Johannes 4

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c. Der Heiland findet vollkommenen Glauben in Samaria: Reise durch Samaria. (V. 4) Jesus offenbart sich der Samariterin als Messias. (V. 26) Der Heiland sagt den Jüngern eine große Ernte unter den Heiden voraus. (V. 38) Viele Samariter glauben an ihn. (V. 42) Einen gleich vollkommenen Glauben findet Jesus bei den Galiläern. Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten in Kana.

Als nun Jesus erfuhr, Vor diesem Ereignisse liegt das [Mt 4,12] Erzählte. Der Heiland hat von dem Osterfeste bis zum Spätherbste seiner Lehre in Judäa Eingang zu verschaffen gesucht. Dem Unglauben und Halbglauben der Juden tritt jetzt der Glaube der Samariter entgegen, der einem Abkömmlinge des gehassten Judenvolkes entgegengebracht wird und ohne Wunder zu Stande kommt (Chrys.). Mit diesem Anfange ist die Ausdehnung des Reiches auf die Heiden angedeutet. (V. 35) Wenngleich die Pharisäer die Taufe des heil. Johannes nicht anerkannten, beobachteten sie ihn jedenfalls genau. Da Jesus nun in ähnlicher Weise wirkt, wächst die Aufregung, und sie suchen vorderhand den bereits mehr bekannten Täufer unschädlich zu machen. - dass die Pharisäer gehört hatten, Jesus Sie haben das Auftreten des Herrn im Tempel nicht vergessen. - gewinne mehr Jünger, und taufe mehr als Johannes, Jesu Tauftätigkeit hatte Aufsehen erregt. Vergl. [Joh 3,25.26]. - (obwohl Jesus selbst nicht taufte, sondern seine Jünger) Der Apostel berichtigt das den Pharisäern zu Ohren gekommene Gerücht (Chrys., Hier.). Hiernach ist [Joh 3,22.26] zu erklären: durch andere (Tert.). - so verließ er Judäa, und ging wieder nach Galiläa. Der Herr will nicht jetzt vorzeitig in seinem Werke gestört werden (Cyr., Chrys.). Ein Beispiel für die Gläubigen, dass sie bei großen Verfolgungen fliehen dürfen (Cypr., Athan.). - Er musste Der nächste Weg führte durch Samaria. - aber seinen Weg durch Samaria nehmen. Da kam er zu einer Stadt von Samaria, welche Sichar Am Fuße des Berges Ebal, 2 Kilometer von Sichem. - heißt, in der Nähe des Feldes, welches Jakob seinem Sohne Joseph gegeben hatte. Vergl. [Jos 24,32]. - Es war aber daselbst der Jakobsbrunnen. Der Weg von Jerusalem betrug etwa 60 Kilometer. Der Brunnen bot den Pilgern einen bequemen Ruheort. - Da nun Jesus von der Reise ermüdet war, setzte er sich so Ohne weiteres, ohne erst nach einem bequemen Platze zu suchen (Chrys., Euth.). – an dem Brunnen nieder. Es war um die sechste Stunde. Etwa 12 Uhr Mittags. – Da kam ein Weib, eine Samariterin, Dies wird wegen des religiösen Gegensatzes zwischen Juden und Samaritern besonders hinzugesetzt. – um Wasser zu schöpfen. Jesus sprach zu ihr: Gib mir zu trinken! Jesus kommt als guter Hirte zuvor, und beginnt das Gespräch, um sie auf passende Weise zum Heile zu führen (Aug., Cyr.). - (Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen.) Dies erklärt, warum nicht seine Jünger ihm zu trinken gaben. -
Jesus und die Samariterin
Das samaritische Weib sagte zu ihm: Wie begehrest du, da du ein Jude bist, Sie hat ihn an Haltung, Kleidung und Sprache erkannt. Sie fühlt sich geschmeichelt, dass ein Angehöriger des jüdischen Volkes sie bittet. - von mir zu trinken, da ich ein samaritisches Weib bin? denn Wohl Worte des Evangelisten. - die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. Jesus antwortete, und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes Dass Gott sie gerade jetzt zum Brunnen geführt. Der Heiland gibt zu erkennen, dass er ihr empfängliches Herz kennt. - erkenntest, und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken; so würdest du ihn wohl gebeten haben, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Lebendiges Wasser ist fließendes Wasser, im Gegensatz zum stehenden Zisternenwasser. Hier weist es wohl auf die Lehre Jesu hin (Basil., Theod., Euth.), jedenfalls im Vereine mit der [Joh 1,14] neben der Wahrheit genannten Gnade. - Das Weib sprach zu ihm: Herr! du hast doch nichts, womit du schöpfest, Weder Schöpfeimer noch Strick, was beides bei der Tiefe des Brunnens notwendig ist. Zur Zeit ist der Brunnen noch 23 Meter tief bei 2,3 Meter Durchmesser. - und der Brunnen ist tief; woher also Etwa aus einem anderen Brunnen? - hast du denn das lebendige Wasser? Zwar bleibt die Frau noch am Äußeren hängen (Aug., Cyr. wie Nikodemus [Joh 3,4]), aber sie fühlt bereits, dass der, der vor ihr steht, mehr ist als ein gewöhnlicher Jude, und redet ihn ehrerbietig „Herr“ an (Chrys.). - Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, Wenn du das könntest, müsstest du größer sein als Jakob, denn dieser grub diesen gewöhnlichen Brunnen und benützte ihn auf gewöhnliche Weise, du aber willst ohne die gewöhnlichen Mittel lebendiges Wasser geben. Sie nennt Jakob ihren Vater, weil die Samariter sich für Abkömmlinge Josephs hielten und jedenfalls keine reinen Heiden waren. [2Chr 30,6.10, 2Chr 34,9] - der uns den Brunnen gegeben hat? Er selbst trank daraus, auch seine Kinder und sein Vieh. Der Brunnen stammt von Jakob her, und er hat daraus getrunken; diese beiden Punkte begründen ihren Zweifel, zeigen aber auch, dass sie die Tragweite der Worte des Heilandes ahnt (Chrys., Cyr.) - Jesus antwortete, und sprach zu ihr: Jeder, der von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird nicht dürsten Gnade und Wahrheit, die Christus verleiht, sättigen die Seele vollständig, den Besitz Gottes gewährend, hier im Glauben, dort im Genusse. - in Ewigkeit; Jesus zieht die Folgerung aus der Frage der Frau. - sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm Quelle eines Wassers werden, das fortströmt Das Wasser, welches der Mensch trinkt, wird vom Organismus aufgesogen; das Wasser das Christus gibt, gestaltet sich im Menschen zu einer Quelle von solcher Kraft, dass es für das ewige Leben entscheidet. - in das ewige Leben. Das Weib sprach zu ihm: Herr! gib mir dieses Wasser, damit ich nicht mehr dürste, und nicht mehr hierher kommen darf, um zu schöpfen. Die Frau erkennt den Sinn der Rede noch nicht, aber sie beginnt zu glauben, dass der Heiland ein wunderbares Wasser hat (Cyr., Aug., Thom.). - Jesus sprach zu ihr: Gehe hin, rufe deinen Mann, und komm hierher! Die Aufforderung des Heilandes zielt auf die weitere Belehrung ab. Die Frau hat guten Willen, deshalb will der Heiland in ihr die Erkenntnis ihrer eigenen Unwürdigkeit und den Glauben an sein höheres Wissen erwecken. - Das Weib antwortete, und sagte: Ich habe keinen Mann! Es ist dies eine Ausflucht. Sie will den Betreffenden nicht als rechtmäßigen Mann hinstellen, aber auch nicht die verbotene Verbindung eingestehen. - Jesus sprach zu ihr: Du hast mit Recht gesagt: Ich habe keinen Mann! Der Heiland gibt zu, dass die Antwort nicht unrichtig war, aber zeigt, dass sie das tatsächliche Verhältnis nicht klar legt: Du hast keinen rechtmäßigen Mann. - Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; das hast du der Wahrheit gemäß gesagt. Da sprach das Weib zu ihm: Herr! ich sehe, Zweifaches Bekenntnis: der eigenen Sünde und der Würde Christi. - dass du ein Prophet bist. Ein von Gott erleuchteter Mann. [1Sam 9,6]. - Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr saget, dass zu Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten muss. Da sie den Heiland als Propheten erkannt hat, legt die Frau die Streitfrage von ihrem Nationalstandpunkte aus dar, indem sie den gegenwärtig lebenden Juden die Väter gegenüberstellt: Abraham, der hier seinen Sohn opfern sollte, [1Mos 22,7.8] (Chrys., Euth., Theoph.) oder Jakob und seine Söhne, die hier einen Altar errichteten, [1Mos 33,20] (Euth.), Moses, der hier den Segen über die treuen Beobachter des Gesetzes sprach, [5Mos 27,11ff] oder alle zusammen (Thom.). Die Trennung in Bezug auf die Gottesverehrung wurde aber erst nach der babylonischen Gefangenschaft eingeführt, seitdem die vom Nationalheiligtum ausgeschlossenen Samariter zur Zeit Alexander des Gr. oder früher auf dem Berge Garizim einen Tempel gebaut. Derselbe war freilich von Hirkanus 129 v. Chr. Zerstört worden, die Stelle desselben blieb aber für die Samariter heilig. - Jesus sprach zu ihr: Weib! glaube mir, Die Prophezeiung fordert Glauben. Weder der eine noch der andere Ort ist für die zukünftige Gottesverehrung erfordert. - es kommt eine Stunde, Die von Gott bestimmte Zeit, nach der Auferstehung des Herrn. - da ihr Die Bekehrung der Frau und anderer Samariter stand unmittelbar bevor. - weder auf diesem Berge, noch zu Jerusalem den Vater Vom Standpunkte Christi und des Neuen Bundes wird Gott Vater genannt. - anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennet; Da die Samariter die Propheten verwarfen, durch welche Gott den Messias versprach und sich offenbarte, kannten sie Gottes Heilsplan nicht, also auch ihn selbst nicht voll und klar (dennoch erwarteten auch sie einen Messias). - wir beten an, was wir wissen; denn das Heil Das messianische Heil. (Orig., Tert., Chrys.) Da das Heil, die rechte Gotteserkenntnis und die Kenntnis des Messias von den Juden kommt, mussten sie selbst die Erkenntnis haben. - kommt von den Juden. Aber es kommt eine Stunde, und jetzt ist sie da, wo die wahren Anbeter Solche sind bereits seine Jünger, die den Vater wahrhaft, d. i. vollkommen anbeten. - den Vater in In ist hebräisch: durch den Geist, vermittelt der wahren Erkenntnis. - Geist Da der Heiland dasselbe Zeitwort braucht, das V. 21 steht, redet auch er von dem öffentlichen Gottesdienste. Im Gegensatze zu dem samaritischen und jüdischen Kulte ist der christliche nicht an eine ausschließliche Kultstätte gebunden. Gott ist als Geist überall, also muss auch der vollendete Gottesdienst ihm überall dargebracht werden. Ferner muss der christliche Kult seinem innersten Wesen nach Geist sein, d. h. aus dem Innern hervorgehen, aus Glaube, Hoffnung, Liebe Hingabe an Gott. Der äußere Gottesdienst ist nicht ausgeschlossen und kann nicht ausgeschlossen sein. Vergl. [Eph 3,14, Roem 12,13, Apg 9,40], aber derselbe soll der Ausdruck der geistigen, inneren Gesinnung sein, welche vor Allem erfordert wird (Aug.). Die äußeren Zeichen sind der durch die menschliche Natur bedingte Ausdruck der inneren Gesinnung, dessen keine Religion entraten kann (Aug.). - und Wahrheit In Wahrheit war freilich die Anbetung der Juden, aber sehr unvollkommen, da weder die ganze Wahrheit geoffenbart, noch die geoffenbarte klar dargestellt, sondern in vielen Bildern eingeschlossen war. In der vollkommensten und erhabensten Weise wird diese Anbetung in Geist und Wahrheit durch das heilige Messopfer dargebracht, in welchem der verklärte Heiland, das Haupt der Kirche, sich selbst seinem himmlischen Vater aufopfert und von den Gläubigen durch den Priester aufgeopfert wird. - anbeten werden; denn auch der Vater verlangt solche Anbeter. Gott Der Heiland sagt Gott, nicht der Vater, weil er uns aus dem Wesen Gottes zeigen will, dass man geistig anbeten müsse. - ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn in Geist und Wahrheit anbeten. Das Weib sagte zu ihm: Ich weiß, Vielleicht aus [1Mos 49,10, 5Mos 18,15.18]. Die Hoffnung der Samariter war freier von irdischen Vorstellungen als die der Juden. Sie dachten sich den Messias freilich zunächst als hochgestellten Lehrer (er wird uns alles verkünden), den sie Wiederhersteller nannten. - dass der Messias kommt, (der Christus heißt); wenn nun dieser kommen wird, wird er uns alles verkünden. Die Frau glaubt jetzt, dass ein höherer Kult notwendig ist, aber sie erwartet weitere Aufschlüsse vom Messias. - Da sprach Jesus zu ihr: Ich bin es, der ich mit dir rede! Dies war das Ziel des Gespräches, dies auch die Ursache, weshalb der Evangelist dieses Ereignis erzählt. Der Heiland gibt von sich das Zeugnis, das der Evangelist zuvor in seinem und des Täufers Namen gegeben. Jesus hat in Samaria kein Missverständnis zu befürchten [Joh 6,15, Joh 10,24], sondern darf demütigen Glauben und gehorsame Unterwerfung erwarten (Chrys.). - Während dessen kamen seine Jünger, und sie verwunderten sich, dass er mit einem Weibe redete; Man sprach öffentlich nicht zu einer Frau, am wenigsten aber ließ ein Lehrer sich dazu herab. Der Heiland zeigt auch hier seine Barmherzigkeit. - keiner jedoch sagte: Was wünschest du, oder Wenn du nichts wünschest. Sie wussten, dass nur Jesus das Gespräch angefangen haben konnte. - was redest du mit ihr? Das Weib ließ nun ihren Wasserkrug zurück Sie vergisst vor Freude, wozu sie gekommen ist. - und ging in die Stadt, und sagte zu den Leuten: Kommet, und sehet einen Mann, der mir alles gesagt hat, was ich je getan habe. Ein offenes Schuldbekenntnis. - Ist er nicht etwa Christus? Wie [Joh 1,47] eilt die Frau, andere für den Glauben zu gewinnen. Die Überlieferung gibt ihr den Namen Photina. - Sie gingen also aus der Stadt, und kamen zu ihm. Das Erscheinen der Jünger in der Stadt hat die Einwohner auf fremden Besuch vorbereitet. - Unterdessen In der Zwischenzeit zwischen dem Weggange der Frau und der Ankunft der Leute. - baten ihn seine Jünger, und sprachen: Rabbi, iss! Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennet. Da sagten die Jünger untereinander: Hat ihm etwa jemand zu essen gebracht? Wie Jesus in der Unterredung mit der Samariterin von dem natürlichen Wasser Veranlassung nahm, um von dem geistigen zu reden, so lenkt er hier die Rede von der natürlichen Speise auf die geistige. Die Jünger verstehen ihn ebenso sinnlich wie die Samariterin. - Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, Gottes ewiger Heilswillen, hier im Besonderen betreffs der Sichemiten. - damit ich sein Werk vollbringe. Das Erlösungswerk. - Saget ihr nicht: Unter den gegenwärtigen Umständen. - Noch Von jetzt an. Es ist Dezember oder Anfang Januar. Es sind also seit dem Osterfeste [Joh 2,13] etwa neun Monate verflossen. - vier Monate, und die Ernte kommt? Siehe, ich sage euch: Erhebet eure Augen, Der Herr will sagen: Auf die geistige Ernte ist nicht mehr zu warten, sie ist bereits reif. - und betrachtet die Felder, Der Heiland sieht die Sichemiten nahen, die Erstlinge des großen Ährenfeldes, das die Menschheit darstellt. - die bereits zur Ernte reif sind! Und wer erntet, empfängt Lohn, und sammelt Frucht für's ewige Leben, dass sowohl der Säende sich freuet wie der Erntende. Wer tätig ist in der geistigen Ernte, empfängt für seine Mühen Lohn, und erzielt einen herrlichen Erfolg, indem er Seelen für das Himmelreich gewinnt. Christus ist der Sämann, die Apostel die Erntenden. - Denn hierin ist das Wort bewahrheitet: Ein anderer ist, der säet, und ein anderer, der erntet. Was in der Welt Zufall ist, dass ein anderer die Früchte der Mühen des Vorgängers erntet, ist im Reiche Gottes Ordnung (V. 38). Der Heiland übernimmt den schwersten, leidvollen Anteil des Erlösungswerkes. Er bringt die Lehre, gibt das Beispiel, verdient die Gnade, setzt die Sakramente ein; seine Apostel und Priester wirken nur mit dem, was er so reich gegeben. - Ich Des Heilandes Lehre und Leiden ist die Grundlage der Bekehrung der ganzen Menschheit. - habe euch gesandt, Der Heiland schaut die erst in der Zukunft erfolgende Sendung als schon jetzt erfolgt. - zu ernten, was ihr nicht gearbeitet habet; andere Die Propheten und Christus. Die Arbeit ist die Aussaat. - haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeiten eingetreten. Ihr seid an ihre Stelle getreten, um durch die Ernte ihre Arbeit zu Ende zu führen. - Aus jener Stadt aber glaubten Mit anfangendem Glauben. (V. 42) - viele der Samariter an ihn wegen der Rede des Weibes, Hier und V. 41 ist das Wort das Motiv des Glaubens, anders als bei den wundersüchtigen Juden (V. 48). Später geschahen auch in Samaria Wunder zur Kräftigung des Glaubens. [Apg 8,6]. - welches bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich je getan habe. Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, er möchte Welch Gegensatz gegen das Verhalten der Juden! Aus der Mitte der Juden musste Christus, obwohl er sie aufsuchte und sich ihnen durch so viele Wunder bezeugte, oft fliehen; die Bewohner von Sichem haben kaum Kunde von ihm erhalten, so suchen sie ihn auf und rechnen es sich zur Ehre, ihn in ihrer Mitte zu haben. - dort bleiben. Und er blieb daselbst zwei Tage. Und viel mehrere glaubten an ihn seiner Lehre wegen. Sie heben es hervor, weil sie ein Bekenntnis ablegen, das formell und sachlich über die Worte der Frau V. 29 hinausgeht. - Und sie sprachen zu dem Weibe: Wir glauben nun nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben ihn selbst gehört, und wissen, dass dieser wahrhaftig Mit Bezug auf V. 29 oder auf etwa vorhandene Zweifel. - der Heiland der Welt ist. Ihre Vorstellung ist umfassender als die der Juden. - Nach zwei Tagen Die Unterredung mit der Samariterin und der Aufenthalt in Sichem war nur eine Reisebegebenheit. Nach [Mt 4,13] ging der Herr an Nazareth vorüber weiter. - aber zog er von da weg, und begab sich nach Galiläa; Nur eine Tat Jesu in Galiläa wird berichtet, welche zeigt, dass er dort eine bessere Aufnahme fand als in Judäa. - denn Dieser Vers wird sehr verschieden erklärt. Am meisten empfiehlt es sich, den Ausdruck mit Vaterstadt zu erklären und dann ist der Sinn: Jesus ging nicht nach Nazareth, seiner Vaterstadt, weil dort seiner keine gute Aufnahme harrte, sondern in die Landschaft Galiläa. - Jesus selbst bezeugte, dass ein Prophet in seinem Vaterlande nicht geehrt wird. Als er nun nach Galiläa Das nächste Ziel der Reise ist Kana, wo der Boden für die Wirksamkeit bereits vorbereitet ist (Chrys., Cyr.). - kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er zu Jerusalem an dem Feste getan; denn auch sie waren zu dem Feste gekommen. Er kam nun wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. Und es war da ein königlicher Beamter, Der König ist der Vierfürst Herodes Antipas. - dessen Sohn zu Kapharnaum krank lag. Da dieser gehört hatte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen sei, begab er sich zu ihm, und bat ihn, dass er hinabgehe, und seinen Sohn heile; denn er war nahe am Sterben. Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, glaubet ihr nicht. Das Hören genügt euch nicht. Der Beamte soll gemahnt werden, dass es ihm selbst am rechten, vollkommenen Glauben fehlt. - Der königliche Beamte sprach zu ihm: Herr! gehe hinab, ehe mein Sohn stirbt. Der Beamte lässt sich durch den Tadel nicht abschrecken. Seine Beharrlichkeit wird belohnt. - Jesus sprach zu ihm: Gehe hin, Der Befehl: Gehe hinab, ist eine Glaubensprüfung. Vergl. [2Koe 1,2, 2Koe 8,8]; das Wort: Dein Sohn lebt, Lohn der bestandenen Prüfung (Cyr.). - dein Sohn lebt! Und der Mann glaubte dem Worte, welches ihm Jesus gesagt hatte, und ging. Während er aber bereits hinabging, begegneten ihm seine Knechte, und meldeten ihm, und sagten, dass sein Sohn lebe. Die Knechte sind wohl selbst erstaunt. Dein Sohn lebt, d. i. er ist gesund. - Er erforschte also von ihnen die Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden war. Der Beamte will die Wirkung des Wortes Jesu feststellen. Die siebente Stunde ist 1 Uhr Nachmittags. Da die Entfernung zwischen Kana und Kapharnaum etwa 22 – 29 Kilometer betrug, musste der Vater wohl unterwegs übernachten, hatte er doch bereits an demselben Tage die Herreise gemacht. - Sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da erkannte der Vater, dass es in jener Stunde war, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt! Und er selbst ward gläubig und sein ganzes Haus. Sie glaubten, dass Christus der Messias ist. - Dieses war das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er von Judäa nach Galiläa gekommen war. Der heil. Johannes zählt die von den Bericht der Synoptiker fallenden Wunder auf.

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