2. Samuel 6

C. Nachdem das Reich so Ruhe erlangt, führt David die Bundeslade mit großer Feierlichkeit in die Davidsstadt über.

David aber versammelte abermals alle Auserlesenen aus Israel, dreißigtausend Mann. Und er machte sich auf und ging hin mit allem Volke, das von den Männern Judas Hebr.: Aus Baal Juda, d.i. Kariathbaal, Kariathiarim, wo die Bundeslade sich seit fast 70 Jahren befand. [1Sam 6,21] und [1Sam 7] - bei ihm war, die Lade Gottes heraufzuholen, Nachdem er seine Herrschaft gesichert, lag Davids nichts mehr am Herzen als den Gottesdienst, der seit Heli so vernachlässigt war, zu ordnen. Dies konnte am besten geschehen, wenn das eigentliche Heiligtum, die Bundeslade, aus der Verborgenheit von Kariathiarim geholt und bleibend in der Königsstadt aufgestellt wurde. - über welcher der Name des Herrn der Heerscharen angerufen ist, der auf ihr über den Cherubim thront. Und sie setzten die Lade Gottes Ein Wagen, der noch zu keinem andern Gebrauche gedient, wurde aus Ehrfurcht genommen [1Sam 6,7], indes war auch dies gegen das Gesetz, da nach demselben [4Mos 4,15] die Leviten die Bundeslade hätten tragen sollen. Die Philister hatten dies nicht gewusst, die Israeliten wussten es. [1Chr 15,12-15] Deshalb ward die Bundeslade später auch nach Sion getragen. (V. 13) - auf einen neuen Wagen und brachten sie aus dem Hause Abinadabs, welcher in Gabaa Besser: Auf dem Hügel, ebenso [1Sam 7,1] - wohnte, hinweg; Oza Häufiger Name. - aber und Ahio, die Söhne Abinadabs, führten den neuen Wagen, Als sie nun die Lade aus dem Hause Abinadabs, der in Gabaa wohnte, geholt hatten, ging Ahio, die Lade Gottes hütend, vor derselben her. Hier scheint ein Schreibfehler eingedrungen zu sein, da die Worte aus V. 3 hier wiederholt sind. Der Text ist also vielleicht: Und Ahio, der die Lade Gottes bewachte, ging vor der Arche her. - David aber und ganz Israel spielten vor dem Herrn auf allerlei Holzinstrumenten, auf Zithern und Lauten und Pauken und Zinken und Zimbeln. Die ursprüngliche Lesart ist wohl die [1Chr 13,8] gegebene. Zither: [1Sam 10,5]. Laute: von der Vulgata bald nablum, bald lyra, bald psalterium genannt, obwohl diese von jener [1Chr 15,16] unterschieden wird. Zinke: ein Musikinstrument aus dünnen quadratförmigen Platten, die manchmal mit Glocken versehen erscheinen. Die cinyra hatte 10 Saiten und wurde mit dem Plektrum geschlagen, das nablum mit 12 Tönen wurde mit den Fingern gespielt, die Zimbeln waren von Erz, groß und breit. - Als sie aber bei der Tenne Nachon [1Chr 13,9] Chidon. - ankamen, streckte Oza seine Hand aus nach der Lade Gottes und hielt sie fest, denn die Rinder schlugen aus und brachten sie ins Schwanken. Da ergrimmte der Zorn des Herrn gegen Oza und er schlug ihn wegen der Vermessenheit und er starb daselbst bei der Lade Gottes. Die Bundeslade neigte zur Seite, eine Berührung schien notwendig, indes entbehrte sie der schuldigen Ehrerbietung. Perez-Usa: [1Chr 13,11]. Der Tod ist kein Zeichen der Verdammnis. - David aber wurde bestürzt, weil der Herr Oza getötet hatte, und man nannte diesen Ort Erschlagung Ozas bis auf diesen Tag. Da kam über David an jenem Tage Furcht vor dem Herrn und er sprach: Wie dürfte die Lade des Herrn zu mir kommen? So wollte er denn die Lade des Herrn nicht zu sich in die Davidsstadt kommen lassen, sondern ließ sie in das Haus des Gethiters Obededom Dies Haus lag dem Orte, an dem Oza getroffen, am nächsten. Zudem sollte ein Unglück, wenn ein solches eintrat, nach Davids Absicht lieber einen Fremden als einen Israeliten treffen. Obededom war aus Geth der Philister oder aus Geth Remmon, sein Haus war in Jerusalem oder in der Nähe der Stadt. - bringen. Und die Lade des Herrn blieb drei Monate im Hause des Gethiters Obededom, der Herr aber segnete den Obededom und sein ganzes Haus. Als nun dem Könige David kundgetan ward, dass der Herr Obededom und all das Seinige um der Lade Gottes willen gesegnet habe, zog David hin und holte die Lade Gottes vom Hause Obededoms in die Davidsstadt unter Freudenbezeigungen herauf. Aus Vers 13 der Itala in die Vulgata hier eingedrungen. - Und David hatte sieben Chöre bei sich und junge Rinder zum Schlachtopfer. Als nun die, welche die Lade des Herrn trugen, sechs Schritte gemacht hatten, opferte er einen Ochsen und einen Widder Nach den ersten 6 (oder7?) Schritten, nicht nach je 6 Schritten ward ein Dankopfer dargebracht, dafür dass niemand versehrt war. Jetzt wurde die Vorschrift des Gesetzes beobachtet. [1Chr 15] - und David tanzte mit aller Kraft vor dem Herrn her, angetan mit einem linnenen Ephod. Auch darin zeigte sich größere Ehrfurcht. [1Chr 15,27] David trug als Haupt des priesterlichen Reiches ein linnenes Schulterkleid, dem priesterlichen ähnlich und kürzer als das gewöhnliche Königsgewand. Es war die eigentliche Kleidung der Leviten, die Michol vielleicht (V. 20) verachtet. Tänze gehören nicht zum gesetzlichen Zeremoniell, doch waren solche von Frauen in heiliger Begeisterung nicht selten. - So geleitete David und das ganze Haus Israel die Lade des Zeugnisses des Herrn mit Jubel und Posaunenschall hinauf. Als nun die Lade des Herrn in die Stadt Davids einzog, schaute Michol, die Tochter Sauls, Die Tochter des Königs, der an die Rückführung der Arche nie gedacht zu haben scheint. David errichtete ein eigenes Zelt und ließ das von Moses bereitete in Gabaon zurück [1Chr 16,39, 1Chr 21,29], woselbst Sadok sogar als Hoherpriester tätig war. - durch das Fenster, und da sie den König David vor dem Herrn her hüpfen und tanzen sah, verachtete sie ihn in ihrem Herzen. Sie brachten also die Lade des Herrn hinein und stellten sie an ihren Platz in der Mitte des Zeltes, welches David für sie aufgeschlagen hatte, und David brachte Brandopfer und Friedopfer vor dem Herrn dar. Und nachdem er die Brandopfer und Friedopfer dargebracht hatte, segnete er das Volk im Namen des Herrn der Heerscharen. Vergl. [1Koe 8,55]. Das Segnen, Opfern, Zeltaufrichten usw. geschah nicht von David selbst, da es priesterliche Amtstätigkeiten waren, sondern auf seine Veranstaltung, ebenso wie der Bau der Burg Sion. [2Sam 5,9] Den Segen konnte er freilich über sei Volk sprechen, wie der Vater über die Kinder. [1Koe 8,55] - Alsdann verteilte er unter die ganze Menge Israels, an einen jeden, Mann wie Weib, einen Brotkuchen und ein Stück gebratenes Rindfleisch und mit Öl geröstetes Gebäck; darnach zog alles Volk fort, ein jeder in sein Haus. Als aber David heimkehrte, sein Haus zu segnen, trat Michol, die Tochter Sauls, heraus, David entgegen und sprach: Wie herrlich ist heute der König von Israel gewesen, indem er sich vor den Mägden seiner Diener entkleidet und entblößt hat, wie ein Possenreißer zu tun pflegt! Eine harte Übertreibung. - David sprach zu Michol: Vor dem Herrn, der mich vielmehr auserwählt hat als deinen Vater und seine ganze Familie, und der mir geboten hat, Fürst über das Volk des Herrn in Israel zu sein, werde ich spielen und noch geringer werden als ich gewesen bin, und mich demütigen in meinen Augen und vor den Mägden, von denen du geredet hast, noch herrlicher erscheinen. Wegen des Herrn bin ich bereit, noch mehr von jenem Rufe einzubüßen. Im Kampfe besiegte David einst die Feinde, hier im Tanz vor dem Herrn sich selbst. - Michol, die Tochter Sauls, gebar daher kein Kind, Entweder weil Gott ihr zur Strafe Unfruchtbarkeit sandte, oder weil David sich von ihr fernhielt. Nach V. 21 wohl beides. - bis Vergl. [Mt 1,25]. zum Tage ihres Todes.

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