Achan entwendet etwas von der Gott geweihten Beute. (V. 1) B. Hai wird bestürmt, aber umsonst (V. 5) wegen des Verbrechens Achans. (V. 15) Dasselbe wird entdeckt und bestraft.
1Die Söhne Israels aber übertraten das GebotZusatz der Septuag, welcher die Vulgata folgt. - und vergriffen sichHebr.: Vergriffen sich an dem Gebannten. - an dem Gebannten; denn Achan,[1Chr 2,7] heißt er Achar, mit Erklärung seines Namens. - der Sohn Charmis, des Sohnes Zabdis,[1Chr 2,6] Zimri ein Schreibfehler, durch Verwechslung der Buchstaben herbeigeführt. - des Sohnes Zares,Des Zwillingsbruders des Phares [1Mos 38,29ff]. Es ist also das vierte Geschlecht nach Judas. - vom Stamme Juda, nahm etwas von dem Gebannten. Da zürnte der Herr über die Söhne Israels.Sollte keiner unter allen Israeliten gewesen sein, der Gottes Zorn verdiente? Gewiss, aber die Sünde Achans war eine eigenartige, deren Größe allen zur Warnung offenbar werden sollte, welche Teile der gleichen Gemeinschaft waren. Vor Jericho hat der Herr seinen großen und heiligen Namen kundgetan, vor Hai will er auch den Israeliten zeigen, dass er sich auch an ihnen heilig erweist, wenn sie sein Gebot übertreten. -2 Josue nämlich sandte von Jericho aus Männer nach Hai,Hai lag etwa 20 Kilometer nordwestlich von Jericho und 18 Kilometer nördlich von Jerusalem. Von dort führte der Weg in das Herz des Landes. - welches unweit Bethaven, östlich von dem Orte Bethel liegt, und sprach zu ihnen: Ziehet hinauf und erforschet das Land! Sie erfüllten den Auftrag und forschten Hai aus.3 Und als sie zurückkamen, sprachen sie zu ihm: Nicht das ganze Volk ziehe hinauf, sondern zwei- oder dreitausend Männer mögen hinziehen, und die Stadt zerstören; warum soll das ganze Volk sich umsonst gegen so wenige Feinde bemühen?4 Da zogen dreitausend streitbare Männer hinauf. Doch sie ergriffen alsbald die Flucht5 und wurden von den Männern der Stadt Hai geschlagen, und es fielen von ihnen sechsunddreißig Mann; und die Feinde verfolgten sie vom Stadttore an bis nach Sabarim,Sept., Pesch., Targ.: bis zu ihrer Vernichtung. Dies erklärt freilich den niederschmetternden Eindruck besser als der Tod von (etwa hebr.) 36 Männern, obwohl auch die Flucht von 3000 auserlesenen Streitern betrübend ist, die doch bei einer Einwohnerzahl von 12000 [Jos 8,25] mit nicht viel mehr Gegnern zu kämpfen hatten. Doch die Hauptursache der Bestürzung ist wohl die Erkenntnis, dass Gott nicht mit ihnen ist. - und sie fielen, indem sie abwärts flohen; da ward das Herz des Volkes verzagt und zerfloss wie Wasser.6 Josue aber zerriss seine KleiderDie Kleider wurden vorne an der Brust eingerissen, aber nicht mehr als etwa in der Länge einer Hand. Wenn der Hohepriester [Mt 26,65] oder Paulus und Barnabas ihre Kleider zerreißen [Apg 14,14], so geschah dies aus einem der Trauer verwandten Aspekte, dem Unwillen. - und fiel vor der Lade des Herrn auf sein Angesicht zur Erde, bis zum Abend, er und alle Ältesten Israels; und sie streuten Staub auf ihr Haupt,Zeichen der Trauer und Buße in Erinnerung an [1Mos 3,19]. -7 und Josue sprach: Ach! Herr, Gott! warum hast du dieses Volk über den Fluss Jordan ziehen lassen, um uns in die Hände der Amorrhiter zu geben und zu verderben?Vergleiche die murrende Klage des Volkes [4Mos 14,2.3] und die Betrübnis Moses [4Mos 11,10-16]. - O dass wir, wie wir begonnen,Septuag: O wären wir doch jenseits des Jordans geblieben und hätten uns dort niedergelassen! - jenseits des Jordans geblieben wären!8 Mein Herr und Gott! was soll ich sagen, da ich Israel vor seinen Feinden fliehen sehe?Diese Worte sollen die Kühnheit der folgenden Frage mildern. -9 Die Chananiter und alle Einwohner des Landes werden es hören, und werden sich zusammenrotten, und uns umringen, und unsern Namen von dem Erdboden vertilgen; und was willst du für deinen großen Namen tun?Um deinen Namen vor Verkennung und Verlästerung unter den Heiden zu sichern? Deine Ehre ist in Gefahr! -10 Da sprach der Herr zu Josue: Stehe auf, warum liegst du auf deinem Angesichte am Boden?Stehe lieber auf und ermittle und beseitige die Sünde, die Ursache der Niederlage ist, denn an meiner Treue zu zweifeln, hast du keinen Grund. -11 Israel hat sich versündigt und meinen Bund übertreten; sie haben von dem Gebannten genommen und einen Diebstahl begangen und Unterschlagung, und haben es unter ihren Gerätschaften verborgen.Übertreten, genommen, gestohlen, unterschlagen, unter ihre Gerätschaften gelegt. Steigerung, denn das ist der Gipfel der Freveltat, dass sie sich angeeignet haben, was Gott gehörte. -Achan wird gesteinigt
Gustave Doré (1832-1883), La Grande Bible de Tours (Alfred Mame et fils, Tours, 1866)
The Doré Bible Illustrations (Dover Publications, 1974) — Scans bereitgestellt von Rev. Felix Just, S.J.12 Israel wird vor seinen Feinden nicht Stand halten können und wird vor ihnen fliehen, denn es ist mit dem Gebannten verunreinigt;Hebr.: Denn sie sind selbst dem Banne verfallen. - ich werde nicht eher wieder mit euch sein, bis ihr den, welcher dieser Missetat schuldig ist, vertilgt.Achans Strafe soll andern zur Warnung dienen. -13 Stehe auf,Anknüpfung an V. 10. - heilige das Volk, und sage ihnen: Heiliget euch auf morgen! denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Dem Banne Geweihtes ist unter dir, Israel; du wirst vor deinen Feinden nicht Stand halten können, bis der aus dir weggetilgt ist, welcher sich mit dieser Missetat befleckt hat.14 Kommet morgen alle herbei, Stamm für Stamm; und der Stamm, den das Los treffen wird,Die Weise ist nicht bekannt. - möge Geschlecht für Geschlecht herzutreten; jedes Geschlecht nach Familien, und aus jeder Familie die einzelnen Männer.Gleichsam einander einschließende Kreise natürlicher Ordnungen. -15 Wer dann immer der ist, der auf dieser bösen TatHebr.: Beim Verbannten, im Besitze des dem Banne Geweihten. - betroffen wird, der werde samt aller seiner Habe mit Feuer verbrannt;Verschärfung der Todesstrafe. - weil er den Bund des Herrn übertreten und einen Frevel in Israel begangen hat.Ein böses Beispiel gegeben hat. -16 Des Morgens also stand Josue auf und ließ Israel Stamm für StammWohl die Häupter der einzelnen Vaterhäuser als Vertreter der Stämme. - hinzutreten, da ward der Stamm Juda getroffen.17 Als dieser nach seinen Geschlechtern vorgeführt war, ward das Geschlecht Zares getroffen; und als er auch dieses nach Familien vorführte, ward die Familie Zabdi getroffen.18 Als er nun dessen Familie nach den einzelnen Männern teilte, fand er Achan, den Sohn Charmis, des Sohnes Zabdis, des Sohnes Zares, vom Stamme Juda.19 Da sprach Josue zu Achan: Mein Sohn! gib dem Herrn, dem Gott Israels, die Ehre, und bekenne, und zeige mir an, was du getan hast, und verheimliche es nicht.Achan soll seine Sünde bekennen, um Nachlass der Schuld von Gott zu erlangen, wenn er auch der zeitlichen Strafe durch den Ausspruch des Herrn unwiderruflich verfallen ist. -20 Da antwortete Achan Josue und sprach zu ihm:Achan bekennt seine Sünden von ganzem Herzen, anders als einst Adam und Kain, und erklärt sich der Strafe Gottes schuldig. - Wahrlich, ich habe gegen den Herrn, den Gott Israels, gesündigt und so und so habe ich es getan.21 Ich sah nämlich unter der Beute einen sehr schönen roten Mantel,Hebr.: Einen Mantel von Senaar (Babylonien), also einen Mantel von besonders kostbarem Gewebe, wie sie in Babylonien gefertigt wurden. - und zweihundert Sekel Silber, und eine Goldstange, fünfzig Sekel schwer;200 Sekel Silber; etwa über 500 Mark; 50 Sekel Gold: gegen 820 Gramm. - da gelüstete es mich darnach, und ich nahm es weg, und verbarg es unter der Erde in der Mitte meines Zeltes, und bedeckte das Silber mit der ausgegrabenen Erde.Hebr.: und legte das Silber darunter (unter den Mantel). -22 Darauf sandte Josue Boten hin; diese liefen zu seinem Zelte und fanden alles an demselben Orte verborgen, und auch das Silber dabei.Die gestohlenen Gegenstände sollen das Schuldbekenntnis Achans bestätigen und alsdann Gottes Befehl gemäß vernichtet werden. -23 Und sie nahmen es aus dem Zelte fort, und brachten es zu Josue und zu allen SöhnenGenauer die Septuag: Ältesten. - Israels, und legten es vor den Herrn nieder.Vor die Bundeslade nieder. -24 Da nahm Josue Achan, den Sohn Zares, und das Silber, den Mantel, und die Goldstangen, sowie seine Söhne und Töchter,Durch welches Gericht Gottes geschah es, dass auch die Kinder Achans an seiner Strafe Teil hatten? Das weiß der, bei dem seine Ungerechtigkeit ist. (Aug.) Sollte einer der Angehörigen Achans an dem Frevel unbeteiligt gewesen sein, was aber das Gesetz des Bannes voraussetzte, so traf ihn der Tod, wie sonst ein Unglück den Menschen trifft; auch konnte Gott den aus höheren Rücksichten verhängten zeitlichen Tod reichlich durch Belohnung in der Ewigkeit aufwiegen. - seine Rinder, Esel und Schafe, und selbst das Zelt, und alle seine Habe; und (er und ganz Israel mit ihm) führten sie in das Tal Achor.Der Name ist hier vorweggenommen. Das Tal lag nördlich von Jericho an der nördlichen Grenze des Stammes Juda. -25 Dort sprach Josue: Weil du uns in das Unglück gestürzt hast, möge auch dich der Herr an diesem Tage in's Unglück stürzen.Nicht Anwünschung, sondern Richterspruch. Gott verhängt die Strafe. - Da steinigte ihn ganz Israel,Und die Seinigen wohl mit ihm. Die Steinigung wird über Achan verhängt, weil er durch seinen Raub der Ehre Gottes in ähnlicher Weise zu nahe getreten war, wie Gotteslästerer, Sabbatschänder, Zeichendeuter usw. - und alles, was sein war, ward mit Feuer verbrannt.26 Sodann errichteten sie über ihm einen großen Steinhaufen,Ein Schanddenkmal und Warnungszeichen für Spätere. Vergl. [Jos 8,29] und [2Sam 18,17]. - welcher noch bis auf den heutigen Tag vorhanden ist. Da wandte sich der Zorn des Herrn von ihnen.Von den Menschen auf Gott übertragene Ausdrucksweise: Er zeigte sich wieder gnädig. Jene Stätte aber ward bis auf den heutigen Tag das Tal Achor genannt.