Hijob 5

Da also der Tor, nimmt er nicht zu Gott seine Zuflucht, untergehen muss (V. 7), mahnt Eliphaz Job, er möchte zu Gott, dem gerechten Richter der Frommen und der Gottlosen, fliehen (V. 16), und preist, seine Rede schließend, den glücklich, den Gott selbst züchtigt, weil er nach der Züchtigung zu seinem früheren Glücksstande zurückkehren wird.

So rufe denn, ob jemand ist, der dir antworte, und wende dich an irgend einen unter den Heiligen! Eliphaz hat nach seiner Ermahnung eine kleine Unterbrechung eintreten lassen, abwartend, ob Job sich schuldig bekenne. Da Job schweigt, schließt er daraus, dass jener die Schuld noch leugnet. Deshalb mahnt er ihn ironisch, er möge nur wieder jammern, einen Helfer werde er doch nicht finden, denn den Stolzen und Eifernden verabscheuen alle. Hebr.: An welchen der Heiligen (Engel) wirst du dich wenden? – Bei wem du es auch versuchen magst, es wird vergeblich sein; er wird sich Jobs gegen Eliphaz nicht annehmen. - Wahrlich! den Toren tötet sein Unmut, und den Einfältigen bringt sein Eifern um. Keiner will sich eines verhärteten Sünders annehmen. Hebr.: denn siehe, den Toren (Gottlosen) bringt der Unmut um, den Unverständigen tötet sein Ereifern. - Ich sah den Toren fest gewurzelt, aber alsbald nannte ich seine Schönheit unselig. Eliphaz beweist den Satz V. 2 durch ein Beispiel. Er sah einen solchen gegen Gott murrenden Toren im zunehmenden Glücksstande (der tiefwurzelnde, starke Baum ist das Bild großen, dauerhaften Glückes. [Jes 27,6, Ps 1,3]). Doch plötzlich sank er dahin und ich musste Gottes Fluch über seine Stätte (so hebr.) erkennen. - Fern vom Wohlergehen blieben seine Kinder und wurden im Tore Im Tore, wo das Gericht gehalten wird, wurden sie der Schuld überführt und zur Strafe verurteilt. Die nächsten Verse beschreiben die Ausdehnung des Fluches. - zertreten und keiner war, der sie rettete. Seine Ernte aß der Hungrige, ihn selbst schleppte der Gewappnete hinweg und seine Reichtümer schlürften die Durstigen ein. Das Strafgericht dehnt sich, wie auf seine Kinder, so auf seine Habe aus. - Denn nichts geschieht auf Erden ohne Ursache Alles hat im Menschen selbst, in der Sünde seine Ursache, also auch deine Schmerzen. - und nicht wächst der Schmerz aus dem Boden hervor. Der Mensch ist zur Mühseligkeit geboren und der Vogel zum Fluge. Der Mensch wird so geboren, dass mit seiner Natur Mühsal gesetzt ist, aber diese als Folge seiner Sündhaftigkeit. Deshalb soll es Job nicht schwer fallen, seine Sünde zu bekennen. Hebr.: Der Mensch ist zur Mühsal geboren, wie zum hohen Fluge der Flamme Söhne. Wie die Funken nach oben streben, so der Mensch zur Sünde und damit zur Mühsal. - Darum wollte ich zu dem Herrn flehen und an Gott meine Rede richten, Wäre mir dies Unglück begegnet, ich würde nicht umsonst klagen, sondern Gott meine Sache anheimstellen. – Um Job zu solchem Vertrauen zu führen, schildert er Gottes Macht (V. 9) und wunderbare Vorsehung in allen Dingen (V. 10) und besonders in der Führung der Menschen. (V. 11-16) - der große und unerforschliche Dinge tut und Wunderbares ohne Zahl, Der Hinweis auf Gottes Macht soll den, der alles verloren, aufrichten. Sind Gottes Werke schon solche, wie muss da erst Gott selbst sein! Und dieser mächtige Gott ist gütig und um unser Heil besorgt. - der über den Erdboden hin Regen gibt Der vorige Vers wird spezialisiert und es werden einige von den großen, wunderbaren Dingen genannt. Der für die Fruchtbarkeit der Erde so notwendige Regen steigt vom Himmel herab, weshalb er oft als Zeichen der göttlichen Vorsehung erwähnt wird. Vergl. [Ps 146,8, Ps 103,13, Jer 14,22]. - und auf alles Hebr.: Auf die Fristen. - Wasser strömen lässt, der die Gebeugten hoch erhebt und die Trauernden Hebr.: Die Geschwärzten, Bezeichnung des äußersten Elendes, wie das Licht Bild des Glückes ist. - zum Heile erhöht, der die Anschläge der Boshaften zunichte macht, dass ihre Hände nicht auszuführen vermögen, was sie begonnen, Also nur in demütiger Unterwerfung ist Hoffnung. - der die Klugen in ihrer eigenen List fängt und den Ratschluss der Verschlagenen vereitelt. Hebr.: Und der Ratschluss der Verschmitzten überstürzt sich. - Bei Tage fallen sie in Finsternis und wie zur Nachtzeit, so tappen sie am Mittag. Jede Stunde des Tages wird sie zur Finsternis und der helle Mittag, wo doch Rat leicht zu finden wäre, wird für sie zur Strafe ihrer Verblendung wie Nacht. - Doch er wird den Dürftigen vor dem Schwerte ihres Mundes Der Verleumdung, Drohungen und Verabredung zur Unterdrückung der Schwachen. - retten und den Armen aus der Hand des Gewaltigen, Darum soll der Bedrängte nie die Hoffnung sinken lassen. - Und der Dürftige wird Hoffnung hegen, die Bosheit aber ihren Mund schließen. Vor Entsetzen, dass ihm Anschläge misslungen. - Glückselig der Mensch, den Gott züchtigt! Darum verschmähe die Ahndung des Herrn nicht. Diese Lehre über stolze, listige und bedrängte Arme wendet Eliphaz nun auf Job an. Da Gottes Vorsehung überall gütig ist, wird sie es auch in der Auflegung von Strafen sein. Zudem hilft Gott dem Elenden, also hat auch Job Hoffnung (V. 16), wenn er sich demütigt und sein Unglück als gerechte Strafe Gottes anerkennt. Ist nämlich die Strafe, die ein Mensch auferlegt, heilsam, obwohl dieser Maß und Weise nicht vollkommen wissen kann noch auch die Allmacht besitzt, das Böse zu entfernen und Gutes zu geben, so muss des allmächtigen und allwissenden Gottes Züchtigung als heilsam und glücklich gelten, denn stets hat er deine Besserung im Auge. So darfst du also deshalb dein Leben nicht hassen. - Denn er verwundet, aber heilt auch; er schlägt und seine Hände machen heil. Gott straft nicht nur, sondern macht auch der Strafe zur rechten Zeit ein Ende, wenn sie ihren Zweck erreicht hat. Sie kann denselben aber nicht erreichen, wird sie verschmäht, und muss in diesem Falle fortdauern. Dies zeigt er nun im Einzelnen. - Aus sechs Drangsalen wird er dich erretten und in der siebenten wird dich nichts Böses treffen. So oft auch Unfälle kommen und andere treffen mögen, du wirst ihnen nicht unterliegen. - In Hungersnot wird er dich vom Tode erretten und im Kriege vom Streiche des Schwertes. Vor der Geißel der Zunge Wie die Zunge mit einem Pfeile [Jer 9,7] oder Schwert, so wird sie hier mit einer Geißel verglichen, welche den guten Ruf tötet. Verleumdung und Ehrabschneidung (vergl. [JSir 28,21.24]) werden dich nicht einmal finden und vor allgemeinen Unfällen bewahrt dich Gott. [Job 21,6] - wirst du geborgen sein und das Elend nicht fürchten, wenn es naht. Bei Verwüstung und Hungersnot wirst du lachen und die wilden Tiere der Erde nicht fürchten, Ja, du wirst noch mehr als bewahrt, du wirst ohne Furcht und voller Freude sein. - sondern mit den Steinen des Landes wirst du im Bunde sein und die wilden Tiere der Erde werden mit dir Frieden halten. Selbst das, was anderen schadet, wie steinige und deshalb unfruchtbare Orte, wird mit dir gleichsam ein Bündnis schließen. [Hos 2,18, Jes 5,2] - Und du wirst erfahren, Auf die Verheißung der Abwehr aller Fährlichkeiten folgt nun die Zusicherung positiver Güter. - dass dein Zelt Frieden hat, und wirst deinen Wohlstand mustern und dich nicht versündigen. Hebr.: Dass Friede deine Wohnstätte ist (deine Wohnung wird im höchsten Frieden und Glücke sein), und musterst du deine Wohnstätte, so wird keine deiner Hoffnungen getäuscht werden. - Und du wirst erfahren, dass deine Nachkommenschaft zahlreich wird und deine Sprösslinge wie das Gras der Erde. Das Glück wird voll durch eine zahlreiche Nachkommenschaft. Job ist ja jetzt kinderlos. - In voller Reife wirst du in das Grab steigen, wie Weizengarben zu ihrer Zeit eingebracht werden. Ein besonderer Wunsch der Alten, in der Fülle der Jahre zu sterben. [Jes 38,10, Ps 54,24, 1Mos 25,8] - Siehe, wie wir es erforscht, so ist es; was du gehört hast, erwäge im Herzen! Das haben wir drei Freunde nach langer Erwägung gefunden, ziehe daraus Nutzen zu deiner Besserung.

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