Jonas 1

I. Jonas versucht vergeblich, sich Gottes Befehl zu entziehen. (Kapitel 1, V. 1 – Kapitel 2, V. 11) 1. Jonas' Ungehorsam. A. Jonas flieht. (V. 3) b. Der Sturm. (V. 4) c. Jonas wird durch das Los getroffen (V. 7) und bekennt seine Schuld.

Und es erging Die Zeitform: und es geschah (Vajahi) wird im Hebr. so gebraucht, dass das Bewusstsein der Partikel gänzlich schwindet. Aus diesem Grunde beginnen mehrere Bücher mit diesem Worte. [Jos 1,1, Rich 1,1, 1Sam 1,1, Rut 1,1, Est 1,1, Ez 1,1] - das Wort des Herrn an Jonas, den Sohn Amathis, also lautend: Mache dich auf und Im Hebr. ohne Bindepartikel. - gehe nach Ninive, Aus den Keilinschriften steht fest, dass Salmanasser II. (860– 825 vor Chr.) im sechsten Jahre seiner Herrschaft bei Karkar einen Sieg über zwölf verbündete Könige von Damaskus (Benhadad), Israel (Achab), Hamath, Ägypten, Arvad und Ammon davontrug. - der großen Stadt, Vergl. [Jonas 3,3]. Ninive lag am Tigris. - und predige daselbst, Wie den Propheten sonst den Befehl erhalten, gegen die auswärtigen Völker zu predigen, damit die Juden erkennen, dass er der König und Herr aller Völker ist, sendet er jetzt einen Propheten zu den Heiden, damit er zeigt, dass er der Gott aller ist, der auch für sie Sorge trägt, und um anzudeuten, dass auch die Heiden zur Erkenntnis Gottes kommen sollen. Das Assyrische Reich sollte nach Gottes Absichten seine Herrschaft weithin erstrecken, deshalb musste der Herr Vorsorge treffen, dass das Gift der Verkehrtheit nicht die unterworfenen Länder ergriff. Wenngleich sich die Wirkung der Predigt des Jonas nicht im einzelnen nachweisen lässt, war doch sicher die [Jonas 3,6-10] geschilderte Bekehrung eine anhaltende und gleichsam ein Damm gegen das Verderben. - denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen. Die Sünden schreien zum Himmel, kommen vor Gott, wenn sie öffentlich, ohne Scheu mit Verkehrung der gesamten natürlichen und moralischen Ordnung begangen werden. - Jonas aber machte sich auf, um nach Tharsis Nach Tartessus in Spanien. - zu fliehen vor dem Angesichte des Herrn. Dies ist von Jerusalem weg, wo der Tempel des Herrn ist. Er will nicht noch einmal den ihm unangenehmen Auftrag erhalten. - Er ging nach Joppe Heute Jaffa, damals eine Philisterstadt am Mittelmeer, nicht weit von dem Gebiete Dans. - hinab, und da er ein Schiff fand, das nach Tharsis fahren sollte, gab er sein Fährgeld und bestieg es, Hebr.: stieg hinab, um sich als Flüchtling zu verbergen. Wenn er nur Judäa erließ, glaubte er sich geborgen. Die weite Entfernung von Palästina soll gleichsam eine feierliche Erklärung sein, dass er den Auftrag nicht annehme. - um mit ihnen nach Tharsis zu kommen, hinweg vom Angesichte des Herrn. Warum? Er wusste wohl, dass die Niniviten, wenn sie sich bekehrten, Barmherzigkeit bei Gott erlangen würden, und es schien ihm hart, seine Voraussagung dann als falsch und als lügenhafter Prophet angesehen zu werden. Wenn Gott einzig strafen wollte, hätte er es nicht vorausverkünden lassen und die Verkündigung ist nur die Aufforderung zur Buße. - Der Herr aber sandte einen gewaltigen Wind auf das Meer, so dass ein heftiger Sturm auf dem Meere entstand und das Schiff in Gefahr kam zu scheitern. Da gerieten die Schiffsleute in Furcht und riefen ein jeder zu seinem Gott und sie warfen die Geräte, welche im Schiffe waren, Waren und Ballast. - in das Meer, um es dadurch zu erleichtern; Jonas aber war in den untern Teil des Schiffes hinabgestiegen und schlief fest. Die Gewissensbisse haben ihn veranlasst, die Gesellschaft anderer zu fliehen, der innere Kampf und die Betrübnis haben seine Kräfte erschöpft und so hält der Schlaf ihn gefangen. Auch die Jünger des Herrn schliefen im Garten vor Traurigkeit. [Lk 22,45] - Da trat der Steuermann Hebr.: Der Befehlshaber der Schiffsmannschaft. - zu ihm und sprach zu ihm: Wie kannst du dich dem Schlafe überlassen? Stehe auf, rufe deinen Gott an, vielleicht gedenkt Gott unser und wir kommen nicht um! Ist die Gefahr eine gemeinsame, so soll auch jeder am Gebet teilnehmen. - Da Da das Gebet aller nichts fruchtete – denn auch Jonas betete nun wohl, - im Gegenteil die Wut des Sturmes wuchs, so kommen die Schiffer auf Gedanken, dass eine beleidigte Gottheit Rache nimmt. - sprachen sie zueinander: Auf, lasset uns das Los werfen, dass wir erfahren, weshalb dies Unglück uns betroffen hat! Als sie nun das Los warfen, fiel es auf Jonas. Nicht durch die Kraft des nach heidnischer Sitte geworfenen Loses wir Jonas entdeckt, sondern durch den Willen dessen, der die ungewissen Lose lenkte. - Da sprachen sie zu ihm: Tue uns kund, warum Durch wessen Schuld. D. i. wer bist du, durch den dies Unheil über uns gekommen ist? - uns dieses Unglück trifft? Was ist dein Geschäft? Welches dein Vaterland und wohin reisest du? Von welchem Volke stammst du? Die wiederholten Fragen malen die Aufregung. In jeder dieser Fragen entsprechenden Antwort kann die Ursache des Zornes der Gottheit liegen. Übst du den gottverhassten Raub der Erpressung? - Er antwortete ihnen: Den das Los schon bezeichnet hat, zwingen sie noch, mit eigenem Munde zu bekennen, warum Gott ihm zürnt. - Ich bin ein Hebräer Dieser Name wird in der heiligen Schrift von Fremden gebraucht oder von den Juden solchen gegenüber: Einer, der jenseits des Euphrat zu Hause ist. - und fürchte Verehre. - den Herrn, den Gott des Himmels, der das Meer und das feste Land geschaffen hat. Welch mächtiger Gott! Wie verschieden von den Volksgöttern und Götzen! Das Meer, auf dem ich fliehe, das Land, von dem ich fliehe, hat er geschaffen. - Da gerieten die Männer in große Furcht Weil er ihnen gesagt, dass er vor Gott fliehe und nach dessen Weisungen nicht getan habe. - und sprachen zu ihm: Warum hast du uns das getan? Wenn du Gott verehrst, warum fliehst du? Wenn du ihn für so mächtig hältst, wie glaubst du ihm da entgehen zu können? (Hier.) Wenn Gott das Meer geschaffen, tadeln ihn die Heiden mit recht, dass er sich durch dasselbe Gottes Gebot entziehen wolle. - Sie hatten nämlich erfahren, dass er vor dem Angesichte des Herrn fliehen wollte, denn er hatte es ihnen kundgetan. Die um Palästina wohnenden Völker hatten eine große Furcht vor dem Herrn. Wohl erscheint ihnen Jonas groß, doch größer der, der ihn sucht, sie scheuen sich, dem Propheten zu nahe zu treten, und dennoch tadeln sie seine Verschuldung; sie bekennen ihre Furcht und bitten den, das Heilmittel zu gewähren, der Urheber der Sünde war. (Hier.) - Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun, damit das Meer von uns ablasse? Sie fragen ihn, wie er die Gottheit, die er beleidigt, besänftigt wissen will; doch erkennen sie auch, dass er selbst die Sühne leisten muss. - Denn das Meer wogte und ging immer höher. Er sprach zu ihnen: Nehmet mich und werfet mich in das Meer, so wird es von euch ablassen; denn ich weiß, dass dieser große Sturm um meinetwillen euch überfallen hat. Der Prophet hat bekannt, dass er flieht, er will auch die Strafe dafür auf sich nehmen, damit andere nicht seinetwegen umkommen. Da der Sturm das Leben aller bedroht, schließt er, wohl von Gott zudem erleuchtet, dass Gott ihn mit dem Tode strafen will, und nimmt demütig und hochherzig die Strafe an. - Die Männer aber ruderten, um an das feste Land zurückzukommen, Den Schiffern scheint das Geforderte zu hart und sie scheuen sich, einen Verehrer des Herrn dem Tode preiszugeben, den Gott dann vielleicht rächen würde. Hebr.: wörtlich: um die Fluten zu durchbrechen. - doch sie vermochten es nicht, denn das Meer um sie wogte und ging immer höher. Da riefen sie zu dem Herrn und sprachen: Ach, Herr! lass uns doch nicht umkommen um der Seele dieses Mannes willen und lass nicht unschuldiges Blut auf uns kommen, denn du, Herr! hast getan, wie du gewollt. Wir wollen deinen Propheten nicht töten, aber dass du erzürnt bist, hat er selbst bekannt und sagt uns der Sturm; dein Wille wird durch unsere Hände erfüllt. (Hier.) - Hierauf nahmen sie Jonas Nicht: sie stürzten sich auf ihn, sondern gleichsam mit Ehrerbietung warfen sie ihn ins Meer, indem er ihnen dabei willfährig ist. (Hieron.) - und warfen ihn in das Meer, da ließ das Meer ab von seinem Toben. Die Männer aber gerieten in große Furcht vor dem Herrn Wie es den Menschen stets ergeht, wenn sie Zeugen des Eingreifens Gottes sind. und brachten dem Herrn Schlachtopfer dar und machten Gelübde.

Zitiert in 2