1. Nach Angabe des Empfängers und nach dem Gruß (V. 2) spricht der Apostel 2. seine Freude über die guten Nachrichten aus, welche er über den heiligen Wandel des Gajus, und besonders über dessen Gastfreundschaft durch seine Jünger erhalten, und mahnt ihn, das Gleiche auch in Zukunft zu tun, da es sich geziemt, den Verkündern des Evangeliums beizustehen. (V. 8) 3. Heftiger Tadel des Diotrephes, der zwar den ersten Platz in der Gemeinde beansprucht, aber die Gastfreundschaft nicht übt, ja solche, die sie üben, aus der Versammlung vertreibt. Verheißung des Apostels nach seiner Ankunft Wandel zu schaffen. (V. 10) 4. Allgemeine Mahnung, stets das Gute zu tun, und Empfehlung des Demetrius. Entschuldigung wegen der Kürze des Briefes. Grüße.
1Der Älteste an Gajus,Der Brief beginnt wie der zweite mit einer kurzen Adresse, welche nur den Absender und den Empfänger nennt. - den Geliebten, den ich in Wahrheit liebe.Der heil. Apostel redet den Gajus in diesem kurzen Briefe noch dreimal mit dem Worte der Liebe an, das hier noch dadurch verstärkt wird, dass Johannes wie [2Joh 1,1] erklärt, dass seine Liebe zu ihm eine wahre sei. -2 Geliebter! ich bete, dass es dir in allemIn zeitlichen und geistigen Dingen. (Beda) - wohl ergehe und du gesund sein mögest,Gajus war also wohl krank oder kränklich. - so wie es deiner Seele wohl ergeht.Es ist das schönste Lob, das der heil. Johannes dem Gajus erteilen konnte, dass er kein größeres Wohlergehen zu wünschen hat als dessen sich seine Seele schon erfreut. -3 Ich habe mich sehr gefreut,Die Vulgata lässt die Übergangspartikel „denn“ aus. - wennAnstatt den Gegenstand seiner Freude zu nennen, gibt der Apostel den Anlass derselben an: Wenn: So oft. - Brüder kamen und deiner WahrheitDeinem Glauben und dem Wandel nach demselben. Nach anderen: die Wahrheit über dich. Nach ihnen war Gajus verleumdet. - Zeugnis gaben, wie du in der WahrheitNach anderen: In Wahrheit, wirklich. - wandelst.4 Eine größere FreudeHier offenbart sich das von Liebe glühende Herz des Apostels. - habe ich nicht, als wenn ich höre, dass meine Kinder in der WahrheitIn der durch Christus offenbarten Wahrheit. - wandeln.5 Geliebter! du handelst treulichDeinem christlichen Berufe entsprechend (Thom.), wie du zuvor schon getan. (V. 6) - in allem, was du an den Brüdern tust, und besonders an den fremden.An fremden Missionären. -6 Ja, diese haben von deiner Liebe auch Zeugnis gegeben vor der Gemeinde, und du wirst wohl tun, wenn du sie weiter förderst,Die fremden Glaubensboten, welche den Gajus bei Johannes gelobt, wollen zu ersterem zurückkehren, um von seinem Aufenthaltsorte aus ihre Missionsreisen fortzusetzen. - wie es Gottes würdig ist.In dessen Dienst sie stehen. -7 DennBegründung des in V. 6 erteilten Lobes aus der Würdigkeit und Bedürftigkeit der fremden Brüder. - für seinen NamenSeinen Namen durch die Verkündigung des von ihm gesandten Heiles zu verherrlichen. - sind sie ausgezogen, ohne von den Heiden etwas anzunehmen.Dies tun sie grundsätzlich nicht, um nicht eigennützig zu erscheinen. Ähnlich machte es der heil. Paulus. [1Kor 9,18, 2Kor 11,7ff, 1Thes 2,9] -8 Wir alsoDa sie von den Heiden nichts annehmen, sind wir, als ihre Brüder, verpflichtet, sie zu unterstützen. Da hier nur das Verhältnis des Christen zum Christen in Betracht kommt, schließt der heil. Johannes sich ein. - müssen uns solcher annehmen, damit wir Mitarbeiter der WahrheitMitarbeiter der Glaubensboten für die Wahrheit. - werden.9 Ich hätte vielleicht auch an die GemeindeDie Gemeinde des Gajus. Nach anderen griech. Handschriften: Ich habe an die Gemeinde geschrieben. - geschrieben, aber jener, welcher es liebtDas Präsens bezeichnet das ständige, grundsätzliche Verhalten. - unter ihnen den Vorsitz zu führen, Diotrephes, nimmt uns nicht an.Diotrephes muss eine hohe Stellung in der Gemeinde innehaben. -10 Darum werde ich, wenn ich komme,Da der Apostel weiß, dass Diotrephes der Annahme des an die Gemeinde gerichteten Briefes entgegentreten wird, will er, wenn er sie besuchen wird, jenem seine schändlichen Werke vorhalten, nämlich dass er uns schmäht usw. (V. 10) - ihm seine Werke, die er tut, vorhalten, da er mit bösen Reden wider uns schwätzt und, wie wenn dies ihm noch nicht genügte, weder selbst die Brüder aufnimmt,Wohl in der V. 6 gedachten Weise. - noch es denen, die es tun wollen, gestattet, und sie aus der Versammlung ausstößt.Er bedroht sie mit der Exkommunikation, die er auch, soweit es ihm gelingt, die höchste Gewalt in der Gemeinde an sich zu reißen (V. 9), zur Ausführung bringt. Lieblosigkeit und eigenwillige Herrschsucht sind die bösen Werke des Diotrephes. -11 Geliebter! ahme nicht das BöseDas Böse im Allgemeinen, als dessen besonderes Beispiel das Verhalten des Diotrephes dient. - nach, sondern das Gute. Wer Gutes tut,Wer Gutes tut im umfassenden Sinne, wie [1Joh 3,10] von dem, der Gerechtigkeit übt, gesagt wird, dass er aus Gott sei. - ist aus Gott; wer Böses tut, hat Gott nicht gesehen.Die Erkenntnis Gottes in Christus ist die Voraussetzung des Seins in Gott. [1Joh 2,3] -12 Demetrius hat von JedermannIn seiner Gemeinde. - und von der Wahrheit selbstVon der Wahrheit des Glaubens und der Sitten, die sich in seinem Wandel abspiegelt und offenbart. Gajus wusste wohl nicht, zu welcher Seite Demetrius gehörte. - ein gutes Zeugnis; aber auch wir geben ein gutes Zeugnis, und du weißt, dass unser Zeugnis wahr ist.13 Noch vieles hätte ich dir zu schreiben, aber ich wollte dir nicht durch Tinte und Feder schreiben.Vergl. [2Joh 1,12]. -14 Ich hoffe vielmehr dich bald zu sehen,Der [2Joh 1,12] in Aussicht gestellte Besuch stand also nahe bevor. - dann werden wir von Mund zu Mund reden.Über das, was der Apostel jetzt nicht schreiben will. - Friede sei mit dir! Es grüßen dich die Freunde. Grüße die Freunde namentlich.Dem Charakter des Privatschreibens entsprechend sendet der Apostel nur Grüße an die Freunde, die er aber jeden insbesondere gegrüßt wissen will, um ihnen so besser seine innige Liebe kundzutun, und grüßt Gajus von den Freunden.