Hijob 33

b. Sich an Job wendend, tadelt Eliu dessen Kühnheit. (V. 1-13): Er mahnt ihn, er solle auf seine Vorwürfe antworten, wenn er könne, und ihn nicht als unebenbürtigen Gegner verachten. (V. 7). Er tadelt Job, derselbe habe nicht recht getan, als er sagte, er werde von Gott als Feind behandelt, als ob Gott nicht größer wäre als der Mensch. (V. 13) c. Diesem Vorwurfe fügt Eliu eine Belehrung an (V. 14-30): Auf verschiedene Weise erziehe Gott die Menschen, doch sie haben des nicht acht. (V. 14) Gott scheucht sie bisweilen durch nächtliche Gesichte von bösen Wegen ab (V. 18), bisweilen mahnt er sie durch Schmerzen (V. 12) und offenbart durch Boten denen, die heimgesucht werden, seine Barmherzigkeit, sie zu sich zu ziehen. (V. 30) d. Zum Schlusse bittet Eliu Job, er möge antworten, wenn er könne, sonst werde er seine Belehrung fortsetzen.

So höre denn, Job, meine Worte und merke auf alle meine Reden! Siehe, ich habe meinen Mund aufgetan, meine Zunge soll in meinem Gaumen reden. Aus aufrichtigem Herzen sollen meine Reden kommen und meine Lippen lautere Meinung sprechen! Weder Parteilichkeit noch Leidenschaft sollen aus mir reden. - Der Geist Gottes hat mich geschaffen, der Odem des Allmächtigen mir das Leben gegeben. Wie [Job 32,8]: Gott gibt mir die Weisheit. - Wenn du vermagst, so antworte mir und halte stand wider mein Angesicht! Ich werde dich nicht durch Schmähen zum Schweigen bringen, rede gegen mich. Aber vermagst du einen Menschen nicht zu widerlegen, wie viel weniger Gott. - Siehe, mich wie dich hat Gott gemacht und aus demselben Lehme bin auch ich gebildet. Ich bin ein Gegner, wie du ihn gewünscht: Ich bin ein Mensch, also brauchst du mich nicht zu fürchten, und ich verurteile nicht im Voraus, sondern entscheide nach Gründen. Kann also ein Mensch schon Job zeigen, dass er Unrecht hat, wie viel mehr würde dies von Seiten Gottes der Fall sein. - Aber Staunen über mich schrecke dich nicht und meine Beredsamkeit falle dir nicht schwer! So hast du denn vor meinen Ohren geredet und ich hörte den Laut deiner Worte: Ich bin rein und ohne Sünde, unbefleckt, und keine Ungerechtigkeit ist an mir! Weil er Anklage wider mich gefunden hat, Weil er Ursachen gesucht hat, mich feindlich zu behandeln. [Job 9,2, Job 10,7] usw. So hast du, Job, die Gott gebührende Ehrfurcht verletzt, da du dich nicht demütig seiner höchsten Herrschaft unterwarfest. (V. 12, V. 13) Sodann hast du einen Fehler in der Beweisführung begangen, da du nicht sahest, dass Gott mehrere heilsame Ursachen haben kann, auch dem Gerechten Leiden zuzusenden. (V. 14ff) - darum erachtete er mich für seinen Feind. Er legte meine Füße in den Block, beobachtete alle meine Wege. Das ist's also, worin du nicht recht hast. Ich werde dir antworten, denn Gott ist größer als der Mensch. Du rechtest mit ihm, dass er dir nicht auf alle Worte antwortet? Du forderst von Gott besondere Rechenschaft. Und doch vernachlässigst du die Belehrungen, welche er dir darüber gibt, warum er so handelt. - Einmal redet Gott und zum zweiten Male wiederholt er nicht das Gleiche. Hebr.: Denn freilich spricht Gott einmal, auch zweimal, aber man beachtet es nicht. Die Übersetzung der Vulgata lässt sich schwer mit dem Folgenden in Einklang bringen. Es werden nun drei Weisen angegeben, wie Gott zu den Menschen redet und seinen Willen offenbart. - Im Traume, im nächtlichen Gesichte, wenn tiefer Schlaf auf die Menschen fällt und sie auf ihrem Lager schlummern, dann erschließt er die Ohren der Menschen Die erste Weise Gottes zu reden V. 16, die zweite V. 19, die dritte V. 23. - und lehrt sie und unterweist durch Warnung, Wie Abimelech Laban, Pharao, Nabuchodonosor. Gemeint sind prophetische Träume. [4Mos 12,6, Job 4,13, Joel 2,28] - dass er den Menschen von dem abwende, was er tut, und ihn von dem Übermut befreie und seine Seele dem Verderben entreiße und sein Leben, dass er nicht ins Schwert falle. Die Absicht der Warnungen ist, die Menschen von böser Tat fernzuhalten und somit auch vor dem Verderben, welches dieses bringt, zu bewahren. Wird also Job ohne Ursache heimgesucht? - Auch züchtigt er ihn mit Schmerzen auf seinem Lager und lässt alle seine Gebeine verdorren. Zweite Weise. Ihr Ziel das gleiche wie V. 17, V. 18. - Zum Ekel wird ihm das Brot in seinem Leben und seiner Seele die zuvor ersehnte Speise. Sein Fleisch schwindet dahin und sein Gebein, das bedeckt war, liegt entblößt da. Anspielung auf Job. - Seine Seele naht dem Verderben und sein Leben tödlichen Übeln. Todbringende Schmerzen. - Wenn dann ein Bote Gottes, einer aus tausenden, für ihn Fürbitte einlegt, dass er des Menschen Gerechtigkeit verkünde, Hebr.: Wenn dann ein Gottesbote zu ihm kommt, ein Mittler (Fürsprecher), einer unter tausend, um dem Menschen seine Pflicht kundzutun. Dritte Weise: Gott sendet einen Menschen (einen aus tausend: Seltenheit und Wichtigkeit) zu einem solchen Unglücklichen, ihn zu belehren, wie er sein Unglück anzusehen habe und was Gott durch dasselbe beabsichtige. Ein solcher ist Eliu selbst. - so wird er sich seiner erbarmen und sagen: Befreie ihn, Suche ihn durch deine Unterweisungen und Gebete dem Verderben zu entreißen. Der Erfolg ist sicher. - damit er nicht hinabfahre zum Verderben; ich habe gefunden, wodurch ich ihm versöhnt werde. Sein Fleisch ist von Qualen verzehrt, lass ihn zu den Tagen seiner Jugend wieder zurückkehren. Seine Rettung ist dann nicht bloß Befreiung vom Übel, sondern positive Beglückung. - Er wird zu Gott flehen und dieser wird ihm gnädig sein und ihn sein Angesicht in Jubel schauen lassen und dem Menschen seine Gerechtigkeit Sein Gerechtsein in den Augen der Menschen, also die öffentliche Anerkennung seiner Gerechtigkeit. Diese ging ihm durch das Unglück verloren, weil dasselbe als Sündenstrafe galt. - wiedergeben. Er wird auf die Menschen blicken und sprechen: Ich habe gesündigt und wahrhaftig gefehlt, aber nicht empfangen, wie ich es verdiente. Ich hatte den Tod verdient. - Er rettete seine Seele, dass sie nicht zum Verderben hinfuhr, sondern im Leben das Licht schaute. Vor unzeitigem Tode infolge der Sünde ist er bewahrt geblieben. Das Licht ist das Lebenslicht mit dem Nebenbegriffe von Glück. Handelt Gott so gütig gegen den Sünder, wird er da den Gerechten im Stiche lassen? - Sehet, dies alles tut Gott dreimal mit einem jeden, Hebr.: zwei, dreimal, also nicht nur einmal, sondern wiederholt. An Gott liegt also die Schuld nicht, wenn ein Mensch nicht zur Besinnung und auf den rechten Weg kommt. - dass er ihre Seelen von dem Verderben zurückbringe und sie mit dem Lichte der Lebenden erleuchte. Immer will Gott nur Rettung und Beglückung des Menschen. - Merke auf, Job! und höre mich und schweige, während ich rede. Hast du aber dann etwas zu sagen, so antworte mir, rede, denn ich wünsche, dass du als gerecht erscheinest! Eliu wünscht, dass Job seine Rede widerlege. Er will nicht, wie die drei Freunde, nur anklagen. - Hast du aber nichts, Zwischen V. 32 und 33 ist eine kurze Unterbrechung zu denken, während welcher Eliu auf Jobs Antwort wartete. so höre mich, schweige, und ich werde dich Weisheit lehren!

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