Hijob 17

Job nimmt zu Gott mit voller Zuversicht seine Zuflucht (V. 3) und weist seine Freunde als Richter zurück, da ihnen die wahre Weisheit abgehe (V. 10) und sie ihm nur eitlen Trost bieten.

Mein Geist wird kraftlos, Besser in der Vergangenheit: ist geworden. - meine Tage gehen zu Ende und einzig das Grab ist mir übrig. Ich trage gleichsam schon seine Vorboten an mir. - Ich habe nicht gesündigt, doch auf Bitterkeiten weilt mein Auge. Hebr.: Fürwahr mich treffen Spöttereien, mein Auge muss auf ihrem Hadern weilen. - Befreie mich, Herr! und stelle mich neben dich, dann mag wider mich eines jeden Hand streiten. O setze doch ein Pfand, verbürge mich bei dir, wer ist es sonst, der in meine Hand einschlüge? Vulg.: Lasse du mich nur als unschuldig zu dir treten, so achte ich aller Menschen Angriffe für nichts. - Ihr Herz hast du der Einsicht verschlossen, darum werden sie nicht obsiegen. Die falsche Meinung der Freunde scheint ihm der Anfang einer göttlichen Züchtigung an ihnen. - Er verheißt seinen Genossen Beute, aber die Augen seiner Kinder werden dahinschmachten. Wie weit sie vom Siege entfernt sind, zeigt Job in einem Vergleiche. Sie sind wie ein Mensch, der den Genossen reiche Beute verheißt, während er selbst so arm ist, dass seine Söhne vor Hunger umkommen. So versprachen sie, ihn Weisheit zu lehren. - Man hat mich wie zu einem Gespötte des Volkes hingestellt und ein Beispiel Der Gerechtigkeit Gottes oder (hebr.) der Verspottung. - bin ich vor ihnen. Mein Auge ist Darum ist usw. - dunkel geworden vor Gram und meine Glieder sind wie vernichtet. Darüber werden die Gerechten staunen Nein, wahrhaft weise Männer urteilen anders als Eliphaz. [Job 15,4] Sie werden staunen, dass Gottes Vorsehung so gegen die Gerechten verfährt und aufgebracht werden wider die Ruchlosen (so hebr. statt Heuchler), weil diese nicht nur glücklich sind, sondern in ihrem Glücke den Leidenden kränken und verfolgen. - und der Unschuldige sich wider den Heuchler erheben. Und der Gerechte wird seinen Weg einhalten Weit entfernt, sich dadurch entmutigen zu lassen und zu Falle zu kommen, hüten sie sich desto mehr vor allem Bösen. Hier lässt der Verfasser Job die Frucht des Leidens des Gerechten zum Ausdruck bringen. So widerlegt Job auch die Beschuldigung des Eliphaz [Job 15,4]. - und reine Hände werden neue Kraft gewinnen. Hebr.: und wer reine Hände hat, erstarkt nur noch mehr. - Darum wendet euch immer wieder her, ihr alle, und kommet; doch einen Weisen werde ich unter euch nicht finden. Ob die Freunde sich anschicken, Job zu verlassen, da sie nicht hoffen können, ihn zu ihrer Meinung zu bringen? Job will ihnen noch einmal seine Hoffnungslosigkeit für dieses Leben und damit die Nichtigkeit ihrer Trostgründe begreiflich machen; freilich ohne Hoffnung, dass sie Einsicht gewinnen. - Meine Tage sind vorübergegangen, Ich bin durch mein Leiden dem Tode nahe, meine Gedanken und Pläne für dies Leben sind aufgegeben. - meine Pläne sind vereitelt und martern mein Herz. Hebr.: die Lieblingsgüter meines Herzens. - Sie haben die Nacht in Tag gewandelt und ich soll nach der Finsternis wieder Licht hoffen. Sinn des Hebr.: die Freunde machen die Nacht zum Tage, insofern sie mir liebliche Zukunftsbilder vorspiegeln, während mir doch aus der Zukunft nur Dunkel entgegenblickt. - Wenn ich auch Zweiter Begründungssatz V. 10. - ausharre, ist doch die Unterwelt mein Haus und in der Finsternis habe ich mein Lager aufgeschlagen. Erwarte ich, wie ihr wollt und verheißet, einen Umschlag der Dinge, so wird doch nur die dunkle Unterwelt mir zuteil, dort ist mein Lager bereits aufgeschlagen, das ist's, was ich zu hoffen habe. - Zur Fäulnis sprach ich: Mein Vater bist du! Mutter und Schwester seid ihr mir! zu den Würmern. Mit nichts Irdischem bleibt mir Verwandtschaft; der Verwesung gehöre ich an, wie Kinder den Eltern, wie Geschwister einander. - Wo ist denn also nun mein Harren und wer achtet auf meine Geduld? Frage an die Freunde. Was habe ich also in Wahrheit zu erwarten? Hebr.: 15.; b: Und meine Hoffnung, wer kann sie jetzt schauen? Nämlich: Wer erschaut eine andere als die des baldigen Todes? - In der Unterwelt tiefste Tiefen wird all das Meine hinunterfahren, werde ich wohl da wenigstens Ruhe haben? Er schließt mit einem Seufzer. Er sehnt sich nach Tod und Vorhölle und fürchtet doch wieder. Wenngleich Job alle seine Hoffnung auf Gott setzt [Job 16,18.20] und diese von neuem bezeugt hat [Job 17,8], so hofft er dennoch auf Erden nicht die Wiedergabe seiner Güter und Gesundheit. Obgleich er meint, dass das, was er am innigsten begehrt, ihm versagt bleibt, hält er fest an Gott. So trägt er einen glänzenden Sieg über Satans Verleumdung davon: Er dient Gott und hängt an Glauben und Religion um Gottes willen. Um dies noch mehr zu zeigen, lässt der heilige Schriftsteller Job die Freunde und ihre zeitlichen Versprechungen widerlegen.

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