2. Timotheus 3

b. Der Apostel beschreibt die Verkehrtheit der zukünftigen Häretiker: In alle Laster versunken werden sie unter dem Schein der Frömmigkeit andere zu verführen suchen und der Wahrheit allezeit widerstreben. (V. 5) Sie sind durchaus zu meiden, denn können sie auch einige schwache Frauen verführen, so werden sie ihr Ziel dennoch nicht erreichen, weil ihre Torheit allen offenbar ist. (V. 9) c. Timotheus möge der Lehre seine Meisters, welche dieser ihm voll überliefert, und dessen Beispiel, das er geschaut, allezeit folgen. (V. 11) 1) Er möge sich erinnern, dass alle, die fromm sind, Verfolgung leiden, die Bösen aber noch böser werden. (V. 13) 2) Er möge die rechte Lehre festhalten, da er weiß, von wem er sie erhalten und auf welches Fundament sich dieselbe stützt, nämlich auf die heiligen Schriften, welche von Gott eingegeben die Wahrheiten enthalten, deren ein Lehrer bedarf, um sein Amt recht zu verwalten.

Das aber wisse, Hinweis auf die Wichtigkeit des zu Sagenden. - dass in den letzten Tagen In den letzten Tagen des gegenwärtigen Weltlaufes. - gefahrvolle Zeiten eintreten werden; denn es werden Menschen sein, die nur sich lieben Aus dem Übermaße der Eigenliebe entspringt das Laster der Irrlehre. (Aug.) - habsüchtig, prahlerisch, hoffärtig, schmähsüchtig, Gott und den Nächsten lästernd. - gegen die Eltern ungehorsam, undankbar, lasterhaft, lieblos, unfriedsam, verleumderisch, unenthaltsam, unbarmherzig, schonungslos, Griech.: Ohne Liebe zum Guten. - verräterisch, frech, aufgeblasen, die Wollust mehr liebend als Gott, zwar den äußeren Schein der Frömmigkeit an sich tragend, die Kraft derselben aber verleugnend. Besäßen sie wahrhafte Frömmigkeit, so würde diese in ihnen andere Früchte zeitigen. - Solche meide! Denn zu diesen gehören die, Bei den Nachgenannten sind alle Versuche sie zu bessern vergeblich (V. 8) und deshalb unnötig. (V. 9) - welche sich in die Häuser einschleichen und die schwachen Frauen gefangen nehmen, Diese Worte sind voller Ironie. Gefangen nehmen wird von Kriegsgefangenen gesagt, der gleiche Spott liegt in dem Ausdrucke: schwache, leicht verführbare Weiblein. Wie der erste Verführer, wenden sich die Irrlehrer zuerst an die Frauen und suchen diese zu gewinnen, um durch sie andere zu verführen. Der heil. Hieronymus zählt eine lange Reihe von Irrlehrern auf, die so gehandelt haben, von Simon Magus, Nikolaus, Marcion, Apelles, Montanus bis auf Arius und Donatus. - welche, mit Sünden beschwert, von mannigfaltigen Lüsten geleitet werden, Wegen der Menge der Sünden, mit denen sie belastet sind, suchen sie Beruhigung, ohne ihren Lüsten entsagen zu müssen. Die Irrlehrer gewähren diese mit leichten Gründen, ohne Umkehr zu fordern. - die allezeit lernen und nie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen können. Jene Frauen, welche mit ihren Lastern nicht brechen wollen, fühlen sich durch den Druck ihres Schuldgefühles getrieben, religiöse Belehrung, aber nur theoretische zu suchen, nicht solche, die sie zum Verlassen dessen zwingt, was sie lieben. Die Verderbnis des Herzens verblendet den Sinn, wie bei ihren Lehrern. - Wie aber Jannes und Mambres Nach der jüdischen Tradition waren dies ägyptische Zauberer, welche Moses vor Pharao Widerstand leisteten, indem sie gleichfalls wunderbare Zeichen und Dinge taten. [2Mos 7,11.22, 2Mos 8,7] - dem Moses widerstanden, so widerstehen auch diese der Wahrheit, Menschen verderbten Sinnes, nicht bewährt im Glauben. Doch sie werden nicht weit vorankommen, Sie suchen mit ihren besonderen Mitteln zu erreichen, was Timotheus durch die Verkündigung der Wahrheit erreichen will, und fesseln die Verführten an sich, sie der Wahrheit entfremdend, dadurch dass sie sich als fromme Leute gebärden und zur Frömmigkeit anleiten wollen, während sie keine Frucht der Frömmigkeit besitzen und die von ihnen Geleiteten auf ihren Sündenwegen belassen. - denn ihr Unverstand wird allen offenbar werden, wie es auch bei jenen geschah. Ihre Torheit wird endlich offenbar werden, wie die Ohnmacht jener Zauberer. [2Mos 8,18.19] Ist Lüge und Irrtum bis zu einem gewissen Punkte gelangt, so zerfallen sie in sich selbst. Sie können mächtig werden, doch nicht übermächtig, sie können die Kirche angreifen, doch nicht besiegen. So findet [2Tim 2,17, 2Tim 3,1.13] eine gewisse Einschränkung. - Du aber bist mir in der Lehre nachgefolgt, im Wandel, im Streben, im Glauben, in der Langmut, in der Liebe, in der Geduld, in den Verfolgungen, in den Leiden, wie mich solche in Antiochia, Ikonium und Lystra [Apg 13,14.50, Apg 14,1-6.18] Der Apostel nennt diese Städte, weil er in ihnen gerade geweilt, als Timotheus Christ ward, und jene Erlebnisse also gleichsam das erste Vorbild für diesen wurden. - getroffen haben, welche Verfolgungen ich bestanden habe, und aus allen hat mich der Herr Christus. - errettet. Also vertraue auch du. - So werden alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, Frommes Leben ist nur in Lebensgemeinschaft mit Christus möglich. - Verfolgung leiden. Alle Christen. - Böse Menschen Solche, die in V. 1 – 5 Geschilderten. - aber und Verführer Wie die in V. 6 – 9 Gekennzeichneten. - werden immer weiter fortschreiten im Argen; In V. 9 war von dem äußeren Erfolge die Rede, hier von der inneren Entwicklung. - irrend und in Irrtum führend. In der V. 6 geschilderten Weise. - Du indes beharre in dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut worden ist; denn du weißt ja, von wem du es gelernt hast; Beweggründe zur Beharrlichkeit im Glauben: 1. Glaubwürdigkeit seines Lehrers, dessen Uneigennützigkeit, Einsicht, Erfolge, Wunder ihn als Apostel Christi beglaubigen, so dass Timotheus nicht sowohl ihm als Christus glaubt. (V. 14) 2. Das Zeugnis der Schriften des A. T. für die Wahrheit des Christentums. Die heil. Schriften des A. T. unterweisen nur denjenigen wahrhaft, der mit lebendigem Glauben an Christus an sie herantritt. Erst im Lichte des N. T. gelangen wir zum vollständigen Verständnisse des Alten. Das Lehramt ist das erste Motiv des Glaubens, die heil. Schriften setzen die Kenntnis des Glaubens bereits voraus, die sie stärken. (Vergl. Kirchenrecht von Trient Sitz 4 von der Herausgabe und dem Gebrauche der heiligen Bücher.) - und wie du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche dich unterweisen können zum Heile durch den Glauben an Christus Jesus. Alle von Gott eingegebene Schrift ist nützlich Der Apostel sagt nicht: reicht aus, behauptet nicht, dass die heil. Schrift an sich hinreiche, die volle Fülle des Glaubens und christlichen Lebens zu gewähren, so dass weder die Überlieferung, noch das Hirtenamt notwendig sind. Wäre dies seine Absicht, so folgte daraus sogar, dass das A. T. ausreicht und die Evangelien und Briefe des N. T. nicht dazu notwendig sind, da er diese nicht im Auge hat. - zur Belehrung, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, Vierfache Aufgabe des Lehrers und vierfache Waffe, welche die heil. Schrift ihm bietet: Belehren, strafend von allen überführen, was dem göttlichen Willen zuwider ist (Theodor.), bessern, zur Gerechtigkeit erziehen. - damit der gottgeweihte Mensch Die Gläubigen. Der Apostel wählt dies Wort wohl, um anzudeuten, dass die von Gott eingegebene heil. Schrift auch nur für solche, die Gott angehören, den genannten Nutzen hat. vollkommen werde, zu jedem guten Werke geschickt.

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