Isaias 42
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Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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3) Dritte Rede. (Kap. 42,1-12) a. Der Knecht Gottes sanft und mild. (V. 4) b. Die Handlungsweise des Knechtes Gottes. (V. 9) c. Lobpreisung Gottes. (V. 12) 4) Vierte Rede. (Kap 42,13 – Kap. 44,23) a. Gott kämpft für sein Volk. (V. 17) b. Gott straft die Störrigen.
1 Siehe, Dies Wort weist nachdrucksvoll die Aufmerksamkeit erregend auf das Folgende hin. - mein Knecht, ich halte ihn aufrecht; mein Auserwählter, an ihm hat meine Seele Wohlgefallen; ich legte meinen Geist auf ihn, Recht wird er den Völkern bringen. Der Knecht des Herrn, von Gottes Macht getragen, von Gottes Liebe umfangen, ein Gegenstand des einzigen göttlichen Wohlgefallens, und von Gottes Geist ganz und gar durchdringen, wird den Völkern das Rechte, die von Gott eingesetzte Norm des Rechtes, also die von Gott gegebene Religion bringen, die alle Verhältnisse nach den ewigen Rechtsnormen regelt. Dieses Recht wird Vers 3,4 durch Wahrheit und Gesetz näher bestimmt, V. 6 als Licht der Heiden, V. 10, 12 als dessen Folgen Lob und Ehre für Gott bezeichnet. Es ist also hier direkt vom Messias die Rede. (Chld., Paraphr., Griech. vergl. [Mt 3,17; Joh 3,34; 2Petr 1,17]). - 2 Er wird nicht lärmen noch Ansehen der Person kennen Das Siegel der Werke Gottes ist eine majestätische Ruhe. - noch wird man draußen seine Stimme vernehmen. Sein Urteil ist ohne Parteinahme. Hebr.: Er wird seine Stimme nicht erheben. [Mt 12,19] - 3 Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus, Wie in seinem Äußeren, so zeigt sich auch in seinem Handeln Milde und Sanftmut. Helfende und lebenspendende Sorge ist das Bild des Heilandes in er Tat im Evangelium. Gegensatz zur Schilderung des Cyrus und seines Auftretens [Jes 41,2.3.25]. - der Wahrheit gemäß bringt er das Recht. 4 Er wird nicht kleinmütig noch entmutigt, bis er auf Erden das Recht gründet, Vorspiel zu [Jes 49]. Das Reich der Wahrheit zu gründen und zu verbreiten, kostet Arbeit und Zeit. - und die Inseln harren auf sein Gesetz. Auch in der Heidenwelt ist eine Ahnung des vom Himmel kommenden Gesetzes der Wahrheit und Erlösung und eine Sehnsucht darnach nicht erstorben. Auch hier ist der Messias ein Gegenbild zu Cyrus [Jes 41,5] - 5 So spricht der Herr, Gott, der die Himmel schuf und sie ausspannte; der die Erde festigte und was auf ihr hervorsprosst; der dem Volke, das darauf ist, Lebenshauch gibt, und Odem denen, die auf ihr wandeln: Als Unterpfand des Werkes der Befreiung setzt der Herr seine in der Schöpfung und Erhaltung des Alls bekundete Macht ein. Wie [Jes 41,4] nach der Charakteristik des Cyrus der Hinweis auf den Schöpfer folgte, der diese Machterweise ins Leben ruft, so hier in gleicher Weise. Beide behütet und schirmt der Herr auch in der ihnen aufgetragenen Arbeit. - 6 Ich, der Herr, habe dich gerufen in Gerechtigkeit, deine Hand erfasst und dich gerettet. Ich habe dich bestellt zum Bunde für das Volk, Als den, der den Bund für das Volk vermittelt, als Bundesmittler, somit als den Engel des Bundes. [Mal 3,1] Der alte Bund ist mithin zerrissen, ein neuer ist geschlossen worden, dessen Vermittler der Knecht des Herrn ist. - zum Lichte für die Heiden, Deutlicher Hinweis auf die messianische Zeit, deren ständiges Merkmal die allgemeine Gotteserkenntnis ist. - 7 dass du die Augen der Blinden öffnest und die Gefangenen aus dem Verschlusse führest, aus dem Kerker die in Finsternis Sitzenden. Eine Befreiung höherer Art als aus dem Exil. - 8 Ich, der Herr, das ist mein Name, Ich, Jahve, der Seiende, setze meinen Namen als Unterpfand ein für die Vollendung des Bundes. - meine Ehre gebe ich einem andern nicht noch meinen Ruhm den Götzenbildern. Durch das Werk des Messias soll der Seraphsgesang [Jes 6,3] volle Wahrheit werden. - 9 Das Erste, Die [Jes 41,2ff] verkündeten Ereignisse. - siehe, es ist eingetroffen, Neues Den Inhalt dieses Kapitels. Das Eintreten der ersten ist die Bürgschaft für die zweite. - auch verkündige ich; ehe es noch entsteht, lasse ich es euch hören. 10 Singet dem Herrn ein neues Lied, Gegenbild zu [Jes 41,5ff]. - sein Lob von den Enden der Erde her; Wie V. 1, 4, 6 die Allgemeinheit des Heiles, V. 5 die Allgemeinheit der Macht des Herrn zu dessen Auswirkung betont wurde, so hier die von allen Seiten her darzubringende Danksagung. - die ihr das Meer befahrt und dessen Fülle, ihr Inseln und deren Bewohner! 11 Es hüpfe die Wüste auf Von den weitesten geographischen Umrissen geht die Aufforderung mehr spezialisierend an die dem Seher näher liegenden Orte. Die Wüste ist wohl die arabische und das im Osten von Palästina gelegene Gebiet. - und ihre Städte, Kedar in seinen Wohnungen; lobsinget, ihr Bewohner der Felsenstadt, von dem Gipfel der Berge mögen sie jauchzen! 12 Dem Herrn gebe man die Ehre und verkünde sein Lob auf den Inseln! 13 Der Herr wird ausziehen wie ein Held, wie ein Krieger seinen Eifer anfachen; er wird Schlachtruf und Schlachtgeschrei erheben und sich über seine Feinde mächtig erweisen. Das anthropomorphistische Kriegsbild bot sich umso passender dar, weil die erste Befreiung als Siegeslauf des Cyrus geschildert wurde. [Jes 41,3] - 14 Geschwiegen habe ich seither, war still und gelassen; Er hat seinen Namen lästern lassen, als sei er ein ohnmächtiger Gott, hat seine Liebe und sein Mitleid, die ihn zur Hilfe drängten, zurückgehalten. - nun aber will ich laut schreien wie eine Gebärende, will zerstreuen und vernichten zumal. 15 Verödet mache ich Berge und Hügel und all ihr Gras lasse ich verdorren, Ströme wandle ich zu Inseln und Seen trockne ich aus. Jetzt ist die Zeit der Rache und daher ergießt sich der Zorn des Herrn als Glutwind über seine Feinde. Er entfernt in Macht die Hindernisse der Befreiung. - 16 Und ich führe die Blinden auf einen Weg, den sie nicht kennen, und auf Pfaden, die ihnen unbekannt sind, lasse ich sie einherwandeln; Der Herr ist Wegweiser, er selbst geleitet die bisher Blinde auf Wege, von denen diese nichts wissen. Die Veranstaltungen Gottes gehen über menschliche Ansprüche und Hoffnungen hinaus. Der Blinde kann den Weg nicht finden, so ist Israel unvermögend, sich zu retten; es ist auch blind, weil es durch eigenen Unverstand und Sünde in das Elend geraten ist. - ich wandle die Finsternis vor ihnen in Licht und das Holperige in Ebenes. Diese Taten vollbringe ich für sie und verlasse sie nicht. 17 Es weichen zurück, beschämt werden mögen mit Schanden, die auf ein Schnitzbild vertrauen, die zu dem gegossenen Bilde sagen: Ihr seid unsere Götter! Während der Herr solches für Israel wirkt, stehen die Götzendiener beschämt da. - 18 Ihr Tauben, höret, ihr Blinden, blicket auf, zu sehen! Die Masse des Volkes ist innerlich und äußerlich mit den Götzendienern verwandt. Sie soll das Unglück als das auffassen lernen, was es ist, als Strafe für die Sünden. - 19 Wer ist blind, wenn nicht mein Knecht? Israel ist dem Berufe nach der Knecht Gottes, das Eigentum des Herrn, das Volk, das sich zum Dienste Gottes eidlich und bundesgemäß verpflichtet hat. Wenn dieses Israel nicht auf die Gesandten Gottes hörte und ihnen nicht gehorchte, wenn es daher jetzt an fremde Zwingherren verkauft, als störriger Knecht blind und taub ist. - und taub, wenn nicht der, an den ich meine Boten sandte? Wer ist blind, wenn nicht der Verkaufte? Dem vergolten worden ist, der seiner Sünden wegen in Gefangenschaft verkauft ist. - Und wer blind, wenn nicht der Knecht des Herrn? 20 Der du vieles siehest, Hebr.: Du hast vieles gesehen und du beachtest es nicht, die Ohren öffnend hört er doch nicht. – Hören ist auf etwas hören, es befolgen. - wirst du es nicht behalten? der du offene Ohren hast, wirst du nicht hören? 21 Und dem Herrn gefiel es, ihn zu heiligen Von den übrigen Völkern auszuscheiden und zum Erbe und Heiligtum Gottes zu machen. - und das Gesetz groß und herrlich zu machen. Diesem so ausgezeichneten Volke gab der Herr noch ein Gesetz, einen Unterricht, so dass Israel gewiss sehend und verständig sein konnte. Hebr.: Jahve gefiel es um seiner Gerechtigkeit willen, er machte das Gesetz groß und herrlich. – Es ist von dem messianischen Gesetze wie von dem weiteren Unterrichte der Propheten die Rede. - 22 Das Volk selbst aber ist beraubt und geplündert, alle ihre Jünglinge liegen in Fesseln, in Kerker sind sie eingeschlossen, sind zum Raube geworden und es ist kein Retter da; zur Plünderung und ist niemand da, der sage: Gib heraus! Der Vers ist treffende und kräftige Schilderung des in das Exil hingegebenen Volkes. - 23 Wer unter euch hört darauf, merkt und gibt acht auf das, was kommt? Auf die Gegenwart. Sie geben sich keine Rechenschaft, warum sie fern vom Mittelpunkt der Verheißungen weilen müssen. Ebenso wenig achten sie auf die Weissagungen betreffs der Zukunft. - 24 Wer hat Jakob der Plünderung hingegeben und Israel den Verwüstern? Nicht der Herr selbst, gegen den wir gesündigt? Sie wollten nicht wandeln auf seinen Wegen, nicht auf sein Gesetz hören. 25 So ergoss er über dasselbe den Grimm seines Zornes Das Exil ist Strafe der Sünden. Weil sie Gott nicht gehorchten, hat er die Schale seines Zorngerichtes ausgegossen. - und gewaltigen Krieg und dieser versengte es ringsum, aber es kam nicht zur Einsicht; er steckte es in Brand, Der im Exil noch fortdauert. aber es kam nicht zum Verständnisse.
Zitiert in 33
- V. 1 CCC(¶536
¶555 Summa (EN)(III 7.13)Dignitatis Humanae(§11)Dominum Et Vivificantem(§16)E Supremi(§13)Mulieris Dignitatem(§5)¶713) - V. 2 CCC(¶713)Dignitatis Humanae(§11)Editae Saepe(§33)
- V. 3 CCC(¶580
¶713) Christus Vivit(§67)Dignitatis Humanae(§11)Reconciliatio Et Paenitentia(§34)Veritatis Splendor(§95) - V. 4 CCC(¶713)Summa (EN)(III 15.6)Dignitatis Humanae(§11)
- V. 5 CCC(¶713)
- V. 6 CCC(¶580
¶713) Dominum Et Vivificantem(§16)Verbum Domini(§117) - V. 7 CCC(¶713)
- V. 8 CCC(¶713)Summa (EN)(II-II 132.3)
- V. 9 CCC(¶713)
- V. 10 Dominum Et Vivificantem(§50)
- V. 14 Mulieris Dignitatem(§8)
- V. 18 Summi Pontificatus(§58
§59)