Josua 1
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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I. Besitznahme des Landes diesseits des Jordans (Kap. 1,1 – Kap. 12,24) 1. Einzug in das verheißene Land und Vorbereitung zu seiner Eroberung. (1,1 – 5,16) 1. Die Israeliten überschreiten den Jordan auf wunderbare Weise und ziehen in Palästina ein (1,1 – 4,25) A. Josue, von Gott aufgefordert, das heilige Land in Besitz zu nehmen, und durch die Verheißung göttlichen Beistandes gestärkt (V. 9), befiehlt den Israeliten, sich vorzubereiten, in das gelobte Land einzuziehen (V. 11), und mahnt die Stämme Ruben, Gad und Manasse, ihrem Versprechen gemäß ihre Brüder bei diesem Unternehmen zu unterstützen.
1 Und Andeutung, dass das Buch sich an den Pentateuch anschließt. - es begab sich nach dem Tode Moses, des Dieners des Herrn, dass der Herr zu Josue, dem Sohne Nuns, dem Diener Moses, redete, und zu ihm sprach: Wohl bald nach dem Tode, oder wenigstens nach Beendigung der Totenfeier. - 2 Moses, mein Diener, Nur Samuel reicht einigermaßen an Moses heran. [Jer 15,1] Schon [5Mos 34,5] und [4Mos 12,7.8] ist Moses so bezeichnet. Außer Moses werden so insbesondere die Patriarchen, namentlich Abraham, fromme Könige, wie David und Hiskias bezeichnet, ja selbst Nabuchodonosor als Vollstrecker göttlicher Aufträge. [Jer 25,9] u. a. Auch die Propheten werden so genannt [Jer 7,25] u. a. Eigentlich aber sind alle Israeliten Diener Gottes. - ist gestorben; mache dich auf und ziehe über den Jordan dort, du und das ganze Volk mit dir, in das Land, Da er der Schöpfer und der Herr der Welt ist, kann er jedem Volke einen Besitz zuweisen. Die Sünden der Chananiter haben ihr Maß erreicht. Zudem sind die vierzig Jahre vorüber, welche die Anführer in der Wüste zubringen sollten; dennoch will Gott ihnen so das Land zu Teil werden lassen, dass ihre eigene Mitwirkung gefordert wird. Damit das Land nicht alsbald verwüstet daliege, sollen die Chananiter nur allmählich verdrängt werden. - welches ich den Söhnen Israels geben werde. Der Verheißung [1Mos 15,18] und [1Mos 35,12] gemäß. - 3 Jeden Ort, den euer Fuß betritt, werde ich euch geben, wie ich zu Moses gesprochen habe. Es war dies eine bedingte Verheißung. Gott pflegt die Weise zu bezeichnen, auf welche er seine Prophezeiungen in Erfüllung gehen lassen will; wer den von ihm bezeichneten Weg nicht einschlägt, beraubt sich selbst der verheißenen Segnungen. Deshalb wird hier nicht Abraham erwähnt, sondern Moses, auf den auch V. 7ff hinweisen (Theodor). - 4 Von der Wüste und dem Libanon bis an den großen Strom Euphrat, Die Grenzen werden nach den Richtungen beschrieben: die Wüste Sin im Süden, der Libanon im Norden, der Euphrat im Osten und das große Meer im Westen. Ähnlich lautet [5Mos 11,24], der Verheißung [1Mos 15,18ff] entsprechend. Statt des Libanon (weißes Gebirge, da der Kalkstein die Oberfläche weiß erscheinen lässt) setzt die Septuag genauer: Antilibanon. - das ganze Land der Hethiter Die Hethiter werden wohl erwähnt, weil die Kundschafter durch deren Erscheinung so erschreckt wurden, dass das Volk auf ihre Botschaft fast nach Ägypten umkehrte. Vielleicht sind sie auch als Vertreter aller sieben Stämme gesetzt. - bis an das große Meer gegen Sonnenuntergang soll euer Gebiet sein. Einer der folgenden ähnliche Verheißung ist [5Mos 11,25] dem ganzen Volke gegeben. [5Mos 31,8] hat Moses Josue dasselbe verkündet. - 5 Niemand wird euch stand halten können alle Tage deines Lebens hindurch; wie ich mit Moses gewesen bin, so werde ich mit dir sein; ich werde dich nicht preisgeben und dich nicht verlassen. 6 Sei stark und mutig! Denn du sollst das Land, das ich ihren Vätern geschworen habe, ihnen zu geben, durch das Los unter dies Volk verteilen. 7 Sei also stark und sehr mutig, dass du das ganze Gesetz, welches dir Moses, mein Diener, gegeben hat, haltest und tuest; weiche davon weder zur Rechten noch zur Linken, In keiner Weise. Das Recht, neue Gesetze zu geben, erhält Josue nicht, wie auch Moses nur kraft seiner Berufung durch Gott solche gab. - damit du weise seiest in allem, was du tust. 8 Das Buch des Gesetzes komme nicht von deinem Munde, sondern sinne darüber Tag und Nacht, damit du alles haltest und tuest, was in demselben geschrieben ist; dann wirst du deinen Weg recht gehen und weise handeln. 9 Siehe, ich gebiete dir, sei stark und mutig! Die Schwierigkeiten sind groß. - Fürchte dich nicht und zage nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternehmen wirst. 10 Da gebot Josue den Fürsten des Volkes und sprach: Gehet durch das Lager hindurch, und gebietet dem Volke und sprechet: 11 Bereitet euch Zehrung Nicht das Manna, sondern andere Speisen. - vor; denn nach drei Tagen Die hier erwähnten drei Tage sind wohl die gleichen, wie die [Jos 3,1] erwähnten. Vielleicht hat Josue die Kundschafter bald nach dem Tode Moses ausgesendet, so dass die [Jos 2] erzählten Ereignisse in der Zeit der Trauer fallen. - sollt ihr den Jordan Im Hebr. wird beigefügt: Den Jordan hier. - überschreiten und einziehen, das Land in Besitz zu nehmen, welches der Herr, euer Gott, euch geben will. Das Hebr. fügt bei: als Besitz. - 12 Und zu den Rubeniten und Gaditen und dem halben Stamme Manasse Diese zwei und ein halber Stamm hatten schon geeignete Sitze, mussten also an das Wort Moses [4Mos 32,20-24] erinnert werden. - sprach er: 13 Gedenket des Befehles, welchen euch Moses, der Diener des Herrn, gegeben hat, da er sprach: Der Herr, euer Gott, hat euch Ruhe Einen festen, von Feinden nicht angefochtenen Wohnsitz [5Mos 25,19] nach der langen, unruhigen Wanderung durch die Wüste. Die Ungehorsamen [4Mos 14,26ff] kommen nicht zu dieser Ruhe [Ps 96,11]; doch auch sie ist nicht die wahre Ruhe des Volkes Gottes. [Hebr 3,11.18, Hebr 4,1.3.8.9] - verliehen und das ganze Land. 14 Eure Frauen und Kinder, und euer Vieh sollen in dem Lande bleiben, welches euch Moses jenseits des Jordans gegeben hat; ihr aber, alle streitbaren Männer, Nicht alle streitbaren Männer, denn diese Stämme zählten: Ruben 43500, Gad 40500, Manasse 52700. Es zogen nach [Jos 4,13] nur 40000 mit, die übrigen blieben zum Schutz der Frauen und Kinder und zur Verteidigung des in Besitz genommenen Landes zurück. - ziehet bewaffnet vor euren Brüdern her und kämpfet für sie, So sollen sie die Zuversicht der anderen mehren, dass dieselben jenseits des Jordans einen Besitz erlangen. - 15 bis der Herr euern Brüdern Ruhe gibt, wie er sie euch gewährt hat, und auch sie das Land in Besitz nehmen, das der Herr, euer Gott, ihnen geben will; alsdann möget ihr in das Land, das euch als Besitz zugehört, zurückkehren und in dem Lande wohnen, das euch Moses, der Diener des Herrn, jenseits des Jordans gegen Sonnenaufgang gegeben hat. 16 Da antworteten sie Josue und sprachen: Alles, was du uns geboten hast, wollen wir tun; und wohin du uns immer sendest, wollen wir gehen. Warum sollen sie mitziehen? Können die anderen nicht ohne sie siegen? Ehe das ganze Land eingenommen ist und die Bundeslade ihren Standort erhalten hat, darf das Volk sich nicht teilen. Die Stämme hätten sich sonst einander entfremdet und das Band der gemeinsamen Gesetze und Opfer wäre gelockert worden. - 17 Wie wir Moses in allem gehorsam gewesen sind, Sie haben Moses nicht immer Folge geleistet, doch das ungehorsame Geschlecht ist vernichtet. - so wollen wir auch dir gehorsam sein; möge nur der Herr, dein Gott, mit dir sein, wie er mit Moses war. 18 Wer deinem Munde widerspricht und nicht allen Befehlen, die du ihm gibst, gehorsam ist, der soll sterben; sei du nur mutig und handle männlich! Wir werden es an nichts fehlen lassen. Die Stämme enden mit demselben Zurufe, den Gott an Josue gerichtet. (V. 7)