Hijob 41
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
Weitere Beschreibung des Leviathan (Krokodil).
1 Siehe, seine Hoffnung täuscht ihn und vor aller Augen liegt er hingestreckt. Hebr.: Ja, solche Hoffnung wird getäuscht; stürzt man sich schon bei seinem Anblicke nieder? 2 Nicht wie ein Grausamer werde ich ihn reizen, denn wer kann meinem Antlitze widerstehen? Hebr.: So kühn ist keiner, es zu reizen, wer will denn mir sich widersetzen? Wenn schon mit einem bloßen Geschöpfe Gottes niemand zu streiten wagt, wem sollte es dann in den Sinn kommen, mit mir selbst streiten zu wollen? Im Lateinischen ist die Form der Rede derart, dass der Redende von sich sagt, was er von anderen verstanden wissen will: Ich rate niemand, so waghalsig und wild zu sein, es zu wecken; doch noch viel weniger mag jemand mich herausfordern. Die ins einzelne gehende Beschreibung war überaus geeignet, Job zu beschämen, der mit Gott zu streiten verlangt. - 3 Wer hat mir zuvor etwas gegeben, dass ich es ihm vergelten müsste? Alles, was unter dem Himmel ist, ist mein. Also kann ich über alles frei verfügen. - 4 Ich schone seiner nicht, mag er trotzig reden oder die Worte zum Flehen fügen. Wer mir widerstehen oder auf meine Gnadenerweise wie auf ein Recht Anspruch machen wollte, dessen Vermessenheit würde ich strafen und seiner nicht schonen, mag er trotzige Worte an mich richten, oder wenn er sieht, dass diese ohne Erfolg sind, sich bittend zu mir wenden. Hebr.: Ich darf nicht schweigen von seinen Gliedern noch von der Stärke und der Schönheit seiner Ausrüstung. - 5 Wer wird die Oberfläche seines Gewandes Seine Schuppen. – Nach der kurzen, oder nachdrücklichen Zwischenbemerkung, welche die Absicht der Fragen Gottes aufs Neue hervorhebt, wird die Beschreibung des Krokodils fortgesetzt. - aufdecken? Und wer mitten in seinen Rachen eindringen? 6 Die Pforten seines Rachens Die Kinnladen. - wer tut sie auf? Rings um seine Zähne ist Schrecken gelagert. Wo sein Gebiss sich zeigt, verbreitet sich Schrecken. - 7 Sein Leib ist gegossenen Schilden gleich, dicht schließen sich die Schuppen aneinander. 8 Eine schließt sich an die andere und kein Lüftchen dringt durch sie hindurch. 9 Eine hängt an der andern und sie halten unzertrennlich zusammen. 10 Sein Niesen ist strahlendes Feuer Was in V. 3 nach dem Hebr. verheißen, wird jetzt ausgeführt. – Das Krokodil wendet sich gern mit aufgesperrtem Rachen gegen die Sonne und wird dadurch zum Niesen gereizt, wobei er dann eine Menge von Wasser ausstößt, das im Sonnenschein leuchtenden Glanz bekommt. - und seine Augen sind wie die Wimpern der Morgenröte. Die mit rötlichem Scheine durch das Wasser schimmernden Augen des Krokodils sind die Hieroglyphe der Morgenröte geworden, weil sie zuerst erscheinen, wenn das Krokodil aus der Tiefe heraufkommt. - 11 Aus seinem Maule fahren Fackeln wie flammende Feuerbrände. Leuchtende Wasserstrahlen. - 12 Aus seinen Nüstern geht Rauch hervor Staubartig ausgestoßenes Wasser, das wie Rauch hervorkommt. - wie aus einem erhitzten und siedenden Kessel. 13 Sein Schnauben entzündet Kohlen und Flammen fahren aus seinem Rachen. Poetische Schilderung. - 14 Auf seinem Halse wohnt die Stärke In Ruhe, während alles ringsum vor Schrecken bebt. - und vor seinem Antlitze schreitet das Entsetzen her. 15 Die Glieder seines Fleisches sind eng aneinander gefügt; wenn Blitze auf ihn fallen, dringen sie nicht weiter. Die bei anderen Tieren hängenden und weichen Teile sind hier zusammenhängend und fest, so dass selbst Blitze nicht bis in den Körper eindringen. - 16 Sein Herz ist hart wie ein Stein und gehärtet wie des Hämmerers Amboss. Hebr.: Gegossen wie der untere Mühlstein. Dieser war unbeweglich, weil auf ihm der obere gedreht wurde, und sehr hart. - 17 Wenn er sich erhebt, so entsetzen sich die Boten Hebr.: Helden. - und erschreckt entsündigen sie sich. Hebr.: geraten sie in Verwirrung. Der Sinn der Vulgata ist hiernach: Wenn es aufsteht, fürchten sich die Schiffenden (oder: die Stärksten), sie suchen Versöhnung mit Gott. - 18 Greift ihn das Schwert an, so kann es nicht haften, auch Lanze nicht, noch Panzer; 19 denn wie Stroh achtet er das Eisen und wie morsches Holz das Erz. 20 Ihn bringt der Pfeilschütze nicht zur Flucht, in Strohhalme wandeln sich ihm die Steine der Schleuder. Oder: Der Pfeil. - 21 Wie Strohhalme achtet er den Hammer und lacht des sausenden Speeres. Es wird so wenig dadurch geschädigt, als wären es Stoppeln. - 22 Unter ihm sind Sonnenstrahlen und er bettet sich auf Gold wie im Schlamme. Hebr.: Sein Unterteil sind scharfe Scherben, es breitet einen Dreschschlitten auf den Schlamm. Auf den Schlamm hingebreitet, lässt das Krokodil ähnliche Eindrücke zurück wie die eisernen Spitzen seine Furchtbarkeit und Kraft hervorheben. - 23 Er macht wie einen Kessel des Meeres Tiefen aufwallen und erregt sie, wie wenn Salben kochend sprudeln. Beschreibung des gewaltigen Schäumens und Brodelns des aufgewühlten Wassers, wenn das Tier sich fortbewegt. - 24 Hinter ihm leuchtet sein Pfad auf, für ergraut hält man die Flut. Ein glänzender grauer Wasserstreifen bezeichnet die Richtung seines Weges. - 25 Es ist auf Erden keine Macht, die sich mit ihm messen könnte; er ist gemacht, niemanden zu fürchten. 26 Er schaut auf alles Hohe, er ist der König über alle Kinder des Stolzes. Alle anderen, ob auch starken Tiere verachtet es, alle anderen fürchten es. Einige heilige Väter sehen in der Wahl der Worte eine Anspielung auf den Satan.
Zitiert in 11
- V. 1 Summa (EN)(II-II 18.3
Suppl 89.8) - V. 17 Summa (EN)(Suppl 89.6)
- V. 24 Summa (EN)(Suppl 99.1)
- V. 25 Summa (EN)(I 64.3
I-II 80.3 II-II 126.1 Suppl 58.2) - V. 26 Summa (EN)(II-II 45.1
II-II 126.1 III 8.7)