Josua 2
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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B Josue entsendet zwei Kundschafter nach Jericho. Diese werden von Rahab aufgenommen (V. 7), vor den Nachstellungen des Königs bewahrt (V. 21) und kehren glücklich zu Josue zurück. Ihr Bericht bewegt ihn, die Feinde alsdann anzugreifen.
1 Und Josue, der Sohn Nuns, sandte im Geheimen zwei Männer als Kundschafter von Setim Wiese der Akazien, nach Fl. Josephus drei Stunden von dem Orte des Überganges. Josue wählt nur zwei Jünglinge [Jos 6,23] und sendet diese heimlich aus, damit ihr Feind ja keine Kunde davon erhalte, vielleicht auch damit Israel nicht den Mut verliere, wenn die Nachrichten ungünstig lauten. - aus und sprach zu ihnen: Gehet hin und besichtiget das Land und Insbesondere. - die Stadt Jericho! Die Palmenstadt. [5Mos 34,3] u.a. Sie war der Schlüssel des Westjordanlandes in einer Oase der fast vier Stunden breiten Jordan-Araba, ebenso weit westlich vom Jordan entfernt wie Sittim östlich. - Diese zogen hin und traten in das Haus einer Buhlerin, Rahab ist zwar eine gesunkene, aber keineswegs in Lasterhaftigkeit versunkene, sehr kluge Person. - mit Namen Rahab, ein und blieben bei ihr zu Nacht. 2 Da wurde dem Könige von Jericho gemeldet und gesagt: Siehe, es sind Männer von den Söhnen Israels des Nachts hierher gekommen, um das Land auszukundschaften. 3 Da sandte der König von Jericho zu Rahab und ließ ihr sagen: Führe die Männer heraus, die zu dir gekommen und in dein Haus eingekehrt sind; denn sie sind Kundschafter und sind gekommen, das ganze Land auszuspähen. 4 Das Weib aber nahm die Männer, verbarg sie und sprach: Ich gestehe, sie sind zu mir gekommen, aber ich wusste nicht, woher sie waren; 5 und als bei Anbruch der Dunkelheit das Tor geschlossen ward, Hebr.: Zur Zeit des Torschlusses, als es finster wurde. Diese Fassung ist besser, da sonst die Wächter befragt werden konnten und das Gegenteil bezeugt hätten. - gingen auch sie zu gleicher Zeit hinaus, und ich weiß nicht, wohin sie gegangen sind; Sie muss jeden Verdacht fernhalten, als ob sie in den Kundschaftern Israeliten vermutet hätte. - setzet ihnen eilig nach, so werdet ihr sie einholen. Rahab wusste, dass die Stadt untergehen werde, wie sich auch das Schicksal der Kundschafter gestaltete. Um diese indes zu retten, spricht sie eine Lüge, die nicht aus dem Glauben [Jak 2,25] ist, sondern höchstens aus ihrer Unwissenheit entschuldigt werden kann, ebenso wie die der Wehmütter. [2Mos 1,17.19] Anders antwortete Abraham einst dem Isaak. [1Mos 22,7.8] - 6 Sie hatte aber die Männer auf das Dach ihres Hauses Auf das flache Dach. - steigen lassen und mit Flachsstengeln Mit ungebrechten Flachsstengeln, welche um Jericho die Dicke eines Rohres und die Höhe von nahezu einem Meter erreichen. - bedeckt, welche daselbst waren. 7 Die ausgesandten Männer aber verfolgten sie auf dem Wege, der zur Furt des Jordans führt; In der Vermutung, dass die Kundschafter zu den ihrigen zurückgekehrt seien. Es war wohl eine bestimmte Furt. Hebr.: zu den Furten. - und nachdem sie hinausgegangen waren, wurde das Tor alsbald geschlossen. Damit die Kundschafter nicht entfliehen konnten, im Falle sie etwa noch in der Stadt weilten. - 8 Noch waren die beiden, welche sich verborgen hielten, nicht eingeschlafen, siehe, da stieg das Weib zu ihnen hinauf und sprach: Nachdem Rahab für die Sicherheit derjenigen, welche sie von Gott beschützt wusste, Sorge getragen, denkt sie an ihre eigene Rettung. - 9 Ich weiß, dass der Herr euch das Land überliefert hat; denn Schrecken vor euch hat uns befallen und alle Bewohner des Landes sind verzagt geworden. So ist die Bitte erhört, welche Moses in seinem Lobgesange [2Mos 15,15] ausgesprochen, an den die Ausdrücke anklingen. V. 10 enthält den Grund für das V. 9 Gesagte. - 10 Wir haben gehört, dass der Herr das Wasser des roten Meeres, als ihr in dasselbe hineinschrittet, vertrocknen ließ, damals als ihr aus Ägypten auszoget; und was ihr den beiden Königen der Amorrhiter, die jenseits des Jordans waren, getan habt, dem Sehon und Og, Zwei Dinge erwähnt sie: den Durchzug durch das rote Meer, den sie dem wahren Gott zuschreibt, da derselbe alle Kräfte der Natur überragte, wie auch die Strafe über Sehon [4Mos 21,21ff], und Og [4Mos 21,33ff, 5Mos 3,1ff] sie gelehrt, dass Gott mit Israel ist. - welche ihr getötet Hebr.: an welchen ihr den Bann vollstreckt habt. - habt. 11 Als wir dies hörten, erschraken wir, und unser Herz wurde verzagt, und der Mut entfiel uns bei euerm Einzuge; denn der Herr, euer Gott, ist Gott im Himmel droben und auf Erden hienieden. Rahab bekennt Gott als den Allmächtigen und Allgegenwärtigen. - 12 So schwöret mir nun bei dem Herrn, dass, wie ich an euch Barmherzigkeit geübt habe, auch ihr an dem Hause meines Vaters tun wollt; Wie fest ihre Überzeugung ist, dass Gott den Israeliten dies Land gegeben hat, zeigt ihre Bitte. Sie schaut nicht auf die gegenwärtige Lage der Kundschafter, sondern auf Gottes Ratschluss. - und gebet mir ein zuverlässiges Zeichen, Ein Wahrzeichen. Rahab durfte sich vorläufig mit dem geleisteten Eide begnügen, fest überzeugt, dass sie auch das Wahrzeichen empfangen werde. - 13 dass ihr meinen Vater und meine Mutter, und meine Brüder, und meine Schwestern, und alles, was ihnen zugehört, retten und uns vor dem Tode bewahren wollt. 14 Da antworteten sie ihr: Unsere Seele soll an eurer Stelle des Todes sein, Ihr seid mit der Bevölkerung von Jericho mit dem Tode bedroht, aber dieser soll nicht euch, sondern uns treffen, wenn wir treulos sind; alsdann möge Gott uns statt eurer verderben. - wofern du uns indes nicht verrätst; und wenn uns der Herr das Land überliefert, so werden wir dir Barmherzigkeit und Treue erweisen. 15 Da ließ sie dieselben an einem Seile durch das Fenster hinab, denn ihr Haus lag an der Mauer. Wie hier die Kundschafter, wurde Paulus in Damaskus ähnlich gerettet. [Apg 9,25] - 16 Und sie sprach zu ihnen: Ob Rahab nicht vorher das Zeichen erhielt? Der zuerst allgemein angegebenen Tatsache folgen in der Erzählung die Einzelheiten. - Steiget auf das Gebirge Es ist wohl das nördlich von Jericho gelegene höhlenreiche Gebirge gemeint. - hinauf, damit sie bei ihrer Rückkehr nicht etwa auf euch treffen; haltet euch daselbst drei Tage Rahab rechnet wohl den Tag der Ankunft, dem folgenden sollen sie verborgen bleiben, am dritten frei sein. Der dritte Tag wird oftmals in der heiligen Schrift mit besonderer Bedeutung genannt, wohl wegen der Wichtigkeit jenes Tages, welcher das Werk unseres Heiles vollendete, des Tages der Auferstehung. - lang verborgen, bis sie zurückgekehrt sind, und alsdann ziehet eures Weges. 17 Da sprachen sie zu ihr: Wir werden von diesem Eide, mit dem du uns beschworen hast, frei sein, 18 wenn wir in das Land kommen und diese rote Schnur Hebr.: Schnur des karmosinfarbenen Fadens. Sie geben ihr eine Schnur, welche wohl mit dem Seile nicht zu identifizieren ist. Die rote Farbe ist weithin sichtbar. - zum Zeichen dienen wird; und du sie an das Fenster, durch welches du uns hinabgelassen, gebunden, und deinen Vater, deine Mutter, deine Brüder und deine ganze Verwandtschaft in deinem Hause versammelt hast. 19 Wer dann zur Türe deines Hauses hinausgeht, dessen Blut sei auf seinem Haupte, und wir werden unschuldig an demselben sein. Das Blut aller aber, welche bei dir im Hause sein werden, soll auf unser Haupt kommen, wenn sie jemand antastet. 20 Wenn du uns aber verraten und diese Sache wolltest bekannt werden lassen, so werden wir von dem Eide, mit dem du uns beschworen hast, frei sein. Drei Bedingungen. - 21 Sie antwortete: Wie ihr gesagt habt, so sei es; und sie ließ sie fortziehen und band Später. - die rote Schnur an das Fenster. 22 Da zogen sie von dannen, und kamen auf das Gebirge, und blieben daselbst drei Tage, Von dieser Nacht bis zur Nacht des nächstfolgenden Tages. - bis die, welche sie verfolgten, zurückkehrten; denn sie suchten sie auf allen Wegen und fanden sie nicht. 23 Als diese nun in die Stadt hineingegangen waren, Hebr.: Da kehrten die Kundschafter usw. kehrten die Kundschafter zurück, stiegen vom Gebirge herab, setzten über den Jordan, und kamen zu Josue, dem Sohne Nuns, und erzählten ihm alles, was ihnen begegnet war, 24 und sprachen: Der Herr hat dies ganze Land in unsere Hände überliefert und alle seine Bewohner sind von Furcht bestürzt.