Hijob 23

b. Antwort Jobs (23,1 – 24,25) Da seine Freunde seinen Worten keinen Glauben beimessen wollen, drückt Job den Wunsch aus, vor Gott seine Unschuld zu beweisen (V. 6); und da Gott ihm seine Gegenwart zu entziehen scheint (V. 9), beruft er sich auf Gottes Allwissenheit, die sein ganzes Leben kenne. (V. 17)

Job antwortete und sprach: Job gesteht, dass er mehr durch die Unkenntnis der Absichten Gottes als durch sein Leiden gequält werde. Trotz aller Anschuldigungen appelliert er mit Vertrauen an Gottes Richterstuhl und setzt selbst auseinander, welches sein Leben war. An verschiedenen Klassen von Menschen weist er nach, dass die Bösen ohne Strafe bleiben, und drängt heftiger auf eine Lösung, die seiner Freunde Reden nicht herbeigeführt haben. Wunderbar ist Jobs Ruhe, trotz aller Anklagen, seine Bescheidenheit, Würde und Geduld in der Antwort. - Auch jetzt ist meine Rede bitter Was kann mehr schmerzen als solche Anschuldigungen der Freunde, die trösten sollten? - und meiner Plage Wucht drückt schwerer als mein Seufzen. Als mein Seufzen auszudrücken vermag. - Wer möchte mir geben, dass ich ihn erkenne und finde und bis an seinen Thron gelange? Weil die Freunde das, was er für seine Unschuld anführt, nicht würdigen und nicht einmal recht berücksichtigen, wünscht er aufs Neue wie oben [Job 10,2, Job 13,3, Job 16,22] dieselbe Gott selbst darzutun. - So wollte ich ihm meinen Rechtshandel vorstellen und meinen Mund mit Beweisgründen füllen, Wenn die Vulgata einen anderen Sinn ausdrückt, ist es wohl: mit Klagen über die ungerechte Anschuldigung der Freunde. - dass ich die Worte erfahre, die er mir antworten würde, und erkenne, was er zu mir sagen möchte! Jobs Verlangen, die Ursache seines Leidens zu erfahren, ist umso größer, als er sich keiner schweren Schuld bewusst ist und darum zwar die Anerkennung seiner Unschuld hofft, sich aber auch alsdann hinwiederum sein Leben nicht erklären kann. - Doch nicht streite er mit mir in großer Kraft noch drücke er mich nieder mit dem Gewicht seiner Größe! Billigkeit setze er mir entgegen und mein Recht erhalte den Sieg. An den vorigen Wunsch schließt sich, wie schon mehrfach, die Besorgnis, Gott könne ihm etwa mit seiner Majestät entgegentreten, und dann der Wunsch, dies möge nicht geschehen. Gott soll nach gewöhnlicher Weise mit ihm handeln, dann hofft er freigesprochen zu werden. - Doch Doch vergeblich ist sein Sehnen. - gehe ich gegen Aufgang, so lässt er sich nicht sehen; gehe ich gegen Niedergang, so gewahre ich ihn nicht. Gehe ich zur Linken, Nach Norden, zur Rechten: nach Süden. Dies alles heut, anders nämlich [Job 19,26] vom letzten Tage. - was soll ich tun? Ich erreiche ihn nicht; wende ich mich zur Rechten, ich erblicke ihn nicht! Er aber kennt meinen Wandel und hat mich wie Gold geprüft, das durchs Feuer hindurch geht. Hebr.: denn er weiß, welchen Wandel ich geführt; prüfte er mich, wie Gold würde ich hervorgehen. - Seinen Spuren folgte mein Fuß, auf seinen Weg hatte ich acht und wich davon nicht ab. Von den Geboten seiner Lippen bin ich nicht abgewichen und im tiefsten Herzen Hebr.: mehr als mein Gesetz habe ich die Worte seines Mundes bewahrt. - barg ich die Worte seines Mundes. Denn er ist der Alleinige Und dennoch, das ist Jobs Schmerz, bleibt Gott in dem Entschlusse, ihn zu peinigen, unerschütterlich. Hebr.: Er aber bleibt sich gleich. Wer will ihm wehren? Sein Wille begehrt es, da führt er es aus. Die Vulgata will durch ihre Übersetzung der alleinige (der unabhängige) ebenfalls die Unbegreiflichkeit seiner Ratschlüsse hervorheben. - und niemand kann seinen Ratschluss abwenden; und was immer sein Herz wollte, das hat er getan. Wenn er seinen Willen an mir vollzogen, Hebr.: Ja, er wird zu Ende führen, was er mir bestimmt hat. - so ist noch vieles andere dergleichen ihm zur Hand. In seinem Ratschlusse bestimmt, was unbegreiflich ist. - Darum bin ich bestürzt vor seinem Angesichte, und wenn ich ihn betrachte, bin ich von Furcht beklommen! Dieses Unbegreifliche in Gottes Ratschlusse erfüllt Job mit Furcht und Angst. Wenn Gott immer nach Verdienst Lohn und Strafe austeilte, so wusste er doch, was er zu erwarten hätte. So aber wird er durch jeden Gedanken an Gottes unbegreifliche Fügungen erschüttert und in Verwirrung gebracht. - Gott hat mein Herz verzagt gemacht und der Allmächtige hat mich in Bestürzung versetzt, denn nicht wegen der andringenden Finsternis kam ich um noch bedeckte Dunkel mein Antlitz. Hebr.: Denn nicht des Unglücks wegen fühle ich mich vernichtet, noch wegen meiner Person, die Finsternis bedeckt hat.

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