Hijob 20
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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C. Neuer Kampf zwischen Sophar und Job. (20,1 – 21,34) a. Sophars Rede. (Kap. 20) Sophar erklärt, Jobs Mahnung zwinge ihn zu reden. (V. 3) Nicht ohne Beredsamkeit legt er von neuem, um Job zu schrecken, das Elend des Gottlosen dar, indem er mahnt, das Glück des Gottlosen werde sehr kurz sein (V. 10), sein Sturz aber sei gerecht (V. 23) und werde ein vollständiger sein.
1 Sophar, der Naamathiter, antwortete und sprach: Alle diese Beschwörungen Jobs sind wirkungslos, ja, Jobs Geduld wird durch noch härtere Anklagen weiter geprüft. Sophar wiederholt heftiger als zuvor seine Angriffe und sucht den inneren Zusammenhang der Strafe mit der Sünde nachzuweisen. - 2 Darum Da du solches drohst. - folgen einander in mir wechselnd die Gedanken und hierhin und dorthin wird mein Geist getragen. 3 Ich will die Lehre hören, mit der du mich zurechtweisest, Ich muss deine mich so beschimpfende Zurechtweisung hören, die Drohung mit den göttlichen Gerichten. Er stellt Jobs Drohung sarkastisch entgegen, was von Anfang her und durch alle Zeiten unerschütterlich fest bleiben muss: dass die Gottlosen zugrunde gehen. Deshalb lässt er Jobs feierliche Worte [Job 19,25ff] beiseite, die er wohl nicht verstanden, ebenso dessen übrige Gründe, dass die Bösen oft glücklich sind, die Guten unter öffentlichem Unglücke mit leiden, nicht einzig die strafende Gerechtigkeit die Welt regiert. Endlich war die Streitfrage die: Leidet Job schuldig oder unschuldig? Auf diese also kommt er zurück. - und der Geist meiner Einsicht wird mir Antwort eingeben. 4 Das weiß ich von Anfang her, Anspielung auf [Job 19,25]. Hebr.: Weißt du denn etwa nicht (was jedermann weiß), nämlich das, was V. 5 folgt. - seitdem der Mensch auf die Erde gesetzt ward, 5 dass der Ruhm der Gottlosen kurz ist und die Freude des Heuchlers wie ein Augenblick. 6 Wenn auch sein Hochmut sich bis zum Himmel erhebt, und sein Haupt die Wolken berührt, 7 so wird er zuletzt wie ein Misthaufen Hebr.: Wie sein eigener Schmutz. - verkommen, und die ihn zuvor gesehen, werden sagen: Wo ist er? 8 Wie ein Traum verfliegt, wird er nicht gefunden werden, wird entschwinden wie ein Nachtgesicht. 9 Das Auge, das ihn sah, wird ihn nicht mehr erblicken noch ihn weiter seine Stätte schauen. Kaum kann das Auge ihn flüchtig streifen. - 10 Seine Söhne werden von Armut aufgerieben und seine Hände werden ihm seinen Schmerz einbringen. Hebr.: Seine Kinder müssen die Armen begütigen, seine Hände das geraubte Gut herausgeben. – Sein Unglück bleibt nicht bei seiner Person stehen, es trifft auch seine Nachkommen; durch diese muss er das den Armen abgepresste Gut an seine früheren Besitzer zurückgeben. Vulgata: „Hände“ – seine Taten. - 11 Sein Gebein wird von den Lastern seiner Jugend Dies Wort ist im Lateinischen überschüssig, da es eine nochmalige andersartige Übersetzung ist. – Sinn: Zwischen Sünde und Untergang ist von Ewigkeit her ein notwendiger Zusammenhang. Die Verbrechen wachsen gleichsam mit dem Menschen und weichen auch im Grabe nicht von ihm. Während also der Frevler äußerlich noch gesund und glücklich erscheint und somit als rechtschaffen dasteht, ist sein Inneres schon von Sünden unheilbar angegriffen, so dass sich das Gift bald nach außen zeigen muss in den unausbleiblichen Strafen für seine Sünden. - erfüllt sein und sie werden mit ihm im Staube schlafen. 12 Denn Weitere Ausführung des vorigen Verses des V. 14. Der Mann, der süßes Gift trinkt, behält es lange im Munde. (V. 13) Der Nachsatz ist in V. 14. - weil das Böse seinem Munde süß ist, verbirgt er es unter seiner Zunge. 13 Er spart es und lässt es nicht fahren und verbirgt es in seiner Kehle. 14 Seine Speise Jene Bosheit – übel erworbene Reichtümer. - wandelt sich in seinem Innern in Natterngalle. Dies ist das schlimmste Gift. - 15 Die Reichtümer, welche er verschlungen, muss er ausspeien und aus seinem Leibe treibt Gott sie heraus. Was er ungerecht gesammelt, wird dem Bösen gewaltsam abgerungen, wie er es an sich gebracht. - 16 Er saugt an Natternköpfen Dieser Vers kehrt zum Bilde des 14. Verses zurück und steigert denselben noch. Hebr.: das Gift der Schlange, was die Vulgata richtig wiedergibt, insofern das Gift im Kopfe seinen Sitz hat. - und der Otter Zunge tötet ihn. So geht der Böse an doppeltem Gifte zugrunde, dem inneren und dem äußeren. - 17 (Nicht schaue er Wasserbäche, Ströme von Honig und Butter.) Selbst das höchste Erdenglück soll ihm keine Ursache zur Freude sein. Wasserbäche gehören im heißen Orient zu den angenehmsten Dingen und sind darum auch Bild großen Glückes überhaupt. Den höchsten Grad der Fruchtbarkeit aber bezeichnen Ströme von Honig und Butter (fette Milch). Vergl. [4Mos 13,28]. Schauen ist hier ein freudiges Schauen. Sophar stachelt sich selbst zum Eifern gegen das Böse an. - 18 Alles, was er getan, muss er büßen und gleichwohl wird er nicht vertilgt; soviel er ersonnen, soviel muss er leiden. Hebr.: Herausgeben muss er den Gewinn und darf ihn nicht verschlingen, wie sein Erwerb ist auch sein Lohn, und keine Freude ihm. - 19 Denn er zertrat und entblößte die Armen; riss Häuser an sich, die er nicht gebaut. Schutz- und Wehrlose misshandelte er und statt sich ein Haus zu bauen, raubte er eines. - 20 Und sein Bauch ward nicht satt, und wenn er hat, wonach ihn gelüstete, vermag er es doch nicht zu behalten. Anspielung auf Jobs ehemaligen reichen Besitz. - 21 Von seiner Speise blieb nichts übrig Hebräisch: Nichts entgeht seiner Gier. V. 20, 21 enthalten in ihrer ersten Hälfte die Verfehlung, in ihrer zweiten die Strafe. - und darum hat nichts Dauer von seinen Gütern. 22 Bei seinem Überflusse wird ihm eng und heiß und jeder Schmerz bricht über ihn herein. Wenn sein Glück den höchsten Gipfel erreicht hat, muss es ihm eng werden. Die Enge ist Bild des Unglücks: Die zweite Hälfte des Verses enthält nach dem Hebräischen, wer den Schmerz zufügte: alle, die er bedrängte, fallen ihn an, Rache zu nehmen. - 23 Möchte doch sein Bauch voll werden, dass Er seinen grimmigen Zorn über ihn sende und seinen Krieg auf ihn regnen lasse. Nicht nur die durch ihn bedrängten Menschen, Gott selbst erhebt sich wider ihn. Um den Frevler zu sättigen, wenn sein Wohlstand ihn plötzlich verlässt und er dann Mangel und Not leidet, füllt ihn Gott mit seinem Zorne, seinen Strafen. Krieg bedeutet, dass es sich nicht um Besserung, sondern um Vernichtung handelt, das Bild des Regens stellt die Strafe als überreiche hin. Anspielung auf Job. [Job 9,18, Job 10,15.17, Job 16,10, Job 14,15] Vergl. [Job 6,4, Job 7,14, Job 19,10]. - 24 Flieht er vor den eisernen Waffen, so wird er in den ehernen Bogen rennen. Entgeht der Gottlose einer Gefahr, so fällt er in die andere. Vergl. [Jes 24,18]. - 25 Er ist herausgezogen und geht aus seiner Umhüllung hervor und blitzt in seiner Erbitterung, es schreiten heran und kommen über ihn die Schrecken. Gottes Rache kommt mit solcher Gewalt, dass ein Widerstand unmöglich ist, und mit solcher Klarheit der Gerechtigkeit, dass keine Entschuldigung möglich, und deshalb wird der Sünder mit Bitterkeit erfüllt. – Hebr.: Er (Gott) nimmt ihn, hinter dem Rücken kommt er hervor, und wie ein Blitz fährt der Stahl aus seiner Galle, Todesschrecken überkommen ihn. - 26 Alle Finsternis ist verborgen in seinen Heimlichkeiten; Er ist vor keiner Art von Verderben sicher seiner verborgenen Verbrechen wegen. Bildliche Bezeichnung des letzteren ist die Finsternis. - ein Feuer verzehrt ihn, das nicht angezündet wird; Das von Gott selbst auf ihn geworfen wird. - wer übrigbleibt in seinem Zelte, dem wird es übel ergehen. 27 Die Himmel werden seine Missetat aufdecken und die Erde wird sich wider ihn erheben. Weil Job [Job 16,18ff] Himmel und Erde zu Zeugen seiner Unschuld aufgerufen hat, sagt Sophar, dieselben bezeugen vielmehr die Schuld des Frevlers, indem sie zum Untergange desselben zusammenwirken. - 28 Der Sprosse seines Hauses wird ungeschützt sein, wird niedergebeugt werden am Tage des Zornes Gottes. Diese Rache geht auf alles über, was mit ihm durch Verwandtschaft am Fluche teil hat. Niedergebeugt: zerrinnendes Wasser: so wird alles, was er besitzt, zerstreut. - 29 Das ist der Anteil eines gottlosen Menschen von Seiten Gottes und das von dem Herrn für seine Taten zugewiesene Erbe. Wie zuvor Baldad, so fasst nun auch Sophar den Inhalt des Gesagten in einen nachdrücklich bekräftigenden Satz zusammen.
Zitiert in 1
- V. 11 Summa (EN)(Suppl 78.3)