Hijob 7

Job wiederholt, wie schwer sein Unglück sei (V. 10), und fragt, gleichsam aller Hoffnung beraubt, Gott, warum er so grausam von ihm behandelt werde und er ihm das Vergehen, dessen er etwa schuldig sei, nicht nachlasse.

Ein Kampf ist des Menschen Leben auf Erden und den Tagen des Taglöhners gleichen seine Tage! Job legt nunmehr seine Meinung übe seine Lage und über den von Eliphaz gespendeten Trost dar. Er zeigt, wie wenig entsprechend jener ist, teils aus den Umständen des gegenwärtigen Lebens, teils aus seiner eigenen Lage. Im Hebr. ist der Satz fragend: Ist nicht? Kampf – harte mit gefahren verknüpfte Anstrengung. Tage des Tagelöhners: Eine Zeit der Arbeit und Unterwerfung, deren Ende die Menschen herbeisehnen. Der Kampf rührt von den Hindernissen her, die wir auf dem Wege zu unserem letzten Ziele treffen, die Arbeit und die Unterwerfung fassen das zum Ziele fördernde ins Auge. Beide Ausdrücke weisen auf Gottes Vorsehung hin, denn der Streiter steht unter dem Führer, der Arbeiter unter seinem Herrn. (Thom.) - Wie der Knecht sich nach dem Schatten sehnt und wie ein Taglöhner nach dem Ende seiner Arbeit verlangt, So und noch viel mehr Job, der schon lange und selbst die Nächte hindurch leidet. - so habe auch ich ruhelose Monde gehabt und kummervolle Nächte mir abgezählt. Hebr.: So habe ich als Los Monde des Unheils erhalten und Nächte der Mühsal sind mir zugeteilt. – also gegen das gewöhnliche Schicksal wird er länger (Monate) oder ohne Unterbrechung geplagt. - Wenn ich mich niederlege, sage ich: Wann werde ich aufstehen? Und ich warte wieder auf den Abend und bin mit Schmerzen erfüllt, bis die Finsternis wiederkehrt. Hebr.: So dehnt die Nacht sich in die Länge und übersatt bin ich vom Umherwälzen bis zum Morgengrauen. - Mein Fleisch kleidet sich in Fäulnis und Moder des Staubes, meine Haut verdorrt und schrumpft. Hebr.: Von Würmern und von Krusten der Geschwüre ist mein Leib bedeckt und spaltet sich (indem die Geschwüre sich öffnen). - Meine Tage sind schneller dahingegangen, als der Weber den Faden bricht und sind hoffnungslos dahingeschwunden. Die Vergangenheit ist dahingeflohen und die Zukunft gewährt keinen Trost. Hebr.: Meine Tage sind schneller vorübergegangen als ein Weberschiffchen (das sich unaufhörlich von einer Seite zur anderen bewegt). - Gedenke, dass mein Leben nur ein Hauch ist und mein Auge nie wieder das Glück schauen wird. So möchte denn Gott ihn für die noch übrige Zeit eine kleine Erleichterung gewähren. Hauch: Schnell und unwandelbar flieht mein Leben, nur einmal ist es gegeben und keine Rückkehr möglich aus dem zustande des Todes auf die Erde, wo Gott sich offenbart und Gnade erweist. - Keines Menschen Auge wird mich mehr erblicken; blickst du nach mir, so bin ich nicht mehr. Erklärung des ersten Teiles von V. 7. Bereits entreißt mich der Tod vom Anblicke der Menschen. Bald werden deine Augen mich vergeblich suchen, ich werde nicht mehr unter den lebenden sein und du wirst mir hier nicht mehr wohltun können, tust du es nicht alsbald. - Wie die Wolke verschwindet und dahinfährt, so kehrt nicht wieder empor, wer in die Unterwelt hinabsteigt. Nie kehrt er wieder in sein Haus zurück noch kennt ihn ferner seine Stätte. Erklärung des zweiten Teiles von V. 7; zugleich Antwort auf [Job 5,17]. Das Haus ist der Zustand des gegenwärtigen Lebens. Der Ort, wo er zuvor lebte, kennt ihn nicht wieder, wenn er zurückkehrte. Die Worte enthalten Klage zugleich und Gebet, vergl. [1Sam 2,6]; Klage über die Flüchtigkeit des irdischen Daseins, Bitte, dieses nicht ganz vertrauern zu müssen. Das Totenreich ist zwar eine Stätte der Ruhe, aber nicht des seligen Lebens. Vergl. [1Mos 37,35]. - Darum will auch ich meinem Munde nicht wehren, will reden in der Drangsal meines Geistes, will klagen in der Bitterkeit meiner Seele. Die folgenden Worte sind also nach diesem von Job gegebenen Maßstabe zu beurteilen. - Bin ich denn ein Meer oder ein Meerungeheuer, dass du mich ringsum wie in einen Kerker einschließest? Schien ich dir denn unter den Menschen so wild und so schädlich, dass ich in dem Kerker dieses geplagten Leibes mit so viel Peinen gequält, gebunden und gebändigt werden musste? Das Meer [1Mos 1,9, Ps 103,7; Job 38,11; Spr 8,29; Jer 5,22]. - Wenn ich denke: Mein Bett soll mir Trost gewähren, ich will mich erholen, mit mir auf meinem Lager redend, so schreckst du mich durch Träume und jagst mir Grauen ein durch Gesichte. Selbst im Schlafe, wenn ich ein wenig Ruhe hoffe, verfolgst du mich mit Träumen und schrecklichen Erscheinungen. Es sind dies Begleiterscheinungen der Elephantiasis. - Deshalb ist meiner Seele lieber, wenn ich erwürgt und meinen Gebeinen der Tod zuteil wird. Hebr.: Erstickung wünscht meine Seele, den Tod vielmehr als dieses mein Gebein. Die genannte Krankheit hat Erstickungsanfälle und vollständige Abmagerung im Gefolge. - Ich habe die Hoffnung aufgegeben, nicht will ich fernerhin mehr leben; Hebr.: Ich bin es überdrüssig, nicht mag ich ewig leben. - schone meiner, Hebr.: Lass ab von mir. - denn meine Tage sind ein Nichts! Also erbarme dich jetzt! - Was ist der Mensch, dass du ihn so hoch achtest? oder warum hast du acht auf ihn? Warum schätzest du einen Unglücklichen so hoch, dass du ihn dir gleichsam als Gegner aufstellst und eifrig auf ihn acht gibst? Der Satz ist ironisch im Gegensatze zu [Ps 8]. - Du suchst ihn am frühen Morgen Nach dem Hebr. an jedem Morgen. - heim und prüfst ihn jeden Augenblick. Wie lange noch wirst du gegen mich schonungslos sein Hebr.: Wie lange willst du dein Auge nicht abwenden von mir, wirst mir nicht einmal soviel Zeit gönnen, wie ich brauche, um den Schleim zu schlucken? (Sprichwort) - und lässest mich nicht einmal in Ruhe meinen Speichel verschlucken? Habe ich gesündigt, was kann ich dir antun, Warum muss ich dies alles dulden? Es sei, ich habe gesündigt, (Thom.), wie meine Freunde sagen, was schade ich dir dadurch? - du Menschenhüter? Aufmerksamer, strafender Wächter der Menschen. - Warum hast du mich dir zum Gegner Oder: zur Zielscheibe. - gesetzt, so dass ich mir selbst zur Last geworden bin? Warum nimmst du nicht meine Sünde hinweg und warum tilgst du meine Missetat nicht? Habe ich gesündigt, warum lässest du mir die Sünde nicht nach? Tust du es jetzt (bald) nicht, so ist es in kurzem zu spät. So gewähre mir denn alsbald eine kleine Ruhe. - Siehe, nun werde ich im Staube schlafen, und wenn du mich am Morgen suchst, bin ich nicht mehr! Zwei Dinge verdienen an Job einen Tadel, obwohl sie durch die Torheit seiner Freunde einigermaßen erklärlich werden, dass er sagt, Gott sehe aufmerksam auf den Menschen, ihn streng zu strafen, sobald er ihn irren sieht, und dass er durchaus den letzten Grund von Gott offenbart sehen will, weshalb dieser ihn leiden lässt.

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