Josue wird von Gott gestärkt und belehrt (V. 2), legt den Feinden einen Hinterhalt, besiegt sie (V. 23) und zerstört die Stadt. (V. 29) 2. Indem Josue das Gesetz Gottes auf dem Berge Hebal mit Fluch und Segen feierlich verkündet und auf Steine schreibt, zeigt er, dass das gesamte verheißene Land nun Eigentum der Israeliten geworden ist.
1Der Herr aber sprach zu Josue: Fürchte dich nicht und zage nicht!Wohl war Gott jetzt wieder versöhnt, doch Josue kannte den Wankelmut seines Volkes. Dazu umgaben ihn viele Schwierigkeiten, zu deren Überwindung er des Beistandes Gottes bedurfte. - nimm alles streitbare Volk mit dir,Nicht nur 3000, wie [Jos 7,4]. - und mache dich auf, und ziehe hinauf gegen die Stadt Hai. Siehe, ich habe ihren König, und das Volk, die Stadt, und das Land in deine Hände gegeben.2 Tue der Stadt Hai und ihrem König, wie du Jericho und ihrem Könige getan; jedoch dürft ihr die Beute und alles Vieh für euch nehmen.Der Verheißung [5Mos 6,10ff] entsprechend. Das Volk soll nicht meinen, es solle stets ohne unmittelbaren Nutzen für sich mit dem Feinde kämpfen. Jericho war ohne ihre Beihilfe gefallen, bei der Einnahme Hais sollen sie mitwirken. - Lege im RückenIm Westen. - der Stadt einen Hinterhalt.3 Da machte Josue sich auf und das ganze Kriegsheer mit ihm, um gegen Hai hinaufzuziehen; und er wählte dreißigtausend tapfere MännerVon diesen blieben wohl 5000 im Hinterhalt. (Siehe V. 12.) Die Schwierigkeit des Textes hat die Septuag durch Auslassung von V. 12 und dem größeren Teile von V. 13 beseitigt. - aus und sandte sie des Nachts ab,4 indem er ihnen gebot: Leget euch hinter der Stadt in den Hinterhalt, entfernet euch nicht zu weit und seid alle bereit!5 Ich aber, und das übrige Volk, das bei mir ist,Wohl also die 25000, welche von den 30000 übrig blieben. - werden auf der entgegengesetzten Seite gegen die Stadt vorrücken. Wenn sie dann einen Ausfall gegen uns machen, so werden wir, wie wir zuvor getan, die Flucht ergreifen und fliehen,6 bis sie, uns verfolgend, weit von der Stadt weggelockt sind, denn sie werden meinen, dass wir wie vordem fliehen.7 Wenn wir also fliehen und sie uns nachsetzen, brechet aus dem Hinterhalte hervor und zerstöretHebr.: Nehmet ein. Die Beute soll ja von allen gemacht werden. - die Stadt; denn der Herr, euer Gott, wird sie in eure Hände überliefern.8 Und wenn ihr sie eingenommen habt, so stecket sie in Brand und tuet alles so, wie ich euch geboten habe.Sehet wohl zu, alles genau auszuführen. -9 Hierauf entließ er sie, und sie begaben sich an den Ort des Hinterhaltes und hielten zwischen Bethel und Hai, auf der westlichen Seite der Stadt Hai; Josue aber blieb diese Nacht inmitten des Volkes.10 Mit Tagesanbruch machte er sich auf,Von Galgala bis Hai war eine Wegstrecke von 5-6 Stunden. - musterte seine Gefährten, und zog mit den Ältesten an der Spitze des Heeres hinauf, umgeben von der Schar seiner Streitbaren.11 Als sie nun anrückten und gerade der Stadt gegenüber kamen, machten sie auf der Nordseite Halt, so dass zwischen dieser und ihnen ein Tal in der Mitte lag.12 Er hatte aber fünftausend Mann ausgewählt und sie zwischen Bethel und Hai, auf der Westseite dieser Stadt, in den Hinterhalt gelegt;13 das ganze übrige Kriegsheer stellte sich im Norden in Schlachtordnung auf, so dass der hintere Teil dieses Heeres bis an die Westseite der Stadt reichte. Josue also zog in dieser Nacht fort und machte in der Mitte des Tales Halt.14 Als dies der König von Hai sah, zog er des Morgens eilends mit dem ganzen Heere der Stadt hinaus und stellte sich zur Schlacht gegen die Wüste hinHebr.: An bestimmten Orte vor (östlich von) der Wüste. - auf, denn er wusste nicht, dass in seinem Rücken ein Hinterhalt gelegt war.Der Sieg der Tage zuvor hat ihn sorglos gemacht. -15 Josue aber und ganz Israel wichen zurück und stellten sich, als wenn sie sich fürchteten, und flohen auf dem Wege nach der Wüste zu.Es ward wohl keiner von den Israelitischen Streitern getötet, da dies nicht erwähnt wird und solches leicht wieder Mutlosigkeit erzeugt hätte. -16 Jene aber erhoben ein Geschrei, und munterten sich einander auf, und setzten ihnen nach. Als sie sich nun von der Stadt entfernt hattenHebr.: Da wurden alle Leute, die in der Stadt waren, aufgeboten, sie zu verfolgen. Indem sie nun Josue verfolgten, entfernten sie sich (immer weiter) von der Stadt (V. 17), und es blieb niemand in Hai und Bethel zurück, der nicht ausgezogen wäre, die Israeliten zu verfolgen. – Nur die Nichtkämpfer blieben zurück, wie V. 24 zeigt. Die Betheliten waren dem Könige von Hai zu Hilfe gekommen. -17 und auch nicht ein Mann in der Stadt Hai und Bethel zurückgeblieben war, der nicht Israel verfolgte (wie sie ausgefallen waren, die Stadt offen zurücklassend),Josue verbrennt die Stadt Hai
Gustave Doré (1832-1883), La Grande Bible de Tours (Alfred Mame et fils, Tours, 1866)
The Doré Bible Illustrations (Dover Publications, 1974) — Bilder bereitgestellt von Rev. Felix Just, S.J.18 sprach der Herr zu Josue: Erhebe den Schild,Schild: Joseph. Symmach., Theodot. Vielleicht hielt er seine Lanze hoch. Deshalb hebräisch: Speer. Septuag: Schwert. Josue hatte wohl seitwärts auf einer Anhöhe seinen Standpunkt. - den du in der Hand hältst, gegen die Stadt Hai, denn ich will sie dir überliefern.19 Da erhob er den Schild gegen die Stadt; die aber, welche im Hinterhalte lagen, brachen eilig hervor,Der Hinterhalt war im Westen, die Israeliten waren nach Norden geflohen. - rückten auf die Stadt zu, nahmen sie ein, und zündeten sie an.Einen Teil. (Vergl. V. 24.) -20 Als aber die Männer aus der Stadt, welche Josue verfolgten, hinter sich blickten und den Rauch der Stadt bis zum Himmel aufsteigen sahen, konnten sie nicht mehr fliehen,Septuag: hatten sie keinen Ort, an den sie fliehen konnten. - weder hierhin noch dorthin; besonders da die, welche sich den Anschein der Flucht gegeben und der Wüste zugewandt hatten, tapfer ihren Verfolgern entgegentraten.21 Als Josue und ganz Israel sahen, dass die Stadt eingenommen sei und Rauch von der Stadt aufsteige, wendete er sich um und schlug die Männer von Hai.22 Zugleich zogen auch die, welche die Stadt eingenommen und angezündet hatten, aus der Stadt den Ihrigen entgegenHebr. kürzer: Und jene zogen aus der Stadt, ihnen entgegen. - und begannen auf die Feinde, die jetzt in der Mitte waren, einzuhauen. Da nun die Feinde von beiden Seiten geschlagen wurden, so dass auch nicht einer von der so großen Menge davonkam,23 nahmen sie auch den König der Stadt Hai lebendig gefangen und führten ihn vor Josue.24 Nachdem also alle die getötet waren, welche Israel bei der Flucht nach der Wüste zu verfolgt hatten, und durch das Schwert an dem nämlichen Orte gefallen waren, wandten sich die Söhne IsraelsBeide Abteilungen. - zurück und schlugen die Stadt.25 Die Zahl derer, welche an diesem Tage fielen, Männer und Weiber, belief sich auf zwölftausend Menschen, insgesamt Leute aus der Stadt Hai.26 Josue aber ließ seine Hand, welche er in die Höhe gehoben, nicht sinken, sondern hielt den Schild, bis alle Bewohner von Hai getötet waren.Es war im Altertume allgemeine Kriegssitte, dass der Feldherr das Kampfzeichen nicht eher senken ließ, bis dies die Schlacht ihr Ende finden sollte. Hebr.: bis an allen Bewohnern von Hai der Bann vollzogen war. -27 Das Vieh aber und die in der Stadt gemachte Beute teilten sich die Söhne Israels, wie der Herr dem Josue geboten hatte.28 Und Josue brannte die Stadt nieder, und machte sie zu einem Schutthaufen auf immer,Sie blieb aber nicht auf immer zerstört. -29 und ließ ihren König an einen GalgenHebr.: Baum; Sept.: Kreuz. - bis zum Abend und Sonnenuntergang aufhängen. Dann befahl Josue, seinen Leichnam vom KreuzeHebr.: Vom Baume, Pfahle. - herabzunehmen; und sie warfen ihn vor den Eingang der Stadt und errichteten einen großen Steinhaufen über ihm, der noch dort ist, bis auf den heutigen Tag.30 HieraufDa sie durch diesen Sieg bis zu den Bergen Hebal und Garizim vordrangen. - baute Josue dem Herrn, dem Gott Israels auf dem Berge Hebal einen Altar,31 wie Moses, der Diener des Herrn, den Söhnen Israels befohlen hatte und wie es im Buche des Gesetzes Moses geschrieben steht, einen Altar nämlich von unbehauenen Steinen, welche kein Eisen berührt hatte;So war es [2Mos 20,25] im Allgemeinen und [5Mos 27,5.6] für diesen Fall insbesondere bestimmt. - und er brachte auf demselben dem Herrn Brandopfer dar und schlachtete Friedopfer.Da dieser Akt eine symbolische Ausrichtung des Gesetzes als übernatürliche Lebensregel für Israel im Lande Chanaan war, stellte derselbe nicht allein einen tatsächlichen Dank des Volkes für den Beistand Gottes bei dem Einzuge in das gelobte Land dar, sondern war zugleich ein Bekenntnis, dass Israel in der bisherigen Unterwerfung eines Teils von Chanaan ein höheres Unterpfand für die Besiegung der übrigen Feinde und für die Einnahme des ganzen Landes empfangen habe, wenn es nur seinerseits in der Bundestreue gegen Gott verharre. -32 Auch schrieb er auf die Steine eine Abschrift des Gesetzes Moses,Auf mit Kalk getünchte weiße Steine. Was Josue schrieb, wird verschieden angegeben. Nach dem Talmud das ganze Gesetz, nach anderen einzelne Teile des Gesetzes, nämlich alle eigentlichen Vorschriften. Nicht leicht mit [5Mos 27,3] zu vereinigen ist die Annahme, er habe nur Segen und Fluch geschrieben. - welches dieser vor den Söhnen Israels aufgezeichnet hatte.33 Das ganze Volk aber und die Ältesten, sowie die Führer und die Richter standen zu beiden Seiten der Lade angesichts der Priester, welche die Lade des Bundes des Herrn trugen, Fremdlinge wie Stammesgenossen; die eine Hälfte von ihnen an dem Berge Garizim, die andere Hälfte an dem Berge Hebal, wie Moses, der Diener des Herrn, geboten hatte. Und zuerst segnete er das Volk Israel;Hebr.: Wie geboten hat Moses, der Knecht des Herrn, zu segnen zuerst das Volk Israel. -34 darauf las erLieß vorlesen. - alle Worte des Segens und des Fluches,Das ganze Gesetz wird Segen und Fluch genannt, weil seine Beobachtung Segen, seine Übertretung Fluch nach sich zog. und alles, wie es im Buche des Gesetzes geschrieben stand.35 Nichts von dem, was Moses geboten hatte, ließ er unberührt, sondern wiederholte alles vor dem ganzen Volke Israel, und vor den Frauen und Kindern und den Fremdlingen, die unter ihnen weilten.