III. Ermahnender Teil (Kap. 3, V. 1 – 15): 1. Paulus bittet die Gläubigen, durch ihre Gebete den Fortschritt des Evangeliums und seine Befreiung von Gott zu erlangen. (V. 2) 2. In der Hoffnung, die Thessalonicher werden mit der Gnade Gottes in der Erfüllung der Vorschriften, die er ihnen gegeben, beharren (V. 5), a. mahnt der Apostel sie, sich von den Brüdern fernzuhalten, welche jene Vorschriften nicht beobachten (V. 6), b. und fordert die Unruhigen und Trägen auf, sich zu bessern, indem er ihnen sein Beispiel in's Gedächtnis zurückruft. (V. 12) c. Allen endlich wünscht er Fortschritte in der Tugend und schärft ihnen nochmals ein, sich von den Brüdern, welche auf seine Mahnungen nicht hören, fernzuhalten und sie zu strafen. (V. 15) Epilog (Kap. 3, V. 16 – 18): Apostolischer Segen und eigenhändiger Gruß.
1Im übrigen, Brüder! betet für uns, damit das Wort des Herrn seinen Lauf habeBild aus [Ps 145,15]. - und verherrlicht werde,Damit beides geschehen könne, muss das Wort Gottes, und müssen seinen Verkünder von dem schlimmsten Widersacher befreit werden (Theod.). Es ist wohl besonders an die [Apg 18] erwähnten Schwierigkeiten zu denken. - so wie es bei euch geschehen,Stillschweigendes Lob. -2 und dass wir befreit werden von den überlästigenÜberlästig: Griech.: verwerflich, verworfen. - und bösen Menschen; denn der Glaube ist nicht Jedermanns Sache.Wie oft empfiehlt der Apostel sich dem Gebete, doch stets um für das Evangelium wirken zu können! – Nicht jeder Mensch hört auf Gottes Berufung zum Glauben. -3 Getreu aber ist Gott, er wird euch stärken und vor dem Bösen bewahren.Darin bewährt er seine Treue. -4 Wir haben aber das Vertrauen zu euch im Herrn, dass ihr sowohl jetzt tuet wie auch tun werdet, was wir anbefohlen.Damit die in V. 3 enthaltene Verheißung die Thessalonicher nicht lästig mache, fügt Paulus diese Mahnung bei. (Chrys.) Alle Vorschriften, die er schon gegeben oder noch zu geben sich anschickt (V. 6), sind inbegriffen. Sein Vertrauen in die Folgsamkeit der Leser gründet sich auf Christus. -5 Und der Herr lenke eure Herzen zur Liebe Gottes und zur Standhaftigkeit Christi.6 Wir gebieten euch aber,Die Liebe Gottes tröstet euch, dem gottgesandten König des Gottesreiches folget nach in der Standhaftigkeit, deren Vorbild er gegeben. - Brüder!Gelegenheit, die Mahnung V. 4 zu üben. - im Namen unsers Herrn Jesus Christus,Es ist ein Gebot des Herrn, (vergl. V. 12, 16), der Paulus zum Apostel berufen und ihm seine Autorität verliehen hat. Ähnlich [1Kor 5,4]. - dass ihr euch von jedem Bruder zurückziehet,Diese Maßregel ist Strafe zugleich und Heilmittel. Auch den Fehlenden nennt Paulus Bruder. - der unordentlich wandelt,Im ersten Briefe hatte er diesen Missstand nur kurz berührt. Das Übel hatte wohl zugenommen. - und nicht nach der Vorschrift, welche sie von uns empfangen haben.Die zuerst mündlich (vergl. V. 10) erteilte, später schriftlich [1Kor 5,4] wiederholte Vorschrift. -7 Ihr wisset ja selbst, wie ihr uns nachahmen sollt, denn wir sind nicht unstet unter euch gewesen,8 noch haben wir umsonst Brot von jemand gegessen, sondern haben mit Mühe und Beschwerde Tag und Nacht gearbeitet, um niemand unter euch lästig zu fallen.9 Nicht als ob wir nicht dazu die Befugnis gehabt hätten, sondern um uns selbst als Vorbild aufzustellen für euch, damit ihr uns nachfolget.Der Hinweis auf sein eigenes Beispiel macht die Mahnung eindringlicher, nimmt ihr aber auch die etwa verletzende Schärfe. -10 DennZweiter Grund für V. 6 zu dem V. 7 – 9 gegebenen ersten. - auch als wir bei euch waren, haben wir euch dies anbefohlen: wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.Ein bei den Juden gebräuchliches Sprichwort, das sich auf [1Mos 3,19] gründet. -11 Wir haben nämlich gehört, dass einige unter euch unstet wandeln, nicht arbeitend, sondern unnütze Dinge treibend.Darin, dass der Apostel von ihnen in der dritten Person redet, liegt eine gewisse Rücksichtnahme, während das Gewicht des Befehles in dem doppelten Prädikate und dem Beisatze: „im Herrn Jesus Christus“ zum Ausdruck kommt. -12 Solchen gebieten wir und ermahnen sie im Herrn Jesus Christus, dass sie, in Ruhe arbeitend, ihr eigenes Brot essen.„In Ruhe arbeiten“ bildet den Gegensatz zu: „unnütze Dinge treiben“. (V. 11) -13 Ihr aber, Brüder! werdet nicht müde, Gutes zu tun.Wohlzutun (Chrys., Theoph., Thom.) oder allgemein. -14 Wenn aber jemand unserm Worte in diesem Briefe nicht gehorcht, so bezeichnet diesen,Durch ein richterliches Urteil. Dieser Brief ist also wie der vorige zunächst an die Vorsteher der Gemeinde gerichtet, der ihn derselben mitteilen sollen. - und habet keinen Umgang mit ihm, damit er beschämt werde.Griech.: damit er in sich gehe. -15 Indes betrachtet ihn nicht als Feind, sondern weiset ihn zurecht als Bruder.Auch der Fehlende und Ausgeschlossene bleibt ein Bruder. Er ist ein krankes Glied am Leibe der Kirche, und Mangel an Vollkommenheit vermag so nicht, die Einheit auf immer zu zerstören (Aug.). -16 Er aber, der Herr des Friedens, gebe euch Frieden immerdar aller Orten. Der Herr sei mit euch allen!17 Hier mein, des Paulus eigenhändiger Gruß, das Zeichen in jedem Briefe; so schreibe ich.Den vorigen Brief hatte er also nicht selbst unterschrieben. Die Worte des Apostels deuten an, dass ihm ein Brief unterschoben war. Vergl. [2Thes 2,2]. In jedem Briefe, den ich etwa noch an euch schreibe, sei meine Handschrift, wie ihr sie hier (V. 17) vor Augen habt, das Kennzeichen der Echtheit desselben.18 Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen.
Zitiert in 68
V. 1Ad Gentes(§1)Ad Petri Cathedram(§56·§107)Catechesi Tradendae(§12)Dei Verbum(§26)Dignitatis Humanae(§14)Evangelii Praecones(§1)