Hijob 31
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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c. Wie wenig hat er eine solche Wandlung des Schicksals verdient! (Kap. 31) Er sei frei von allen jenen Sünden, die so strenge Strafe verdienen; denn er habe weder seinen Leidenschaften die Zügel schießen lassen (V. 8) noch dem Nächsten Unrecht getan (V. 15) oder die Armen, Waisen und Witwen im Stiche gelassen. (V. 23) Auch auf Reichtümer habe er nicht seine Hoffnung gesetzt noch insgeheim Götzendienst geübt oder seine Feinde gehasst oder Heuchelei getrieben. (V. 34) Job schließt diese Klage, Gott selbst zum Zeugen für die Wahrheit dieser Behauptungen anrufend.
1 Ich habe einen Bund mit meinen Augen geschlossen, nicht einmal einen Gedanken auf eine Jungfrau zu richten. Dies alles muss der dulden, der durch Tugenden sich auszeichnete. Also leidet er nicht einer Schuld wegen. Aus welchem Grunde aber? Job beginnt mit der Keuschheit, deren Bewahrung in Reichtum und Macht und unter den Vorbildern der Polygamie (Job hat nur eine Frau) umso höher zu stellen ist. Das Hebr. steht in Frageform: Wie hätte ich eine Jungfrau lüstern anblicken sollen? Mit Recht beginnt auch das Lob der Weisheit [Spr 5,6.7] mit der Keuschheit. Auch den Anblick meiden lehrt [JSir 9,5.8]. - 2 Denn welches Los bereitete mir Gott dann von oben und welches Erbe der Allmächtige aus der Höhe? Eine wie strenge Rache müsste Gott nehmen, der von seinem erhabenen Wohnsitze aus alles schaut und das Böse verabscheut? Die Antwort folgt aus V. 3. Job lebt aus dem Glauben; dieser wird für ihn Anleitung und Hilfe für Tugend. - 3 Gebührt nicht Verderben dem Bösen und Verstoßung denen, die Ungerechtigkeit tun? Wenn aber dem so ist, wie kommt es, dass mir dasselbe begegnet, was nur den Frevlern gebührt? - 4 Gibt er nicht acht auf meine Wege und zählt er nicht alle meine Schritte? Gott kennt meine Unschuld. - 5 Wenn ich in Falschheit gewandelt bin und mein Fuß zum Betrug geeilt ist, Job führt bedingungsweise mehrere Sünden an, die man ihm Schuld geben könnte, und fügt eine Verwünschung bei, falls er derselben schuldig sein sollte. - 6 so wäge er mich auf gerechter Waage und Gott erkenne meine Unschuld. Der sechste Vers ist nicht Nachsatz zu V. 5, sondern parenthetische Versicherung, dass die gesetzte Bedingung nicht statt hat. Die genaue richterliche Prüfung ist unter dem Bilde der Waage dargestellt. - 7 Wenn mein Schritt von dem Wege Der von Gott vorgeschriebene Weg, seine Gebote. - abwich, wenn mein Herz meinen Augen nachfolgte Fremdes Gut begehrend und mit Raub meine Hände befleckend. Auch die Sünde des Herzens verdammt Job also. - und wenn ein Makel an meinen Händen haftete, 8 so esse ein anderer, was ich säe, und mein Geschlecht Job spricht den Herzensaspekt aus. Tatsächlich ist er ja aller Söhne beraubt. - werde entwurzelt! 9 Wenn mein Herz betört ward wegen eines Weibes Zuerst wird der Verstand durch die Begierlichkeit verblendet. - und ich heimlich an der Tür meines Freundes gelauert habe, Auf eine günstige Gelegenheit. - 10 so möge mein Weib die Buhlerin eines andern sein und andere mögen sich auf sie hinbeugen; 11 denn eine Schandtat ist das und der ärgste Frevel, 12 ein Feuer ist es, das bis zur Vernichtung verzehrt und alle Gewächse entwurzelt. Das müsste Job und seinen Besitz treffen, wäre er jener Verbrechen schuldig. - 13 Fürwahr, ich habe es nicht verschmäht, mich dem Gerichte zu unterziehen mit meinem Knechte und meiner Magd, wenn sie Klage wider mich führten! Ein Sklave hatte im Altertum kein Recht, Job aber dachte an Gott, den Richter (V. 14) und Schöpfer aller. (V. 15) So innig ist die Verehrung des wahren Gottes mit der Achtung vor der Menschenwürde verbunden. - 14 Was sollte ich denn tun, wenn sich Gott zum Gerichte erhebt? Und wenn er fragt, was sollte ich ihm antworten? 15 Hat nicht, der mich im Mutterleibe bildete, auch ihn erschaffen und der eine mich im Mutterschoße gestaltet? 16 Wahrlich, ich habe den Armen nicht versagt, was sie begehrten, und ließ die Augen der Witwe nicht schmachten; 17 ich habe meinen Bissen nicht allein gegessen, dass die Waise nicht davon mitgenoss. Als weitere Bedingung wird Unbarmherzigkeit gegen Arme und Verlassene genannt. - 18 (Von meiner Kindheit an wuchs ja das Erbarmen mit mir auf, ja, aus meiner Mutter Leib kam es mit mir.) Hebräisch: Nein, seit meiner Jugend erzog ich ihn als Vater, von meiner Mutter Leibe an unterstützte ich jene. - 19 Fürwahr, ich habe den nicht verachtet, der umkam, weil er kein Gewand hatte, und den Armen, weil er ohne Bedeckung war; Hebr.: Wenn ich Verlassene ohne Kleider sah und ohne Decke Dürstige, wenn seine Hüften mich nicht segneten usw. - 20 wahrlich, seine Hüften Diese bedürfen zuerst der Bedeckung. - segneten mich Verdankten mir Schutz und Hilfe. - und er ward erwärmt von den Fellen meiner Schafe; 21 gegen eine Waise erhob ich nicht meine Hand, auch da, als ich mich in der Torhalle In der Volksversammlung oder vor Gericht. - überlegen sah: 22 sonst möge meine Schulter aus ihrem Gelenke fallen und mein Arm Der Arm, der bei tätlicher Unterstützung oder Misshandlung anderer als Hauptwerkzeug gedient. - werde gebrochen mit seinen Knochen. 23 Denn wie Fluten, die über mir anschwellen, Ein so schreckliches Verderben, wie Gott es nur finden könnte, ohne dass irgendwoher Hilfe und Beistand käme. - so fürchtete ich immer Gott und seine Last vermochte ich nicht zu ertragen. Hebr.: denn Schrecken ist für mich das Verderben Gottes und vor seiner Hoheit bin ich unvermögend. - 24 Wahrlich, auf Gold setzte ich nicht meine Kraft und zu dem funkelnden Metalle sprach ich nicht: Du bist meine Zuversicht! 25 An der Menge meiner Reichtümer habe ich mich nicht ergötzt, und dass meine Hand soviel erworben. 26 Ich habe nicht zur Sonne emporgeschaut, wie sie strahlte, noch zum Monde, da er so klar einherschritt, Die Nebenbestimmungen zu Sonne und Mond deuten an, wie der Dienst der Gestirne entstanden ist; der freundliche, auch das Gemüt ansprechende Glanz der Himmelskörper führte auf die Meinung, dass sie Götter seien. - 27 und nicht freute sich dann im stillen Heimlich und verstohlen. - mein Herz noch führte ich dann meine Hand zum Kusse an meinen Mund. Man drückte die Anbetung der Götzen auch durch Küssen aus, und wo das eigentliche Küssen nicht möglich war, küsste man die Hand und bot ihnen den Kuss zu. Dies war namentlich beim Sternendienste der Fall, von dessen Übung Job umgeben war. - 28 Das wäre ein übergroßer Frevel und eine Verleugnung Gottes, des Allerhöchsten. 29 Ich habe mich nicht gefreut bei dem Untergang dessen, der mich hasste, und frohlockte nicht, dass ihn Unglück traf; 30 denn ich gestattete meinem Munde nicht zu sündigen, dass ich ihm fluchend den Tod gewünscht hätte. Dieselbe Vollkommenheit [2Mos 23,4, 3Mos 19,17.18]. - 31 Wahrlich, die Männer meines Zeltes sprachen: Wer möchte uns von seinem Fleische geben, dass wir satt werden? Während ich mich verhielt, wie V. 29 angegeben, verfluchten meine Hausgenossen meinen Feind und hätten ihn am liebsten zerfleischt. Das Hebräische passt besser in den Zusammenhang: Wenn nicht die Leute meines Zeltes sagen mussten: Wer zeigt einen von seinem Fleische (Tische) nicht Gesättigten? - 32 Nie durfte ein Fremdling draußen bleiben, meine Tür stand dem Wanderer offen. 33 Nicht verhehlte ich nach Menschenart meine Sünde oder verbarg in meinem Busen meine Missetat. Ich war kein Heuchler. Nach Menschenart: wie Adam oder: wie die Menschen zu tun pflegen. Deshalb kann Job voll Zuversicht vor dem allwissenden Gott erscheinen. (V. 35-37) - 34 Ich erschrak nicht vor der großen Menge und die Schmähung meiner Nächsten schreckte mich nicht, ich schwieg vielmehr und ging zur Tür hinaus. Ich hatte nie, um mich beliebt zu machen oder weil ich andere verachtete, die Gerechtigkeit vergewaltigt oder irgendetwas unterlassen, und erlitt ich ein Unrecht seitens derer, deren Verbrechen ich rügte, so ertrug ich es schweigend, nicht Rache suchend. – Besser der hebr. Text: Fürwahr, nicht verhehlte ich wie Adam meine Frevel, verbergend in meinem Busen meine Schuld, weil ich mich scheute vor der großen Menge und der Verachtung der Stämme, so dass ich schwieg und nicht aus der Tür heraustrat. O hätte ich doch einen, der auf mich hörte! Hier meine Streitschrift! Es antworte der Allmächtige und schreibe seine Schrift, der mit mir streitet! – Sinn: hier ist meine Verteidigung, die ich mit meiner Unterschrift bekräftige; hier ist die Anklage gegen mich, jetzt richte Gott. - 35 Wer gibt mir jemanden, der mich verhört, dass der Allmächtige mein Verlangen höre und er selber, der richtet, die Klageschrift schreibe. Er will die Anklage als Beweis seiner Unschuld und wie einen besonderen Schmuck vor Gottes Gericht mitbringen. Er fürchtet kein Stück desselben. (V. 37) Selbst will er sie vor dem Richter verlesen und alles Gottes Urteil überlassen. - 36 Ich wollte sie auf meiner Schulter tragen und wie eine Krone auf mich legen! 37 Über alle meine Schritte will ich sie verkünden und wie einem Fürsten sie ihm vorlegen! Hebr.: Ich will die Zahl meiner Schritte (meine einzelnen Handlungen) angeben und wie ein Fürst zu ihm hinzutreten. – Nicht wie einst Adam vor Gott trat. - 38 Wenn mein Land wider mich schreit und seine Furchen mit ihm weinen, 39 wenn ich seinen Ertrag gegessen habe ohne Zahlung und die Seele seiner Bebauer betrübt habe: 40 so sollen mir Disteln statt Korn wachsen und Dornengestrüpp statt Gerste. Er kommt auf die Hauptanklage zurück. Habe ich einen Acker weggenommen, so dass der rechtmäßige Besitzer Hunger leiden musste, so will ich die Strafe tragen, welche Gott einst den Stammeltern auferlegt. [1Mos 3,18] - Ende der Worte Jobs. Die eigentlichen Streitreden sind zu Ende.
Zitiert in 10
- V. 1 Fragen(Pornography)
- V. 2 Fragen(Pornography)
- V. 3 Fragen(Pornography)
- V. 4 Fragen(Pornography)
- V. 15 Fratelli Tutti(§58)
- V. 18 Summa (EN)(I-II 63.1
III 27.6) - V. 20 Summa (EN)(II-II 32.3)
- V. 33 Summa (EN)(II-II 69.1
Suppl 6.2)