Josua 11

B. Die Könige des Nordlandes werden bei dem Merom-See besiegt. (V. 9) und ihr Land unterworfen. (V. 20) C. Josue vernichtet die Enakiter im Südlande.

Als dies Jabin, der König von Asor, vernahm, Zweites Bündnis chananitischer Könige, der Nordhälfte von Chanaan. Asor war ein bedeutender Königssitz (V. 10), den Josue einnahm und zerstörte (V. 13), der aber später wieder aufgebaut und wieder Königssitz wurde. [Rich 4,2.17, 1Sam 12,9] Nach Josephus lag es auf dem westlich vom Meromsee sich hinziehenden Höhenzuge. - schickte er zu Jobab, dem König von Madon, und zu dem Könige von Semeron, und zu dem Könige von Achsaph, sowie zu den Königen im Norden, welche auf dem Gebirge Gebirge Nephthali. [Jos 19,32] - und in der Ebene, im Süden von Keneroth, Vom See Genesareth. - und in der Niederung und den Gegenden von Dor Hebr.: In Naphoth Dor, etwa zwölf Kilometer nördlich von Cäsarea. - am Meere wohnten; ebenso auch zu den Chananitern im Osten und Westen, zu den Amorrhitern, Hethitern, Pherezitern und Jebusitern in's Bergland; und zu den Hevitern, welche am Fuße des Hermon, Des östlichen Libanon. - im Lande Maspha, wohnten. Da zogen sie alle mit ihren Heerhaufen aus, ein Volk zahlreich wie der Sand am Ufer des Meeres, Häufig in der heiligen Schrift vorkommendes Bild. - auch Rosse und Wagen in ungeheurer Menge. Alle diese Könige kamen am Wasser Merom Hohes, oberstes Wasser, bei Fl. Josephus Samochonitis, jetzt Bahr el Huleh, etwa zweieinhalb Stunden lang, nördlich vom See Genesareth gelegen. - zusammen, um gegen Israel zu kämpfen. Da sprach der Herr zu Josue: Josue ist wohl bereits auf dem Marsche, da die Entfernung von Galgala bis zum See Merom zu bedeutend ist, um von einem Tage zum andern dorthin gelangen zu können. Die Feinde wollen wohl auf den Bergen ihr Lager aufschlagen und von dort mit ihren Wagen über den das Jordantal heraufziehenden Josue herfallen. Der geschickte Feldherr aber kommt ihnen zuvor. - Fürchte dich nicht vor ihnen! denn morgen um diese Stunde werde ich sie alle vor Israel preisgeben, dass sie erschlagen werden; ihre Pferde sollst du lähmen Sie sollen die Pferde nicht selbst im Kriege gebrauchen, um nicht mehr auf diese als auf Gott ihre Zuflucht zu setzen. - und ihre Wagen im Feuer verbrennen. Und Josue und das ganze Heer mit ihm kamen plötzlich über sie am Wasser Merom und überfielen sie, und der Herr gab sie in die Hand Israels. Diese schlugen sie und verfolgten sie bis nach Groß-Sidon, Das volkreiche Sidon, das so zugleich als Hauptstadt von Phönizien bezeichnet wird. - und bis an das Wasser Maserephoth, Hebr.: Misrephoth-Maim, die warmen Wasser. Ob es den Namen von Glasschmelzhütten hat? - und bis in die Ebene Masphe, welche auf der Ostseite desselben liegt. So schlug er alle, dass keiner von ihnen übrig blieb; Zwei Heeresabteilungen verfolgen also die Feinde nach Südwest und West, eine andere nach Südost. - und er tat, wie der Herr ihm geboten hatte: ihre Pferde lähmte er, und ihre Wagen verbrannte er im Feuer. Dann kehrte er sofort Richtiger: zu jener Zeit. - wieder um, nahm Asor ein, Er hatte die Feinde über Asor hinaus verfolgt. - und schlug dessen König mit dem Schwerte; Asor nämlich war vor Zeiten das Haupt aller dieser Reiche. Deshalb wird es härter behandelt als die übrigen Städte. (V. 11, V. 13) - Und er schlug alles Lebende, das darin weilte; nichts ließ er darin übrig, sondern verheerte alles bis zur Vernichtung, und die Stadt selbst zerstörte er durch Feuer. Auch alle Städte ringsum und ihre Könige brachte er in seine Gewalt, und schlug sie, und vernichtete sie, Hebr.: tat sie in den Bann. - wie Moses, der Diener Gottes, ihm geboten hatte. Mit Ausnahme der Städte, welche auf Hügeln und Anhöhen lagen, Die befestigten Bergstädte, mit Ausnahme von Asor allein. - brannte Israel alle nieder; Asor allein, das sehr befestigt war, verzehrte das Feuer. Die ganze Beute aus diesen Städten und das Vieh teilten die Söhne Israels unter sich, die Menschen hingegen töteten sie alle. Vergleiche den Befehl Gottes [5Mos 7,2]. - Wie der Herr Moses, seinem Knechte, geboten hatte, so gebot Moses dem Josue, und dieser erfüllte alles; von allen Vorschriften, welche der Herr dem Moses gegeben hatte, übertrat er auch nicht ein Wort. So nahm Josue das ganze Bergland, das Südland, das Land Gosen, die Ebene, die westliche Seite, und das Gebirge Israel und dessen Niederungen ein, sowie einen Teil des Gebirges, das sich von Seir bis Baalgad erhebt, im Tale des Libanon, am Fuße des Berges Hermon; Hebr.: Vom kahlen Gebirge an, das gegen Seir aufsteigt, bis nach Baal-Gad im Tale des Libanon am Fuße des Hermon. – Das kahle Gebirge ist wohl dasselbe, das [Jos 15,3] und [4Mos 34,4] Akkrabimgebirge (Skorpionensteig) genannt wird. - und er bekam alle ihre Könige in seine Gewalt, und schlug sie, und tötete sie. Lange Zeit Nach Josephus fünf Jahre, nach anderen jüdischen Schriftstellern sieben Jahre. - hindurch kämpfte Josue gegen diese Könige. Es gab keine Stadt, welche sich den Söhnen Israels selbst ergab, außer den Hevitern, die in Gabaon wohnten; denn alle nahm er im Kampfe ein. Denn es war der Ratschluss des Herrn, dass ihre Herzen verstockt wurden, Hebr.: Denn von Jahve war es so gefügt, dass er ihren Sinn verhärtete, dass sie gegen Israel usw. Gott verhärtet ein Herz insbesondere insoweit als er in Geduld und Langmut die Strafe verschiebt und die Sünden wachsen lässt, um erst, wenn die äußerste Grenze erreicht ist, seine Gerechtigkeit walten zu lassen. Aber selbst Pharao ward nicht alsbald gestraft, da er Gottes Nachsicht verachtete, sondern stürzte sich selbst in den Tod, da er vermessentlich wähnte, das rote Meer werde ihm den Durchgang ebenso gewähren, wie dem auserwählten Volke. (Basil.) Im Übrigen vergl. [1Mos 15,16] und [2Mos 4,Anm.23]. - und dass sie gegen Israel kämpften und fielen, und kein Erbarmen verdienten, und vernichtet wurden, wie der Herr dem Moses geboten hatte. Um diese Zeit kam Josue und vertilgte die Enakiter von dem Gebirge, von Hebron, Dabir und Anab, und von dem ganzen Gebirge Juda und Israel, Juda und der Doppelstamm Joseph (Ephraim und Manasse) erhielten zuerst ihre Anteile durch das Los. Während nun Juda in seinen südlichen Besitz einrückt, sind alle Stämme noch in Galgala; später, als Ephraim und Manasse die ihrigen bereits eingenommen, lagert ganz Israel außer Juda in Silo. Beide Teile werden durch das noch herrenlose, später dem Stamme Benjamin zufallende Gebiet voneinander getrennt, außerdem befindet sich Altar, Stiftshütte und Bundeslade inmitten Josephs und der übrigen noch im Lager von Silo versammelten Stämme. So musste sich schon damals der Keim eines Gegensatzes zwischen Juda einerseits und dem übrigen Israel andererseits bilden, indem der Doppelstamm Joseph (und von diesem besonders Ephraim) so mächtig hervortrat. Was war zudem natürlicher, als dass das Gebirge, auf dem Juda seine Sitze hatte, Gebirge Juda, und dasjenige, wo das übrige Israel lagerte, Gebirge Israel, und zugleich, da die Gegend Eigentum des Stammes Ephraim war, Gebirge Ephraim [Jos 19,50] genannt wurde. - und zerstörte ihre Städte. Vergl. [4Mos 16,32ff]. Es sind die von den Kundschaftern als so furchtbare Riesen geschilderten Feinde. Die [Jos 10,36ff] berichtete Eroberung wird nachträglich ergänzt. - Keinen vom Stamme der Enakiter ließ er im Lande der Söhne Israels übrig; nur in den Städten Gaza, Bekannt durch Samson [Rich 16], die Weissagungen der Propheten und den Kämmerer aus Mohrenland. [Apg 8,26] - Geth Die Heimat Goliaths. - und Azot Zwei bis drei Stunden von Askalon. - allein blieben sie noch. Josue also nahm das ganze Land ein, wie der Herr zu Moses geredet hatte, und gab es den Söhnen Israels zum Besitze nach ihren Abteilungen und Stämmen; und das Land ruhte vom Kampfe. Kein Feind trat der Verteilung des Landes mit den Waffen entgegen. Die Macht der Chananiter war gebrochen und sie vermochten Israel nicht mehr den Besitz des Landes streitig zu machen, wenn nur Israel den Geboten seines Gottes nachlebend fortfuhr, die zerstreuten Überreste nach und nach zu verdrängen. Zudem hatte Israel in dem mächtigen Beistande des Herrn, den es bei der bisherigen Eroberung erfahren, das sicherste Unterpfand, dass ihm Gott auch bei den noch übrigen Kämpfen beistehen werde. Josue hatte getan, was der Herr zu Moses geredet, da er die Eroberung des Landes verheißen, aber zugleich beigefügt, er werde die Chananiter nicht in einem Jahre vertreiben. [2Mos 23,28ff] vergl. [5Mos 7,22]. Die Aufzählung von nicht eroberten Städten und Gegenden und von noch übrig gebliebenen Chananitern [Jos 13,1-6, Jos 17,14ff, Jos 18,3, Jos 23,5.12] bietet also keinen Widerspruch zu V. 23. Wenn nun die völlige Eroberung des ganzen Landes in der nächstfolgenden Zeit nicht ausgeführt ward, sondern die Chananiter im Gegenteil die Oberhand über die Israeliten gewannen, so ist die Ursache dafür die, das der her seinem Volke wegen seines Abfalles von ihm seinen Beistand entzog und es zur Züchtigung für seine Sünden in die Gewalt seiner Feinde dahingab.

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