Isaias 24
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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D. Gottes allgemeines Weltgericht und die Herrschaft seiner Herrlichkeit. (24,1 – 27,13) a. Die Verheerung der Erde. (V. 16) b. Die Strafen der Sünder.
1 Siehe, In diesem Kapitel erweitert sich der Ausblick des Sehers vor den Einzelgerichten zum Gesamtgerichte (Hier., Eus., Thom.), von dem jene Vorbereitungen waren. Die gottesfeindliche Macht wird ein für allemal gerichtet und verworfen, Gottes Heilsplan, wie er sich in der Weltgeschichte offenbarte, wird vor der ganzen Welt dargelegt, und das Reich des Messias tritt in das Stadium ewiger Verklärung. Ines flicht der Seher in die Darstellung auch Züge ein, welche dem Stadium der werdenden Entwicklung, nicht dem alles für eine Ewigkeit vollendenden Abschluss eigen. - der Herr wird die Erde leer machen und kahl, wird ihr Angesicht verstören Die sichtbare Schöpfung und der Mensch sind in Lohn und Strafe eng miteinander verbunden, wie das Paradies, die Verfluchung der Erde nach der Sünde, die sündige Pentapolis, die Prophezeiungen gegen Ninive, Babel u.a. zeigen und auch [Roem 8,20.21] sowie [2Petr 3,13] vor Augen stellen. - und ihre Bewohner zerstreuen. 2 Und es wird wie dem Volk, so dem Priester ergehen; wie dem Knechte, so dem Herrn; wie der Magd, so der Herrin; wie dem Käufer, so dem Verkäufer; wie dem Verleiher, so dem Entlehner; wie dem Gläubiger, so dem Schuldner. Die theokratischen und sozialen Verhältnisse mit ihren verschiedenen notwendigen, freigewählten und durch mannigfache Bedürfnisse hervorgerufenen Lagen unterstehen gleichmäßig dem Gerichte. Alle werden in sechs Paaren aufgezählt. - 3 Die Erde wird verheert und verwüstet, beraubt und ausgeplündert werden; denn der Herr hat dies Wort gesprochen. 4 Die Erde ist traurig, dahingewelkt und verschmachtet; hingewelkt ist der Erdkreis, verschmachtet die Herrlichkeit des Volkes auf Erden. 5 Die Erde ist befleckt von ihren Bewohnern; Die Ursachen des Zornes werden angegeben. - denn sie haben die Gesetze übertreten, das Recht verkehrt, den ewigen Bund gebrochen. Es ist wohl in Beziehung auf alle Völker gesagt, da alle das natürliche Gesetz haben. [Ez 16,45] Der Übertretung folgt der Fluch, der wie ein treffendes Feuer die Erde, den Schauplatz der Frevel, verzehrt. - 6 Darum wird Fluch die Erde verschlingen und ihre Bewohner werden die Schuld büßen, daher wird Wahnsinn seine Bebauer erfassen Hebr.: Die Frevler büßen, werden versengt. - und nur wenige Menschen werden übrigbleiben. 7 Es trauert die Weinlese, Anzeichen der Trauer und des Elendes, wie sie sich auch bei den sonstigen Heimsuchungen finden, werden gruppiert. Alle natürlichen Quellen, aus denen sonst Freude sprudelt, sind in ihr Gegenteil verkehrt. - verschmachtet ist der Weinstock; es seufzen alle, die fröhlichen Herzens waren. 8 Verklungen ist die Freude der Pauken, es hat das Getümmel der Fröhlichen ein Ende, verstummt ist der Harfe süßer Klang. 9 Nicht trinken sie mehr Wein bei Gesang, bitter ist den Trinkenden der Trank. Man lebt in Saus und Braus, da brechen die Wehen des Gerichtes herein. - 10 In Trümmern liegt die Stadt der Nichtigkeit, Dieser Zug ist den Einzelgerichten entlehnt, bei denen mit der Hauptstadt des Landes alle Macht und aller Glanz des Reiches dahinsinkt. Ines die Bezeichnung Stadt oder Öde (hebr.) weist auf eine allgemeine Auffassung hin: die gottesfeindliche Welt, deren Gipfelpunkt die Stadt der Verwirrung und Zerrüttung ist. - geschlossen ist jedes Haus, niemand tritt ein. 11 Wehklagen ertönt ob des Weines auf den Straßen, alle Freude ist entschwunden, weggenommen aller Frohsinn der Erde. 12 Öde ist in der Stadt zurückgeblieben und Unglück überwältigt die Tore. Hebr.: Zu Trümmern ist das Tor (das Bild der Festigkeit und Macht) zerschmettert. - 13 Denn so wird es ergehen, inmitten der Erde, inmitten der Völker; wie wenn die wenigen Oliven, welche am Ölbaum zurückgeblieben sind, abgeschüttelt werden, und die Trauben, wenn die Weinlese vollendet ist. 14 Diese Die Erwählten erkennen die Bedeutung des Gerichtes, die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes, und sprechen dies Endergebnis in Jubelliedern aus. - werden ihre Stimme erheben und lobsingen; wenn sich der Herr verherrlicht, werden sie vom Meere her jubeln. Der dreifach gewendete Ausdruck erheben, lobsingen, jubeln gibt die Intensität und Fülle des Preises wieder. Der Gesang der Seraphim [Jes 6,3] hat seine Erfüllung, sein irdisches Echo gefunden. Vom Meere her: von den entferntesten Orten her. - 15 Deswegen verherrlichet den Herrn in den Offenbarungen, auf den Meeresinseln den Namen des Herrn, des Gottes Israels! 16 Von den Enden der Erde hören wir Lobgesänge, die Herrlichkeit des Gerechten. Die Aufforderung der Erwählten findet ein vielfaches Echo. Der Gerechte ist Gott. Doch der Jubelruf der Wenigen, der Gerechten, erinnert den Propheten an die Unzahl der Sünder, denen das Gericht nur Verderben bringt. - Und ich sprach: Ich muss schweigen, ich muss schweigen, wehe mir! Die Frevler Von der dem Seher gewordenen Kenntnis und Anschauung der Frevlermasse, die durch das Gericht dem Verderben anheimfällt. Hebr.: Der Seher möchte bei dem sich darbietenden Anblick vor Schmerz verschmachten und vergehen. Die Häufung des gleichen Ausdruckes schildert kräftig die sich antürmende Sündenwucht, zu der alle Frevler eifrig beitragen, bis das Gericht voll ist. - freveln, ja mit der Freveltat der Übertreter freveln sie! 17 Schrecken und Grube und Fallstrick über dich, du Bewohner der Erde! Ausruf des Sehers, der das Gericht hereinbrechen sieht. - 18 Und es wird geschehen: Wer vor dem Getöse des Schreckens flieht, wird in die Grube fallen, und wer sich aus der Grube herausarbeitet, wird von dem Fallstrick erfasst; Man sucht zu entfliehen, doch umsonst, das Verderben weiß seine Leute zu erfassen, wie ein Jäger, der dem Wilde auf mehrfache Weise beikommt. - denn die Schleusen aus der Höhe sind geöffnet, die Grundfesten der Erde erbeben. Es ist, als ob eine neue Sündflut hereinbreche, und die in ihrem innersten Bau erschütterte Erde wankt. - 19 Zerrissen wird die Erde, zertrümmert wird die Erde, erschüttert wird die Erde. 20 Es taumelt die Erde hin und her wie ein Trunkener und wird von ihrer Stätte weggerissen wie das Zelt einer Nacht; Dieselben Züge im Neuen Testamente [2Petr 3,11; Mt 24,29] u.a. Die Stadien eines radikalen Erdbebens sind in ansteigender Schilderung gezeichnet. - schwer lastet auf ihr ihr Frevel, Die Kraft, welche die Erde so auseinanderreißt und in wirbelndem Schwunge ins Chaos hinunterstürzt, ist die auf ihr lastende Freveltat. Dieser Untergang ist indes Befreiung von der Knechtschaft der Verderbnis und darum keine gänzliche Vernichtung, sondern eine Umwandlung. [2Petr 3,13] - sie fällt und sie vermag nicht sich wieder zu erheben. 21 Und es wird geschehen: An jenem Tage wird der Herr des Himmels Heer Das Heer des Himmels sind die bösen Geister, von denen Paulus [Eph 6,12] redet (Hier., Cyr. U.). Die Frevellast also, unter der die Erde zusammenbricht, ist aus dämonischen Einflüssen und den sich an diese hingebenden irdischen Machthabern, die das Böse durch ihre Macht soweit fördern können, zusammengetragen. Betreffs der Strafe vergl. [Mt 13,30.40-42]. Kerker und Abgrund [Offenb 20,7] u. a. - in der Höhe heimsuchen und die Könige der Erde auf Erden 22 und sie werden zusammengeworfen werden, wie zu einem Büschel gesammelt in eine Grube, und dort eingeschlossen in dem Kerker und nach langer Zeit werden sie heimgesucht werden. Der Satz ist rückschauend und zusammenfassend: Nachdem jene lange Zeit ihr Unwesen getrieben, nachdem die Sündenmacht lange üppig gewuchert; nämlich seit Gründung der Welt. (Cyr., Theod.) - 23 Und der Mond wird erröten und die Sonne zuschanden werden, wenn der Herr der Heerscharen herrscht auf dem Berge Sion und zu Jerusalem und angesichts seiner Ältesten verherrlicht wird. Selbst das Weltall wird in Mitleidenschaft gezogen. Vergl. die ähnliche Schilderung [Mt 24,29; Mk 13,24; Lk 21,25; Apg 2,20; Joe 2,31]. Durch das Gericht kommt Gottes Reich zur Vollendung: seine königliche Herrschaft hat jetzt ihren Gipfelpunkt erreicht und wird angesichts der Erwählten glorreich verherrlicht. Hebr.: Und angesichts seiner Ältesten ist seine Herrlichkeit: vor ihnen liegt die Herrlichkeit Gottes aufgeschlossen und diese überkleidet sie selbst mit Herrlichkeit. Die Einzelgerichte gründen Gottes Reich auf Sion und von Sion aus, die Vollendung wird in analoger Weise mit jenen zusammen, also auch als in Sion sich verwirklichend, geschaut.
Zitiert in 2
- V. 5 Summa (EN)(I-II 100.8)
- V. 22 Summa (EN)(III 52.6)