Isaias 3

D. Das Gericht über Juda und Jerusalem. (V. 11) E. Das Gericht über die Fürsten und die Frauen. (3,12 – 4,1)

Denn siehe, der Allherrscher, der Herr der Heerscharen, wird von Jerusalem und Juda Starke und Tapfere nehmen, jede Stütze an Brot und jede Stütze an Wasser, Helden und Krieger, Richter und Propheten, Wahrsager und Älteste, Krieg und Kampf soll Israel nicht retten, die Krieger fallen oder werden von den Feinden in Gefangenschaft fortgeführt und auch die Rechtspflege und das ganze Volkswesen löst sich auf. Weder Propheten noch Wahrsager werden helfen können, jene nicht, entweder weil Gott keine erweckt [Ps 73,9] oder zur Strafe des Volkes ihnen keine Antwort erteilt [Klagel 2,9], oder weil die warnende Stimme vergebens verhallt; [Jer 43,2ff] Zauberer und Wahrsager können nicht helfen, weil sie durch die Ereignisse Lügen gestraft und dem Verderben anheimgefallen sind. - Befehlshaber und angesehene Ratsherrn, Kundige aus den Baumeistern und in geheimnisvoller Rede Erfahrene. Ich werde An die Stelle des Guten tritt das Böse. - ihnen Knaben zu Herrschern geben Knaben an Sitten, wie Achaz. - und Weichlinge Hebr.: Misshandlung, Willkür, Laune und Befriedigung der Leidenschaften sollen ihre Tyrannei über das Volk üben. - sollen über sie gebieten und man wird einander bedrängen im Volke, ein jeder seinen Nächsten; der Knabe wird sich gegen den Greis auflehnen und der Niedrige gegen den Vornehmen. Das Beispiel der Willkür von oben wirkt auf das Volk und alle Banden lösen sich. - Denn es wird einer seinen Bruder anfassen, den Hausgenossen seines Vaters, Hebr.: Wenn einer anfasst im Hause seines Vaters. - und sagen: Du hast ein Obergewand, sei unser Fürst und diese Trümmerhaufen seien dir untergeben. Dieser aber wird an jenem Tage so antworten und sprechen: Ich bin kein Arzt und in meinem Hause ist weder Brot noch Obergewand, setzet mich nicht zum Fürsten über das Volk! Mit dieser Verschmähung der angebotenen Königswürde, die sonst im höchsten Ansehen stand, ist der tiefe Sturz und das unsägliche Elend der Verhältnisse des jüdischen Reiches am besten beschrieben. (Cyr. Alex.) - Denn Jerusalem stürzt hin und Judas bricht zusammen, weil ihre Reden und ihre Taten wider den Herrn gerichtet sind, um die Augen seiner Majestät herauszufordern. Vor den Augen Gottes, der auf Sion thront, entfalten sie ohne Scheu ihre Wort- und Tatsünden, welche gegen die von Gott gesetzte theokratische Ordnung anstürmen. - Das Aussehen ihres Angesichts spricht gegen sie und sie machen ihre Sünden laut kund wie Sodoma und verbergen sie nicht. Aussehen und Sprache hat alle Sündenscheu abgestreift. Sie rühmen sich derselben, wie die Sodomiter ihre Laster laut kundgaben. [1Mos 19,5] - Wehe ihrer Seele! denn Schlimmes wird ihnen vergolten. Saget dem Gerechten, dass es wohl um ihn steht, dass er die Früchte seiner Unternehmungen genießen wird. Wehe dem Gottlosen ob des Unheils! denn ihm wird Vergeltung werden nach seinen Taten. Den Gerechten bleibt Friede und Glück gewahrt inmitten der Blitze von Gottes Heimsuchungen. Den Gottlosen wird ein Mittel angedeutet, den Folgen des Gerichtes zu entgehen. - Mein Volk haben seine Bedrücker geplündert und Weiber herrschten über dasselbe. Vers 12 bezeichnet zwei Quellen des Unheils, welche V. 13-15 (Bedrücker) und V. 16 bis [Jes 4,1] (Weiber) weiter ausführen. - Mein Volk! die dich glücklich preisen, sie täuschen dich Wie sie den Sündern Glück verkünden, sie so in Sicherheit einwiegen und unrettbar dem Verderben überantworten. - und zerstören den Weg, den du wandeln sollst. Es erhebt sich der Herr zum Gerichte, ja, er erhebt sich, die Völker zu richten. Der Seher sieht, wie der Herr, der allgemeine Völkerrichter, gerüstet dasteht. Das Einzelgericht ist nur ein Moment in der Gerichtstätigkeit Gottes, mit der er alle Völker und Zeiten umspannt. - Der Herr wird ins Gericht gehen mit den Ältesten seines Volkes und mit dessen Fürsten, denn ihr habt den Weinberg Häufiges Bild für das auserwählte Volk, die Pflanzung Gottes. - abgeweidet Wie wilde Tiere verwüstet. - und das den Armen geraubte Gut ist in euern Häusern. 14b sind Worte des Herrn. - Warum Hebr.: Was unterstandet ihr euch, dass… - tretet ihr mein Volk nieder und zerschlagt das Angesicht der Armen? Sie bereicherten mit dem Raube wohl die Frauen. - spricht der Herr, der Gott der Heerscharen. Und der Herr sprach: Dafür, dass die Töchter Sions stolz sind und mit emporgerecktem Halse einherschreiten und mit blinzelnden Augen einhergehen und in die Hände klatschend mit den Füßen trippeln Sie tragen kostbare Fußkettchen, welche nur kleine Schritte gestatten. - und gezierten Schrittes daherwandeln, wird der Herr den Scheitel der Töchter Sions kahl machen Durch Grind. - und der Herr wird ihr Haar bloßlegen. Hebr.: Sie schmachvoll entblößen und entehren lassen. - An jenem Tage wird der Herr hinwegnehmen den Schmuck der Schuhe und die kleinen Halbmonde und die Halsketten und Halsbänder, die Armspangen und die Kopfbinden, die Haarnadeln und Kniebänder, die Schrittkettchen und Riechfläschchen und Ohrringe, die Fingerringe und die Edelsteine, die an der Stirne hängen, die Feierkleider, die Mäntelchen, die Tücher und Nadeln, die Spiegel, die feinen Zeuge, die Haarbänder und Florkleider. Durch diese lange Aufzählung, welche die prophetische Drohrede schneidend und eindringlich macht (Chrys.), wird den Frauen drastisch bedeutet, wie sie schmachvoller Entstellung anheimfallen werden. Hebr.: Der Herr wird entfernen den Schmuck der Fußspangen und die kleinen Sonnen und die Möndchen und die Ohrgehänge und Armspangen und Schleier, die Diademe und die Schrittkettchen, die Obergürtel und Riechfläschchen, die Ohrenringe, die Siegelringe, die Nasenringe, die Feierkleider, die Mäntel, die Umwürfe, die Taschen, die Spiegel, die seinen Hüllen, die Turbane und die Schleierkleider. - Da wird statt der Wohlgerüche Gestank sein, statt des Gürtels ein Strick, statt der gekräuselten Haare eine Glatze und statt der Brustbinde ein härenes Kleid. Auch deine schönsten Männer werden durch das Schwert fallen und deine Tapferen im Kampfe. Und seine Tore werden trauern und klagen und es wird trostlos auf dem Boden sitzen. Die Trauer der Frauen zusammenfassend, erblickt der Seher in ihr in poetischer Weise die Trauer der gemeinsamen Mutter, der Hauptstadt Jerusalem. Daher V. 25: deine Männer.

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