Hijob 26
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
b. Job antwortet ironisch (Kap. 26): Baldads Worte treffen die Sache nicht und er bedarf dessen Belehrung nicht (V. 4); zudem habe er eine richtigere Ansicht über Gottes Größe, wie sie sich in der Unterwelt, auf der Erde und im Himmel offenbart.
1 Job antwortete und sprach: Jetzt setzt Job ausführlich auseinander, welches seine Meinung von Gott ist, und reinigt sich von der Anklage der Gottlosigkeit. Er habe auch an Gott appelliert, nicht weil er dessen Majestät vergaß, sondern weil er sich seiner Unschuld bewusst war. So erscheinen stets neue Tugendstrahlen an Job. - 2 Wessen Helfer bist du? Etwa des Schwachen? Und stützest du den Arm dessen, der nicht stark ist? Hebr.: Wie trefflich hast du der Ohnmacht geholfen, den kraftlosen Arm gestützt, wie trefflich den Unverständigen beraten usw. Ironisch. Baldad hat durch seine kurze Rede nichts erzielt und nicht das Geringste vorgebracht, was Job zur Belehrung oder zum Troste gedient hätte. - 3 Wem hast du Rat gegeben? Etwa dem, der keine Weisheit hat, und hast du ihm deine übergroße Hebr.: deine Klugheit in Fülle. - Klugheit kundgegeben? 4 Wen wolltest du belehren? Nicht den, der den Odem gemacht hat? Die lateinische Übersetzung entspricht nicht dem Hebräischen noch dem Kontexte. Nach dem hebr. heißt es: Wem hast du deine Reden vorgetragen? Und wessen Geist hat aus dir gesprochen? (Redest du etwa einer Offenbarung von oben folgend?) Vergl. [Job 4,12ff]. Die Frage ist um so sarkastischer, als Baldad fast nur das wiederholt hat, was Eliphaz als Belehrung nächtlichen Traumgesichtes angeführt hat. - 5 Siehe, Jetzt zeigt Job noch durch eine ausführliche Beschreibung der göttlichen Macht und Erhabenheit, dass er nicht erst von Baldad hierüber Belehrung notwendig habe. Baldad hat mit dem Himmel begonnen, Job beginnt mit der Unterwelt. - die Riesen Die ehemaligen Riesenstämme von Süd-Chanaan oder besser die Toten im Allgemeinen (wie die Vulgata [Spr 2,18] dies Wort übersetzt). - ächzen Hebr.: erbeben, nämlich vor Gottes Macht. - unter den Wassern Im tiefsten Teile der Erde, wohin man die Scheol, den Aufenthaltsort der Abgeschiedenen verlegte. - und die, welche bei ihnen wohnen. Auch in der den Blicken der Menschen entzogenen Unterwelt wird Gottes Macht empfunden. - 6 Bloß liegt das Totenreich vor ihm da und das Verderben verhüllt keine Decke. Obgleich das Schattenreich in unermesslicher Entfernung von seiner himmlischen Wohnung in der untersten Tiefe verhüllt liegt, ist dennoch seinem Blick keine deckende Hülle über demselben, seiner Kenntnis liegt es offen. - 7 Er spannt den Norden aus über die Leere und hängt die Erde über dem Nichts auf. Gottes Allmacht bezeugt die im leeren Raume schwebende Erde. Der Norden ist wohl der nördliche Teil der Erdscheibe, wo nach der Vorstellung des Altertums Bergmassen emporsteigen. Dort ist die Erde schwer, und doch schwebt sie im leeren Raume, ohne allen äußeren Stützpunkt. Diese Darstellung entspricht der volkstümlichen Ansicht über die Gestalt der Erde. - 8 Er bindet die Wasser in seine Wolken, dass sie nicht zugleich niederstürzen. Von der Erde richtet Job seinen Blick auf die Erscheinungen am Himmel und berührt das Wunder der Wolkenbildung. Die Wolken sind gleichsam Gefäße, in welchen das Regenwasser gesammelt wird. Gottes heißen die Wolken, insofern sie seine Vorsehung verkünden. - 9 Er hält das Antlitz seines Thrones Und gerade dieses Gewölk ist es, in welchem er seinen Thron, den Himmel, aufschlägt, dessen der Erde zugekehrte Seite, das sternenreiche Himmelsgewölbe, durch dasselbe verhüllt ist. - und breitet darüber sein Gewölk aus, 10 setzt Schranken rings um die Wasser, solange bis Licht und Finsternis aufhören. Ohne bestimmte Ordnung werden jetzt noch einzelne Werke und Wirkungsweisen Gottes berührt, in denen sich seine Macht und Größe am augenfälligsten ausspricht. Hebräisch: Eine Grenze zieht er rings über den Gewässern bis dorthin, wo Licht sich scheiden und Finsternis. Vulgata: Dies Gesetz dauert, solange Tag und Nacht wechseln. - 11 Die Säulen des Himmels Die hohen Gebirge, auf denen das Himmelsgewölbe nach poetischer Anschauung zu ruhen scheint, das Festeste, was zu denken ist. - erzittern und erbeben bei seinem Dräuen. 12 Durch seine Kraft sammeln sich plötzlich die Meere und seine Weisheit schlägt das stolze. Selbst die Meeresstürme, das Wildeste und Furchtbarste, was in der Natur vorkommt, stehen ganz in Gottes Gewalt und müssen sich erheben und legen nach seinem Willen. – Hebr.: In seiner Macht regt er die Meere auf usw. - 13 Sein Geist schmückt die Himmel aus, seine hebende Hand brachte die Ringelschlange hervor. Job schließt, womit Baldad begonnen. Das Werk des vierten Tages. [1Mos 1,14-19] Der nördliche Drache ist ein Schmuck des Sternenhimmels. - 14 Siehe, das ist von einem Teile seiner Wege gesprochen; und da wir kaum ein Flüstern seiner Rede vernommen haben, wer kann den Donner seiner Größe fassen? Hebr.: Siehe, dies sind nur Umrisse seiner Wege. Wie sehr ist's nur ein leiser Laut, was wir vernehmen! Doch wer erfasst die Donnersprache seiner Allgewalt!
Zitiert in 3
- V. 11 Summa (EN)(Suppl 73.3)
- V. 13 Divinum Illud Munus(§1)
- V. 26 Summa (EN)(I-II 66.5)