Josua 10

C. Der König von Jerusalem greift mit vier amorrhitischen Königen Gabaa an (V. 5) und wird von Josue, dem Gott durch wunderbaren Stillstand der Sonne und des Mondes zu Hilfe kommt, mit jenen besiegt und getötet. (V. 27) 4. Kurze Übersicht über die Einnahme des übrigen Landes. (10,28 – 11,23) A. Besetzung des Südens.

Als Adonisedek, Herr der Gerechtigkeit. Der Name erinnert an den andern König von Salem, Melchisedech, König der Gerechtigkeit. - der König von Jerusalem, Nach der Übergabe von Gabaa war diese Stadt selbst bedroht. Ihr eigentlicher Name ist Salem, doch wird sie bis zu ihrer bleibenden Eroberung durch David oft auch Jebus, Jebusiterstadt, genannt. - dies hörte, nämlich dass Josue Hai eingenommen und zerstört hatte, (denn was er Jericho und dessen Könige getan, das tat er Hai und dessen Könige), und dass die Gabaoniter zu Israel übergegangen, und mit ihnen verbündet seien, fürchtete er sich sehr. Denn Gabaon war eine große Stadt und eine von den Königsstädten, Hebr.: wie nur eine von den Königsstädten. - größer als die Stadt Hai, und alle ihre Krieger waren sehr tapfer. Da sandte Adonisedek, der König von Jerusalem, zu Oham, dem Könige von Hebron, und zu Pharam, dem Könige von Jerimoth, sowie zu Japhia, dem Könige von Lachis, und zu Dabir, dem Könige von Eglon, und ließ ihnen sagen: Ziehet zu mir herauf und kommet zu Hilfe, dass wir Gabaon erobern, weil es zu Josue und zu den Söhnen Israels übergegangen ist. Da versammelten sich die fünf Könige der Amorrhiter, und zogen hinauf, der König von Jerusalem, der König von Hebron, der König von Jerimoth, der König von Lachis, der König von Eglon, zugleich mit ihren Heeren, und lagerten sich vor Gabaon, und begannen den Kampf gegen dasselbe. Die Einwohner der belagerten Stadt Gabaon aber sandten zu Josue, welcher sich damals im Lager bei Galgala aufhielt, und sprachen zu ihm: Ziehe deine Hand nicht ab, sondern hilf deinen Knechten; ziehe eilends herauf, und rette uns, und bringe uns Hilfe; denn alle Könige Alle mächtigen Könige. - der Amorrhiter, die im Berglande wohnen, haben sich gegen uns zusammengetan. Da zog Josue von Galgala mit dem ganzen Heere seiner Krieger, sehr tapferen Männern, hinauf. Und der Herr sprach zu Josue: Fürchte dich nicht vor ihnen! denn ich habe sie in deine Hände gegeben; keiner von ihnen wird dir standhalten können. Da überfiel Josue sie plötzlich, nachdem er die ganze Nacht von Galgala heraufgezogen war. Und der Herr brachte sie vor Israel in Verwirrung, Die Verheißung des Sieges über die Feinde der Gabaoniter ist ein offenbares Zeichen, dass Gott deren Erhaltung gewollt hat, anders als später Agag von Saul verschont ward. [1Sam 15,9]. Gemäß der Verheißung [2Mos 23,27]. - und Israel fügte ihnen einen schweren Verlust bei Gabaon zu, und verfolgte sie In nordwestlicher Richtung. - auf dem Wege nach der Anhöhe von Bethhoron, und schlug sie bis nach Azeka und Makeda.
Das Heer der Amorrhiter wird vernichtet
Als sie nun vor den Söhnen Israels flohen und auf dem Abhange von Bethhoron waren, ließ der Herr Auf Josues Gebet [JSir 46,6, Jes 28,21]. - große Steine Hebr. Sept. Hagel, also Hagelsteine. Diese Erscheinung war der Plage in Ägypten [2Mos 9,24] ähnlich. Dass der Hagel die fliehenden Feinde trifft und tötet, zeigt den Israeliten, dass nicht ihre eigene Kraft, sondern Gottes Beistand diesen herrlichen Sieg gewährt hat und dass die Feinde nicht von Israel, sondern von Gott dem Untergange geweiht sind. Fl. Josephus erzählt, dass das Ungewitter auch von Donner und Blitz begleitet war. - vom Himmel auf sie herabfallen, bis nach Azeka hin; und viel mehr kamen durch die Hagelsteine um, als die Söhne Israels mit dem Schwerte erschlagen hatten. Damals redete Josue zu dem Herrn, Betend. - an dem Tage, als er die Amorrhiter vor den Söhnen Israels preisgab, und sprach vor ihnen: Sonne, bewege dich nicht gegen Gabaon, Josue spricht, wie wir, von der scheinbaren Bewegung. - und Mond, nicht gegen das Tal Ajalon! Das Tal Ajalon befand sich zwischen Gabaon und Ajalon, war also der eigentliche Kampfplatz. Josue befand sich wohl zur Zeit, da er Sonne und Mond befahl stillzustehen, westlich von Gabaon, wo er die Sonne im Osten hatte, während der Mond im fernen Westen zu sehen war. Dies war noch vor Mittag möglich. Die Worte sind wohl vor dem Hagelwetter gesprochen. Blieben beide Gestirne auf ihrem gegenwärtigen Standorte, so blieb es auch Tag. -
Josue gebietet der Sonne stillzustehen
Da standen Sonne und Mond still, bis das Volk an seinen Feinden Rache genommen. Volk: Die Septuaginta will dieses Wort nicht auf die Israeliten anwenden und übersetzt: bis Gott an ihren Feinden Rache genommen. - Ist dies nicht im Buche der Gerechten Eine Liedersammlung, vergleiche [4Mos 21,14], das Buch der Kriege des Herrn. Diese Lieder haben nicht den Zweck, einen geschichtlichen Bericht zu geben, sondern vielmehr den großartigen Eindruck, den die Großtaten des Herrn auf Israel machten, den künftigen Geschlechtern vergegenwärtigen. „Des Gerechten.“ Vergl. dasselbe Wort im Munde Balaams [4Mos 23,10]. Das gleiche Buch wird nach [2Sam 1,18]. Das Zitat beginnt mit V. 13a. - geschrieben? So blieb die Sonne mitten am Himmel stehen und eilte nicht unterzugehen, einen Tag lang. Hebr.: Etwa einen Tag lang. Dem poetischen Bericht folgt der prosaische. Sowohl hierdurch, wie durch den Zusatz in V. 14 wird das ganze Volk als Zeuge der Tatsache angerufen. Wie dies Wunder mit den Gesetzen, welche das Weltall beherrschen, zu vereinigen ist, kann unausgemacht bleiben, sobald dessen Wahrheit bezeugt ist. Die Beziehungen der Erde zu den anderen Planeten hängen nicht von ihrer Umdrehung, sondern von ihrem Fortschreiten an der Ekliptik ab, und so vermochte die göttliche Vorsehung diese zu hemmen, ohne jene aufzuhalten, oder auf andere Weise (z.B. durch veränderte Brechung des Lichtes?) den beabsichtigten Erfolg zu bewirken. Ob sich das Wunder über ganz Palästina erstreckte, ist zweifelhaft. - Weder vorher noch nachher war ein Tag so lang, da der Herr der Stimme eines Menschen Gehör gab und für Israel stritt. Hierauf kehrte Josue mit ganz Israel in das Lager von Galgala zurück, Entweder: beschloss zurückzukehren oder es werden die der Rückkehr vorhergehenden Ereignisse als zu derselben gehörig nur einzeln beigefügt. - denn die fünf Könige waren geflohen und hatten sich in der Höhle der Stadt Makeda verborgen. Da meldete man Josue, dass die fünf Könige in der Höhle der Stadt Makeda versteckt gefunden seien. Und er gebot seinen Begleitern und sprach: Wälzet große Steine vor die Öffnung der Höhle und stellet achtsame Männer davor, welche die Eingeschlossenen bewachen; ihr aber bleibet nicht stehen, sondern verfolget die Feinde und tötet die letzten der Fliehenden; Schlaget ihre Nachhut. - und lasset sie nicht in die festen Plätze ihrer Städte gelangen, Dort waren sie schwerer zu überwältigen. - denn der Herr, Gott, hat sie in eure Hände gegeben. Nachdem nun die Feinde eine große Niederlage erlitten hatten und fast bis zur Vernichtung aufgerieben waren, zogen sich die, welche Israel hatten entkommen können, in die festen Städte. Sie erfüllten so auch deren Bewohner mit Schrecken vor den Israeliten. - Hierauf kehrte das ganze Heer zu Josue nach Makeda zurück, wo damals das Lager war, unversehrt und vollzählig; und niemand wagte es, sich gegen die Söhne Israels zu regen. Kein Hund selbst wagte sie anzubellen. Vergl. [2Mos 11,7]. - Und Josue befahl und sprach: Öffnet den Eingang zur Höhle und führet die fünf Könige, welche darin verborgen sind, zu mir heraus! Da taten sie, wie ihnen geboten war, und führten die fünf Könige zu ihm aus der Höhle heraus, den König von Jerusalem, den König von Hebron, den König von Jerimoth, den König von Lachis, den König von Eglon. Die Namen werden wieder genannt, um den Bericht als glaubwürdig aufzuzeigen und die Größe des Sieges in helleres Licht zu stellen. - Als diese nun zu ihm herausgeführt waren, Es war am Tage nach der Schlacht. - berief er alle Männer von Israel und sprach zu den Anführern des Heeres, die bei ihm waren: Gehet und setzet eure Füße auf die Hälse dieser Könige! Vergl. [5Mos 33,29]. Der heilige Chrysostomus weist auf [Roem 16,20] hin. Gott will die Zuversicht der Anführer mehren und die Israeliten vor falschem Mitleid bewahren. Der folgende Vers gibt Josues Absicht an. - Und da sie hingegangen waren und ihre Füße auf die Hälse der Niedergeworfenen gesetzt hatten, sprach er wiederum zu ihnen: Fürchtet euch nicht und zaget nicht, seid mutig und stark! Denn so wird der Herr an allen euren Feinden tun, gegen welche ihr streitet. Hierauf schlug Josue dieselben, und tötete sie, und ließ sie an fünf Pfähle hängen, und so blieben sie bis zum Abend aufgehängt. Die an den Königen vollstreckte Strafe ist härter, weil sie in höherem Grade für alle Frevel ihrer Untertanen verantwortlich sind. - Als nun die Sonne unterging, gebot er seinen Gefährten, sie von den Galgen herabzunehmen. Diese nahmen sie herab, und warfen sie in die Höhle, in der sie versteckt gewesen waren, und legten vor die Öffnung derselben große Steine, welche noch da sind bis auf diesen Tag. An demselben Tage nahm Josue noch die Stadt Makeda ein, und schlug sie mit der Schärfe des Schwertes, und tötete ihren König, und alle ihre Einwohner; er ließ darin auch nicht das Geringste übrig. Ebenso V. 30, V. 33, V. 40. - Und er tat dem Könige von Makeda, wie er dem Könige von Jericho getan hatte. Hierauf zog er mit dem gesamten Israel von Makeda nach Lebna Westlich von Makeda. - und kämpfte gegen dasselbe, und der Herr gab es samt dessen Könige in die Hand Israels; und sie schlugen die Stadt mit der Schärfe des Schwertes, und alle Einwohner derselben, und ließen nichts darin übrig. Dem Könige von Lebna aber taten sie, wie sie dem Könige von Jericho getan hatten. Von Lebna zog er mit ganz Israel nach Lachis, und umstellte es mit seinem Kriegsheere und griff es an. Und der Herr gab Lachis in die Hand Israels, und er nahm es am andern Tage ein und schlug es mit der Schärfe des Schwertes, und alles Lebende, das darin war, so wie er Lebna getan hatte. Zu derselben Zeit zog Horam, der König von Gazer, heran, um der Stadt Lachis zu Hilfe zu kommen; doch Josue schlug ihn mit seinem ganzen Volke bis zur Vernichtung. Alsdann zog er von Lachis nach Eglon, Von Lachis nach Westen. - und umlagerte es, und nahm es an demselben Tage ein; und schlug alles Lebende, das darin war, mit der Schärfe des Schwertes, ganz so wie er mit Lachis getan hatte. Hierauf zog er mit ganz Israel von Eglon nach Hebron In ziemlich gleicher Richtung seinen Marsch fortsetzend. - hinauf und kämpfte gegen dasselbe; und er nahm es ein und schlug es mit der Schärfe des Schwertes, auch seinen König, und alle Ortschaften der Umgegend, und alles Lebende, das darin weilte, und ließ nichts darin übrig; wie er Eglon getan, so tat er auch Hebron und vernichtete alles, was er darin fand, mit dem Schwerte. Josue durcheilt das Land, ohne es zu entvölkern. Es genügt ihm zunächst, wenn Israel ohne Beschwernis in demselben wohnen kann. Die im Kampfe Überwundenen tötet er freilich nach Gottes Befehl, doch bleiben ja die übrigen im Lande zurück. - Von da zog er gegen Dabir zurück, Josue wendet sich nach Dabir, nach einigen etwa ¾ Stunden westlich von Hebron, nach anderen etwa fünf Stunden davon entfernt im Gebirge Juda. - nahm es ein und zerstörte es; und dessen König und alle Städte ringsum schlug er mit der Schärfe des Schwertes; er ließ nichts darin übrig; wie er Hebron und Lebna und ihren Königen getan hatte, so tat er Dabir und dessen Könige. So bezwang Josue das ganze Bergland, und das Südland, und die Ebene und Asedoth Das Gebirge Juda [Jos 15,48], das äußerste Südland (Negeb [Jos 15,21]), die Niederung [Jos 15,33] und die Abhänge des Gebirges Juda [Jos 12,8], von Kadesbarne an der Südgrenze bis nach Gaza, und die Ganze Landschaft Gosen bis Gabaon, die gesamte Ostseite von Süden nach Norden. - und deren Könige; er ließ darin nichts übrig, sondern tötete alles, was atmen konnte, wie der Herr, der Gott Israels, ihm geboten hatte, von Kadesbarne bis nach Gaza. Das ganze Land Gosen Wohl zu unterscheiden vom Lande Gessen in Ägypten. [1Mos 45,10] u.a. - bis nach Gabaon, und alle Könige und ihre Gebiete nahm er auf einen Angriff In einem Zuge. ein und verheerte sie; denn der Herr, der Gott Israels, stritt für das Volk. Alsdann kehrte er wieder mit ganz Israel zum Lagerorte nach Galgala zurück.

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