Josua 24

2. Noch einmal stellt Josue dem Volke bei Sichem feierlich die Wohltaten Gottes vor Augen und erneuert den Bund mit Gott. (V. 28) 3. Kurzer Bericht über Tod und Begräbnis Josues, die Übertragung der Gebeine Josephs nach Sichem, den Tod Eleazars, des Sohnes Aarons.

Alsdann versammelte Josue alle Stämme Israels zu Sichem Die Rede Josues entwickelt zwei Gedanken. Zuerst bringt er dem Volke, zu dem er in dessen Vertretern redet, alle Gnadenbeweise in Erinnerung, welche der Herr demselben von der Berufung Abrahams an bis auf diesen Tag erwiesen hat. (V. 13) Dann fordert er sie auf, dem Götzendienste völlig zu entsagen und Jahve allein anzuhängen, dem auch Josue mit seinem ganzen Hause dienen will. Die Versammlung fand in Sichem statt, wohl weil auch der [Jos 8,30-35] berichtete feierliche Akt dort stattgefunden. Dort hatte einst auch Jakob seine Familie von allem Götzendienst gereinigt. [1Mos 33,20, 1Mos 35,2.4]. - und berief die Ältesten, und die Fürsten, und die Richter, und die Vorsteher; und sie traten vor den Herrn. Nach [Jos 8,31] hatte Josue auf dem Ebal einen Altar errichtet. - Da sprach er zu dem Volke also: So spricht der Herr, der Gott Israels: Eure Väter, Thare, der Vater Abrahams, und Nachor, wohnten vor Zeiten jenseits des Stromes und dienten fremden Göttern. Daher nahm ich euern Vater Abraham aus dem Gebiete Mesopotamiens, und führte ihn in das Land Chanaan, und ließ seine Nachkommenschaft zahlreich werden, und schenkte ihm Isaak; und diesem wiederum schenkte ich Jakob und Esau. Von diesen gab ich Esau das Gebirge Seir als Besitz; Jakob aber und seine Söhne zogen nach Ägypten hinab. Und Zweiter Gnadenerweis: die Befreiung aus Ägypten. - ich sandte Moses und Aaron und schlug Ägypten mit vielen Zeichen und Wundertaten. Und ich führte euch und eure Väter aus Ägypten, und ihr kamet an das Meer; und die Ägypter setzten euern Vätern mit Wagen und Reitern bis an das rote Meer nach. Da riefen die Söhne Israels zu dem Herrn, und er setzte Finsternis zwischen euch und die Ägypter, und ließ das Meer über sie hinfluten und sie bedecken. Eure Augen haben alles gesehen, was ich in Ägypten getan habe, und ihr habt lange Zeit in der Wüste gewohnt; und Dritte große Gottestat. - ich habe euch in das Land der Amorrhiter, welche jenseits des Jordans wohnten, geführt. Und als sie gegen euch kämpften, habe ich sie in eure Hand gegeben, und ihr nahmet ihr Land in Besitz, und tötetet sie. Hebr.: und ich tilgte sie von euch weg. - Da machte sich Balak, der Sohn Sephors, der König von Moab, auf und kämpfte gegen Israel. Und er sandte hin und ließ Balaam, den Sohn Beors, rufen, dass er euch fluche; ich aber wollte nicht auf ihn hören, sondern segnete euch vielmehr durch ihn und errettete euch aus seiner Hand. Alsdann Letzte große Wohltat. - zoget ihr über den Jordan und kamet nach Jericho. Und die Männer dieser Stadt Hebr.: Die Herren dieser Stadt. - kämpften gegen euch, die Amorrhiter, Phereziter, Chananiter, Hethiter, Gergesiter, Heviter und Jebusiter; und ich gab sie in eure Hand. Und ich sandte Hornissen vor euch her und vertrieb sie aus ihren Sitzen, die zwei Septuaginta: Die zwölf, den Volksnamen im weiteren Sinne nehmend, auch für die westjordanischen Feinde Israels. (V. 18) - Könige der Amorrhiter, nicht durch dein Schwert oder durch deinen Bogen. Und ich verlieh euch ein Land, um das ihr euch nicht gemüht habt, und Städte, die ihr nicht erbaut habt, um darin zu wohnen, Weinberge und Ölgärten, die ihr nicht gepflanzt habt. Fürchtet also nun den Herrn, und dienet ihm aus ungeteiltem und aufrichtigem Herzen, und schaffet die Götter hinweg, denen eure Väter in Mesopotamien und in Ägypten gedient haben, Die Abgötterei in volkstümlichen Formen, Hausgötzen, Zauberei, Totenbeschwörung usw. war also wohl noch nicht ganz überwunden. - und dienet dem Herrn! Wenn es euch aber nicht gut scheint, dem Herrn zu dienen, so wird euch die Wahl geboten; wählet heute, was euch gefällt, Nicht Befreiung vom Dienste Jahves beabsichtigt Josue den Israeliten anzubieten, sondern sie in stärkster Weise zur Treue zu mahnen, da Gott will, dass man ihm frei, nicht gezwungen, diene. Vergl. [2Mos 19, Offenb 22,11]. - wem ihr eher dienen sollt, ob den Göttern, welchen eure Väter in Mesopotamien gedient haben, oder den Göttern der Amorrhiter, in deren Land ihr wohnt; ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen! Wie auch die Entscheidung des Volkes falle, ich folge der Wahrheit, nicht der Mehrheit. - Da antwortete das Volk und sprach: Fern sei es von uns, dass wir den Herrn verlassen und fremden Göttern dienen sollten. Der Herr, unser Gott, hat uns und unsere Väter aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft, geführt Vergl. [2Mos 20,2] und [5Mos 5,6]. - und hat vor unsern Augen große Wunderzeichen getan, Damit stimmen sie dem allen zu, was Josue ihnen V. 3 – 13 vor Augen gestellt und in das Gedächtnis zurückgerufen. - und uns auf dem ganzen Wege, auf dem wir gewandelt, und unter allen Völkern, durch deren Gebiet wir hindurchgezogen sind, behütet. Und er hat alle Völker, die Amorrhiter, die Bewohner des Landes, in das wir einzogen, vertrieben. Wir wollen also dem Herrn dienen, denn er ist unser Gott. Josue sprach zu dem Volke: Ihr werdet dem Herrn nicht dienen können; Josue will nicht allein eine fromme Rührung in ihnen erwecken, sondern ihnen die ganze Tragweite ihres Entschlusses zum Bewusstsein bringen (Gegensatz [Lk 14,25ff].) - denn er ist ein heiliger Gott, Und fordert deshalb auch von euch Heiligkeit [2Mos 19,6, 3Mos 11,44, 3Mos 19,2, 3Mos 20,6], insbesondere ein nicht zwischen ihm und den Götzen geteiltes Herz. - und stark und eifernd, und wird euch eure Verbrechen und Sünden nicht vergeben. Bundesbruch hat keine Sühne, sondern führt den Untergang herbei. - Wenn ihr den Herrn verlasset und andern Göttern dient, wird er sich von euch abwenden, und euch züchtigen, und euch vertilgen, nachdem Ohne Rücksicht darauf, dass er euch zuvor Gutes getan hat. - er euch zuvor Gutes getan hat. Da sprach das Volk zu Josue: Nicht so wird es sein, wie du sagst, sondern wir wollen dem Herrn dienen! Und Josue sprach zu dem Volke: Ihr seid Zeugen, Wenn ihr einmal abfallen solltet, werdet ihr eingestehen müssen, dass ihr Jahve einst erwählt hattet und dieser jetzt ein Recht hat, euch für eure Untreue zu strafen. - dass ihr euch selbst den Herrn erwählt habt, ihm zu dienen. Sie antworteten: Wir sind Zeugen. So schaffet denn, sprach er weiter, die fremden Götter aus eurer Mitte hinweg, Nochmalige Mahnung. (V. 14) - und wendet eure Herzen dem Herrn, dem Gott Israels, zu. Das Volk sprach zu Josue: Dem Herrn, unserm Gott, wollen wir dienen und seinen Geboten gehorsam sein. Josue also schloss an diesem Tage einen Bund und legte dem Volke in Sichem Gesetze und Rechte vor. Wie Moses im Lande Moab [5Mos 28,69] den am Sinai geschlossenen Bund [2Mos 19,20] erneuerte. - Auch schrieb er alle diese Worte in das Gesetzbuch des Herrn, Die von ihm niedergeschriebene Urkunde dem in der Bundeslade aufbewahrten Gesetze beifügend. - und nahm einen großen Stein, und richtete ihn unter der Eiche Terebinthe - auf, welche in dem Heiligtume des Herrn stand, Das Heiligtum ist an dieser Stelle nicht die Stiftshütte, da diese sich in Silo befand, sondern die Stätte, in deren Bereich die Terebinthe stand, wo nun von Josue der große Stein aufgerichtet ward. Diese Stätte war geheiligt durch den Altar, den einst Abraham [1Mos 12,7] und wiederum Jakob hier erbaut hatte. [1Mos 33,20] Außerdem hatte Josue nach [Jos 8,30] selbst auf dem Gebirge Ebal, also in nächster Nähe von Sichem, einen Altar errichtet. - und sprach zu dem ganzen Volke: Sehet, dieser Stein soll euch zum Zeugnisse dienen, dass er alle Worte des Herrn gehört hat, die er zu euch geredet hat, In lebendigster Auffassung ist der tote Stein gleichsam als eine Person gedacht. - damit ihr später nicht etwa leugnen wollet und gegen den Herrn, euern Gott, lügen. Und er entließ das Volk, einen jeden in seinen Besitz. Darnach starb Josue, der Sohn Nuns, der Diener des Herrn, hundert und zehn Jahre alt; Wie sein Stammvater Joseph [1Mos 50,26]. Nach Fl. Josephus lebte Josue nach Moses Tode noch 25 Jahre, also etwa bis 1432 v. Chr. Demnach waren seit Austeilung des Landes 18 Jahre verflossen. - und sie begruben ihn an der Grenze seines Erbbesitzes zu Thamnathsare, Vergl. [Jos 19,50]. - welches auf dem Gebirge Ephraim, an der Nordseite des Berges Gaas liegt. Und Israel diente dem Herrn alle Tage Josues und der Ältesten, welche noch lange nach Josue am Leben blieben und alle Taten des Herrn kannten, die er an Israel getan hatte. Auch die Gebeine Josephs, Da von V. 1 – 28 von Sichem die Rede war, wird hier passend die Beisetzung der Gebeine Josephs allda beigefügt. - welche die Söhne Israels aus Ägypten mitgebracht hatten, begruben sie zu Sichem auf dem Teile des Feldes, welches Jakob von den Söhnen Hemors, des Vaters Sichems, um hundert junge Schafe Kesita. - gekauft hatte, und das ein Erbbesitz der Söhne Josephs geworden war. Durch Erbauung eines Altares hatte Jakob das Feld für seine Nachkommen geheiligt. - Auch Eleazar, der Sohn Aarons, starb; und sie begruben ihn in Gabaath Hebr.: Gabaa Phinees. - auf dem Gebirge Ephraim, welches seinem Sohne Phinees zu Teil geworden war. Die Septuag. fügt einen langen Zusatz bei, der aus [Rich 2,6.11ff] und [Rich 3,7.12ff] zusammengetragen ist.

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