2. Der Apostel beschwört seinen Jünger, bei der Ankunft des Richters (V. 1) sein Amt gut zu verwalten (V. 2 – 8): a. Timotheus soll das Evangelium mit Stärke, Geduld, Weisheit verkünden, und dies umso mehr, je mehr die Menschen sich von der Wahrheit ab- und verkehrten Lehren zuwenden. (V. 4) b. Er soll seines Amtes mit Eifer walten, denn Paulus wird bald aus diesem Leben scheiden, die Krone zu empfangen, welche ihm für seine Treue aufbehalten ist und welche der gerechte Richter allen denen geben will, die seine Ankunft lieben. (V. 8) IV. Längerer Schluss (V. 9 – 22): 1. Einladung an Timotheus bald zu kommen, da Paulus mit Lukas allein gelassen ist. Markus soll ihn begleiten. Den in Troas zurückgelassenen Mantel und Bücher möchte Timotheus mitbringen. (V. 13) 2. Mahnung an Timotheus sich vor Alexander zu hüten, der dem Apostel so viel Böses getan. Stand des Prozesses des heil. Paulus. (V. 18) 3. Grüße, wiederholte Einladung, apostolischer Segen für Timotheus und die Gläubigen.
1Ich beschwöre dich vor Gott und Jesus Christus,Wie [1Tim 5,21]. Christus, der einst als Richter kommen wird, ruft er als Zeugen an. - der Lebendige und Tote richten wird, bei seiner AnkunftDie dann noch Lebenden und die schon Gestorbenen. Vergl. [1Thes 4,17]. Weder Leben, noch Tod vermag sich deines Lohnes zu berauben, doch vermag auch der Tod nicht dich der Strafe zu entziehen, wenn du nicht treu bist. - und seinem Reiche;2 verkünde das Wort, halte darauf, es sei gelegen oder ungelegen,Für die, zu welchen er redet. Du willst verloren gehen? Ich will es nicht. (Aug.) - überweise, ermahne, rügeIm Griech. stehen diese beiden Worte in umgekehrter Folge. - in aller Langmut und Belehrung.In jeder Erweisung langmütiger Liebe [1Kor 13,7] und jeder Art von Belehrung. -3 Denn es wird eine Zeit kommen,In der Zukunft, die Timotheus noch erleben wird. - wo sie die gesunde Lehre nicht ertragen,Weil sie mit ihren bösen Neigungen unverträglich ist. - sondern nach eigenen Gelüsten sich Lehrer über Lehrer nehmen werden,Nur wo jeder Lehrer Neues bringt und doch keiner das Rechte, lebt ein solches Verlangen. - lüstern nach dem, was den Ohren angenehm,4 und das Gehör von der Wahrheit abwenden, den Fabeln dagegen sich zuwenden werden.Schon werden diese Fabeln jetzt verbreitet, doch wann werden jene sich ihnen mit Begier zuwenden, da dieselben den Schein religiöser Dinge haben [2Tim 3,5.7] und doch nicht zwingen, mit den Sünden zu brechen. -5 Du aber sei wachsam, ertrage alle Mühseligkeiten, tue das Werk eines Evangelisten,Dies ist deine Lebensaufgabe. - vollbringe dein Amt. Sei nüchtern!6 Denn ich werde schon hingeopfert, und die Zeit meiner Auflösung ist nahe.Nimm du meine Stelle ein. Mein Blut wird im Märtyrertode vergossen werden. -7 Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt.8 Im übrigen ist mir die Krone der GerechtigkeitDer Kranz, welcher die Gerechtigkeit, das Gott wohlgefällige Verhalten [2Tim 3,16] krönt. - hinterlegt, welche mir der Herr an jenem Tage geben wird, der gerechte Richter;Entspricht der Lohn der Gerechtigkeit, so entspringt er dem Verdienste. Demgemäß lehrt der heil. Kirchenrat von Trient: „Gottes Güte gegen alle Menschen ist so groß, dass er will, es soll ihr Verdienst sein, was sein Geschenk ist.“ (Sitz 6) Aber auch: „Wenn jemand sagt, die guten Werke des gerechtfertigten Menschen seien derart Gaben Gottes, dass sie nicht auch Verdienste des Gerechtfertigten selbst sind, oder der Gerechtfertigte selbst verdiene durch die guten Werke, welche von ihm durch die Gnade Gottes und das Verdienst Jesu Christi, dessen lebendiges Glied er ist, vollbracht werden, nicht wahrhaft eine Vermehrung der Gnade, das ewige Leben und, im Falle er in der Gnade dahinscheidet, die Erlangung eben dieses ewigen Lebens und auch eine Vermehrung der Herrlichkeit, der sei ausgeschlossen.“ (Sitz 6, Kann. 32) Wem indes würde der gerechte Richter diese Krone zuteilen, dem der barmherzige Vater nicht zuvor die Gnade geschenkt? Und wie wäre es eine Krone der Gerechtigkeit, wenn die Gnade nicht vorausgegangen wäre, welche den Sünder gerecht macht? Wie würde jene Krone aus Gerechtigkeit gegeben, wäre die Rechtfertigung nicht aus Gnaden verliehen? (Aug.) So ist Gott eigentlich sich, nicht dem Menschen ein Schuldner. Die Krone wird nach dem Tode der Seele des Menschen zu Teil, erst am großen Gerichtstage der Seele und dem Leibe. - nicht allein aber mir, sondern ebenso denen, die seine Ankunft lieben. Beeile dich, bald zu mir zu kommen.9 Denn Demas hat mich verlassen, aus Liebe zu dieser Welt,Gegensatz: Ankunft Christi V. 8, mit der die Ewigkeit beginnt. Demas (zusammengezogen aus Demetrius) war nach [Kol 4,14] und [Philo 1,24] der Beistand des Apostels in Rom gewesen. Jetzt hat er ihn verlassen, wohl aus Furcht, in das gleiche Schicksal verwickelt zu werden. - und ist nach Thessalonich gegangen,10 Crescens nach Galatien, Titus nach Dalmatien.Dass beide vorher bei ihm waren, folgt aus der Tatsache, dass sie in jene Länder gereist sind, nicht. -11 Lukas ist alleinEr allein genügte dem Apostel also nicht. - bei mir. Nimm den MarkusSiehe [Kol 4,10, Philo 1,24]. - zu dir und bring ihn mit dir; denn er ist mir nützlich zur Dienstleistung.12 Tychikus habe ich nach Ephesus gesandt.Diese Nachricht steht wohl in engerer Beziehung zu dem Auftrage betreffs des Markus. Tychikus soll vermutlich die Stelle des Timotheus während dessen Abwesenheit einnehmen, so dass Markus, der ihn sonst etwa vertritt, ihn ohne Gefährdung der Gemeinde von Ephesus begleiten kann. -13 Den Mantel,Nach anderen ist zu übersetzen: Bücherliste. - welchen ich in TroasAuf der [1Tim 3,14] als beabsichtigt bezeichneten Rückreise nach Ephesus hätte Paulus Troas berühren können. - bei Karpus gelassen habe, bringe mit, wenn du kommst; auch die Bücher, besonders aber die Pergamentrollen.Diese waren kostbarer als auf Papier geschriebene Bücher. -14 Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses zugefügt;Ob dies derselbe Alexander ist, der [1Tim 1,20] erwähnt wird? Jedenfalls ist es nicht der [Apg 19,33] erwähnte. - der Herr wird ihm vergelten nach seinen Werken.Die sichere Vergeltung Christi soll die Schlechtigkeit der Handlungsweise noch stärker hervorheben. -15 Vor ihm magst auch du dich hüten,Alexander war also damals in Ephesus. - denn er hat sich unsern Reden heftig widersetzt.In der Gerichtsverhandlung. Unseren Reden: Insofern Paulus im Namen der Christen sprach, deren Sache angeklagt war. -16 Bei meiner ersten VerantwortungWeitere Begründung seiner Einladung durch die Schilderung seiner Verlassenheit bei der ersten Verantwortung in der gegenwärtigen zweiten Gefangenschaft. - hat mir niemand zur Seite gestanden, sondern alleAlle die, deren Zeugnis für mich von Bedeutung war und deren Anwesenheit ich erwarten durfte. Es geschah wohl aus Mangel an Mut. - haben mich verlassen; möge es ihnen nicht zugerechnet werden!17 Der Herr aber hat mir beigestanden und hat mich gestärkt,Von den Menschen verlasen, erhielt ich von Gott Kraft, vor den Richtern das Evangelium zu verkünden und so durch meine Verteidigung und jene Verkündigung das Evangelium allen Völkern kundzutun, deren Vertreter sich in Rom befanden. - damit durch mich die Verkündigung vollbracht würde und alle Völker sie hörten, und ich ward aus dem Rachen des Löwen befreit.Das Bild ist aus der Erzählung [Dan 6] entlehnt: Aus der Todesgefahr. -18 Der Herr hat mich befreit von allem Bösen, das man mir bereitet, und wird mir in sein himmlisches Reich helfen, er, welchem Ehre sei von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.19 Grüße Priska und Aquila,Vergl. [Roem 16,3]. - und das Haus des Onesiphorus.Vergl. [2Tim 1,16]. -20 Erastus ist in Korinth zurückgeblieben, den Trophimus aber habe ich krank in Milet zurückgelassen.Die Grüße an die Freunde in Ephesus erinnern ihn, einige Personen zu erwähnen, von denen er vermutet, dass sie dort nicht sind und die als geborene Epheser Grüße dorthin gesandt hätten, wären sie in Rom. -21 Beeile dich, vor dem Winter zu kommen!Vor dem Winter des Jahres 66 auf 67. - Es grüßen dich Eubulus, und Pudens, und Linus, und Klaudia, und alle Brüder.Diese Namen kommen weder im Römerbrief, noch im Philipperbriefe vor. Pudens soll der Vater der beiden Jungfrauen und Märtyrinnen Praxedis und Pudentiana gewesen sein. Die römische Kirche feiert sein Fest am 14. Juni. Linus war der erste Nachfolger des heil. Petrus. (Iren.) Claudia soll die Frau des Pudens gewesen sein. Diese Grüße deuten darauf hin, dass Timotheus schon einmal in Rom und mit den römischen Christen bekannt war. -22 Der Herr Jesus Christus sei mit deinem Geiste! Die Gnade sei mit euch!Der erste Gruß gilt wohl Timotheus persönlich, der andere ist an die von ihm geleitete Gemeinde gerichtet. Amen.
Zitiert in 74
Dieses KapitelCCC(¶2015)Ad Sinarum Gentem(§29)Pastores Gregis(§28)
V. 2Compendium of the Social Doctrine of the Church(2·7)Casti Connubii(§3·§17·§47)Catechesi Tradendae(§61)Divini Illius Magistri(§1·§2)E Supremi(§13)Ecclesia In Africa(§58·§71)Ecclesia In Asia(§50)Evangelium Vitae(§82)Lumen Gentium(§25)Pastores Gregis(§5·§28)Presbyterorum Ordinis(§6)Redemptor Hominis(§13·§16)Sacerdotii Nostri Primordia(§50·§81)Sacramentum Caritatis(§2)Veritatis Splendor(§30·§114)
V. 3Compendium of the Social Doctrine of the Church(2·7)Casti Connubii(§3·§17·§47)Catechesi Tradendae(§61)Humani Generis Redemptionem(§102)Lumen Gentium(§25)Veritatis Splendor(§5·§29·§30·§114)
V. 4Compendium of the Social Doctrine of the Church(2·7)Casti Connubii(§3·§17·§47)Catechesi Tradendae(§61)Lumen Gentium(§25)Veritatis Splendor(§30·§114)
V. 5Compendium of the Social Doctrine of the Church(2·7)Summa (EN)(II-II 33.4)Casti Connubii(§3·§17·§47)Catechesi Tradendae(§61)Presbyterorum Ordinis(§4)Veritatis Splendor(§30)