die Felsen Bahn bricht. - 21 Daselbst ließen sie ihre geschnitzten Götzenbilder zurück, David aber und seine Männer nahmen sie weg. Die Philister hatten ihre Götzenbilder mitgenommen, wie einst die Israeliten die Bundeslade. Zum Entgelt für die dieser angetane Unbill werden die Götzenbilder nach [5Mos 7,5] verbrannt. - 22 Ein anderes Mal zogen die Philister herauf und breiteten sich im Tale Raphaim aus. Die Macht der Philister ist noch nicht gebrochen. [1Chr 14,15] - 23 Da befragte David den Herrn: Soll ich gegen die Philister hinaufziehen und wirst du sie in meine Hand geben? Diese Worte sind wohl aus V. 19 irrtümlich hierher geraten. - Er antwortete: Ziehe nicht gegen sie hinauf, sondern umgehe sie im Rücken und nähere dich ihnen von der Seite der Birnbäume Richtiger wohl: Bakkasträuche. Vergl. [1Chr 14,15]. - her. 24 Wenn du ein Rauschen hörst, wie wenn etwas über die Wipfel der Birnbäume hinführe, dann beginne den Kampf; denn alsdann wird der Herr vor dir herziehen, um das Heerlager der Philister zu schlagen. 25 Da tat David, wie der Herr ihm geboten hatte, und er schlug die Philister von Gabaa bis wo man nach Gezer Zwischen Bethhoron und dem Meere, bis zu Salomons Zeit von den Philistern behauptet. [1Chr 20,4] An dieser Stelle scheinen die neuen Grenzen angegeben zu werden, welche David den Philistern zog. kommt.